Zumeist regiert bei Melde- und Ergebnislisten längst der pure Zufall

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Hamburg/Travemünde-Kücknitz/Krefeld, 20. Februar 2018)  
Es war einmal. So fangen alle Märchen an. Früher waren auch Melde- und Ergebnislisten zu Leichtathletik-Veranstaltungen wichtige Orientierungshilfen mit nützlichen Hinweisen. Inzwischen regiert hier längst der pure Zufall. Nicht nur was die meist wild durcheinander gemixte, nicht mehr vorhandene geordnete Abfolge von männlich, weiblich, aufsteigenden Altersklassen und Disziplinen in der Reihung Lauf, Sprung, Stoß, Wurf angeht. Obendrein leistet sich der österreichische Softwareanbieter SELTEC den honigblühenden Schwachsinn, Kugeln und Hämmer der M20 bis 45 in der Dachleiste ein Gerätegewicht von 7,3 statt 7,26 Kilogramm anzudichten.

Noch schlimmer geht immer

Aber noch schlimmer geht immer. Selbstredend wollten wir es genauer wissen, weshalb das von uns in der Vorschau angekündigte Comeback von auf die Senioren bezogen Weltklasse-Kugelstoßer Kurt Goldschmidt (*09.März 1943) vom TSV Kücknitz bei den Gemeinsamen Hallen-Landesmeisterschaften von Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Hamburg denn nun in der für ihn schon national neuen M75 doch nicht stattgefunden hat. Also haben wir von LAMPIS, namentlich der Autor dieser Zeilen, mit ihm telefoniert. Quintessenz: Wegen Schneetreiben und demzufolge glatter Straßen- sowie unsicherer Verkehrsverhältnisse war die sechsköpfige Gruppe in ihrem entsprechend großen Gefährt erst gar nicht losgefahren.

Verrohung der einstmals guten Sitten und Gebräuche

Die Online-Ergebnisliste suggeriert jedoch mit dem „abg.“ (= abgemeldet), dass der gute Kurt ohne Helm und ohne Gurt vor Ort war, sich womöglich beim Einlaufen oder Einstoßen verletzt habe und deshalb nicht angetreten sei. Wer allerdings nicht da ist, kann sich nicht angemeldet haben und genau so wenig abmelden müssen. Eingedenk dessen darf gemutmaßt werden, dass auch über die Hinweise „n.a.“ (= nicht angetreten) und „o.g.V. (= ohne gültigen Versuch) getrost ein Ei geschlagen werden kann.
Es war einmal und ist nicht mehr. Die Verrohung der einstmals guten Sitten und Gebräuche hält flächendeckend in allen möglichen Bereich Einzug. Selbst die Zauberworte mit fünf Buchstaben wie Bitte und Danke kommen zunehmend aus der Mode. 

"Power durch Pause" neuer nützlicher Ratgeber von Prof. Ingo Froböse

(Krefeld/Krefeld, 19. Februar 2018)  Es hieße Bierfässer nach München rollen zu wollen, ihn den Stammbesuchern von LAMPIS noch großartig vorzustellen. Mittlerweile über Jahre hinweg haben wir mit freundlicher Genehmigung bislang 96 Beiträge von Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln mit interessanten Tipps zu allem Möglichen rund um das Thema Sport, Fitness, Gesundheit und Ernährung veröffentlicht. Der Autor mehrerer Bücher hat kürzlich ein neues gebundenes Werk herausgegeben, das gerade ambitionierten Leichtathletik-Senioren/innen auf den Leib geschneidert scheint. Denn viele im Vorruhestand und Renten-/Pensionsalter neigen dazu, bei der hinzu gewonnenen freien Zeit die Schraube zu überdrehen, sich womöglich in den Leistungskeller zu trainieren. Mitunter ist nämlich weniger mehr. Der Ratgeber von Froböse mit dem Arbeitstitel „Power durch Pause“ zeigt die richtigen Wege zwischen An- und Entspannung auf. Stress stoppen, richtig abschalten, kraftvoll neu starten – das sind weitere Schlagworte auf dem Cover. Das Buch zeigt uns „Normalos“, was wir von Profis und Spitzensportlern lernen könn(t)en.
Erhältlich ist es im einschlägigen Fachhandel des Vertrauens um die Ecke und bei Versendern.

Live-Ticker bei den Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg

(Sindelfingen/Krefeld, 17. Februar 2018)  Mit 350 gemeldeten Senioren/innen fanden die Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg heute im Glaspalast von Sindelfingen, zuletzt 2010 erst- und bislang einmalig Schauplatz der Ü35-DM (ein Armutszeugnis ohnegleichen!), einen recht ordentlichen Zuspruch. Darunter befanden sich etliche Gaststarter, die für zusätzliches Flair und nicht zuletzt direkte Konkurrenz sorgten. Wenngleich außerhalb der Wertung. Das so genannte Musterländle wurde zumindest in der Ergebnisübermittlung diesem viel gepriesenen, gleichwohl  anderswo nicht immer zutreffenden Ruf gerecht. Denn es bot den Kiebitzen aus dem großen Rest der Republik einen Live-Ticker, der selbst bei Titelkämpfen dieser Rang- und Größenordnung bei den „ewigen Talenten“ längst nicht an der Tagesordnung zu sein pflegt. Sie bedienten sich dabei anders als der DLV und die meisten Regionalverbände der Software von „Cosa Win“. Die wissen entgegen dem vermeintlich zukunftsweisenden Programm von SELTEC aus Österreich auch, dass die Kugel bis M45 nicht 7,3, sondern der Regel nach 7,26  Kilogramm zu wiegen hat.

Nur vier Versuche in den technischen Disziplinen!

Allerdings ebenso ungewöhnlich wie unerfreulich, dass es im Kugelstoßen und Weitsprung durchgängig für alle Teilnehmer/innen lediglich vier Versuche gab. Die hatten für das volle Startgeld ein um ein Drittel gekürztes Vergnügen. Ungerecht! Die 800-m-Läufer wurden ja auch nicht nach 533 Metern abgewunken. Es sei freilich nicht verschwiegen, dass darauf bereits in der Ausschreibung hingewiesen worden ist. Das macht es indes für die Betroffenen keinen Deut erträglicher. 
Als wir diesen Beitrag um 18.30 Uhr online gestellt haben, stand die finale Ergebnisliste nach Klassen und Disziplinen noch nicht zur Verfügung. Vorab geht es mit einem Klick zum erwähnten Live-Ticker.

Heute inoffiziöser Meldeschluss für Hallen-DM mit Winterwurf

(Erfurt/Krefeld, 18. Februar 2018) Dumm geboren, nichts dazu gelernt. Mittlerweile könnten wir zur speziellen Thematik einen vorgestanzten Text einer Datei entnehmen und durch die Tagesdaten aktualisiert an dieser Stelle einpflegen. Einmal mehr lässt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in einer Ausschreibung die Meldefrist auf einen Sonntag enden, obwohl sich derartige Fristen nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) auf den nächsten Werktag verlängern. Für ängstliche Naturen sei darauf hingewiesen, dass die Meldung(en) für die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf am 03./04.März 2018 in Erfurt heute bis 24 Uhr beim jeweils zuständigen eigenen Landesverband einzugehen haben sollten. Die scharren da vermutlich in voller Mannschaftsstärke schon mit den Hufen, um zu überprüfen, ob auch alles mit rechten Dingen zugeht. Insbesondere die deutsche Nationalität und die Erfüllung der Norm betreffend. So ein 50-prozentiger Zuschlag für  Sonntagsarbeit peppt ja auch das Gehalt ein wenig auf.
Aber aus Athletensicht oder der zuständigen Vereinsmitarbeiter gesehen muss ja nicht auf morgen verschoben werden, was heute besorgt werden kann. Ohnehin dürfte es sich lediglich um Nachzügler handeln, die auf dem letzten Drücker an diesem Wochenende noch die Qualifikationsleistung erfüllen mussten.

Eine wohltuend andere Foto-Galerie einer Leichtathletik-Veranstaltung

(Sittard/Krefeld, 16. Februar 2018)  Einmal mehr war der Internationale Indoor-Werpwedstrijd vom AV Unitas Sittard mit den zwei Disziplinen Kugel und Gewichtwurf in sieben Gruppen eine bestens organisierte, sich über acht Stunden erstreckende Veranstaltung. Ein Meeting von und für Werfer, das von den Machern viel Durchhaltevermögen bei hochgehaltener Konzentration erforderte. Gekrönt durch den Senioren-Europarekord von Wendy Koolhaas aus Groningen (wir berichteten). Aber nicht nur das. Es wurde über die gesamte lange Strecke vom niederländischen Sportfotografen Huub Keulers und seiner Frau Loretta Janssen begleitet. Profis eben, absolute Könner ihres Fachs, die nicht einfach blindlings nach dem Motto „Wird schon werden“ auf den Auslöser drücken, sondern einen Blick und ein feines Gespür für das besondere, außergewöhnliche Motiv haben. Vielmehr wird bei diesem kongenialen gemischten Doppel Fotografie zur hohen Schule, zur Kunst. Eben Personen und Momente meisterlich ins Bild gesetzt.
Nun sind deutsche Senioren/innen auf diesem Sektor nicht gerade verwöhnt. Und das ist noch eine höchst charmante Beschreibung. Der selbst ernannte Ästhet an Tastatur und Kamera Karl-Heinz „Flunker“ Flucke aus Berlin stellt gelegentlich zu besonderen Anlässen schon mal sechs 08-15-Fotos, er nennt es Galerie, zur verkaufsfördernden Betrachtung in die Senioren-Spielecke auf die DLV-Netzseite. Das „Werk“ von einem Amateur für Amateure. Hans Mustermann und Lieschen Müller würden das mit ihrer schlichten Digital-Kamera genauso gut oder schlecht hinbekommen.

„Künstlerisch wertvoll“ das Prädikat einer Fachfrau

Wie es vollkommen anders aussehen kann, beweist Huub Keulers. Er hat sehr zeitnah zur Veranstaltung auf seiner Facebook-Seite eine wahrhaftige Galerie mit 76 Fotos online gestellt. Und das war gewiss nur eine schnelle Auswahl von einem Mehrfachen an Material. Die sind nicht ausnahmslos außergewöhnlich, aber einige davon sind fürwahr „künstlerisch wertvoll“. Das befindet Textil-Designerin Elke Kröber-Hermanns, die ganz persönliche Regierungschefin von Lampis-Betreiber Axel Hermanns, mit ihrem Sach- und Fachverstand als staatlich anerkannte Künstlerin.
Wer also Spaß an exzellenter Fotografie hat und neugierig geworden sein sollte, der gehe unter www.facebook.com auf die Profilseite von Huub Keulers und scrolle herunter
 bis fünf Fotos mit der Überschrift „Melissa Boekelman Werpwedstrijd 2018" erscheinen. Dort sind jene 76 Bilder hinterlegt.
Der für RKS Mutterstadt startende Torsten Lange aus Bonn und der schon erwähnte kugelstoßende Sportjournalist waren sehr zu ihrer Freude einige Male auch Objekte der Objektive.