Werfer-Urgestein Hans Röcken vollendet heute sein 75. Lebensjahr

(Plettenberg/Krefeld, 19. November 2015) Wer im November geboren wurde, der setzt sich grundsätzlich dem Verdacht aus, dass seine Eltern an Karneval nicht nur gefeiert haben. Bei Hans Röcken (im Bild) dürfte es indes eher ein Fronturlaub seines Vaters gewesen sein, der das neun Monate später eintreffende Ereignis auslöste. Denn das da noch kleine Hänschen erblickte am 19.November 1940, also während des 2. Weltkrieges, das häufig flackernde Licht der Welt. Es kann indes auch, so es keine Heimgeburt war, ein Kreißsaal eines Krankenhauses gewesen sein. Der dazu gehörige Ort ist uns freilich nicht bekannt. Rein rechnerisch allerdings schon, dass der "Hans Dampf in mehreren Gassen" just heute sein 75. Lebensjahr vollendet.
Den Jubilar in der Werfer-Szene großartig vorzustellen, hieße von außerhalb Sauerländer Korn in seine Heimatgemeinde Plettenberg zu karren. Für die jüngere Generation machen wir es dennoch. Der jetzt noch taufrische 75-Jährige wurde mehrfach Europa- und Weltmeister der Senioren mit Hammer sowie im Gewichtwurf, stellte einige Europa- und Weltrekorde in der M65 auf. Versteht sich nahezu am Rande, dass er auch mehrere nationale Titel einheimsen konnte. Das alles aufzuzählen, würde diesen Rahmen sprengen. Die es interessiert, können dies und vieles mehr auf seiner Netzseite nachlesen.
Aus gesundheitlichen Gründen musste der Wahl-Sauerländer aus der einstigen Zechenstadt Kamp-Lintfort am Niederrhein seinen geliebten Sport vor geraumer Zeit an den Nagel hängen. Der Leichtathletik blieb er jedoch erfreulicherweise als Trainer und Veranstalter von Werfertagen der LG Plettenberg/Herscheid erhalten. Für seine Leistungen und Verdienste wurde Röcken vor einigen Jahren von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit der Sportplakette von NRW ausgezeichnet, der höchsten diesbezüglichen Verleihung des von der Einwohnerzahl her größten deutschen Bundeslandes.
Auch von dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch zum 75ten, lieber Hans!

Ulf Timmermann und Johann Stein feiern heute Geburtstag

(Krefeld/Berlin/Hagen, 01. November 2015) Ob nun purer Zufall oder eine Laune der Natur – es fügt sich, dass zwei bekannte bis sehr prominente Werfer von einst und jetzt an Allerheiligen geboren worden sind: Kugelstoß-Olympiasieger Ulf Bèla Timmermann (*1962) aus Berlin und Drehstoßer Johann Stein (*1951) aus Hagen in Westfalen. Bei allen Vorbehalten, die für Spitzenleistungen von ehemaligen DDR-Athleten durchaus angebracht und bei Timmermann mittlerweile als nachgewiesen anzusehen sind, ist er gleichwohl der bis ins Heute hinein trotz eines Werner Günthör (Schweiz), Tomasz Majewski (Polen) und „Wunderknabe“ David Storl aus Leipzig der herausragende Interpret der klassischen Perry O’Brien-Technik. Zahlreichen Lehrbildreihen dient(e) der einstige Ost-Berliner als leuchtendes Beispiel. Dazu war der Modell-Athlet (1,95m groß, 118 Kilo „leicht“) der erste Mensch der Welt, der am 22. Mai 1988 mit 23,06 Meter die Kugel über die für unüberwindbar gehaltene 23-Meter-Marke stieß. Den Weltrekord überbot 1990 der US-Amerikaner Randy Barnes, ein Drehstoßer, um sechs Zenitmeter auf 23,12 Meter. Diese Marke hat immer noch Bestand. Wobei wir bei aller ansonsten gebotenen Vorsicht in diesem Falle getrost davon ausgehen können, dass sich auch der US-Boy nicht allein von Naturprodukten im biologischen Anbau ernährt hat. Der Olympiasieger von 1996 in Atlanta (USA) wurde gleich zweimal des Dopings überführt und letztlich lebenslänglich gesperrt, ohne dass ihm der Weltrekord aberkannt worden wäre. Timmermanns Europarekord hat ebenfalls Gültigkeit. Da gab es, unabhängig vom fehlenden Nachweis zum Zeitpunkt des Rekords, schon andere Vorgehensweisen.  
Derartigen Vorwürfen sieht sich der für den TV Werther startende Johann Stein (im Bild) selbstverständlich nicht ausgesetzt. Allerdings ist er leistungsmäßig etwas tiefer und vom Alter her höher anzusiedeln. Der Westfale feierte seine größten Erfolge bei den Senioren bis hinauf zu nationalen Titelehren. Das allerdings überwiegend mit dem Diskus, den er in der M60 über 50 Meter beförderte und bei der Senioren-DM 2011 in Minden in einem hochkarätigen Duell mit 51,33m den favorisierten, jedoch hypernervösen Gerd Sieben vom ASC Dortmund auf den Silberrang (50,18m)  verwies.
Wie sein Geburtsjahr unschwer erkennen lässt, wechselt er im nicht mehr sehr fernen 2016 in die Altersklasse M65. Da wird er dann wieder nach diesjähriger Abstinenz im direkten Vergleich auf den unwesentlich jüngeren Wahl-Dortmunder Sieben (*1950) aus Holzwickede bei Unna treffen. 

Trauerredner erschien nach "Weckruf" mit 55-minütiger Verspätung!

(Krefeld/Grevenbroich, 25. September 2015) Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Eine noch mal ganz andere Dimension erfährt es, wenn eine nicht unwesentliche Person zu einer Bestattung zu spät kommt und die rund 100-köpfige Trauergemeinde zwangsweise in den Wartestand versetzt. Sofern es überhaupt einen günstigen Stern gibt, unter dem eine Beisetzung stehen kann, stand die des einstigen Hammerwerfers Alfred Ginzkei (*19.07.1964, † 13.09.2015) gestern auf dem Friedhof in  Grevenbroich-Elsen unter einem denkbar schlechten. Der Trauerredner war nicht pünktlich um 11 Uhr erschienen, musste erst durch das Beerdigungsinstitut telefonisch an den Termin erinnert werden und tauchte darob mit 55-minütiger Verspätung am Ort der Handlung auf.
Wenngleich er sich gefühlte tausendmal mit einer fadenscheinigen Begründung, er stünde unter Medikamenten und hätte nur ein paar Stunden geschlafen, dafür entschuldigte, ist sein ungebührliches Verhalten durch absolut nichts zu rechtfertigen. Nicht vor dem An- und Gedenken an den Verstorbenen und nicht vor der Trauergesellschaft, die, so noch berufstätig, sich nur für einen bestimmten Zeitraum frei genommen hatte. Der Mann hätte eigentlich zur Buße an alle Beteiligten Schmerzensgeld zahlen müssen. Bei aller Unbill war es noch geradezu ein Glücksfall, dass in der Friedhofskapelle nicht um 11.30 und 12 Uhr die nächsten Trauerfeierlichkeiten angesetzt waren.
Beschämend war es zudem, dass aus der Werferszene des näheren geografischen Umfeldes lediglich Ginzkeis Trainingspartner Bernd Liebke, Det Beckers und der Verfasser anwesend waren. Da hätte der stets zuvorkommende, hilfsbereite und freundliche ehemalige Kumpel eine größere Anteilnahme aus diesen Kreisen verdient gehabt. Das ist schließlich keine Frage der sportlichen Klasse des Verstorbenen, sondern seiner Persönlichkeit und des – nicht vorhandenen – Anstandes der allzu vielen Verweigerer.
Aber das muss jeder mit seinem mehr oder weniger strapazierbaren Gewissen ausmachen, falls nicht sehr triftige Gründe für die Abwesenheit vorlagen, dem Toten die letzte Ehre zu erweisen.

Ehre, wem Ehre gebührt: Nunmehr die vierte Auszeichnung dieser Art

(Krefeld/Ahlen, 23. Oktober 2015) Wer rastet, der rostet. Der Spruch könnte von ihm oder für ihn erfunden worden sein. Obwohl er schon sehr bald 75 Jahre (*14.11.1940) reif wird, ist er noch kein bisschen müde, und ein Mann für nicht alle, aber viele Fälle. Dabei lässt er sich halt nicht auf irgendetwas Bestimmtes festlegen. Wobei ihm die Leichtathletik und die Senioren, nicht nur in der einstigen olympischen Kernsportart, besonders am Herzen liegen. Soviel Anlauf darf schon sein, obwohl es die zweite Ortsangabe in der Datumszeile vermutlich längst verraten hat. Richtig getippt - es geht natürlich um Dieter Massin, der vermutlich bekannteste Bürger des rund 53.000 Einwohner zählenden Städtchens im Münsterland am Rande des früheren Kohlenpotts.
Ehre, wem Ehre gebührt, ist noch so ein geflügeltes Wort aus Volkes Mund, das auf ihn zutrifft. Auf der Jahreshauptversammlung des Box-Sport-Klub Ahlen wurde er jüngst zum Ehren-Präsidenten gewählt. Stammbesucher von Lampis mit halbwegs intaktem Langzeit-Gedächtnis werden sich zumindest vage an unsere Berichterstattung Ende November 2014 über die 1. Ahlener Boxnacht erinnern (siehe Link), wo Massin als „Herr im Ring“ fungierte, gekonnt und „schlagfertig“ die Moderation übernahm.
Das allein wird wohl schwerlich den Ausschlag gegeben haben, ist aber in dem noch folgenden Zusammenhang nicht weiter relevant. Neben diversen Ehrennadeln und dem DLV-Ehrenschild ist er noch Ehrenvorsitzender im Kreissportbund Warendorf, Ehrenvorsitzender der LG Ahlen und Ehrenpräsident des kontinentalen Leichtathletik-Senioren-Dachverbandes EVAA (jetzt EMA?). Also erfuhr der Wahl-Westfale die nunmehr vierte hohe Auszeichnung dieser Art. Damit sind freilich längst nicht alle Weihen erschöpft. Noch viel weniger seine mannigfaltigen Aktivitäten, die er nahezu unvermindert und mit großem Engagement vor wie hinter den Kulissen ausübt.
Einmal Strippenzieher, immer Strippenzieher.

Ein geschichtsträchtig höchst negativ und zudem positiv besetztes Datum

(Krefeld/Den Burg/NL, 11. September 2015) Fällt irgendjemanden beim Blick auf das Datum spornstreichs noch etwas ein? Vielleicht ja eher unter „nine eleven“? Genau! Es war jener 11.September 2001, als zwei entführte Verkehrsflugzeuge nacheinander in perfiden Terroranschlägen in die Twin Towers des New Yorker World Trade Centers flogen, eine dritte Maschine auf das Pentagon in Arlington (Virginia) und die vierte, die vermutlich das Regierungsgebäude in Washington D.C. treffen sollte, von todesmutigen Passagieren im Kampf mit den Terroristen in Shanksville (Pennsylvania/jeweils USA) zum Absturz gebracht worden. Alles in allem sind bei diesem terroristischen Massenmord etwa 3.000 Menschen unversehens mitten aus dem Leben gerissen worden. Ganz zu schweigen von dem Leid der Angehörigen, Freunde und Bekannten dieser Personen. Eine ganze Nation in Schockstarre, und ein Großteil der Anteil nehmenden Welt dazu. Den Anflug und Einschlag des zweiten Flugzeuges in „Big Apple“ habe ich damals zufällig live via Fernsehen auf n-tv gesehen. Irreal! Apokalyptisch! Wäre es nicht ein seriöser Nachrichtensender gewesen, hätte ich mich in einem Remake des us-amerikanischen Katastrophenfilms „Airport“ mit Burt Lancaster, Dean Martin und George Kennedy von 1970 gewähnt. Obwohl der gegen die blanke Realität noch geradezu harmlos und natürlich mit Happy End war.

Franz Beckenbauer wir heute Siebzig


Das gleiche Datum hat Jahrzehnte zuvor jedoch für Deutschland eine höchst positive, sporthistorische Bedeutung. Formulieren wir es mal im DLV-Deutsch: A Star was born, den sie später mit dem Attribut „Lichtgestalt“ schmückten. Wo immer er zu abendlicher Stunde auftritt, können die Schweinwerfer ausgeschaltet werden. Gemeint ist Franz Beckerbauer, „The Kaiser“, der Erfinder des Libero beim Fußball, der am 11.September 1945 in München-Giesing geboren wurde, mithin just heute das 70. Lebensjahr vollendet. „Willkommen im Klub!“, kann ich ihm als 44er Spätlese imaginär zurufen.  Der Mann ist in vielerlei Hinsicht eine lebende Legende. Es ist schier unmöglich, seine Lebensleistung nur annähernd zu beleuchten. Deshalb lassen wir es und überlassen dies den garantiert unzähligen Beiträgen in allen denkbaren Medien und bunten Blättern. Sein Bekanntheitsgrad dürfte hier zu Lande nahe 100 Prozent tendieren, vermutlich noch vor Bundeskanzlerin Angela Merkel. Gäbe es ihn nicht, müsste er glatt erfunden werden. Legendär wie er selber seine vielen Sprüche mit Kultstatus. Wer nicht genug von ihm bekommen kann – einfach seinen Namen googeln. Innerhalb von 0,25 Sekunden hat man(n)/frau die Qual der Wahl aus 905.000 Ergebnissen oder Stoff für eine über Monate hinaus füllende Lektüre. Grob geschätzt.

Auf der gemeinsamen Suche nach der Form

Bei aller gebotenen Bescheidenheit, und nicht nur der, bin ich logischerweise Lichtjahre von dieser Lichtgestalt entfernt. Doch immerhin bewege ich mich in zweifacher Hinsicht in (un-)mittelbarer Nachbarschaft zum Datum. Denn am 9.9.99 habe ich mich als Wiederholungstäter zum dritten Mal getraut, und meine legitimierte seitherige Herzdame feiert alle Jahre wieder am 10. September Geburtstag. Diesmal den Sechzigsten. Und da wir eh reif für die Insel waren, gab es zwei triftige Gründe sich auf eine solche zu begeben. Nicht nach Mallorca, das 17., sondern Texel (Niederlande), das gefühlt 18. deutsche Bundesland. Folglich ist an netten Landsleuten in unserem Ferienpark in Den Burg kein Mangel. Allerdings kommt es noch besser. Ohne es vorher abgesprochen zu haben, stößt heute mein langjähriger Sportfreund Ralf Unger (*1947) mit Ehefrau Christine hinzu. Beide im Gegensatz zu uns Neu-Insulanern „alte Texelaner“. Abgesehen von seinen nützlichen touristischen Tipps können Ralf und ich uns auf die gemeinsame Suche nach der verlorenen Form für herbstliche Werfertage machen. Bei ihm ist es zumindest durch eine Schulter-OP erklärbar, bei mir eingedenk guter Zubringerleistungen in Bezug auf Kraft, Sprung und Sprint mehr so ein Rätsel.
Schaun mer mal, würde der Beckenbauer Franz jetzt sagen.