Kugelstoßer Andy Dittmar der herausragende Athlet der Senioren-DM

(Erfurt/Krefeld, 11. Juli 2014) Namen sind nach einem ungeschriebenen journalistischen Gesetz Nachrichten. Beginnen wir also damit bei unserem zwangsläufig kleinen Streifzug durch die vier Stoß-/Wurfwettbewerbe bei der Senioren-DM der ab 35-Jährigen an diesem Wochenende im Erfurter Steigerwaldstadion, ehe wir im nächstfolgenden Beitrag Zahlen sprechen lassen. Herausragender Athlet im doppelten Wortsinne ist ein „Lokalmatador“ aus dem lediglich 20 Kilometer entfernten Gotha, für den die Landeshauptstadt stets ein gutes Pflaster war und eine große Rolle in seiner höchst erfolgreichen Karriere spielte: Kugelstoßer Andy Dittmar (im Bild). Der nunmehr lupenreine „Vierziger“ kann einfach nicht unter 18 Meter. Selbst nach einer mehrwöchigen Verletzung an der (rechten) Stoßhand erzielte er bei den Landesmeisterschaften der Männer/Frauen in seiner Heimatstadt 18,12 m (wir berichteten). Da stellte sich logischerweise die Frage nach dem Sieger in der M 40 nicht. Allenfalls die, mit welcher Weite und wie viel Metern Vorsprung der 137 Kilo schwere 1,98-Meter-Recke das oberste Treppchen des Podestes auf eine gehörige Belastungsprobe stellt. Wetten auf ihn bringen nicht einmal den Einsatz zurück.

Ex-Zehnkämpfer Demmel Favorit mit Kugel und Diskus

Nicht gerade mit dieser überwältigenden, fast schon für die „Opfer“ lähmenden Dominanz geht der ehemalige 8.000-Punkte-Zehnkämpfer Norbert Demmel (TSV Unterhaching) bei der M 50 in die verschieden große Ringe. Der Bayer führt die jeweiligen Ranglisten mit 15,87 und 53,42m recht deutlich an. Er hat auch im Speerwurf knapp die beste Meldeleistung (47,99 m). Die stammt allerdings aus dem Vorjahr und lässt nicht allein wegen des marginalen Unterschiedes von 41 Zentimetern lediglich bedingt Rückschlüsse zu.
Mehr Gewicht haben nicht nur vom Gerät jene 53,92 m und über fünf Meter Vorsprung die der einstige 73,34-m-Hammerwerfer Thomas Neumann (SC Bayer Uerdingen) als Visitenkarte in der M 40 mitbringt. Der ehedem tomatenblonde Schützling von Trainer Helmut Penert müsste sich schon einen Knoten in die Beine drehen, wenn er die Goldmedaille nicht mit auf die Heimreise nehmen würde. Dagegen sind in der gleichen Disziplin Duelle auf Augenhöhe zwischen Titelverteidiger Hermann Huppertsberg (DT Ronsdorf) und Klaus Kynast (ASC Dortmund) in der M 65 sowie eine Altersetage höher zwischen Ed-Burke-Bezwinger Hermann Albrecht (SpVgg Satteldorf) und Olympia-Teilnehmer (1972) Lutz Capsers (TV Alzey) zu erwarten. Hoch interessant beim letzten Duo, weil hier körperlich und technisch Welten aufeinander treffen. Gewissermaßen Florett gegen Säbel. Einen Dreikampf der Lampis-Mitglieder Rainer Werking (LG Maifeld-Pellenz), Martin Vogel (LAZ Saarbrücken) und Roland Wattenbach (LG Siebengebirge) verspricht das Kugelstoßen der M 55. Tagesform, mehr noch die Nervenstärke werden hier den Ausschlag geben.

Anne Chatrine Rühlow prominenteste Werferin von einst

Metrisch bestgemeldete Kugelstoßerin ist mit 14,26 m Jana Müller-Schmidt (Werder Bremen). Die Blondine (im Bild) mit den lustigen Zöpfen hat allerdings in Carmen Grell (Sportfreunde Neukieritzsch) eine ernst zu nehmende Konkurrentin in der W 50 aus dem Feld zu räumen. Bettina Schardt (46,54 m) von der MTG Mannheim in der W 40 und Inga Reschke (46,32 m) von der LG Bremen-Nord in der W 35 sind die nach der so genannten Papierform herausragenden Diskuswerferinnen. Wenn ich bei dem Flug über die 145-seitige Teilnehmerliste nichts übersehen habe, gilt das im Speer- und Hammerwurf naturgemäß jeweils für Protagonistinnen der W 35. Einerseits Martina Jotz (45,01 m) vom MTV Ingolstadt, andererseits Karin Warok (48,06 m) vom SC GW Paderborn. Was den Gegebenheiten bei den Frauen entspricht, anders als bei den Männern, dass der schwerere Hammer weiter fliegt als der leichtere Speer. Prominenteste Gemeldete von einst ist Anne Chatrine Rühlow (SV Burgsteinfurt), die mit Kugel und Diskus in der W 75 nicht zu schlagen sein dürfte. Das Titel-Tripel mit Kugel, Diskus und Hammer strebt in der W 80 Christa Winkelmann (CSV Marathon Krefeld) an.
Die vollständige Meldeliste nach Altersklassen und Disziplinen öffnet sich unter diesem Link.

Ein bisschen Zahlenarithmetik von der Senioren-DM 2014

(Erfurt/Krefeld, 11. Juli 2014) Hoch lebe die Statistik. Oder: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Das nachfolgende Zahlenwerk von den Deutschen Senioren-Meisterschaften in Erfurt  ist nicht gefälscht, sondern in mühseliger Kleinarbeit erstellt. Es bringt durchaus Bemerkenswertes zu Tage. Da wäre zunächst die für die Fraktion Stoß/Wurf – wieder einmal – höchst erfreuliche Erkenntnis, dass lediglich vier Disziplinen (männlich 358, weiblich 325 = 683) einen überproportionalen Anteil von 27,69 Prozent an den gesamten Starts (2.467) ausmachen. Beim friedlichen Wettstreit der Geschlechter liegen die Männer, die M 85 abgezogen, da diese Altersklasse bei den Frauen nicht ausgeschrieben wird (warum eigentlich nicht, wo doch ihr durchschnittliches Lebensalter höher ist) mit 334 zu 325 lediglich neun Meldungen vor. Aber herunter gebrochen auf Altersklassen und Disziplinen muss das vermeintlich stärkere gegen das gemeinhin schönere Geschlecht so manche Schlappe einstecken. Dazu schießt die W 50 für sich betrachtet durchgängig bei Kugel (12), Diskus, Hammer (je 17) und Speer (16) den Vogel ab, dazu logischerweise insgesamt bei der Quersumme (62) deutlich vor der M 75 (50). Die hat zudem in der internen Hitliste im Kugelstoßen (13) zusammen mit der M 55 sowie im Diskuswurf (17) gemeinsam mit der die M 50 die Nase vorn. Beim Hammerwurf (11) ist es die M 60, mit dem Speer (12) die M 70. Traditionell sind die Gesamtfelder in der M/W 35 (20/19) am dünnsten besetzt. Obwohl die Luft rein biologisch bedingt nach oben dünner wird, liegen sie sogar unter der M 80 und 85 mit je 24 in allen vier Wettbewerben. Abschließend noch die Bilanz nach Disziplinen, wobei gedanklich in Rechnung zu stellen ist, dass die W 85 schlicht und ergreifend fehlt: Kugel 91/81, Diskus 102/91, Hammer 80/72, Speer 85/81. Das lehrt uns so ganz nebenbei, dass der Diskuswurf in Summe dem Kugelstoßen den Rang abgelaufen hat. Das erste Mal, seit Lampis diese Zahlen erhebt.

Speerwerfer Reiner Görtz muss voraussichtlich operiert werden

(Süchteln/Krefeld, 24. Juni 2014) Schuster, bleib bei deinen Leisten. Der Spruch hat was, gilt für alle Lebenslagen. Der Sport macht da keine Ausnahme. Das weiß jetzt auch Speerwurf-Spezialist Reiner Görtz (*1943, im Bild) vom ASV Süchteln. Der aktuelle Winterwurf-Europameister der M 70 von 2013 in San Sebastian (darum gab es einiges von ihm nicht verschuldetes Theater) zog sich bei seinen gelegentlichen Ausflügen zum Stabhochsprung eine schwere Verletzung zu. Bei den Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften riss er sich bei dem Versuch 2,50 Meter zu überqueren vermutlich den Trizepsmuskel (dreiköfiger Oberarmstrecker) am rechten Arm durch oder zumindest große Teile davon ab. Bevor womöglich eine operative Rekonstruktion vorgenommen werden muss, soll ein MRT genaue Aufschlüsse über das Ausmaß liefern. Ungeachtet dessen macht der behandelnde Facharzt der Orthopädie dem Süchtelner Mut, dass er seine Reise zur Senioren-EM ins türkische Izmir und vor allem seine dort beabsichtigten Starts nicht in den Wind schreiben muss.
Lampis gibt in Geschäftsführung ohne Auftrag noch die guten Wünsche der Werferszene mit auf den Weg.

"Ösi"-Masters: Erfolgreich, harmonisch, lustig und locker

(Wien, 09. Juli 2014) Wunderschönen Guten Morgen, liebe Sportkameraden/innen, ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei allen bedanken, die bisher zum Gelingen der drei Masters-Länderkämpfe beigetragen haben. Speziell bei der starken Truppe, die letztes Wochenende in Zagreb nicht nur siegreich, sondern überaus harmonisch, lustig und locker war. Bei aller Ernsthaftigkeit, die an den Tag zu legen ist, wenn man erfolgreich sein will, hat mich das Miteinander fasziniert. Nicht nur auf dem Sportplatz. Angefangen vom Frühstück bis zum wunderbaren, schwungvollen gemeinsamen Abendessen. Mein Dank geht aber auch an jene, die zum Gelingen des ersten Länderkampfes in Tschechien 2012 und letztes Jahr in Slowenien ihren Beitrag leisteten. Hätten wir da keine Mannschaft zusammen gebracht, wären wir jetzt nur Zuschauer bei diesem tollen Wettkampf gewesen. Seit gestern Abend ist auch ein Bericht auf der ÖLV-Homepage online. Dabei war mir wichtig, dass das Feeling des Wettkampfes ein bisserl rüberkommt, der ganz besondere Teamspirit zu spüren ist.
Bereits in Zagreb haben wir erste Gespräche über den Masters-Länderkampf 2015 geführt, den Österreich ausrichten soll. Nur sollten wir uns jetzt nicht gemütlich zurücklehnen und sagen, da haben wir eh noch ein Jahr Zeit. Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass jetzt die beste Gelegenheit ist, die Weichen zu stellen: Interessierte Ausrichter zu suchen, die Vor- und Nachteile abzuwägen, rasch eine Entscheidung zu treffen Wo und Wann. Eine Fülle an Details gilt es zu beachten, die Erfahrungen von drei Teilnahmen an dieser Wettkampfserie sollten wir in unsere Überlegungen einfließen lassen. Doch eines sollten wir auf keinen Fall zu kurz kommen lassen – die Freude über das bisher Erreichte. Das war Teamwork im besten Sinne des Wortes. Ich freue mich schon auf eine schöne Masters-Meisterschaft am kommenden Wochenende in Wolfsberg. Und darauf zu schauen, wie sich Sportler begrüßen und Spaß miteinander haben, die durch diese Länderkämpfe zu Freunden wurden.
Und noch ein Hinweis auf die wahrscheinlich informativste Masters-Leichtathletikseite für Werfer im deutschsprachigen Raum. Sie widmet dem Vier-Länderkampf einen Artikel, der zu den Ergebnissen verweist, aber auch zum ersten der Videos von Franz "Kasti" Kastenberger. Schau einmal vorbei auf  http://lampis.net

Anmerkung der Redaktion zum letzten Absatz: Da bedanken wir uns ein wenig beschämt, gleichwohl hoch erfreut über soviel Ehr’ und Anerkennung!

"Norddeutsche" waren ausrichtendem NLV keine Zeile wert

(Celle/Hannover/Krefeld, 21. Juni 2014) Wer fühlt sich eigentlich für was zuständig, wenn es für eine übergeordnete Senioren-Meisterschaft, in dem Falle die „Norddeutschen“ am 14./15. Juni in Celle, keinen eigenen Verband gibt? Liefern wir die Antwort gleich mit: Offenbar niemand! Dennoch sollte die Sprachregelung relativ simpel sein: der ausrichtende Landesverband, hier der NLV mit Sitz in Hannover. Auf seiner Netzseite waren ihm die von 513 Senioren/innen bei rund 1.000 Starts sehr gut frequentierten zweitägigen Titelkämpfe keine Zeile wert. Stattdessen kann der bass erstaunte Betrachter unter dem 20. Juni als Aufmacher der Startseite in einem "Riesenschinken" lesen, dass die Jugend von Bad Harzburg bei der Sommerlaufserie ihren Heimvorteil genutzt habe. Toll. Es sei ihnen von Herzen gegönnt. Beides. Der Erfolg und die arg überzogene veröffentlichte Wahrnehmung. Aber die „ewigen Talente“, die ihre zweithöchste nationale Meisterschaft austrugen, völlig unter den Tisch zu kehren, ist ganz schlechter Stil. Verständlich, dass sich einige Betroffene darüber beklagt haben. Zunächst ohne eine Reaktion zu erhalten beim eigenen, letztlich ausrichtenden Niedersächsischen Landesverband (NLV), dann bei uns als Robin Hood der allzu häufig gering geschätzten Ü-30-Generation.
Jedenfalls haben wir uns gekümmert. Manchmal hilft es ja, wie viele Beispiele gelehrt haben und auf „Zuruf“ von uns dann doch noch reagiert worden ist. Das hindert uns freilich nicht daran, so oder so die virtuelle Schlafmütze zu verleihen. Auf das nebenstehende Bild dazu muss sicherlich nicht extra verwiesen werden.