Ein geschichtsträchtiger Tag und für abergläubische Sportler

Glosse

Neben der Spur

Freitag, der 13. (Juni 2014)
Sportler, nicht alle, aber sehr viele (ich auch), sind gemeinhin überaus abergläubisch. Gerade wenn es um die Ausübung der herrlichste Nebensache der Welt geht. Völlig egal welcher Machart. Gerade haben die Millonarios in kurzen Hosen bei der Fußball-WM in Brasilien Hochkonjunktur. So es kein Unentschieden geben sollte, wird sich heute nach getaner Ballarbeit der Unterlegene in der Partie zwischen den Niederlanden und Spanien womöglich fragen, was er bei den Ritualen wohl verkehrt gemacht haben könnte. Vielleicht doch mit dem „falschen“ Bein zuerst aus dem Luxusbett gestiegen oder den linken Stutzen vor dem rechten angezogen (kann natürlich auch umgekehrt sein) und was es sonst noch so alles für selbst geschaffene Gesetzmäßigkeiten gibt, die einem lieb und wert sind. Viel nahe liegender wäre indes, dass der Gegner schlicht besser war.
Was bei mir, auch außerhalb dieses ominösen Datums, überhaupt nicht geht und mich fast zur Salzsäule erstarren lässt, ist eine schwarze Katze, die von links nach rechts die Straße vor mir kreuzt. Während einer Reha in Wiesbaden anno 1990 habe ich just so einen „Stubentiger“ auf Pirsch oder Freiersfüßen trotz heftigen Büffeltritts in die Bremse als bekennender Tierfreund zu meinem großen Leidwesen überfahren. Sicherlich auch zu dem des nicht zu ermittelnden Besitzers, der vergeblich auf die Heimkehr seines Vierbeiners wartete. Das ist halt das latente Risiko bei Freigängern. Gilt übrigens auch bei „Knackis“ mit Hafterleichterung. Nicht überfahren zu werden, sondern den Rückweg einfach nicht mehr zu finden.
Geschichtlich geht Freitag, der 13. viel weiter zurück als auf jenen „Schwarzen Freitag“ vom 25. Oktober 1929, an dem die Wertpapierkurse an der New Yorker Börse in den Keller purzelten und eine weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst wurde. Aber malen wir den Teufel, welcher Eigentümlichkeit auch immer, nicht an die Wand, möge jede/r, ob abergläubisch oder nicht, vor jedweden unliebsamen Überraschungen bewahrt bleiben. Nicht nur heute. Zugegeben: ein frommer Wunsch. Dürfen darf man es trotzdem.
Noch eines zu schlechter Letzt: Es darf gemutmaßt werden, dass der DLV an einem Freitag, den 13. gegründet wurde.

Thomas Dresp in der "ewigen" Bestenliste übersehen

(Norden/Krefeld, 12. Juni 2014) Es gibt kein besseres Regulativ, als den aufmerksamen Leser. Insbesondere, wenn er es durch eigenes Erleben ganz genau weiß. Diskuswerfer Thomas Dresp (*1961) vom TV Norden, Deutscher Senioren-Meister von 2012 in Erfurt mit der griffigen Weite von 51,51 m, fand sich in unserem Beitrag im Fenster Ergebnisse „Norbert Dremmel trumpfte im Wurf-Fünfkampf mächtig auf“ nicht erwähnt. Da hatten wir den Bayern aus Unterhaching ob seiner herausragenden Diskuswurf-Leistung von 53,42 m zunächst an die siebte Stelle der „ewigen“ deutschen Bestenliste einsortiert. Wohlweislich merkten wir an, sofern uns keiner durch die Lappen gegangen sei. Das war dann Thomas Dresp. Der Ostfriese warf nämlich am 29. September 2012 auf der „Segelwiese“ von Klaus Albers in Bremerhaven 54,25 m, belegt mithin in besagter bundesdeutschen Hitliste den fünften und in der Weltrangliste von 2012 den dritten Platz. Glücklicherweise kann ein Online-Medium jederzeit korrigiert werden, was zwischenzeitlich schon geschah. Außer der von ihm genannten Weite erfuhren wir in der Mail von Thomas Dresp noch, dass er seit Juni 2013 seine sportlichen Aktivitäten auf Null gesetzt habe. Nach einem kürzlich absolvierten Schnupper-Wettkampf hätte er wieder Spaß gefunden und will „demnächst ins Training einsteigen“. Das Wörtchen demnächst ist allerdings ein sehr dehnbarer Begriff.
Schau’n mer mal, wie der „Kaiser“ – na, ihr wisst schon wer – in solchen Fällen sagen würde.