Lang, lang ist's her: Heute vor 31 Jahren fiel die Berliner Mauer

(Berlin/Krefeld, 09. November 2020) Lang, lang ist’s her! Heute vor 31 Jahren fiel die Berliner Mauer. Die friedliche Revolution von Hundertausenden ehemaligen DDR-Bürgern und – obwohl sich in der Hinsicht die Geister scheiden –  eine Fehlinterpretation zu neuen, erleichterten Reisevorschriften ebneten den Weg. Jenes geschichtsträchtige Missverständnis ist vermeintlich DDR-Politbüromitglied Günter Schabowski zu verdanken, dem während der Live-Übertragung im DDR-Fernsehen ein Zettel gereicht wurde, den er auf die Schnelle wohl in den falschen Hals bekam. Ein paar andere Dinge spielten allerdings auch noch eine Rolle.
Sei's drum: Kaum ein Jahr später erfolgte die Wiedervereinigung von Ost und West. Es wurde zusammengeführt, was schließlich erst durch den 2.Weltkrieg auseinanderdividiert worden ist. Nicht allen zum Gefallen hüben wie drüben. Ein bisschen Verschnitt ist halt immer und überall.

Nicht mal eine Notiz in der Rubrik Kalenderblatt wert

Nun gut, kein rundes Jubiläum und inzwischen Alltag. Aber den meisten Print- und Onlinemedien war es nicht mal eine Notiz in der Rubrik Kalenderblatt mit „Heute vor …“ wert. Das alles beherrschende Thema ist derzeit, sogar Corona überlagernd, dass der störrische, renitente und beratungsresistente abgewählte US-Präsident Donald Trump partout seine Niederlage nicht eingestehen will. Er schmollt, fährt jeden Tag mit einem Riesentross von Personenschützern zum Golfplatz und schwingt den Schläger, tobt sich mit irgendwelchem Unfug allenfalls auf seiner rhetorischen Lieblingsspielwiese „Twitter“ aus. Dabei hat er bis zur Vereidigung  seines Nachfolgers „Joe“ Biden am 20.Januar 2021 noch die Amtsgeschäfte wahrzunehmen. Er sollte wegen Arbeitsverweigerung von der Gehaltsliste gestrichen und aus dem Weißen Haus gejagt werden, der 2,5-fache Milliardär.

Manche Senioren-DM wäre ohne die „neuen“ Bundesländer ausgefallen

Selbstverständlich ist es müßig, zu diesem „krummen“ Jubeltag Geschichtsbewältigung zu betreiben, die eh bei Historikern besser aufgehoben ist. Doch erinnern sollte man schon daran. Denn gerade in der Senioren-Leichtathletik wäre ohne die längst nicht mehr neuen Bundesländer so manche deutsche Meisterschaft ausgefallen. Zuletzt die Hallen- und Winterwurf-DM 2020, bei der Erfurt einmal mehr die Feuerwehr gab.
Und nicht allein dafür ein schlichtes „Dankeschön“ von LAMPIS, der einzig wahren und hartnäckigen öffentlichen Interessenvertretung der Ü30-Generation!

Heute ist Weltspartag: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!

(Krefeld und die weite Welt, 30. Oktober 2020) Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert. Abgewandelter neuzeitlicher alter Spruch aus Volkes Mund mit Pfennig und Mark. Oder: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not! Aus gegebenem Anlass. Denn heute ist Weltspartag, der 1924 in Mailand aus der Taufe gehoben worden ist. Aber wie legt unsereins heutzutage bei von einigen Banken und Sparkassen bereits verhängten Negativzinsen auf Sparguthaben sein sauer verdientes Geld oder das was von der in Jahrzehnten buchstäblich erarbeiten Rente/Pension noch übrigbleibt einigermaßen gewinnbringend an? Keine Bange, ich mache jetzt in Geschäftsführung ohne Auftrag nicht den Finanzberater. Das überlasse ich den gut bezahlten Köpfen, die sich tagtäglich dieselben mit dieser Materie von vielen Unbekannten zerbrechen. Allerdings: Wer hat, der sollte Überhänge nicht auf die hohe Kante legen oder im Sparstrumpf unter der Matratze bunkern. Das erlaubt zwar in finanziellen Schieflagen den schnellen Zugriff, bringt jedoch mittel- bis langfristig gesehen keinerlei Rendite.

Dicken Erträge gehören der Vergangenheit an

Experten raten zunächst einmal getreu der Devise „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ an den vielen Segnungen des prallen Lebens teilzunehmen. Das ist freilich in besch… Zeiten wie diesen der sich geradezu explosionsartig noch weiter ausbreitenden Corona-Katastrophe ein allzu frommer Ratschlag. Alsbald, ab 02.November, werden erst mal Restaurants, Kneipen, Theater, Opern, Kinos, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Sportstätten und so weiter (Bordelle wollte ich in den Zusammenhang nicht nennen, ist nun doch raus) für vier Wochen geschlossen, touristische Übernachtungen werden untersagt. Wohin also mit den zur Verfügung stehenden baren Mitteln? Ganz zu schweigen von den fehlenden sozialen Kontakten und der emotionalen Verarmung!
Halt, das soll ja kein Beitrag zur neuen Geißel der Menschheit werden, die uns alle mal wieder in – leider notwendige – Geiselhaft nimmt, so lange bei Verbohrten und Ignoranten nicht der Groschen fällt. Und sei es pfennigweise. Für die sich aus den genannten Gründen zwangsläufig ergebenden weiteren Zugewinne einfach den Anlageberater des eigenen Vertrauens befragen. Es gibt schon noch ein paar Möglichkeiten, Gelder gewinnbringend anzulegen. Die ganz dicken Erträge gehören indes ebenso der Vergangenheit an wie Habenzinsen auf Sparguthaben.

Mitgründer Dieter Massin und die LG Ahlen feiern 50-jähriges Jubiläum

(Ahlen/Krefeld, 22. August 2020) Wenn Dieter Massin und seine ihm angetraute Herzdame Mechthild (beide im Bild) aus Ahlen in Westfalen etwas auf die Beine stellen, dann hat das – um im Sprachbild zu bleiben – Kopf, Hand und Fuß. Nicht nur bei den fünf längst erwachsenen Kindern. Das umtriebige Ehepaar ließ in der 53.400-Einwohner-Stadt im Münsterland und weit darüber hinaus bis ins Baltikum schon so manches Projekt vom Stapel laufen. Diesmal aus gewichtigem Grund: Die vom passionierten Leichtathleten Dieter Massin, der auf diesem Gebiet hinauf bis zum Präsidenten des europäischen Senioren-Dachverbandes praktisch alle Weihen durchlaufen hat, 1970 mitgegründete LG Ahlen feierte in diesen Tagen ihr 50-jähriges Jubiläum. Dem widmete die „Westfälischen Nachrichten“ im Lokalsport eine ganze Seite mit vier historischen und einem aktuellen Foto. Davon abgesehen, können wir allein vom inhaltlichen Umfang eingedenk einer prallgefüllten fünfzigjährigen Geschichte nicht mithalten.

Bei der ersten „gemischten Raubtiergruppe“ war der Autor mittendrin

Allerdings mit dem von etlichen damaligen Weltstars unterschriebenen Plakat des Internationalen Abendsportfestes vom 03.September 1976 nach den Olympischen Spielen in Montreal schon. Denn da hatte ich als kugelstoßender Sportjournalist in meiner besten Saison auf der Jagd nach der 17-Meter-Marke das außerordentliche Vergnügen vor 4.000 Zuschauern nicht nur dabei, sondern mittendrin zu sein. Dazu einer Premiere. Denn von Dieter Massin in Szene gesetzt und in der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) nicht vorgesehen, war es weit vor der Zeit die Geburtsstunde „einer gemischten Raubtiergruppe“ von Männlein und Weiblein im selben Wettkampf. Da durfte ich dann bei einer geforderten Mindestleistung von 16,50 Meter als eine Art Pausenfüller neben so Größen wie Al Feuerbach, Mark McWilkins (beide USA), Eva Willms und Beatrix Philipp (beide LAC Quelle Fürth) ans Werk gehen. Noch der guten Ordnung halber: Beflügelt hat es mich nicht, die klebrige Brause, die das verspricht, da auch noch nicht erfunden. Die 17 Meter sind nicht gefallen.

Insgesamt 25 Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Ahlen

Dieses mit Olympiasiegern und Weltrekordlern nur so gespickte abendliche Meeting war fraglos das absolute Glanzlicht auf dem Veranstaltungssektor, allerdings beileibe nicht das einzige. Mit der Eröffnung des Sportparks Nord 1982 kam die erste Deutsche Meisterschaft in der Leichtathletik nach Ahlen, der in verschiedenen Bereichen, auch der Senioren und DAMM, noch 24 zu einem weiteren Jubiläum von 25 (in Worten: Fünfundzwanzig) folgen sollten. Das ist auf diesem Sektor vermutlich Deutscher Rekord. Oder bietet jemand mehr? Unvergessen auch nach den Teil- Boykotts der beiden Olympischen Spielen 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles der Mehrkampf-Länderkampf Deutschland gegen die damalige Sowjetunion im Olympiajahr 1984. Fürwahr ein sporthistorischer Moment. Nicht zu vergessen, dass in Ahlen der Jedermann-Zehnkampf und dazu das Maskottchen Deumel, ein Mammut, aus der Taufe gehoben wurden. Und, und, und... Noch mehr Details würden diesen Rahmen sprengen.  

Eine Ausstellung zum Jubiläum

Aber zum eigentlichen Geschehen: Aus besagtem geschichtsträchtigen Anlass haben die Massins eine Ausstellung ins Leben gerufen, die ab morgen im Ahlener Kulturkeller mit vielen Eckpfeilern und Dokumenten aus einem halben Jahrhundert LGA ihren Türen öffnet. Obwohl ich es jetzt auf blauen Dunst hin empfehle – wer Zeit und Gelegenheit hat, sollte sich das anschauen. Zumal die beiden Zeitzeugen als amüsante Plauderer vor Ort sein werden, für Gespräche und Erläuterungen zur Verfügung stehen.

Niederländer boten in vielerlei Hinsicht ein Leuchtturmprojekt

(Utrecht/Krefeld, 02. September 2020) Mit der plakativen Formulierung „Andere Mütter haben auch hübsche Töchter“, machten wir ganz bewusst den Wink mit dem Zaunpfahl, dass nicht nur der von uns so benannte, extrem eingebildete Deutsche Leuchtturm-Verband (DLV) mit seiner angeblich weltweiten Strahlkraft in Zeiten wie diesen von Corona nationale Titelkämpfe seiner vermeintlichen Elite kann. Einige andere europäische Länder konnten und können das auch. Eben zuletzt am vergangenen Wochenende unsere westlichen Nachbarn der Niederlande mit ihren „Kampioenschappen“ in Utrecht. Zeit- und Augenzeugen berichten übereinstimmend von in jeglicher Beziehung toporganisierten Meisterschaften auf hervorragend präparierten Anlagen, garniert von etlichen Klasseleistungen. Da strahlte selbst Wettergott „Petrus“ vom Himmel herunter.  

Ein Live-Stream zum Aussuchen nach Interessenlage

Aber das nur mal als Vorlauf zu unserem eigentlichen Thema in diesem Zusammenhang. Die „Oranjes“ legten einen blitzsauberen Internet-Auftritt beim so genannten Live-Stream hin, von dem die Verblendeten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (so heißt er wirklich; Kürzel identisch) um Cheik-Idriss Gonschinska und Jürgen Kessing in Darmstadt nicht einmal zu träumen wagen. Denn bei parallel laufenden Wettbewerben, und davon gab es einige, konnte der geneigte Betrachter nach seiner Interessenlage selber die Disziplin auswählen. Entweder sich die gesamte Konkurrenz bei technischen Wettbewerben vom ersten bis zum letzten Durchgang anschauen oder halt beliebig hin- und herspringen.
Was nun mich betrifft, habe ich mir aus alter, über rund vier Jahrzehnte gewachsener Verbundenheit zu meinem niederländischen Sportkameraden Peter Holthuijsen, dem Gründervater von LAMPIS, den Hammerwurf der Frauen angeschaut, bei dem seine 24-jährige Tochter Sina Mai, die ich kenne, als sie noch im Kinderwagen spazieren gefahren wurde, mit guten Medaillenchancen im Einsatz war (wir berichteten zweimal). Und zwar alle 57 Versuche der elfköpfigen Konkurrenz.

Dazu ließen Transparenz und Überblick keine Wünsche offen

Feldmarkierungen im Radiusverlauf bei 45, 55 und 65 Metern gaben schon mal einen ersten Anhaltspunkt bei der Landung des Geräts. Nach jedem Messvorgang wurde die jeweils aktuelle Weite der Werferin in Fortschreibung eingeblendet, dazu nach Abschluss des Durchganges der Gesamtstand mit Platzierung und bisheriger Tagesbestweite. Mehr Transparenz, Über- und Durchblick geht nicht. Deshalb war für mich auch die zwangsläufig in niederländischer Sprache, von der ich nur ein paar Brocken beherrsche, abgehaltene Kommentierung verzichtbar. Ob das gesprochene Wort mit der ins Bild gesetzten Qualität mitzuhalten vermochte, vermag ich ergo nicht zu beurteilen.
Das ist aber auch nicht „belangrijke“ oder zu gut Deutsch wichtig. Es war anders als hierzulande auch so ein Genuss ohne Reue. Obendrein verbreitete der „Leuchtturm“ meines Vertrauens, dem ich beide Daumen gedrückt habe, mit Bronze den erhofften edelmetallenen Lichterglanz.

ZDF-Moderator Norbert König setzte im Interview feine Nadelstiche

Kommentar

Fern(ge)sehen

(Braunschweig/Bonn/Krefeld, 10. August 2020)
Moderator Norbert König hatte im Interview mit der Chef-Bundestrainerin Annett Stein die „Top-Stars-go-West"-Orientierung einiger Athletinnen im Kontext ihres Startverzichts bei der DM in Braunschweig problematisiert (dafür schon mal ein Lob!). Immerhin war Gina Lückenkemper wenige Tage zuvor in Finnland gestartet, und Konstanze Klosterhalfen wird kommenden Freitag dem Ruf des Geldes folgend bei der Diamond League in Monaco antreten.
 
Cheftrainerin Annett Stein antwortete mit Allgemeinplätzen

Die Antwort der Cheftrainerin (zu sehen ZDF-Mediathek ab 2:04:05 Std.) kennzeichnet wie unter einem Brennglas die ganze desolate Führungsstruktur innerhalb des DLV. Kurz zusammengefasst: Wir leben halt in einer globalisierten Welt, deshalb ist es durchaus legitim, sich mal anders zu orientieren, dies gibt es ja auch in anderen Berufen (!), dass man sich woanders neue Inputs holt und andere Kulturen kennenlernt. Dafür muss man Verständnis haben.
Muss man? Wir lernen daraus: Ausgerechnet am 8. und 9.August 2020, dem nationalen Leichtathletik-Höhepunkt des Jahres, orientieren sich die Athletinnen Klosterhalfen, Lückenkemper, Pinto neu, lernen andere Kulturen kennen und holen sich Inputs.

Kein Lob für die getreue Malaika Mihambo

Hallo DLV, hallo Frau Stein: Im DLV-Anglizismus-Sprachgebrauch nennt sich so etwas Appeasment! Das bedeutet nichts anderes als konturlos beschwichtigend, aber mit viel Ablenkungsanglizismen garniert, einer Entwicklung hinterher zu rennen, die zwar für falsch gehalten wird, der man aber auch nichts wirklich entgegen setzen will.
Wenn sich die Dame schon keiner klaren Worte bedienen wollte, so hätte sie zumindest die unmittelbar neben ihr stehende Malaika Mihambo öffentlich besonders loben können, die – wohl wissend, dass keine Glanzleistung möglich war – dennoch dem Verband treu blieb, startete und sich nicht feige verdrückte.