Traditionsklub USC Mainz hat nun vier hochkarätige Ehrenmitglieder mehr

(Mainz/Krefeld, 09. Dezember 2018) Tradition verpflichtet: Der USC Mainz setzte seine lieb gewordene Gepflogenheit mit den jährlichen Sportler-Ehrungen auch 2018 fort. Jedoch sind  in diesem Jahr nicht nur die saisonalen Erfolge der Athleten und Athletinnen gewürdigt, sondern auch seit langer Zeit wieder herausragende Persönlichkeiten des Klubs mit der  Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet worden.
Als da wären: Inge Härle, seit Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen als Übungsleiterin ehrenamtlich tätig; Guido Kratzschmer (*1953), einer der erfolgreichsten Zehnkämpfer, Ex-Weltrekordler (8.667 Punkte) und Rudolf-Harbig-Preisträger; Prof. Dr. Manfred Letzelter in dessen Vorlesungen und Kursen Generationen von Sportstudenten saßen, der aber auch Hallen-Weltrekordler über 200 Meter gewesen ist. Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft ruft bei ihm in Erinnerung, dass er über Jahrzehnte Spitzensport beim USC und Sportwissenschaft an der Universität Mainz zum beiderseitigen Gewinn in einer Symbiose vereinte.
Der vierte im Bunde, wobei die Reihenfolge rein alphabetischer Natur ist, der neuen Ehrenmitglieder ist der ehemalige Zehnkämpfer Graf Werner von Moltke (im Bild), der mehrere Deutsche Meisterschaften gewann, 1966 Europameister wurde, von 1989 bis 1997 Vizepräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und von 1997 bis 2012 Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, ausgezeichnet für seine ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. Für die Belange des USC Mainz ist der mittlerweile 82-Jährige bis heute stets ansprechbar und zudem ständiger Gast bei allen Vereinsveranstaltungen.
Einer der Höhepunkte im aktuellen sportlichen Bereich war die Ehrung von Niklas Kaul (*1998), dem wohl größten deutschen Zehnkampf-Talent seit Jahrzehnten. Leider konnte Weltklasse-Speerwerfer Julian Weber wegen eines Trainingsaufenthaltes nicht anwesend sein.
Dazu von den Ehrungen unter diesem Link noch ein paar bewegte Bilder.

Bei diesem Wahlprozedere sind dem Zufall Tür und Tor geöffnet

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 08. Dezember 2018)
Auszeichnungen pflegen stets bei denjenigen umstritten zu sein, die sie nicht erhalten. Allerdings war die Enttäuschung von Sprint-Ass Ingrid Meier (*1947) vom LAC Quelle Fürth bei objektiver Betrachtung nachvollziehbar, bei der Wahl zu den Senioren-Leichtathleten des Jahres 2017 lediglich den vierten Platz belegt zu haben. Diese offenkundige, schreiende Ungerechtigkeit ist schlicht dem unausgegorenen System geschuldet.
Der federführende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) lässt den Bundesausschuss Senioren eine Vorauswahl treffen, danach entscheiden die Leser in einer Online-Abstimmung über Sieger und Platzierte. Eingedenk sehr schwacher Beteiligung (im Vorjahr rund 700 von etwa 405.000 Senioren/innen) sind dem Zufall Tür und Tor geöffnet, gibt die bessere Lobbyarbeit der Nominierten letzten Endes den Ausschlag. Schließlich dürfen auch die Kameraden aus dem Schachklub, dem Taubenzüchterverein, dem Stammtisch und der mehr oder weniger großen Nachbarschaft für einen abstimmen. So man(n)/frau noch werktätig ist, selbstverständlich auch die lieben Arbeitskollegen.

Größerer Bekanntenkreis ausschlaggebend für den Ausgang

Und doch reichten „Bei Jugend forscht“ des zusammen 153 Jahre alten Duos Herbert E.Müller (*1929) vom TSV Bayer Dormagen vergleichsweise überschaubare 169 und Ulrike Hiltscher (*1952) von der LG Neiße gar nur 154 Stimmchen zum Erfolg. Natürlich können die „Auserwählten“ nichts für das unzulängliche Verfahren. Damit wirklich glücklich zu werden, steht indes auf einem anderen Blatt. Bei der Wahl zu „Deutschlands Sportlern und Mannschaft des Jahres“ (siehe gestrigen Beitrag) dürfen ausschließlich berufsständisch organisierte Sportjournalisten ihre Stimmen abgeben. Warum bei den Senioren/innen nicht nur Leichtathleten, die bei der Abgabe ihre Startpass-Nummer angeben müssen? Das hätte die Beteiligung 2017 zwar vermutlich halbiert. Aber es würde zumindest fortan nicht mehr die bessere Lobbyarbeit und der größere Bekanntenkreis ausschlaggebend für den Ausgang sein.

Zahl der Nominierten wurde diesmal halbiert

Immerhin hat der DLV für 2018 der Verwässerung Einhalt geboten. Statt wie im Vorjahr zehn, hat er diesmal lediglich je fünf Kandidaten zur Wahl gestellt. Aus Werfer-Sicht höchst erfreulich, dass sich die Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching und Lothar Huchthausen (*1935) von der LG Altmark darunter befinden. Bedeutet andererseits auch die Qual der Wahl und der gesplitteten Gunstverteilung, minimiert zwangsläufig die Chancen (siehe Wahlbeteiligung).
Mehr dazu unter diesem Link, und hiermit geht’s zum Wahlergebnis 2017.

Nikolaus: Ein Gedenktag mit landsmännisch vielen Sitten und Gebräuchen

Kolumne

Moment mal

(Krefeld, Nikolaustag, 06. Dezember 2018)
Wem es womöglich entgangen wäre, der schaue nach links auf die Fettschrift. Heute ist Nikolaustag. Er geht auf den Heiligen Nikolaus von Myra zurück, der am 15.März 270 geboren wurde und am 06.Dezember 343 nach Christus verstarb. Deshalb wird ihm zu Ehren dieser Gedenktag gefeiert. Dazu gibt es landsmännisch allerlei Sitten und Gebräuche. Eine davon, am Vorabend einen Stiefel oder Schuh ‘rauszustellen, der dann am nächsten Morgen im Idealfalle (so man(n)/frau/kind denn lieb war) mit kleinen Geschenken, bevorzugt Süßigkeiten, gefüllt ist. Ein Teller mit Leckereien auf dem Frühstückstisch tut‘s natürlich auch.
Bei unseren westlichen Nachbarn Niederlande und Belgien heißt dieser einstige Feiertag „Sinterklaas“, der den Zwarten (steht für schwarz; dunkelhäutig) Piet in seinem Schlepp hat. Die Niederländer, die nicht zugleich alle Holländer sind (nur zwei von zwölf Provinzen), begehen diesen traditionsreichen Tag bereits seit dem 15. Jahrhundert allerdings schon am 05.Dezember.
Wer hier zu Lande Klaus, die Kurzform von Nikolaus, heißt, der hat beim Namenstag die Qual der Wahl zwischen dem 25.September und just dem heutigen 06.Dezember. Wie es die ehedem respektive immer noch erfolgreichen Senioren-Leichtathleten Klaus Albers (*1940) aus Bremerhaven, Klaus Liedtke (*1941) aus Lünen und Klaus Kynast (*1949) aus Hagen damit halten, ist zumindest bei uns nicht verbrieft.
Trotzdem ihnen und allen anderen einen schönen Nikolaustag mit oder ohne süßem Naschwerk!

ZDF überträgt live die Proklamation "Sportler des Jahres 2018"

(Baden-Baden/Krefeld, 07. Dezember 2018) Einfach schon mal vormerken: Das ZDF, mit dem wir Konsumenten angeblich besser sehen, überträgt am Sonntag, 16.Dezember 2018 live ab 22 Uhr in einer Gala vor 700 geladenen Gästen aus dem Kurhaus Baden-Baden die Proklamation zum „Sportler des Jahres 2018“. Keine Solonummer, sondern in den drei Kategorien Frauen, Männer und Mannschaften.
Sei in unserer gerade auch im Sport sich mit Ereignissen überschlagenden schnelllebigen Zeit daran erinnert, dass 2017 Biathletin Laura Dahlmeier, Nordisch-Kombinierer Johannes Rydzek und das Mini-Team der Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst die höchste zu vergebende ideelle Auszeichnung in Deutschland erhalten haben. Hand aufs Herz: Wer hätte es noch gewusst? Soweit die jüngere Historie der bereits seit 1947 (Mannschaften ab 1957) durchgeführten Wahl.

Laura Dahlmeier, Andreas Wellinger und Viererbob ein denkbares Sieger-Trio
 
Für dieses Jahr waren rund 3.500 berufsständisch organisierte Sportjournalisten (mich eingeschlossen) aufgerufen die Stimmen für ihre persönlich Auserkorenen abzugeben. Und zwar nach der jeweils eigenen Platzierung von Rang 1 bis fünf, absteigend bewertend beginnend mit fünf Punkten. Als Orientierungshilfe (kein Muss) standen jeweils Vorschlagslisten mit den erfolgreichsten Sportlerinnen, Sportlern und Mannschaften zur Verfügung.  Es ist allerdings kein großes Geheimnis, dass in Olympiajahren, diesmal die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (Südkorea), die Goldmedaillengewinner die größten Chancen haben. Vorjahressiegerin Laura Dahlmeier, Skispringer Andreas Wellinger und der Vierbob mit Pilot Francesco Friedrich sind in meiner Hitliste ganz vorn. Bei den Platzierten kommen freilich auch Leichtathleten/innen vor. Mehr war da bei einigermaßen objektiver Beurteilung, und das sollte der Maßstab sein, nicht drin.
Viel, viel mehr zum Thema als eine wahre Fundgrube unter diesem Link.

Hoch lebe die Vorlage: Viele Ungereimtheiten bei DLV-Gebührenordnung

(Darmstadt/Krefeld, 05. Dezember 2018) Eine neue Gebührenordnung mit Gültigkeit ab 01.Januar 2019 hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auf seiner Netzseite veröffentlicht. Sie hat so ein bisschen was von einer Wundertüte. Soll heißen: Der einigermaßen sach- und fachkundige Betrachter wundert sich. Beispiel gefällig? Bitte schön!  Die Team-DM der Männer/Frauen gibt es schon seit drei Jahren nicht mehr. Dieser Wettbewerb wurde sogar vom Verbandsrat offiziell beerdigt. Doch getreu dem Motto „Hoch lebe die Vorlage“ wird er noch in der neuen Gebührenordnung mit einem Meldegeld von 350 Euro aufgeführt.
In den allgemeinen Ausschreibungsbedingungen von 2018 stimmen die Startgebühren nicht mit der DLV-Gebührenordnung überein. Wofür braucht man eine Gebührenordnung, wenn sie ohnehin nicht eingehalten wird?
Dafür hat der DLV in seiner tiefen Bescheidenheit die Anmeldegebühren für Veranstaltungen ab dem 01.Januar 2019 von zehn auf 20 Euro erhöht. Das sind mal eben satte 100 Prozent. Fragt sich allerdings - wofür? Denn eine Mehrleistung ist damit nicht verbunden. Da können einem schon mal die Worte „Willkürakt“ oder
Modernes Raubrittertum" in den Sinn kommen. Leider nicht den verantwortlichen Strippenziehern in Darmstadt, die wie ihr Ausrüstungssponsor jeden Vorteil zu nutzen gedenken.