Neuwahlen herausragender Tagesordnungspunkt beim LVN-Verbandstag

(Dormagen/Krefeld, 07. April 2019) Herausragender Tagesordnungspunkt beim Verbandstag des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) heute ab 13.30 Uhr im Sportinternat Knechtsteden in Dormagen werden die Wahlen des Geschäftsführenden Präsidiums sein. Überraschungen sind nicht zu erwarten, da fast alle ohne Gegenkandidaten erneut zur Verfügung stehen. Vorneweg Peter Wastl (im Bild), der 2016 die Nachfolge des rührigen, außerordentlich beliebten und athletennahen Vorsitzenden Franz-Josef Probst (Kevelaer) nach dessen 22-jährigen Amtszeit angetreten hat. Das große Anliegen seine Vorgängers, die sinnvolle Fusion mit der Schwester Westfalen zu einem tatsächlichen Landesverband des einwohnermäßig größten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, konnte Wastl vernehmlich nicht weiter vorantreiben. Jedenfalls hat dieses Thema seit seinem Wirken in der Außendarstellung (und womöglich auch im Innenverhältnis) nicht stattgefunden.
Daran wird er sich weiterhin messen lassen müssen. Die ab 01.Januar 2018 in Kraft getretene Strukturreform mit der Verschlankung der ehedem 15 Leichtathletik-Kreise auf die vier Regionen Südwest, Nord, Mitte und Südost in allen Ehren. Aber aus vielerlei Gründen muss spätestens mittelfristig eine Fusion mit den Westfalen das erklärte Ziel sein. Ganz so, wie es mit einer Verschmelzung des Rheinlandes, der Pfalz und Rheinhessen zu Rheinland-Pfalz in der Planung ist (wir berichteten).

Ein Brandbrief soll retten, was vermutlich nicht mehr zu retten ist

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Lausanne/Krefeld, 06. April 2019)
Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger. Der launig-flapsige Spruch verheißt indes Hilflosigkeit. Genau das trifft auf den europäischen Senioren-Verband European Masters Athletics (EMA) mit Briefkastenadresse in Lausanne am Genfer See (Schweiz) zu. Denn nach dem Malmö (Schweden), London (England) und Lissabon (Portugal) ihren Bewerbungen für die kommenden Europameisterschaften der Ü35-Generation (auf die Stadion-EM 2019 in Venedig müsste 2020 die in der Halle folgen) zurück gezogen haben, steht die EMA ab 2020 momentan buchstäblich blank da. Woher bei den notwendigen langen Vorlaufzeiten die noch generieren? Dass die nicht mit der Einladung der Teamleiter während der Hallen-WM im polnischen Torun (wir berichteten) ausfindig zu machen sein würden, dürfte keiner ernsthaft erwartet haben. Selbst der hemdsärmelig wirkende präsidiale Berufsoptimist nicht. Da muss schließlich eine ganz Menge mehr hinter stecken, als das bloße Lippenbekenntnis eines nationalen Verbandsfürsten.
Nun hat also der ratlose EMA-Präsident Kurt Kaschke aus Gütersloh in Westfalen zu einem weiteren Strohhalm gegriffen. Der 63-Jährige „Twist- und Traumtänzer“ veröffentlichte auf der Netzseite der Dachorganisation bei der Suche nach Ausrichtern eine Art Brandbrief, dass das Präsidium „auf neue Angebote warte“. Eine sehr optimistische Herangehensweise, die wenig Aussicht auf Erfolg verspricht.
Jetzt wäre es vornehmlich an Kaschke endlich mal zu beweisen, dass er besser ist als sein wenig schmeichelhafter Ruf des horrende Spesen verursachenden selbstverliebten Reise- und Sonnenkönigs.

Als Mann der ersten Stunde feiert Sigi Heinrich mit Eurosport 30-Jähriges

(Paris/Krefeld, 04. April 2019) Er ist der Mann der ersten Stunde, wechselte 1989 von der angesehenen Süddeutschen Zeitung als Reporter und Kommentator zum neu gegründeten privaten Spartensender EUROSPORT mit Hauptsitz in der französischen 2,2-Millionen-Metropole Paris. Mit ihm feierte Siegfried „Sigi“ Heinrich (*1953) aus Wolfratshausen nunmehr 30-jähriges Bestehen. Außer in Deutschland übertagen die Franzosen mittlerweile in 58 europäische Nationen und 20 Sprachen. In den Anfängen hat Heinrich mit seiner angenehmen Mikrofonstimme und seinem unverwechselbaren, von ihm auch ein bisschen gepflegten bayerischen Akzent über so ziemlich alle übertragenen Sportarten pointiert berichtet. Bei allmählich gewachsenem Kollegenkreis liegen inzwischen seine Interessenschwerpunkte beim Biathlon, worüber er zusammen mit Ex-Biathlet Frank Luck ein Buch veröffentlicht hat, und der Leichtathletik.

Ein im doppelten Wortsinne ausgezeichneter Mann

Weder hier noch da nimmt der fachkompetente und äußerst schlagfertige 65-Jährige ein Blatt vor den Mund, legt wenn nötig wo immer es hakt in gekonnter Rhetorik symbolisch den Finger in die Wunde. Bei Leichtathletik-Übertragungen wird er gewissermaßen zu einem von uns, kann regelrecht sauer werden, wenn die ahnungslosen Bildregisseure mal wieder nach dem Motto Lauf vor Sprung und Wurf verfahren, statt einen Finalversuch bei Kugel, Diskus, Speer oder Hammer zu zeigen, die siebte Zeitlupen-Wiederholung in irgendeinem x-beliebigen Vorlauf abnudeln. Heinrich ist im doppelten Wortsinne ein ausgezeichneter Mann. Er wurde mit seinem ehedem kongenialen Partner Dirk Thiele (*1947) 2008 für die beste Sportsendung des Jahres mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Als Solist erhielt die deutsche Stimme von EUROSPORT 2006 den „Biathlon-Award“ der Internationalen Biathlon-Union (IBU) und 2014 den Bayerischen Sportpreis in der Kategorie „Herausragende Präsentation des Sports“.
Erfreulicherweise verschwendet er noch keinen Gedanken an den Ruhestand. „So lange es stimmlich und gesundheitlich geht und mich der Sender behalten möchte, werde ich weitermachen“, ließ der bekennende Bayer in einem zweiseitigen Interview mit dem April-Magazin „Sportjournalist“ wissen.
Als Print-Kollege und Zuschauer in Personalunion bekunde ich: Und das ist gut so!

Morgen 1. Werfertag in Erinnerung an Trainer Kurt "Eia" Benner

(Leichlingen/Krefeld, 05. April 2019) Da es mir aus jahrzehntelanger tiefer Verbundenheit mit dem im August 2018 84-jährig Verstorbenen geradezu ein persönliches Anliegen ist, sei speziell für „Westler“ diesmal ganz aktuell auf den Eia-Benner-Werfertag hingewiesen. Der geht morgen ab 12 Uhr im Gedenken an Kurt (so sein wirklicher Vorname) im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen bei Leverkusen erst- und sicherlich nicht letzmals über die nach oben offene Bühne unter freiem Himmel. Auf der prall gefüllten Karte stehen ab M/W14 bis hinauf zu den Senioren*innen Kugel, Diskus, Speer und Hammer, dazu im Rahmenprogramm Steinstoßen und Gewichtwurf nach Rasenkraftsport-Bedingungen. Bei etwas längerer Verweildauer zur Stärkung zwischen den Disziplinen oder vor dem Nachhauseweg nicht zu vergessen, dass der gastgebende Leichlinger TV (LTV) für sein Catering zu volkstümlichen Preisen im vor Witterungseinflüssen geschützten Funktionshaus unmittelbar an den Wurfanlagen berühmt ist.
Sofern nicht ohnehin schon gemeldet: Kurz- und Spätentschlossene – nix wie hin! Weitere Informationen unter www.leichtathletik-ltv.de.

Medaillenspiegel insbesondere bei Senioren so überflüssig wie ein Kropf

(Torun/Darmstadt/Krefeld, 03. April 2019) Unser längst obligatorischer, bei unseren Stammbesuchern weithin beliebter April-Scherz hat die eigentliche Nachrichtenübermittlung in den letzten beiden Tagen zurückgedrängt. Freilich wurde nichts Brandaktuelles verpasst. Das nach internationalen Titelkämpfen zwangsläufig aufkommende Thema „Medaillenspiegel“ läuft uns schließlich nicht weg. Wären wir wieder bei unserem Leserstamm, dem dazu die Haltung von LAMPIS hinlänglich bekannt ist: Er ist nämlich so überflüssig wie ein Kropf, sagt über die wahre Leistungsstärke der sehr unterschiedlich großen respektive kleinen nationalen „Vertretungen“ aus aller Herren Länder (bei der WM in Torun waren es 88) nichts aus. Es ist also ein veritabler Trugschluss und zeugt von großer Einfältigkeit, dass der DLV in seiner Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite die „deutsche Mannschaft“ als im Medaillenspiegel deutlich vorn liegend abfeiert.

Es gibt überhaupt keine offizielle deutsche Mannschaft

Denn es mangelt streng genommen schon an der vom DLV genannten Begrifflichkeit (siehe oben). Denn die Ü35-Generation wird nicht von ihrer zuständigen Dachorganisation nominiert, sondern entsendet sich auf eigene Kosten selber. Das öffnet dann auch hier zu Lande Sporttouristen Tür und Tor, die als Teilnehmer bei einer WM oder EM nichts verloren und mithin nichts zu suchen haben/hätten. „Einheitlich“ (siehe Abbildungen) ist allenfalls das Trikot, das allerdings auch nicht gestellt wird, sondern überteuert erworben werden muss. Es ist zudem ein „Merchandising“-Artikel, der mit fehlendem Bundesadler dem echten Nationaldress lediglich ähnelt.

Götze Medaillenspiegel nichts als eine Milchmädchenrechnung

Wenn schon dem Götzen Medaillenspiegel gehuldigt wird, dann doch bitte in Relation zu den Erfolgen im Verhältnis zu den Meldezahlen der jeweiligen Nationen und nicht nach Art des Milchmädchens. Genau diese faire Rechnung macht kein Geringerer als EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin (im Bild) aus Ahlen in Westfalen in einem ausführlichen Beitrag der Facebook-Gruppe „EMA Friends“ auf. Danach liegen die Germanen mit einer Ausbeute von 55,2 Prozent deutlich hinter den USA (72,6 %) auf dem zweiten Rang. Es gibt im Übrigen noch andere Möglichkeiten, einen Medaillenspiegel aufzustellen, als allein anhand absolut gewonnenem Edelmetall. Da sind der Fantasie praktisch keine Grenzen gesetzt, ist von uns vor Jahren schon thematisiert und diskutiert worden.
Drum merke: Traue keiner Statistik, die nicht von dir selber „gefälscht“ worden ist.