Wenn man(n) schon kein Glück hat, kommt bisweilen noch Pech hinzu

(Zella-Mehlis/Krefeld, 30. August 2016) Wenn man(n) schon kein Glück hat, kommt bisweilen zu allem Überdruss noch Pech hinzu. Davon weiß nun auch Ed-Burke-Bezwinger Hermann Albrecht, seither in Anlehnung an Film-Haudrauf Arnold „Arnie“ Schwarzenegger „Herminator“ genannt, ein garstig Lied zu singen. Der 76-jährige Wurf-Allrounder aus Satteldorf im Nordosten von Baden-Württemberg hatte eine Horror-Anfahrt ins nicht einmal sonderlich weit, 225 Kilometer entfernte Zella-Mehlis in Thüringen hinter sich. Bei Brüllhitze verbrachte er in Höhe Würzburg gefühlte Stunden im Stau. Völlig gerädert kam er auf den vier Rädern seines Wohnmobils am Ort der Handlung der Deutschen Senioren-Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf mit reichlich Verzug an.
Noch dermaßen unter Strom stehend, fand er zunächst nicht in den Schlaf. Irgendwann ist er dann doch aus Übermüdung mehr so in Ohnmacht gefallen, als normal eingeschlafen zu sein. Im Rückblick meinte er, dass es allenfalls vier Stunden gewesen sind. Schlimmer, dass die eminent wichtige Tiefschlafphase gefehlt hat, in der sich auch der Muskeltonus verändert. Aber das müsste beim Besuch unserer Seite den vielen ausgewiesenen Fachmännern und -frauen eigentlich nicht erläutert werden, haben die sportlichen Folgen von Schlafentzug vermutlich schon selber erlebt.

Denkbar schlechte Voraussetzungen für Höchstleistungen
 
Nicht gerade pralle Voraussetzungen, um ausgeruht und guter Dinge Höchstleistungen vollbringen zu wollen/können. Und das Dilemma nahm ungebremst seinen weiteren Verlauf. Nach entsprechender Vorbereitung Samstagmorgen pünktlich um 8 Uhr zum Einwerfen an der Hammerwurf-Anlage erschienen (Beginn laut Zeitplan 08.30 Uhr), verhieß der allzu gestrenge Kampfrichter, dass gewartet werden müsse, da er noch keine Wettkampfliste habe. Ein höchst seltsames Argument bei allesamt eine Startnummer tragenden Athleten. Die Folge: 35-minütiges Verharren in Untätigkeit bei schon beträchtlichen Temperaturen. Und als verspätet die Liste eintraf, wurde zum Nachteil der Aktiven auf die Tube gedrückt, gab es entgegen den Regeln lediglich einen Probeversuch. All das in Summe, setzte der eh leicht neben sich stehende Hermann beim ersten Durchgang den Hammer bei der Drehung auf den Ringboden auf, schlug das Gerät bei etwa 36 Meter ein. Sich seiner Sache sicher, wollte der Routinier diese Weite nicht aktenkundig machen. Fatal! Durchgang zwei gelang zwar, war sauber gestanden und landete kurz vor der 50-Meter-Linie. Doch in einer Art „Blackout“ verließ Hermann vor, statt hinter der Mittelmarkierung das Rund. Hart, aber gerecht lautete die Ansage „ungültig“. Nun musste es der im Mehrkampf finale dritte Versuch richten. Das Gerät landete jedoch bei etwa 47 Meter auf der linken Seite knapp neben dem Sektor auf. Das bei einem Rechtshänder. Ergo dreimal o.g.V. = ohne gültigen Versuch. Der Kandidat hatte null Punkte. Und das ausgerechnet in seiner Paradedisziplin. Ein Tag zum Vergessen. Der deutsche Fünfkampf-Rekordhalter der M75 (4.955 Punkte) packte daraufhin die „Geigen“ ein und trat die Heimreise an. Dass ihm laut Online-Ergebnisliste zu Unrecht noch drei Ungültige im anschließenden Kugelstoßen angedichtet wurden, haben wir bereits aufgeklärt.

Hermann ebnete ungewollt den Weg für unverhofftes Edelmetall

Des‘ einen Leid, der anderen Freud. Es gab zwei „Nachrücker“, die unverhofft zu Silber (3.699) und Bronze kamen, der Drittplatzierte (3.179) überhaupt zu Edelmetall. Das nennt sich „Gunst der Stunde“. Und der eine starke Vorstellung abliefernde Günter Fändrich (4.635) konnte seinen Titel völlig unbeschwert in die Scheuer fahren. Das wirkte sich garantiert nicht nachteilig auf seine Leistungen aus. Allerdings hatte der Jung-Fünfundsiebziger im Wettkampfbüro erst mal eine Odyssee zu überstehen. Denn seine Frau Erika, die später überlegen mit 4.017 Punkten die W55 gewann, und er tauchten nicht in der Meldeliste auf. Bei der Recherche stellte sich schließlich heraus, dass dieses starke gemischte Doppel versehentlich von ihrem Verein TV Heppenheim für die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften am 10.September 2016 an gleicher Stelle gemeldet wurde. Letztendlich durften sie ohne die erkleckliche, an modernes Raubrittertum grenzende Nachmeldegebühr von 100 Euro – pro Person, versteht sich – an ihr fünfteiliges Werk gehen.

Ein Mix von guter Geldanlage und Fehlinvestition

Anders bei Klaus Volkheimer (*1944) und seiner Lebensgefährtin Margarete Tomanek (*1949) von der LG Ebersberg-Grafing in Oberbayern. Der fürs Administrative zuständige Klaus hätte besser den ultimativen Aufruf auf Lampis gelesen. So verdaddelte er jedoch den Meldeschluss und musste 200 Euro auf den Tisch des Herrn zur Minderung der latent klammen Finanzlage des DLV legen. Bei seiner Herzdame eine gute Geldanlage, die sich überlegen gegen Eva Nohl durchsetzte (wir berichteten), indes bei ihm eine glatte Fehlinvestition. Er produzierte tatsächlich, anders als Hermann Albrecht, in zwei Disziplinen mit Diskus und Gerätegewicht ausnahmslos Fahrkarten, endete abgeschlagen auf dem 18. und vorletzten Platz (1.923).
Es lag also ohne ein derartiges doppeltes Missgeschick wahrhaftig noch einer hinter ihm (1.691). Das unterstreicht die Feststellung in unserer DM-Vorschau, dass die Bandbreite zwischen Könnern und Spaß-an-der-Freud-Teilnehmern gewaltig sein wird. Dabei war die Diskrepanz in der M70 mit 2.369 Zählern noch nicht einmal die größte. Die M75 hatten mit einer Differenz von 2.485 und die M80 mit 2.796 Punkten noch Negativeres zu bieten. Da stellt sich dann schon die Frage, ob Sportabzeichen-Niveau und weniger etwas auf einer Deutschen Meisterschaft zu suchen hat? Die Antwort lautet eindeutig „Nein“!

Olympia-Kommentar auf der DLV-Netzseite kommt allzu lieblich daher

(Darmstadt/Jülich/Krefeld, 24. August 2015) Einem nicht enden wollenden, ermüdenden Epilog gleich, ist auf der DLV-Netzseite – logischerweise – durch die deutsche Leichtathletik-Brille betrachtet ein Olympia-Kommentar unter dem Arbeitstitel „Zerplatzte Träume – Die Leere danach“ veröffentlicht. Das trifft es schon mal sehr gut. Nur vermag anschließend der Text über die sehr weiten Strecken nicht zu halten, was die Überschrift verheißt. Die Autorin versetzt sich mit geschliffenen Worten einfühlsam in das Seelenleben der Gescheiterten. Und davon gab es bekanntlich ein paar zu viel. Des Weiteren beklagt sie sich – wahrscheinlich zu Recht, ich habe es indes nicht verfolgt – über die verletzende, beleidigende Kritik in den (a-)sozialen Netzwerken, lobt hingegen die wohl formulierte, sachlich-fachlich begründete „Schelte“ der meisten Journalisten. Das ist pauschale Schönfärberei. Woher will sie das allen Ernstes wissen und demzufolge dermaßen ultimativ behaupten? Weder hat sie Zugriff auf alle in Deutschland erscheinenden 351 Tageszeitungen, noch – worüber nicht mehr fabuliert werden müsste – kann sie die in der Kürze der Zeit alle gelesen haben. Tatsache ist, dass einige sehr angesehene Blätter, wie beispielsweise die in Düsseldorf heraus gegebene und häufig zitierte Rheinische Post, sich ganz klar zum weitgehend enttäuschenden Abschneiden des Teams der Leichtathleten aus „Germany“ positioniert haben. Natürlich, ohne die rhetorische Keule zu schwingen. Eben genau so, wie es von einer seriösen Zeitung mit Stil erwartet werden darf.
Eine fromme Lüge der Verfasserin war auch die Darstellung, dass es keine Olympia-Touristen in der allzu üppig ausgefallenen 89 Teilnehmer/innen großen deutschen Mannschaft gegeben habe. Da müssen nicht nur die Marathon-Zwillinge Hahner genannt werden, die ihre Mission gründlich missverstanden und den „Ausflug“ an den Zuckerhut für eine Kaffeefahrt gehalten haben.

Ob’s dem DLV gefällt oder nicht – eine Leistungssportreform steht an

Halten wir aus unserem bescheidenen Blick auf die Dinge fest, dass die episch breite Rechtfertigungsarie doch allzu lieblich, liebevoll und harmoniebedürftig geraten ist. Das folgende gilt jetzt nicht vordergründig für die Autorin, die vermutlich vom
 DLV beauftragt wurde (einen solchen „Schinken“ kann sie allein aus Platzgründen nirgendwo absetzen) und nach dem Motto ans Hand- wie Kopfwerk ging „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, sondern für die Dachorganisation in Darmstadt: Wer nicht zur Selbstkritik fähig ist, wird auch keine Änderungen mit der erklärten Absicht auf Besserung herbeiführen können oder gar wollen. Allerdings werden sie diesmal müssen. Denn zum Jahresende soll Sportarten übergreifend vom Bundesministerium des Inneren (BMI) eine Leistungssport-Reform präsentiert werden. Das Szenario könnte mancherorts noch für arge Schluckbeschwerden sorgen. Womöglich geht es auch an die stattlichen staatlichen Fördermittel, bei denen Deutschland mit 160 Millionen Euro jährlich hinter Italien, aber noch vor Großbritannien und den USA an zweiter Stelle der Geldrangliste steht.   

Seniorenflüsterer Hermes hat vierjährige Pause vorzeitig beendet

Bleiben wir noch ein hoffentlich unwiderruflich letztes Mal bei Olympia. Seniorenflüsterer Alfred Hermes (im Bild) aus Jülich im Rheinland hatte sich auf der von ihm betriebenen Netzseite am 04.August 2016 mit den Worten verabschiedet, er würde während der Olympiade
 (das ist übrigens der vierjährige Zyklus zwischen zwei Olympischen Spielen; host me, Alfilein). Außer bei besonderen Anlässen im Seniorensport, folglich nicht nur in der Leichtathletik. Deutschland ist ihm zu klein, Europa auch, die ganze Welt mit Übersee gerade noch groß genug. Nur gut, dass es noch keine Wettkämpfe auf dem Mond oder Mars gibt. Als deutsche Filiale von Masters Track von Ken Stone aus den USA waren die „besonderen Anlässe“ die Wurf-Fünfkampf-Meisterschaften der amerikanischen Masters und die Kanadischen Meisterschaften. Das haut hier zu Lande natürlich so richtig rein auf der nach oben hin offenen Aufmerksamkeits- und Interessenskala. Die angekündigte vierjährige Pause am Montag vorzeitig beendend, buchstabiert Hermes an der Teilnehmerliste für die DM im Wurf-Fünfkampf am kommenden Samstag/Sonntag in Zella-Mehrlis herum, nennt stellvertretend sieben Landesverbände, die sie ausschließlich für ihren Bereich online stellten. Empfehlung: Er sollte seine nervlich bedingte Zurückhaltung aufgeben und wenigstens gelegentlich Lampis aufrufen. Das beim örtlichen Ausrichter TSV Zella-Mehlis hinterlegte Gesamtkunstwerk aller 210 Startwilligen haben wird dank gütiger Mithilfe von Wurf-Allrounder Klaus Kynast bereits am 20.August 2016 verlinkt.
Lampis-Leser wissen nicht nur mehr, sondern es vor allem auch eher. Nicht selten erfahren sie es zudem exklusiv bei uns.

Wenn es dem Esel zu wohl wird, begibt er sich aufs Eis

(Jülich/Krefeld, 13. April 2016) Wenn es dem Esel zu wohl wird, begibt er sich aufs Eis. Das ist im Frühling schwierig bis nahezu unmöglich. Es sei denn, die Eishalle hat ihren Betrieb nicht schon vorläufig bis zur nächsten Saison der professionellen oder hobbymäßigen Kufenflitzer eingestellt. Aber sinnbildlich, wie in unserem Falle, kann der als störrisch und ziemlich unbelehrbar geltende Esel ganzjährig auf gefrorenem Wasser ausrutschen. Und so begab es sich, dass der bislang vorwiegend als Mittel- und Langstreckler aufgefallene Alfred Hermes (*1946) aus Jülich, zugleich deplatzierter Senioren(ver)sprecher, auf seiner einstigen Verharmlosungsnetzseite mit zeitweise pornografischen Anwandlungen einen rhetorischen Ausflug zum Wurf machte. Der ging gründlich daneben.
Da erfährt der besser informierte, darob jedoch bass erstaunte Leser, in einem Beitrag vom 11.April 2016 (Kleine aber feine Werfersportfeste), dass Erika Fändrich von der TSG Mutterstadt bei einem Werfertag von RKS Phoenix Mutterstadt mit 49,91m eine deutsche W-50-Bestleistung (er meidet das Wort Rekord wie der Teufel das Weihwasser) im Hammerwurf aufgestellt hat. Darüber will er im Übrigen schon berichtet haben. Dann fragt sich allerdings: Weshalb diese Doublette und warum hat er blindlings seinem Kurzeitgedächtnis vertraut?
Die Konsequenz aus der Lügengeschicht‘: das ist alles Non-stop-Nonsens! Die zweifellos gute Erika gehört dem Jahrgang 1961 und damit der Altersklasse W55 an, kann also folglich in der W50 keine wie auch immer geartete Bestleistung, um bei der von ihm willfährig transportierten DLV-Schreibweise zu bleiben, aufstellen. Außerdem startet sie in der Leichtathletik für den TV Heppenheim und im Rasenkraftsport für RKS Phoenix Mutterstadt, nicht TSG Mutterstadt. Deren aktive Werfer/innen haben sich nämlich Ende 2014 nahezu geschlossen von der TSG abgespalten und sind in den neu gegründeten RKS Phoenix Mutterstadt übergegangen. Host mi, Alfred?
Der Klops wird jedoch noch weitaus dicker. Erika Fändrich hat beim vom „Götterboten“ erwähnten 6.Werfertag 38,99m geworfen. Für die W55 unbestritten eine sehr passable Weite. Bei der vierten Auflage am 05.März 2016 hingegen ging sie überhaupt nicht in den Ring. Da war es vielmehr Silke Finkbeiner (*1966) vom VfL Waiblingen, die mit 49,91m tatsächlich einen neuen deutschen Hammerwurf-Rekord in der W50 erzielte und die drei Jahre alte Bestmarke just von Erika Fändrich (damals TSG Mutterstadt) um proppere 1,89 Meter verbesserte. Davon haben wir unsererseits definitiv am 07.März 2016 berichtet.
Es ist hochnotpeinlich, Fakten dermaßen wild durcheinander zu mischen und jemandem einen Rekord anzudichten, den eine andere aufgestellt hat. Schließen wir deshalb mit dem Spruch: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Oder einfach verlinken. Darin ist er ja ohnehin schon ungekrönter Weltmeister als deutsche Filiale von Ken Stones masterstrack.com aus den USA.

Noch ein bisschen Klatsch und Tratsch von der Senioren-DM 2016

(Leinefelde-Worbis/Krefeld, 13. Juli 2016) Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Behauptete der Dichter Matthias Claudius in einem Liedertext. Das kann, muss aber nicht zwingend stimmen. Piloten und Flugbegleiter reisen um die ganze Welt, sehen indes an großen Destinationen häufig nicht mehr als den Airport und die noblen Fünf-Sterne-Herbergen, die sich häufig auch unmittelbar am Flughafen befinden. Bei Senioren-Sportlern ist es, reduziert auf den Schauplatz der Handlung und das Hotel, ein sehr ähnliches, vergleichbares Schema. Schade eigentlich. Denn in unserem inzwischen über ein Vierteljahrhundert größer gewordenen Vaterland gibt es viele sehens- und erkundenswerte Fleckchen in der näheren Umgebung der Stadien. Erst recht, immer noch (!), für viele Westler, Südler und Nordler in den längst nicht mehr neuen ostdeutschen Bundesländern wie diesmal in Thüringen.

Zwischenstopp für Kulturelles

Aber es gibt sie schon, die sich vor, zwischen oder nach den Wettkämpfen die Zeit für Kulturelles oder sonstige touristische Vergnügungen nehmen. Wurf-Allrounder Klaus Kynast (*1949), immerhin bei der Senioren-DM dreimal (Kugel, Diskus, Hammer) im Einsatz, und sein hammerwerfender italienstämmiger Klubkamerad Luigi Andreoli (*1941) vom ASC 09 Dortmund machten sich auf den Weg ins 60 Kilometer entfernte Hannoversch Münden.
Ein sehenswertes Städtchen und staatlich anerkannter Erholungsort dazu im Landkreis Göttingen in Niedersachsen. Besonders bekannt dadurch, dass sich hier die Flüsse Werra und Fulda küssen (zusammenfließen) und ihre Namen lassen müssen (Weser).
Diese Idee hatten die beiden Westfalen allerdings nicht exklusiv. Sie trafen bei ihrem Bummel nämlich auf Kugelstoßer Roland Wattenbach (*1955
) vom TV Eiche Bad Honnef (Nordrhein). Kommissar Zufall, womit jetzt nicht der Roland gemeint ist, der seine lecker belegten Brötchen als Dr. der Physik verdient, kann überall angetroffen werden.

Nervige Stadionansage
                                                                   
Das originäre Ereignis betreffend, das große Familienfest der Senioren-Leichtathletik, haben wir schon entsprechend gewürdigt und die nahezu perfekten Gastgeber über den grünen Klee gelobt. Aber, um eine Plattitüde zu bedienen, wo viel Licht ist, stellt sich zwangsläufig auch Schatten ein. Den schlug zeitweise die Ansagerin, die sich offenbar gerne reden hörte. Sie quasselte bei den Mittelstreckenläufen in einer Tour, bisweilen Stereo sich mit dem Ansager für die Siegerehrungen überlappend. Neben Zwischenstände und Positionskämpfe zu kommentieren, schreckte sie auch nicht davor zurück, Teilnehmer regelrecht anzufeuern und ihre Kompetenzen klar überschreitend. Holte sie gelegentlich einmal Luft, schaltete sie das Mikrofon nicht aus, was ein heftiges Dauerknacken auf den Lautsprechern verursachte, dass es einem Gewinde in die Gehörgänge trieb. Per Saldo sehr nervig und störend für all jene, die sich anderswo auf ihre Wettkämpfe konzentrieren wollten. Das zumeist aus Familienmitgliedern, Trainern, Betreuern und Vereinsangehörigen bestehende Publikum wird es ebenfalls als außerordentlich störend empfunden haben.

Kugelstoßanlage nicht regelkonform

Noch ‘ne Baustelle mit direktem Bezug zum kugelstoßenden Sportjournalisten, wobei ich ganz froh bin diese Feststellung nicht aus meiner zwangsläufig subjektiv gefärbten Sicht machen zu müssen. Werner Angermund (*1943), selber vielseitiger Leichtathlet vom ART Düsseldorf, dazu erfahrener Kampfrichter bis hin zur Lizenz zum Schießen (Starter) und Lebensgefährte von Gisela Stecher, der DLV-Leiterin Wettkampforganisation Senioren, fand den Belag im Sektor der Kugelstoßanlage sehr fragwürdig. Er bemängelte völlig zu Recht, dass der grobkörnige, viel zu weiche Untergrund riesige Krater verursache, ein genauer, korrekter Messvorgang hier gar nicht möglich gewesen sei.
Meine Anmerkungen: Die Löcher konnten je nach Parabel des Kugelfluges durchaus unterschiedlich groß ausfallen. Damit will ich keineswegs konstruieren, dass hier die zwei Zentimeter flöten gingen, die mir am Titelgewinn fehlten. Genauso gut oder schlecht ist denkbar, dass Felix Mohr, wenn auch nur um Zentimeter benachteiligt wurde und sein knapper Vorsprung (1 cm) ein wenig größer ausgefallen wäre. Aber nicht korrekt bleibt nicht korrekt. Und streng genommen hätte jene Anlage bei der technischen Besichtigung in diesem Zustand nicht abgenommen werden dürfen und nachgebessert werden müssen. Das sollte in der Manöverkritik der Organisatoren nicht fehlen. Den Anstoß haben wir zumindest pflichtbewusst geliefert.

DLV schweigt Weltrekord von Lothar Fischer tot

Aus vielen Begebenheiten ist uns bekannt, dass LAMPIS bei den (un-)verantworlich handelnden Personen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt wahrgenommen wird. Auf unsere „Zurufe“ hin sind Dinge korrigiert oder es ist nachgehoppelt worden. Also werden sie mitbekommen haben, dass wir ihm Rahmen unserer DM-Berichterstattung einen neuen Dreisprung-Weltrekord (9,04m) der M80 von Lothar Fischer (TG Waldsee) vermeldeten. Mit konstanter Bosheit jedoch kein Sterbenswörtchen in der Senioren-Spielecke auf der DLV-Netzseite. Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass dieser Weltrekord offenbar weniger wert ist als andere, zum Beispiel der von Melitta Czerwenka-Nagel über 5.000 Meter der W85 bei derselben Veranstaltung. Bleibt zu hoffen, dass sie die Bestmarke von Fischer wenigstens an den internationalen Senioren-Dachverband World Masters Athletics (WMA) weitermelden. Übrigens: der gewählte Senioren-Versteher und -Flüsterer Alfred „Der Götterbote“ Hermes straft auf seiner Verharmlosungsnetzseite den Fischer-Weltrekord ebenfalls durch Nichtbeachtung. Erbärmlich! Beides!

Emmerich und Gassenbauer wussten Rat

Klären wir noch das Geheimnis, so es je eines war, um den für die internationale Rekordanerkennung nicht ganz unwichtigen Geburtstag von Hammerwerfer Ralf Jossa (*1966) vom SV Herzberg auf. Es ist exakt der 02.November des schon erwähnten Jahres. Aus verschiedenen Quellen wussten zwei Disziplinen-Kollegen von Hossa-Jossa Rat und ließen es uns netterweise unisono via E-Mail wissen: Swen Emmerich vom SC Bayer 05 Uerdingen, bis Ende 2015 ein Klubkamerad von mir ehe ich nach 50 Jahren zu Preussen Krefeld, meinen Wurzeln, zurückkehrte, und mein langjähriger österreichischer Sportfreund Gottfried Gassenbauer aus Wien. Jossa hat sogar ein Athleten-Profil bei der IAAF, warf am 20.Juni 1999 in seinem Heimatort mit griffigen 73,73m seine Lebensbestleistung und gehörte damals zur erweiterten deutschen Spitzenklasse bei den Männern. Hätten wir das auch geklärt. 

Wenn Zeitplan und gezielte Wettkampf-Vorbereitung Makulatur werden

(Krefeld, 09. April 2016) Irgendwo, irgendwann bei einem ganz normalen Kugelstoß-Wettkampf in unserer Republik.






Beginn laut Zeitplan: 12.15 Uhr. Seit 11.45 Uhr bin ich an der  Anlage, Smalltalk mit dem vollzählig erschienenen Kampfgericht (welch martialisch-deutscher Name!) Zeitgeistvorschlag für unsere polyglotten Nike-Agenten beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt: panel of judges, kurz: poj.

12  Uhr :               Einstoßen mit den Sportkameraden

12.15, poj:            „Soll ich jetzt mal die Liste durchgehen und abhaken ?"

Teilnehmer:           „Ja !"

12.20, poj:            „Habe ich jemanden nicht vorgelesen ? "

Teilnehmer:           Erst keine Reaktion, dann Gemurmel

poj:                       „ Wo sind die ? "

Teilnehmer:           „Einige sind noch beim Diskuswurf,  werden wohl später kommen!"

poj:                       „Sollen wir auf die warten oder wollt ihr anfangen?"

Teilnehmer:           „Anfangen!"

12.25, poj:            „Will jemand noch einwerfen?" (Kugelstoß!)

einige TN:             „Ja!"

poj:                      „Dann sagt mir, wann ihr anfangen wollt!"

12.35, einige TN:    „Wir wären dann soweit!"         

poj.:                      „Sollen wir jetzt anfangen? Gut, ihr noch, dann fangen wir an!                                                              

                              Ich lese noch mal die Reihenfolge vor!"

                                                    – Wettkampf beginnt –

12.40, poj:                    „Da kommen noch zwei vom Diskus, wollen wir sie noch

                                      mitmachen lassen?"

                                            
                                      – unverständliches Gemurmel der schon Vorbereiteten –


poj (zu den Neuen):      "Wollt ihr euch noch einwerfen ? "     

Nachzügler:                 „Ja!"
   

12.45:                           Fortsetzung des Wettkampfes!

Fazit: Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen! (Lucius Annaeus Seneca, Philosoph, 4 vor Christus bis 65 nach Christus)

Besonders nach dem Aufwärmen und Einstoßen!