Wissenschaftliche Dokumentation auf 3sat: Fit statt faul!

(Mainz/Krefeld, 10. Juli 2020) Wer rastet, der rostet. Dieses altbekannte Sprichwort aus Volkes Mund oder wem auch immer hat in den heutigen Zeiten unserer Konsumgesellschaft vermutlich mehr Bedeutung denn je. Der Spruch gilt übrigens nicht nur für den Körper, sondern auch den Geist. Beide wollen trainiert werden, um agil und lebhaft zu bleiben. Obendrein stärkt Sport das Immunssystem, was bei dieser Corona-Seuche als Abwehrmechanismus ein große Rolle spielt.
Ein interessanter 43-minütiger Beitrag in bewegten Bildern mit dem Titel „Fit statt faul“ hilft Bewegungsmuffeln auf die Sprünge, dient aber auch aktiven Menschen zur Auffrischung oder Ergänzung, mehr für und aus sich zu machen. In der Anreißmeldung vom Fernsehsender 3sat in Mainz heißt es zu der sehenswerten wissenschaftlichen Dokumentation: „Ein Wundermittel, das gegen Parkinson, Demenz und Krebs helfen könnte – das gibt es tatsächlich. Bewegung hat viel größere Macht über unser Gehirn und unsere Gesundheit, als wir ahnen.“
Neugierig geworden? Dann unter dieser Verlinkung reingeschaut und –gehört! Soviel Zeit sollte und muss sein, wenn es der Gesundheit dient. Siehe auch die Grafikunterschrift.

Niederlande führen in später Saison alle Titelkämpfe durch

(Niederlande/Krefeld, 09. Juli 2020) Schauen wir über die grüne Grenze zu unseren liberalen westlichen Nachbarn, die ihre Schlagbäume auch oben ließen, als sich das Coronavirus über die „After-Ski-Metropole" Ischgl (Österreich) an Karneval in Gangelt im Kreis Heinsberg ganz in ihrer Nähe ausbreitete. Wesentlich liberaler gehen die „Oranjes“ auch mit der Ausrichtung ihrer Kampionschappen (= Meisterschaften) um. Deren Leichtathletik-Dachverband Atletiekunie im geschichtsträchtigen Arnheim (Die Brücke von Arnheim; siehe Link) erteilte vor wenigen Tagen bis auf Mannschaftswettbewerbe grünes Licht für alle neun nationalen Titelkämpfe. Also auch für ihre Masters ab M/W35, die hier zu Lande Senioren genannt werden. Übrigens anders als bei uns gilt der internationale Standard für den Einzug in die nächsthöhere Altersklasse. Als da wäre die einzig und allein logische Vollendung des neuen Lebensjahres zum Zeitpunkt des Wettkampfes. Auch das haben sie uns voraus. Hätten wir das bei dieser Gelegenheit gleich mitgeklärt.

Verband verzichtet auf finanzielle Beteiligung der Vereine

Bei den Meisterschaften werden allerdings Teilnehmerbeschränkungen gelten, und sie finden auch bei ihnen unter Ausschluss einer interessierten Öffentlichkeit statt. Der Verband verzichtet eben deswegen und der allgemein schwierigen monetären Gemengelage auf eine sonst übliche finanzielle Beteiligung der örtlich ausrichtenden Vereine. Er behält sich freilich – sinnvollerweise – eine jeweils kurzfristige Absetzung vor, so am Schauplatz eine Corona-Brennpunkt entstehen sollte. Sie beginnen in einer späten Saison am 29.August und erstrecken sich bis zum 25. Oktober 2020.
So geht’s eben auch bei entsprechender Flexibilität und einer ordentlichen Portion gutem Willen sowie Wollen. Die Einzelmeisterschaften ab M/W35 sind am 03./04.Oktober 2020 im schmucken Fanny-Blankers-Koen-Stadtion in Hengelo, benannt nach der 2004 verstorbenen niederländischen Sprinterin, die als 30-Jährige bei den Olympischen Spielen 1948 in London vier Goldmedaillen (100, 200m, 80m Hürden, 4x100m) gewann.

Wurf-Fünfkampf bildet den Schlussakkord der neun Meisterschaften

Den Schlussakkord in Edam, der bekannten Käsestadt, setzt am 25.Oktober 2020 der Wurf-Fünfkampf der Masters, der in den Niederlanden eine große Tradition hat. Jan Smit (jetzt M85) aus Eindhoven war es, der inspiriert durch einen zehnjährigen USA-Aufenthalt in den 1980iger Jahren, den amerikanischen Gewichtwurf nach Europa importierte und damit den Wurf-Fünfkampf in seinem Heimatland etablierte. Durch die deutsch-niederländische Sportfreundschaft kam er nach Borken (Hessen), wo folgerichtig 2003 die erste deutsche Senioren-Meisterschaft in diesem Vielseitigkeitswettbewerb für Werfer/innen stattgefunden hat.
Ein zusätzlich vernichtendes Armutszeugnis für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), der sich 2020 außer Stande sieht neben der Freiluft-DM auch diese trotz der Seuche relativ problemlos durchzuführende Meisterschaft für seine Altersriege anzubieten.

Virtuelle Senioren-WM wirbt um deutsche Teilnehmer/innen

(Wien/Krefeld, 07. Juli 2020) Rühren wir noch ein wenig die Werbetrommel für die virtuellen Senioren-Weltmeisterschaften, die an Stelle der aus bekannten Gründen ausgefallenen wahrhaftigen Titelkämpfe im kanadischen Toronto getreten sind, die auch nicht nachgeholt werden. Ausgerechnet im hinsichtlich Spitze und Breite gelobten Deutschland, der führenden Nation in der Senioren-Leichtathletik, ist die Beteiligung etwa eine Woche vor Meldeschluss (15.Juli) mit 41 Interessenten (Stand heute in der Früh) ausgesprochen dürftig. Als Initiator Gottfried Gassenbauer aus Wien mit dieser letztlich umgesetzten Idee an die Öffentlichkeit getreten ist, war es auch als Ersatz für Wettkämpfe gedacht, bei denen völlig tote Sporthose herrschte und die im kleinen Rahmen hätten selber organisiert werden können, dürfen, müssen. Diese Hürde ist inzwischen zumindest hier zu Lande fast flächendeckend bis auf die Diaspora Nordrhein weggefallen. Also muss dieser Mehraufwand in aller Regel nicht betrieben werden, können die realen Resultate gemeldet werden, die zwischen dem 18. Juli und 02. August 2020 erzielt werden. Aber wem es Spaß macht, natürlich auch weiterhin in Eigenverantwortung.
Als Auffrischung verlinken wir den ausführlichen Beitrag zum Thema. Da steht, vom Chef-Organisator persönlich verfasst, alles Wissenswerte wie Erforderliche drin, dran und drum.

Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf endgültig vom Verhandlungstisch

(Darmstadt/Zella-Mehlis/Erfurt/Krefeld, 08. Juli 2020) Wenngleich es der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) entgegen seiner eigenen Ankündigung bislang immer noch nicht geschafft hat, die Senioren-DM im Mehrkampf am 22./23.August 2020 in Zella-Mehlis in seinen Meisterschaftskalender aufzunehmen (Stand heute 9:00Uhr), von der Ausschreibung ganz zu schweigen, ist ein Thema wohl endgültig (?) vom Verhandlungstisch. Entgegen sich immer noch hartnäckig haltenden Meldungen, dass die dort zum obigen Termin ursprünglich vorgesehene, trotz Corona problemlos durchzuführende, aber abgesagte Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf doch noch nachgeholt wird, weiß es DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (im Bild) vom Eisenacher LV als Thüringer Insider ganz genau. Der 49-jährige Wirtschaftsjurist hat sich bei den entsprechenden Gremien beider Verbände sachkundig gemacht und schließt es mit den Worten „definitiv nicht!“ kategorisch aus. Nicht nur für Zella-Mehlis. Es geht ja auch nur um die von den Machern in Darmstadt ungeliebten Talente von gestern und vorgestern. Dass der leibhaftige Nachwuchs und die Männer/Frauen Vorfahrt haben, steht dabei außer Frage. 

Zweite Akt der Kugelstoß-Dreier-Serie musste verlegt werden

Was die von ihm selber im Zusammenwirken mit Bundestrainer Sven Lang federführend organisierte Kugelstoß-Dreier-Serie mit Auftakt beim 4.Neustädter Kugel-Cup (wir berichteten) angeht, ist eine Verlegung des zweiten Aktes am 19.Juli 2020 in Erfurt auf dem Wurfplatz hinter der Leichtathletikhalle notwendig geworden. Da sowohl am 18.Juli in Osterode im Harz ein Kader-Wettkampf ausgetragen wird, als auch am 18./19.Juli 2020 eine Beinahe-Kollision mit dem kurzfristig eingeschobenen Sommermeeting des TLV im Erfurter Steigerwaldstadion gedroht hätte, ist nunmehr der 31.Juli als Abendveranstaltung vorgesehen. Eventuell mit einer zweiten Disziplin (Diskus- oder Hammerwurf).
Hinweis auf einen ausführlichen Beitrag im Fenster Flurfunk zur obigen eingangs erwähnten Thematik

Lebenslicht von Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf erloschen

(Achterwehr bei Kiel/Krefeld, 06. Juli  2020, 13.30Uhr) Auf hoher See feierte Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf am 17. Februar erst die Vollendung seines 80. Lebensjahres, konnte querbeet durch den analogen und digitalen Blätterwald so manche Laudatio (theoretisch auch bei Lampis) über sich lesen. Nicht einmal fünf Monate später erlosch gestern Abend nach schwerer Krankheit sein Lebenslicht, werden nun die Nachrufe über ihn verfasst. Die traurigste aller Chronistenpflichten.
Ohne die Einzelheiten seines Ablebens zu kennen, war für ihn wissend schon vorher ein Traum geplatzt. Allzu gerne wäre der einstige „König der Athleten“ 56 Jahre nach seinem größten sportlichen Triumph bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio als Zuschauer, viel besser noch – unsere Interpretation – Ehrengast, an die Stätte seines erfolgreichen Wirkens zurückgekehrt, hätte vielleicht mit ansehen können, wie der amtierende Weltmeister Andreas Kaul vom USC Mainz womöglich an selber Stelle in seine Fußstapfen tritt.
Das verhinderte jedoch schon vor seinem Tod die globale Corona-Apokalypse. Die ursprünglichen Olympischen Spiele vom 24.Juli bis 09.August 2020 im Land der aufgehenden Sonne in der japanischen Metropole werden bestenfalls 2021 (23.Juli bis 08.August) nachgeholt. Wenn nicht dann, überhaupt nicht.
Noch kein Jahr nach Graf Werner von Moltke (*24.04.1936,
30.07.2019) verliert die deutsche Leichtathletik, und nicht nur die, mit Willi Holdorf einen ganz Großen der damaligen glorreichen Zehnkämpfer-Ära aus den „Goldenen Sechziger“. – Mehr über ihn auf NDR.de.