Verein Deutsche Sprache geißelte kulturelle Selbstverleugnung des DLV

(Dortmund/Krefeld, 19. März 2015) Da Eigenlob bekanntlich stinkt, übernehme ich als langjähriger Kollege aus ehemaligen gemeinsamen Zeiten bei der Rheinischen Post in Krefeld diesen Part. Als Freier Sportjournalist hat Axel Hermanns insbesondere bei der Eishockey-Berichterstattung für viele renommierte Tageszeitungen querbeet durch die Republik, den „Kicker“, „Sportkurier“, für Nachrichten-Agenturen, Funk und Fernsehen gearbeitet, war Co-Autor mehrerer Eishockey-Bücher. Die Affinität und nicht zuletzt das Fachwissen für die schnellste Mannschaftssportart der Welt erklärt sich dadurch, dass er selber als Schüler und Jugendlicher für den ursprünglichen Krefelder EV von 1936 die Schlittschuhe geschnürt hat. Den über 55 Jahre alten Spieler-Pass hütet er wie ein Kleinod.  Aber selbst als alter Fahrensmann in Sachen Sportjournalismus hat der bekennende Kugelstoßer es als eine Art medialen Ritterschlag empfunden, dass ein Beitrag von ihm in der neuesten Ausgabe der Sprachnachrichten vom Verein Deutsche Sprache in der Rubrik Denglish unter dem Titel Für eine Handvoll Dollar publiziert wurde, angereichert durch ein mehrspaltiges Farbfoto, das Ariane Friedrich, Robert Harting und Verena Sailer im verpönten GERMANY-Trikot zeigt. Vergessen wir dabei nicht, dass die Weichen durch EMA-/EVAA-Ehrenpräsident Dieter Massin als VDS-Mitglied, in diesem Falle Verein Deutsche Sprache und nicht Verband Deutscher Sportjournalisten, dem Hermanns angehört, gestellt wurden. Nachfolgend der Text dazu: 
Ein durch den bedruckten und digitalen Blätterwald transportierter Aufschrei der Empörung ging 2012 durch unser einig Vaterland. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte sich – vermutlich dem Diktat seines US-amerikanischen Ausrüstungssponsors folgend – tatsächlich als einzige Dachorganisation des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in einem Akt der „kulturellen Selbstverleugnung“ erdreistet, seine Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen 2012 in London mit dem Schriftzug GERMANY statt Deutschland auflaufen zu lassen. Und das in Verbindung sowie unmittelbare Nähe zum Hoheitszeichen, dem Bundesadler, der nun plötzlich über Germany „kreisen“ durfte. Aber dieses Thema verschwand so schnell aus den Schlagzeilen, wie es da hinein geschwappt war. Getreu dem richtigen Leben bei wirklichen Geißeln der Menschheit wie HIV, Rinderseuche, Vogelgrippe, Ebola und was sonst noch alles. Gerade so, als würde es das nicht mehr geben.
Dabei trat der DLV völlig ungerührt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2013 in Moskau (Russland) und den –Europameisterschaften 2014 in Zürich (Schweiz) in der Außendarstellung weiterhin als GERMANY auf den Plan. Und wird dies dem Vernehmen nach für die Dauer des bis 2016 reichenden Olympiazyklus’ tun. Denn solange läuft bestimmt nicht nur für eine Handvoll Dollar der Vertrag mit dem finanzkräftigen Vermarkter aus den USA. Ein handfester Skandal ist, dass das Bundesministerium des Innern (BMI) diesem schändlichen Treiben tatenlos zusieht und darauf verweist, dass die Sportverbände in ihren Handlungen autark seien. Wo bleibt da die gesellschaftspolitische Verantwortung des Staates?
Die Leichtathletik-Senioren/innen, die mitgliederstärkste Fraktion im DLV, geben sich damit jedoch nicht zufrieden. Sie wollen bei internationalen Starts nicht in ein Trikot mit der Aufschrift GERMANY gezwungen werden, hoben Sengida (= Senioren gegen Internationalisierung der Altersklassentrikots) aus der Taufe und wehren sich mit allen zu Gebote stehenden Mitteln. Indirekt haben sie einen höchst prominenten Fürsprecher. Wenngleich in anderem Zusammenhang sagte unlängst Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich einer Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin: „Wir alle sind Deutschland!“
Wer wollte dem ernsthaft widersprechen?!

Wagner klagt: "DLV schweigt und sitzt das Problem aus!"

(Melsungen, 15. März 2015) Fortsetzung von gestern, dritter und folglich letzter Teil der Trilogie.
Auch Mädchen gefährden permanent ihre Gesundheit, wenn sie appetitzügelnde Hormone zu sich nehmen, um sich im Aussehen einem Model anzupassen. Dies kann zu Aggressionen bis hin zu Wahnvorstellungen führen. Abschreckend wirkt auch der Hinweis, dass Mädchen und Frauen bei der Einnahme von Anabolika männlicher werden. Dabei können sich ihre Busen zurückbilden und die Haare bis zur Glatze ausfallen. Wenn dann noch mein Hinweis kommt, dass Barthaare wachsen und auch der Kehlkopf, so dass sie eine tiefe Stimme bekommen, gibt es von allen Zuhörern Kopfschütteln und nur abfällige Bemerkungen.

Haarsträubende Untersuchungsergebnisse

Dass aber Jugendliche sehr stark gefährdet sind, beweist das Ergebnis folgender Untersuchung, wo ihnen folgende zwei Fragen gestellt worden sind:
1.) Ich gebe dir eine die Leistung steigernde Substanz, die auf der Dopingliste steht und verspreche dir viele Siege. Außerdem garantiere ich dir, dass du nicht entdeckt wirst. Würdest du diese Substanz einnehmen?
98 Prozent der Jugendlichen antworteten mit „Ja“.

Noch interessanter ist das Ergebnis der zweiten Frage:
2.) Ich biete dir ein leistungssteigerndes Präparat an, das ebenfalls auf der Dopingliste steht, und du wirst in den nächsten fünf Jahren alle Wettkämpfe gewinnen. Allerdings wirst du mit etwa 30 Jahren an den Nebenwirkungen dieser Substanz sterben. Würdest du trotzdem diese Substanz einnehmen?
Mehr als 50 Prozent sagten „Ja“!

Keine Aufklärung über die Risiken

Als ich an den Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften teilnahm, wurde ich nie gewissenhaft über die Risiken und Nebenwirkungen von Doping informiert und schon gar nicht aufgeklärt. Wenn man danach fragte, wurde alles verharmlost oder ganz verschwiegen. Heute sind sich die Doper darüber im Klaren, dass sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit irreparable Schäden davontragen werden. Sie nehmen bewusst in Kauf, dass sie am Ende ihrer Karriere einen teilweise zerstörten Körper haben und einige der durch Nebenwirkungen entstandenen Beeinträchtigungen unter Umständen bis zum – frühzeitiger herbei geführten – Lebensende fortbestehen. Manchmal kommt es noch Jahre später zu schweren gesundheitlichen Folgeschäden. Aber Dopingsünder lassen sich nicht belehren. Sie sind nicht
einsichtig, weil sie der Meinung sind, sie wären den Dopingfahndern mindestens einen Schritt voraus. So kommt es vor, dass erst zehn Jahre später, wenn die alten Proben erneut auf Doping untersucht werden, positive Ergebnisse herauskommen. Der Athlet wird dann disqualifiziert und der nächste rückt nach. Aber der wurde damals nicht kontrolliert.
Es wäre zu begrüßen, dass eine wissenschaftliche Studie über die Doping-Opfer in der damaligen Bundesrepublik Deutschland (BRD) erstellt wird. Allein in meinem Bekanntenkreis sind viele Athleten an Krebs oder Herzleiden erkrankt oder bereits an dieser heimtückischen Krankheit sowie an plötzlichem Herzversagen verstorben.
Als Prof. Helmut Digel, der frühere DLV-Präsident, auf die Sportsysteme der DDR und der BRD angesprochen wurde, antwortete er zutreffend: “In der DDR wurde systematisch und menschenverachtend gedopt, in der Bundesrepublik war es menschenverachtend.”

Allgemeiner Appell zur Aufarbeitung 

Ich appelliere an meine Kollegen von damals, von denen ich weiß, dass sie gedopt oder von der Dopingproblematik gewusst haben, dass sie endlich die Wahrheit sagen und zu der Dopingvergangenheit stehen. Wir müssen diese Dopingvergangenheit in der BRD aufarbeiten und unsere Kinder und Enkel davor warnen. Gebt endlich zu, dass gelogen, betrogen, manipuliert und geschwiegen wurde! Auch die Politiker und Funktionäre könnten zur Aufklärung der bundesdeutschen Dopingvergangenheit beitragen. Vor allem Professor Dr. Armin Klümper.
Aber selbst nach meinen Interviews im Fernsehen und in vielen Presseorganen gab es  keine Reaktion vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Die Zeiten haben sich nicht verändert. Wie schon vor 35 Jahren ist Schweigen angesagt und damit auch ein Aussitzen dieses Problems. Dort wird einfach gewartet, bis sich die Empörung in der Öffentlichkeit gelegt hat und Gras über die Sache gewachsen ist.

 

Ex-Diskuswerfer Alwin J. Wagner: "Warum ich in Sachen Doping an die Öffentlichkeit ging und auch in Zukunft nicht schweigen werde?!"

 

(Melsungen, 13. März 2015) Manchmal stellt sich mir die Frage, was uns die Studie zur Aufarbeitung der westdeutschen Doping-Geschichte, die 2013 von der Humboldt-Universität Berlin veröffentlicht wurde, gebracht hat. Was als eine riesige Welle hereinzubrechen drohte, verlor schnell an Dynamik und wurde zum Rinnsal. Die Funktionäre und auch die Politiker warteten bis die Empörung in der Öffentlichkeit sich gelegt hatte und Gras über die Sache gewachsen war.
Ich kann mir gut vorstellen, dass auch mein letzter Beitrag zum Freiburger Doping-Sumpf mit der Frage „In welchem Umfang Sportärzte aus Freiburg in Doping von Spitzensportlern verwickelt waren“ ebenfalls so enden wird. Bei uns in Westdeutschland existierte vor der Wiedervereinigung ein umfassendes Dopingsystem, das von Sportärzten betrieben, von Funktionären des DLV gedeckt und vom Staat sogar gefördert wurde. Weil bei uns „ein Kartell des Schweigens“ herrschte, konnten Politiker, Verbandsfunktionäre, Trainer und Sportler die dunklen Seiten der eigenen Vergangenheit weitgehend verborgen halten. Noch heute fehlt den meisten das Interesse, diese Vergangenheit aufzuklären.

Erstmals 1980 zu Dopingproblem geäußert

Bereits
1980 hatte ich auf das Doping-Problem der DLV-Leichtathleten in den Medien aufmerksam gemacht. Nachdem der damalige DLV-Präsident Prof. Dr. August Kirsch nicht mit mir darüber sprechen wollte und mir beim Treffen der Kader-Athleten das Wort verbot, schrieb ich einen Brief an das Nationale Olympische Komitee (NOK) und schickte an den Vorsitzenden der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Josef Neckermann, eine Kopie. Ich erhielt von beiden nie eine Antwort und war mir von da an sicher, dass alle im selben Boot saßen und mit den Athleten in die gleiche Richtung ruderten. Später reichte ich eine Kopie dieses Briefes an die Bild-Zeitung weiter, die einen Auszug davon veröffentlichte. Aber es gab keine Reaktion vom Verband, vom NOK und schon gar nicht von politischer Seite.
In den folgenden Jahren biss ich weiter auf Granit. Denn die medaillenhungrigen Politiker und Funktionäre wollten im Kalten Krieg unbedingt mit der DDR mithalten, was ohne Doping nicht zu schaffen war. Erst 1990 schien sich in Sachen Dopingbekämpfung im deutschen Hochleistungssport etwas zu bewegen. Der deutsche Sport war nämlich wegen der Dopingproblematik und seiner rücksichtslosen Medizinerins Gerede gekommen und lief Gefahr, in seinem Ansehen Schaden zu nehmen. Als Zeuge sagte ich fast vier Stunden vor Prof. Dr. Heinrich Reiter, dem Präsidenten des Bundessozialgerichts, zu den Dopingpraktiken der deutschen Diskuswerfer aus. Meine Aussagen gegen Prof. Dr. Armin Klümper aus Freiburg und den Bundestrainer Karl-Heinz Steinmetz wurden protokolliert, und ich konnte alles mit meinen Unterlagen belegen. Am Ende blieb alles beim Alten. Doping belastete Trainer aus Ost und West wurden neu eingestellt sowie alte Verträge verlängert. Für die Sportler sollte eine Generalamnestie erfolgen und Dopingvergehen vor einem einheitlichen Stichtag nicht mehr verfolgt werden.

Offizielle des DLV hüllten sich in Schweigen

Als die ehemalige Diskuswerferin Brigitte Berendonk ihr Buch unter dem Titel „Doping-Dokumente – Von der Forschung zum Betrug“ veröffentlichte, in dem ihr Ehemann Werner Franke, Professor für Zell- und Molekularbiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, als absoluter Experte in Sachen Dopingbekämpfung mit seinen Quellen wesentlich dazu beitrug, dass Licht in den deutschen Dopingsumpf kam, wurde das lediglich zur Kenntnis genommen. Auch ich hatte für dieses Buch Informationen geliefert, wurde aber nie vom DLV diesbezüglich angehört. Im Gegenteil, der damalige Rechtswart warnte mich vor weiteren öffentlichen Äußerungen. Als ich ihm in einem fünfseitigen Brief mitteilte, dass ich weiteres belastendes Material gegen den DLV und seine Trainer besitze, ließ der DLV-Rechtswart nichts mehr von sich hören.
Professor Gerhard Treutlein aus Heidelberg und Andreas Singler aus Mainz publizierten nach intensiven Recherchen im Jahr 2000 das Buch „Doping im Spitzensport“ und deckten weitere Doping-Praktiken im Westen auf. Auch für dieses Buch stellte ich Informationsmaterial zur Verfügung. Aber erneut blieben Reaktionen aus dem Bundesinnenministerium und vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) aus. Von den Athleten sprach niemand in der Öffentlichkeit über die Doping-Problematik. Allenfalls untereinander wurde darüber gefachsimpelt, wer was und wieviel er einnimmt. Aber wenn jemand wie ich die Presse darüber informierte, wurde ich als „Nestbeschmutzer“ tituliert und von den anderen Aktiven in einem Öffentlichen Brief geächtet. Und wenn sich einmal ein Athlet zu der Dopingproblematik äußerte, dann war es lange nach seiner aktiven Laufbahn (zum Beispiel Ralf Reichenbach, Hein-Direck Neu oder auch Udo Beyer, nicht zu verwechseln mit Uwe Beyer). – Wird fortgesetzt! 

Doping: Wagner-Festspiele der etwas anderen Art zweiter Akt

(Melsungen, 14. März 2015) Nachdem ich öffentlich zugab, dass der damalige Bundestrainer Karlheinz Steinmetz mir zum Anabolika-Doping geraten hatte und mir selbst die Tabletten besorgte, dementierte er diese Anschuldigung und ging gerichtlich gegen mich vor. Weil die DLV-Diskus-Kaderathleten, die ich als Zeugen benannte, keine Aussage machten, verlor ich einige Prozesse. Zu meiner Überraschung äußerte sich im Sommer 2013 der sechsfache deutsche Diskuswurfmeister Hein-Direck Neu (Wiesbaden) und räumte in einem Presse-Interview ein, dass er mit Steinmetz regelmäßig zu Professor Klümper nach Freiburg gefahren sei, wo er reichlich mit Dopingspritzen und Tabletten versorgt wurde. Er hätte sich gewundert, dass die Krankenkasse das alles bezahlte. Aber dieses Geständnis kam für mich leider 30 Jahre zu spät.

Steinmetz wurde die Zwielichtigkeit attestiert

Obwohl Karlheinz Steinmetz wegen meiner Aussagen mehrfach vor Gericht ging und Einstweilige Verfügungen zunächst durchsetzen konnte, weil meine Zeugen plötzlich nicht mehr Zeugen sein wollten, unterlag er später sowohl gegen mich als auch gegen Brigitte Berendonk. Das Landgericht führte aus, dass Berendonk den Nachweis der Richtigkeit der von ihr publizierten Behauptungen erbracht habe. Steinmetz hatte sämtliche Beschuldigungen von mir, die auch Berendonks Buch „Doping Dokumente – von der Forschung zum Betrug“ nachzulesen waren, ständig als unwahr zurückgewiesen. Das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ berichtete in der Ausgabe vom 28. Dezember 1992 wie folgt: „So verlor Diskuswurf-Bundestrainer Karlheinz Steinmetz nicht nur drei Prozesse in Heidelberg und Kassel, sondern ebenso seinen Posten als Bundestrainer. Obendrein musste er 10.000 DM Schadenersatz an Berendonk und ihren Verlag bezahlen. Nun ermittelt auch noch die Staatsanwaltschaft wegen "Falschaussage vor Gericht". Letztlich musste Steinmetz zugeben, dass er gelogen hatte. Aber er traf verbandsintern auf milde gestimmte Richter. Er wurde von einer unabhängigen Juristen-Kommission, die zur Überprüfung von dopingbelasteten Trainern aus Ost und West eingesetzt war, zur Weiterbeschäftigung empfohlen. Dabei hatte wenige Tage zuvor das Landgericht Heidelberg festgestellt: "Sein gesamtes Verhalten rechtfertigt den Vorwurf ein ,Doping-Experte’ zu sein." Seit einigen Jahren ist er als Trainer in China tätig. Pikanterweise vom damaligen NOK (mittlerweile im DOSB aufgegangen) als Entwicklungshelfer entsandt...


Wer dopt, steht mit einem Bein im Grab“

Ines Geipel, die Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH), sagte der Süddeutschen Zeitung, dass Kader-Athleten mindestens bis zum Jahr 2004 Dopingmittel von ihren offiziellen Trainern bekommen hätten. In Sachen Doping hatte ich in meiner aktiven Zeit schon alles gesagt. In den letzten Jahren meldete ich mich nur noch zu Wort, weil ich als Mahner und Aufklärer tätig sein wollte. Für mich gefährdet Doping nicht nur den Sport, der ohne die Achtung von Regeln seinen Sinn und Reiz verliert. Es widerspricht auch dem Fairplay sowie der Chancengleichheit, weil das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt wird. Obendrein gefährdet Doping vor allem die Gesundheit und damit auch das Leben. Wer sich dopt, der steht heute schon mit einem Bein im Grab.
15 Jahre lang war ich in Hessen als Kadertrainer für das Kugelstoßen und Diskuswerfen verantwortlich. Ich habe meine Athleten immer vor der Einnahme von Dopingmitteln gewarnt. Einmal wurde ich gefragt, welche Menge man einnehmen müsste, um deutscher Meister im Kugelstoßen oder Diskuswerfen zu werden. Ich bin mir sicher, dass dieser Jugendliche alles getan hätte, um einmal im Rampenlicht zu stehen. Ich wies ihn ganz gezielt auf die Nebenwirkungen und Spätfolgen hin. Er hängte seine Kugelstoßschuhe an den berühmten Nagel. In meiner Zeit als HLV-Vizepräsident führte Hessen zu Beginn der neunziger Jahre als einziger Landesverband auf mein Betreiben Doping-Kontrollen bei den Landesmeisterschaften ein und war somit ein Vorreiter für die anderen Landesverbände.
Weil Sport eine außergewöhnliche pädagogische Bedeutung hat, die immer wieder in den Schulen unter Beweis gestellt wird, wies ich in Vorträgen im Leistungskurs Sport sowie vor den Studierenden der hessischen Polizei immer wieder auf die Gefahren des Dopings hin. Nur im Leistungssport müssen junge Menschen fürchten, dass sie bei Dopingkontrollen erwischt werden. Im Breiten- und Freizeitsport gibt es keine Kontrollen. Deshalb muss auch hier auf die gesundheitlichen Risiken und etwaige Spätfolgen aufmerksam gemacht werden.

Mahner und Aufklärer in Sachen Doping


Ich weiß, dass viele Jungen einen muskulösen Körper besitzen möchten und deshalb ihre Muskeln aufpumpen. Obwohl der illegale Handel gegen das Arzneimittelgesetz verstößt und eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren nach sich zieht, lassen sich viele Jugendliche nicht davon abschrecken und besorgen sich anabole Steroide und selbst Wachstumshormone. Genaue Zahlen über die jungen Anabolika-Konsumenten gibt es nicht. Aber Fachleute schätzen, dass jeder zehnte jugendliche Kraftsportler zu Pillen und Spritzen greift und sich kaum um die Risiken schert. Mein Hinweis, dass ein schneller Muskelaufbau mit Anabolika bei den Jungen dazu führen kann, dass sie nicht mehr weiter wachsen oder ihre Hoden sich zurückbilden und sich Brüste ausprägen, versetzt manchen Zuhörer in Schrecken. Wenn ich dann noch ausführe, dassAkne, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Leber- und Nierenschäden drohen, habe ich viele überzeugt, die mit den Gedanken spielten, Anabolika auszuprobieren. - Wird mit dem dritten und letzten Akt fortgesetzt!

Unerträgliche Inkonsequenz des DLV bei Internationalisierung

(Mainz/Krefeld, 02. März 2015) Also, so langsam bekomme ich die Krise... Zum wiederholten Male: Hat denn bis heute niemand von den Gott begnadeten, quasi vom Himmel gefallenen Funktionären/innen ge- und bemerkt, dass die älteren Herrschaften und fortgeschrittenen Mädels, auch LA-SeniorenInnen genannt, sich gelegentlich einen „Aktiv-Urlaub“ gönnen, verbunden mit einer Teilnahme an einem Freizeitvergnügen, das da fälschlicherweise respektive irrtümlich als Europa- oder Weltmeisterschaft" bezeichnet wird?
Alle miteinander sollten sich doch mal sachkundig machen, was bei einer Internationalen Meisterschaft unterhalb der Seniorenklassen zu beachten ist. Meinerseits gehe ich davon aus, dass es einheitliche Regeln/Bestimmungen gibt/geben muss, um daraus nicht eine Art Volksfest zu machen. Und Fakt ist, dass sich niemand der deutschen Kader-AthletenInnen, die daran teilnehmen, sich selbst gemeldet haben, sich die wahrhaftigen NATIONALTRIKOTS (mit dem Bundesadler auf der Brust) selbst kaufen und obendrein noch die Reise- sowie Veranstaltungskosten aus der Privatschatulle finanzieren mussten.
Ganz im Gegenteil. Der DLV nominiert (!) nach dem Leistungsprinzip und nach einer die Doping-Mentalität fördernden intern überhöht angesetzten und zu erbringenden Qualifikationsleistung die KandidatenInnen. Für die übernimmt er selbstverständlich auch alle anfallenden Ausgaben. Und wer dann Medaillen gewinnt, der/die wird dann noch in harter Währung belohnt. Das ist auch gut so und entspricht den allgemeinen Gepflogenheiten bei hochrangigen Meisterschaften wie Olympischen Spielen. Frage: Hat eigentlich jemals irgendeiner der „Sport-Urlauber“ vom DLV, der ja darauf besteht, dass das Nationaltrikot zur Repräsentation des DEUTSCHEN Leichtathletik Verbandes (DLV) getragen werden soll, nach einer erfolgreichen Medaillenausbeute aus dem DLV-Säckel auch nur einen müden Euro erhalten? Auch hier schon die Antwort: Im Gegenteil. Vielmehr wird man(n)/frau „genötigt“ mit dem Hinweis (oder ist das eine Drohung?), dass künftig – bei den inzwischen vielen Kollektionen von Trikots mit Deutschland – ein Leibchen  mit dem Schriftzug GERMANY zu tragen sei. Ansonsten drohe eine potenzielle Disqualifikation – bei der privaten Teilnahme der sich selber entsendenden Ü-35-Generation! Meinem Eindruck nach befinden wir uns hier in einer vom DLV zelebrierten Zweiklassen-Gesellschaft. Und das ist nicht gut so!
Und noch ein Aspekt: Wenn einige Funktionäre auf die Internationalisierung hinweisen und entsprechende Forderungen stellen, so sollten sie eigentlich auch eine adäquate Anpassung des Eintritts in die neue Altersklasse (AK) vornehmen. Und nicht wie auf einem arabischen Basar und nach Gutdünken die Regeln auslegen. In DEUTSCHLAND - nicht GERMANY -  ist die AK-Zuordnung der Jahrgang, bei WM/EM der Geburts-TAG. Das gilt analog auch bei der Aufstellung von Rekorden. Was für ein Durcheinander dadurch entsteht, das wissen wir ja schon lange. Da liegen deutsche Rekorde dann über den Europa- und Weltrekorden. Aktuelles Beispiel ist Lothar Huchthausen im Kugelstoßen der M80 (siehe Fenster Nachrichten). Hinzu kommt der hausgemachte Unsinn verschiedener Termini, sprich: Bestleistungen nationale, Rekorde internationale Lesart. Ein Wolfgang Ritte oder wer auch immer, kann sehr wohl einen Weltrekord aufstellen, was dem Stabhochspringer schon 41 Mal gelang (Zehnkampf eingerechnet), es handelt sich in der Binnenansicht gleichzeitig jedoch lediglich um eine deutsche Bestleistung. Welchem Außenstehenden soll das plausibel und glaubhaft verklickert werden?
Wie sagte doch dereinst der Lyriker Emanuel Geibel (1815 – 1884): Am deutschen Wesen mag die Welt genesen. Dieser heutzutage als Phrase bezeichnete Ausspruch ist verdammt lange her, geistert aber immer noch in irgendwelchen Betonköppen von eitlen, selbstgefälligen Amtsinhabern herum.