EMA betreibt mit einer allzu voreiligen Meldung Panikmache

(Lausanne/Wien/St.Pölten/Krefeld, 13. Juli 2020) Gemach, gemach. Es hat verdächtig den beißenden Stallgeruch von Panikmache, was da gestern der für den LCC Wien startende Senioren-Geher Franz Kropik (*1956/M60) als selbst ernannter Pressesprecher auf der Netzseite des European Masters Athletics (EMA) mit Sitz in Lausanne/CH absondert. Da heißt es in (s)einer ins Deutsche übersetzten dürren Zwei-Zeilen-Meldung: „Aufgrund der aktuellen Spezifikationen in Österreich bezüglich des neuen Corona-Virus sind wir (wer ist das?, die Redaktion) nicht in der Lage internationalen Wettkämpfern die Teilnahme an den Österreichischen Meisterschaften in St.Pölten zu ermöglichen.“ Also denen der Masters am 18./19.September 2020, zu denen bereits viele deutsche Senioren/innen ihre mehr oder weniger noble Visitenkarte abgegeben haben (wir berichteten am 11.Juli 2020). Da lädt also eine Privatperson ohne offizielle Funktion allzu voreilig nonchalant ausländische Gäste aus.

Gottfried Gassenbauer rät abzuwarten
 
Doch schauen wir auf das Datum. Es sind bis dahin noch mehr als zwei Monate, kann sich die Corona-Gemengelage, die im Übrigen in Europa vom österreichischen Ischgl aus ihren unheilvollen Anfang genommen hat, noch dreimal hin und zurück verändern. Tatsache ist allerdings, dass sich Anfang Juli in St.Pölten ein Feuerwehrmann infiziert hat. Einen Flächenbrand muss das noch lange nicht auslösen. Fakt ist auch, dass es seitens der alpenländischen Bundesregierung neue reduzierte Teilnehmerzahlen für Veranstaltungen aller Art gibt. Einzelheiten sind momentan noch nicht bekannt.
Der 61-jährige Weltklasse-Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (im Bild) aus Wien rät deshalb zur Besonnenheit und bis Mitte/Ende dieser Woche abzuwarten, bis weitere Details bekannt seien und vor allem der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) dazu Stellung genommen hat. Denn vergessen wir nicht, dass zunächst einmal internationale Starter aus aller Herren Länder willkommen geheißen worden sind. Nicht zuletzt, um die meist kargen Felder heimischer Sportler/innen aufzupeppen. Allerdings haben wir frühzeitig auf einen möglichen Aufnahmestopp für Gäste hingewiesen (siehe Link).

Grober Verstoß gegen die DSGVO
 
Eine Anmerkung zu Kropik kann ich mir in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: Der verschickte Ende März eine Lampis vorliegende Rundmail zum Nenngeld der Senioren-EM in Braga (Portugal) gewissermaßen als Selbstbedienungsladen mit massenhaft offenen E-Mail-Adressen der Empfänger. Damit hat er auf das Gröbste gegen die europaweit geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen. So viel und der „aktuelle Fall“ zur Seriosität seiner Handlungsweise, im Berufsleben - man lese und staune - Jurist.
Kein Grund indes für EMA-Präsident Kurt Kaschke, das ungeprüft, ungefiltert und verantwortungslos zu übernehmen. Machen wir ja auch nicht.

LVN hat seine starre Haltung der Wettkampf-Abstinenz aufgegeben

(Essen/Leverkusen/Alzey/Moosach/Krefeld, 12. Juli 2020) Da ringsherum nahezu flächendeckend im Corona-Zeitalter längst bereits Leben in der Bude ist, sah sich auch der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) gemüßigt, richtiger: genötigt, seine bornierte Haltung mit dem kategorischen Imperativ aufzugeben, bis zum 31.August 2020 auf seinem Hoheitsgebiet keine Wettkämpfe zuzulassen. Es haben beispielsweise in Essen und Leverkusen an diesem Wochenende wieder Sportfeste unter den momentan angesagten Gepflogenheiten stattgefunden. Es sollen im September auch noch LVN-Meisterschaften über die sportliche Bühne gehen. Ob auch die Senioren/innen in der Verlosung sind, sei einmal dahin gestellt, muss indes eher bezweifelt werden.

Ein Wurf-Fünfkampf in Alzey im Angebot

Die müssen und werden sich ihre Pfründe eben anderweitig suchen, auch finden
. Als Möglichmacher haben wir mit missionarischem Eifer schon einiges in jüngerer Vergangenheit aufgezeigt. Es passt in diesen Kontext, dass die Wurf-Funfkämpfer nicht nur schon im österreichischen Neuhofen mit ansehnlicher deutscher Beteiligung ihr Erlebnis hatten (wir berichteten), sondern bei einem Spezial-Meeting am 08.August 2020 (Beginn 13 Uhr) im Wartbergstadion zu Alzey in Rheinhessen noch haben können. Als Ersatz-DM für die unnötigerweise ausfallenden Titelkämpfe wird es allerdings nicht taugen. Aufgrund der besonderen Situation muss Chef-Organisator Lutz Caspers, selber dereinst erfolgreicher Hammerwerfer und Olympia-Teilnehmer 1968 in Mexico City, es für alle angebotenen Klassen ab M/W 30 auf drei Riegen mit je zehn Startern begrenzen. Meldungen unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     

Giganten-Duell im Diskuswurf zwischen Maryniak und Demmel

Ganz viel weiter südlich vom Niederrhein aus betrachtet gab es Freitagabend im Rahmen der Moosacher Wurfserie des TSV Grafing in Oberbayern ein Duell der Giganten im Diskuswurf, wenngleich klassenübergreifend. Der fünf Jahre jüngere Helmut Maryniak (*1968/M50) vom LAC Passau entschied es gegen den hoch dekorierten Norbert Demmel (*1963/M55) vom TSV Unterhaching mit jeweils veritablen 53,90 zu 52,55m für sich. Beide erzielten ihre Bestweiten zum Auftakt, und sie waren sich auch bei den vielen ungültigen Versuchen (je vier) handelseinig. Die Relativ-Wertung ging freilich mit 1.046 zu 977 Punkten an den Wurffünfkampf-Weltrekordler Demmel. Der bewies seine Vielseitigkeit und Klasse auch mit 18,61m im Gewichtwurf (1.075 P.)
Alle Resultate unter diesem Link, noch mehr Ergebnisse (und Ausschreibungen) in der umfangreichen Datenbank von ladv.de.

Wissenschaftliche Dokumentation auf 3sat: Fit statt faul!

(Mainz/Krefeld, 10. Juli 2020) Wer rastet, der rostet. Dieses altbekannte Sprichwort aus Volkes Mund oder wem auch immer hat in den heutigen Zeiten unserer Konsumgesellschaft vermutlich mehr Bedeutung denn je. Der Spruch gilt übrigens nicht nur für den Körper, sondern auch den Geist. Beide wollen trainiert werden, um agil und lebhaft zu bleiben. Obendrein stärkt Sport das Immunssystem, was bei dieser Corona-Seuche als Abwehrmechanismus ein große Rolle spielt.
Ein interessanter 43-minütiger Beitrag in bewegten Bildern mit dem Titel „Fit statt faul“ hilft Bewegungsmuffeln auf die Sprünge, dient aber auch aktiven Menschen zur Auffrischung oder Ergänzung, mehr für und aus sich zu machen. In der Anreißmeldung vom Fernsehsender 3sat in Mainz heißt es zu der sehenswerten wissenschaftlichen Dokumentation: „Ein Wundermittel, das gegen Parkinson, Demenz und Krebs helfen könnte – das gibt es tatsächlich. Bewegung hat viel größere Macht über unser Gehirn und unsere Gesundheit, als wir ahnen.“
Neugierig geworden? Dann unter dieser Verlinkung reingeschaut und –gehört! Soviel Zeit sollte und muss sein, wenn es der Gesundheit dient. Siehe auch die Grafikunterschrift.

Viele deutsche Senioren bereits zu Titelkämpfen in Österreich gemeldet

(St.Pölten/Krefeld, 11. Juli 2020) Mitunter lohnt auch für die Ü35-Generation ein weiterer Weg als gemeinhin üblich zu Wettkämpfen. Insbesondere, wenn in Zeiten wie diesen der weltweiten Corona-Apokalypse alle internationalen Meisterschaften (zunächst) in diesem Jahr weggebrochen sind. Hier zu Lande sogar als absolutes Armutszeugnis des DLV weit überwiegend national, kapriziert es sich von den „Großen Vier“ unter freiem Himmel mit der Mehrkampf-DM der Senioren (nach wie vor nicht im Meisterschaftskalender) auf den kleinstmöglichen Nenner bei den Titelkämpfen der immerwährenden Talente für die nächsthöhere Altersklasse. Also „wildert“ das wettkampfaffine und reiselustige germanische Völkchen fortgeschrittenen Alters im benachbarten Ausland.

Sportler-Ehepaar Ritte nimmt sich 1810 km unter die Autoräder

Ohnehin erfreuen sich die bei getrennter Wertung offen ausgeschriebenen Österreichischen Masters-Meisterschaften schon seit Jahrzehnten großer Beliebtheit rings um sie herum. Diesmal noch mehr als sonst. Da scheinen wir mit unserem Beitrag, dass es für Gaststarter Teilnehmerbeschränkungen geben wird und der „Frühe Vogel den Wurm fängt“, zumindest eine kleine Lawine ins Rollen gebracht zu haben. Für die Titelkämpfe der „Ösis“ am 19./20.September 2020 in St.Pölten liegen bereits zwei Monate vor Meldeschluss (14.September) bislang überwiegend Nennungen von Startwilligen aus Deutschland vor. Einige davon mit in der Szene über den eigenen Tellerrand hinaus sehr klangvollen Namen.
Stellvertretend sei der in Moers wohnhafte und für den SC Bayer 05 Uerdingen startende Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953/M65) genannt. Der 67-jährige Niederrheiner wird sich mit seiner ebenfalls aktiven angetrauten Herzdame Ute (beide im Bild) dafür wegen der zu transportierenden Stäbe stramme 905 Kilometer (einfache Fahrt) unter die Autoräder nehmen. Aber sie sind diese Art Kummer gewöhnt, haben bei Ablösung am Steuer schon mehrfach Fahrten hoch bis nach Skandinavien zurückgelegt.

Denkbare Verquickung von Sport und Urlaub

Möglicherweise werden sie das, wie vermutlich viele andere von weiter her Anreisende, vor oder nach getanem sportlichen Werk mit einem Urlaub in der schönen Landeshauptstadt von Niederösterreich und der sehenswerten Region nur 65 Kilometer von der Metropole Wien (seit Jahren vor Zürich in der Schweiz die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität) entfernt verbinden.
Die gesamte aktuelle Meldeliste (Stand heute 08.30 Uhr plus ständiger Fortschreibung) in alphabetischer Reihenfolge.

Niederlande führen in später Saison alle Titelkämpfe durch

(Niederlande/Krefeld, 09. Juli 2020) Schauen wir über die grüne Grenze zu unseren liberalen westlichen Nachbarn, die ihre Schlagbäume auch oben ließen, als sich das Coronavirus über die „After-Ski-Metropole" Ischgl (Österreich) an Karneval in Gangelt im Kreis Heinsberg ganz in ihrer Nähe ausbreitete. Wesentlich liberaler gehen die „Oranjes“ auch mit der Ausrichtung ihrer Kampionschappen (= Meisterschaften) um. Deren Leichtathletik-Dachverband Atletiekunie im geschichtsträchtigen Arnheim (Die Brücke von Arnheim; siehe Link) erteilte vor wenigen Tagen bis auf Mannschaftswettbewerbe grünes Licht für alle neun nationalen Titelkämpfe. Also auch für ihre Masters ab M/W35, die hier zu Lande Senioren genannt werden. Übrigens anders als bei uns gilt der internationale Standard für den Einzug in die nächsthöhere Altersklasse. Als da wäre die einzig und allein logische Vollendung des neuen Lebensjahres zum Zeitpunkt des Wettkampfes. Auch das haben sie uns voraus. Hätten wir das bei dieser Gelegenheit gleich mitgeklärt.

Verband verzichtet auf finanzielle Beteiligung der Vereine

Bei den Meisterschaften werden allerdings Teilnehmerbeschränkungen gelten, und sie finden auch bei ihnen unter Ausschluss einer interessierten Öffentlichkeit statt. Der Verband verzichtet eben deswegen und der allgemein schwierigen monetären Gemengelage auf eine sonst übliche finanzielle Beteiligung der örtlich ausrichtenden Vereine. Er behält sich freilich – sinnvollerweise – eine jeweils kurzfristige Absetzung vor, so am Schauplatz eine Corona-Brennpunkt entstehen sollte. Sie beginnen in einer späten Saison am 29.August und erstrecken sich bis zum 25. Oktober 2020.
So geht’s eben auch bei entsprechender Flexibilität und einer ordentlichen Portion gutem Willen sowie Wollen. Die Einzelmeisterschaften ab M/W35 sind am 03./04.Oktober 2020 im schmucken Fanny-Blankers-Koen-Stadtion in Hengelo, benannt nach der 2004 verstorbenen niederländischen Sprinterin, die als 30-Jährige bei den Olympischen Spielen 1948 in London vier Goldmedaillen (100, 200m, 80m Hürden, 4x100m) gewann.

Wurf-Fünfkampf bildet den Schlussakkord der neun Meisterschaften

Den Schlussakkord in Edam, der bekannten Käsestadt, setzt am 25.Oktober 2020 der Wurf-Fünfkampf der Masters, der in den Niederlanden eine große Tradition hat. Jan Smit (jetzt M85) aus Eindhoven war es, der inspiriert durch einen zehnjährigen USA-Aufenthalt in den 1980iger Jahren, den amerikanischen Gewichtwurf nach Europa importierte und damit den Wurf-Fünfkampf in seinem Heimatland etablierte. Durch die deutsch-niederländische Sportfreundschaft kam er nach Borken (Hessen), wo folgerichtig 2003 die erste deutsche Senioren-Meisterschaft in diesem Vielseitigkeitswettbewerb für Werfer/innen stattgefunden hat.
Ein zusätzlich vernichtendes Armutszeugnis für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), der sich 2020 außer Stande sieht neben der Freiluft-DM auch diese trotz der Seuche relativ problemlos durchzuführende Meisterschaft für seine Altersriege anzubieten.