Viele Missverständnisse stellten Christa Bortignon in ein falsches Licht

(West Vancouver/St.Margrethen/Wien/Krefeld, 05. Juni 2018) Marianne Maier, Kugelstoß-Weltrekord W75, Klappe, die dritte! Rudern wir ein wenig zurück, ehe noch an der deutschstämmigen Kanadierin Christa Bortignon (im Bild) aus West Vancouver der Ruf einer „Crazy Canuck“ hängen bleibt. Der Nachrichtenweg war mit Missverständnissen gepflastert, dass wir glauben mussten, die 81-jährige Mastersathletin habe uns einer „Fake News“ bezichtigt. Denn sie hatte in der Online-Ergebnisliste von dem Wettkampf in Höchst in Vorarlberg lediglich den Kugelstoß-Dreikampf entdeckt, bei dem „die Maierin“ nicht 11,80m, sondern nur 7,09m mit der 2-Kilo-Kugel gestoßen haben soll. Hätte sie auf der Seite weiter herunter gescrollt, wäre sie auf den Wahl-Dreikampf gestoßen, bei dem eben M.M. jene Weltrekord-Weite von 11,80m erzielt hat.
Derweil lag uns bei der zeitnahen Berichterstattung durch eine Information von Kampfrichter Eric Bohner aus Bern/CH allein der Auszug dieser Resultate und ein Weltrekord-Protokoll vor, nicht jedoch vom anschließend ausgetragenen Kugelstoß-Dreikampf. Der spätere vollständige Blick in die Ergebnisliste offenbarte, dass bei der selben Veranstaltung beides stattgefunden hat, wenngleich genau in der umgekehrten Reihenfolge als ausgewiesen. Kleine Ursache, große Wirkung! Was jedoch blieb, war die irrelevante, mit noch so großem Sachverstand nicht erklärbare Differenz von 4,71m mit der „Zweier“ zwischen Wahl- und Kugelstoß-Dreikampf.

Beim Kugelstoß-Dreikampf war die 5- und nicht die 2-Kilo-Kugel im Spiel

Nach viel Stochern im Nebel brachten Nachfragen per E-Mail bei Marianne Maier unter Mitwirkung unseres hammerwerfenden Österreich-Repräsentanten Gottfried Gassenbauer aus Wien Licht ins Dunkel. Da es beim abschließenden Kugelstoß-Dreikampf zu wenige Teilnehmerinnen waren, hat die 75-jährige Österreicherin mit Wohnsitz in St.Margrethen in der zu Vorarlberg grenznahen Schweiz auf Bitte einer Sportkameradin hin noch mitgemacht. Da für sie die Luft mit dem zuvor erzielten Weltrekord eh raus war, stieß sie aus dem Stand. Und nun kommt der Punkt, der Aufklärung bringt: Dieser Dreikampf wurde bei je drei Versuchen mit drei, vier und fünf (!) Kilo schweren Kugeln durchgeführt. Marianne erreichte die zunächst ominös, extrem unterbelichtet anmutenden 7,09m also mit der „Fünfer“. Um das Rätsel nicht für die Nachwelt zu erhalten, will Maier bei ihrem ausrichtenden Klub TS Höchst eine entsprechende Korrektur der Online-Ergebnisliste erwirken. Das sollte im Interesse des wirklichen Geschehens machbar sein.
Noch ein bisschen Werbung in eigener Sache. Der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) hat auf seinem Internet-Portal unseren Beitrag von der Weltrekord-Verbesserung mit Quellenhinweis gleich am selben Tag 1:1 übernommen und zusätzlich verlinkt. Eine prima Reklame! Lampis-Leser wissen nicht nur mehr, sie wissen es auch eher. Beispielsweise läuft der deutsche Senioren(ver)sprecher auf seiner Verharmlosungs-, Abkupferungs- und Verlinkungsnetzseite unserer von den „Ösis“ nachgespielten Musik um sechs Tage hinterher! Ganz so, als säßen seine Leser im Wolkenkuckucksheim, würden sich nicht anderer Informationsmedien bedienen (eben auch bei uns) und wüssten von nix.

NK-Masters: Wendy Koolhaas warf den Hammer in der W35 auf 63,04 m

(Gouda/Krefeld, 04. Juni 2018) Werfen wir als nicht ausschließliche, aber vornehmliche Netzseite  für Werfer-Senioren/innen einen Blick über den imaginären Grenzzaun zu unseren niederländischen Nachbarn (kleiner Seitenhieb – die fahren diesmal nicht zur Fußball-WM). Die „Oranjes“ hatten vom vorigen Freitag bis gestern in Gouda, der berühmten Stadt für gaaanz leckeren Käse, die NK-Masters. Also ihre nationalen Meisterschaften für die Ü35-Generation. Dabei gab es einige herausragende Leistungen der Fraktion Stoß/Wurf. Allen voran von der niederländischen Olympia-Teilnehmerin Wendy Koolhaas aus Groningen, die in der W35 den 4-Kilo-Hammer auf 63,04m schleuderte.
Durchgängig recht große Weiten wurden im Speerwurf der M35 bis 60 dargeboten. Herausragend die 74,56m von Daan Meyer aus Apeldoorn in der M35. Genau da hat momentan die aktuelle Siebenkampf-, Hochsprung- und  einstige Speerwurf-Weltrekordlerin Weia Reinboud (*1950/W65) aus Utrecht große technische Probleme. Bei ihrem buchstäblich konkurrenzlosen Erfolg blieb sie mit 27,43m sage und schreibe 5,09m hinter ihrer globalen Bestmarke (32,52m) aus 2016 zurück. Das ist weit mehr, als es nach dem fast unvermeidbaren biologischen Schwund von etwa drei Prozent pro anno sein dürfte.

Ein Zentimeter fehlte am Durchmarsch

Der Durchmarsch des mehrfachen Senioren-Europameisters Frans de Laat (*1946) aus Utrecht in seinen vier Disziplinen der M70 wurde im Diskuswurf um einen winzigen Zentimeter zugunsten von Teo Maat (37,43 zu 37,42m) verhindert. Der lange Frans hielt sich mit Kugel (13,47m), Hammer (37,74m) und Wurfgewicht (16,02m) schadlos. Noch sehr stark die 49,06m im Diskuswurf der M55 von Henk Jan Blom aus Hoorn in Nordholland.
Alle Resultate, die pro Disziplin sauber getrennt nach M und W chronologisch aufsteigend ab AK 35 in der Rubrik
Onderdeel" abrufbar sind, unter diesem Link. Eine pfiffige Idee! Anders als hier zu Lande das krause SELTEC-Durcheinander der Gesamtergebnisliste wie zuletzt bei den Nordrhein „Open“.

Christa Bortignon stellt Weltrekord von Marianne Maier in Abrede!

(West Vancouver/Höchst in Vorarlberg/Krefeld, 02. Juni 2018) Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es seinem bösen Nachbarn (hier eine Nachbarin) nicht gefällt. Das Perfide daran ist, dass gleich mehrere beteiligte Personen deskreditiert werden. Obendrein werden wir von LAMPIS der Verbreitung einer „Fake News“ bezichtigt. Ganz starker Tobak!

Aus Punkten sei Weite geworden

Es geht um unseren Beitrag vom 29.Mai 2018 über den im österreichischen Höchst/Vorarlberg erzielten Weltrekord von Siebenkämpferin Marianne Maier (*1942) in der W75 mit der 2-Kilo-Kugel (11,80m). Den zweifelt in einer Mail an uns von heute 2:37 Uhr deutscher Nacht die weithin bekannte Masters-Athletin Christa Bortignon (*1937) aus West Vancouver in Kanada nicht nur an, den stellt sie glatt in Abrede. Es handele sich nicht um die Weite, sondern die dafür erzielten Punkte. Und die habe M.M. innerhalb eines Kugelstoß-Dreikampfes für 9,38m mit der „Dreier“ erhalten. Mit der 2-Kilo-Kugel (obwohl ein Kilo leichter), habe sie 7,09m, hingegen mit der „Vierer“ 7,89m gestoßen. Woher hat die Welt-Senioren-Leichtathletin des Jahres 2013 (sie firmiert nach der Abrede mit IAAF Female Master 2013) aus dem fernen Kanada bloß diesen hanebüchenen, honigblühenden Unsinn?

Gleich die Recherche auf dem Silbertablett mitserviert

Tatsache ist und bleibt vielmehr, so wie von uns beschrieben, dass Marianne Maier jene Weite von 11,80m (dafür gibt es übrigens 1.309 Punkte) mit dem zwei Kilogramm schweren Wettkampfgerät innerhalb eines Wahl-Dreikampfes mit 50-m-Lauf und noch Schleuderball erzielt hat. Obwohl wir an der Lauterkeit des als einem der Kampfrichter fungierenden Eric Bohner aus Bern in der Schweiz nicht den geringsten Zweifel haben, hat er uns bei seiner E-Mail-Information sowohl die Ergebnisliste als auch das Rekord-Protokoll angehängt. Damit haben wir eingedenk der gleich auf dem Silbertablett mitservierten Recherche unsere verdammt Pflicht und Schuldigkeit getan, bevor wir marktschreierisch einen Weltrekord verkünden, der hinterher womöglich keiner war.
Wenn der Sache aus unserer Sicht überhaupt etwas halbwegs Gutes abgerungen werden soll, dass wir in der Masters-Szene offensichtlich weltweit als Online-Medium wahrgenommen werden.

Offene Westfälische mit bislang 329 Startwilligen aus 144 Vereinen

(Kamen-Kaiserau/Gladbeck/Krefeld, 03. Juni 2018) Schau an! Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) in Kamen-Kaiserau ist neuerdings von der schnellen Eingreiftruppe. Bereits einen Tag nach Meldeschluss (28.Mai 2018) für die Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften am 10.Juni 2018 in der Vestischen Kampfbahn in Gladbeck kam er auf seiner Netzseite mit der Gesamtmeldestatistik heraus, wenig später trotz des Feiertages dazwischen mit der nach Klassen und Disziplinen. Wer es aus welchen Gründen auch immer versäumt haben sollte, der kann bis zum 07.Juni 2018 gegen eine relativ moderate Zusatzgebühr von 5 € noch nachmelden.
Bleiben wir zunächst bei jenen pünktlich ihre Nennung abgebenden Startwilligen. Danach haben 329 potenzielle Teilnehmer/innen aus 144 Vereinen zu 692 Starts gemeldet. Das liegt erwartungsgemäß recht deutlich hinter den Zahlen (411 Aktive bei 779 Starts) bei den Nordrhein „Open“ zurück, die an Fronleichnam im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach als „Durchlauferhitzer“ für den Senioren-DM vom 29.Juni bis 01.Juli 2108 an selber Stelle stattgefunden haben (wir berichteten).
Sowohl am Niederrhein gab es und an der Grenze zu Westfalen in Gladbeck (nebenan in Essen ist noch Nordrhein-Gebiet) wird es „Wanderer zwischen den Welten“ geben. Das ist schließlich der erklärte Sinn von offen ausgeschriebenen Titelkämpfen. 

Christopher Gerhard kehrte vom Nürburgring in kleinere Ringe zurück

(Mönchengladbach/Krefeld, 01. Juni 2018) Auf dem Nürburgring, der so genannten Grünen Hölle in der Eifel, ist er als erfolgreicher Automobil-Rennfahrer mit einem PS-starken Porsche 991 GT3 Cup bei Rundstreckenrennen und im VLN-Langstrecken-Pokal häufiger unterwegs. Nunmehr kehrte der ehemalige Senioren-Zehnkampf-Weltmeister Christopher Gerhard (*1967) vom ASV Süchteln nach einigen Jahren Wettkampfpause in die kleineren Ringe von Leichtathletik-Anlagen zurück. Da half Kommissar Zufall ein bisschen mit. Nämlich die Tatsache, dass sowohl die Nordrhein-Meisterschaften der Ü30-Generation am gestrigen Fronleichnam, als auch die Senioren-DM vom  29.Juni bis 01.Juli 2018 quasi als „sein Heimspiel“ im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach lediglich ein paar Kilometer von seinem Wohnort Viersen ausgetragen wurden respektive noch werden. So schnürte der wurfaffine einstige Mehrkämpfer wieder die Werfer-Schuhe. Körperlich hat er sich für die Rennfahrerei ohnehin fit gehalten, hinterließ gestern einen sehr guten, austrainierten Eindruck. Dass der eine hohe Konzentration fordernde Sport hinter dem Lenkrad obendrein eine glänzende mentale Schulung mit sich bringt, dürfte sich inzwischen herum gesprochen haben.

Klassische Double gewonnen und formidable 50,72 m mit dem Diskus

Blendende Voraussetzungen also, mit unabdingbarem Techniktraining, dazu jetzt mit leichteren Geräten in der M50, an seine guten früheren Leistungen mit Kugel und Diskus anzuknüpfen.
Machte er denn auch, der seit Ende April 51-jährige Unternehmer (Gestaltung und Herstellung von Plastikkarten). Einem ersten Test unterzog sich das multiple Talent beim April-Sportfest in Erkelenz, setze dort mit 14,78m Kugel und 45,64m Diskus schon mal bemerkenswerte Ausrufezeichen. Allerdings schränkte er im Gespräch mit dem Autoren ein, dass ihm beim Kugelstoßen ein echtes „Sahneteilchen“ gelungen sei, das sich nicht beliebig wiederholen ließe. Derweil hielt er das Diskus-Ergebnis für noch stark ausbaufähig. Er sollte mit beiden Einschätzungen richtig liegen. Bei seinem Doppel-Erfolg stieß er zunächst 13,96m und öffnete anschließend mit 50,72m im Diskuswurf die Tür zur absoluten nationalen und erweiterten internationalen Spitzenklasse. Im Vorjahr warfen hier zu Lande lediglich Ausnahmekönner Norbert Demmel (*1963, jetzt M55) vom TSV Unterhaching mit 58,11m und in dieser Saison Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau mit 56,83m über 50 Meter mit der 1,5-Kilo-Scheibe.

Gisela Stecher bewies mal wieder ihr Herz für Senioren

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich Veranstaltungsleiterin Gisela Stecher um dieses und manches andere gute Ergebnis mit verdient machte. Sie schaffte es tatsächlich unter Mitwirkung des Sportamtes der Stadt Mönchengladbach eine zweite Diskuswurf-Anlage präparieren zu lassen und ein zusätzliches Kampfgericht auf die Beine zu stellen (wir berichteten im Vorfeld über diese Bemühungen). Das sorgte für Entzerrung der zunächst sehr großen zusammengelegten Felder in der M50/55 und der M70 und älter, mithin einer zügigeren, Athleten-freundlicheren Abwicklung. Sie hat halt ein Herz für Senioren.
Alle Ergebnisse der Titelkämpfe im Auswahlverfahren unter dieser Verlinkung.