Ritte verliert den Zehnkampf-Weltrekord an Herbert Indra aus Südtirol

(Arezzo/Lana/Krefeld, 09. Juni 2018) Einmal abgesehen von in Stein gemeißelten Überbleibseln längst vergangener Tage ist so gut wie nichts für die „Ewigkeit“ bestimmt. Insbesondere Rekorde jedweder Art. Sie sind schlicht lediglich dazu vorgesehen, auf kurz oder lang irgendwann verbessert zu werden. Der von Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen mit 8.123 Punkten im Zehnkampf der M60 von Ende Mai 2014 in Stendal überlebte gerade mal vier Jahre. Denn nun kam Hubert Indra (*1957) aus Lana bei Meran in Südtirol daher, der Anfang Juni bei den Italienischen Mehrkampf-Meisterschaften der Masters im toskanischen Arezzo die globale Bestmarke um 79 Zähler auf 8.202 Punkte steigerte. Bemerkenswert genug.
Aber die Geschichte hinter Geschichte ist die, stets einmal mehr aufzustehen, als hingefallen zu sein. Denn der Südtiroler wurde erst im Oktober 2016 an einem Tumor auf der Zunge operiert. Und neben dem fürwahr grandiosen Weltrekord stellte er noch drei nationale M60-Bestmarken auf: Hochsprung 1,66m, 100 m Hürden 15,60 Sekunden und Stabhochsprung 3,80m. Was uns lehrt, dass der 61-jährige Nord-Italiener über seine Ausgeglichenheit und Vielseitigkeit hinaus auch das Zeug zum Spezialisten hat.
Einen ausführlichen Beitrag widmete ihm die Online-Ausgabe der in Bozen erscheinenden SportNews. Derweil gibt es von uns die zehn Einzeldisziplinen in der richtigen Reihenfolge (in Klammern die Leistungen von Ritte): 100 m 13,62 sec. (12,76), Weit 4,83m (5,52), Kugel 11,58m (12,64), Hoch 1,66m (1,55), 400m 62,19sec. (62,27); 100m Hürden: 15,60 sec. (15,33), Diskus 41,19m (38,74), Stab 3,80m (4,00), Speer 41,19m (35,98m), 1.500m 5:42,63 min. (7:06,64).

"Westfälische": Kugel und Diskus nach 100 m meist besetzte Disiziplinen

(Gladbeck/Krefeld, 09. Juni 2018) Bei 329 Gemeldeten zu den Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften der Ü30-Generation wird es morgen in der Vestischen Kampfbahn (welch ein Name aus einer früheren Epoche; Vest geht auf die Gerichtsbarkeit im Mittelalter zurück) in Gladbeck an der Schwelle zum Nordrhein insgesamt 692 beabsichtigte Starts geben. Dazu könnten wir eine Platte auflegen, dass die Eingangsklassen schwach besetzt sind und der 100-m-Sprint per Saldo (90) den Vogel abschießt. Danach folgen aber schon das Kugelstoßen (88), das in der M50 (12) und der M60 (10) zugleich die meisten Startwilligen stellt, und der Diskuswurf (82) noch weit vor den 200 Metern (67).
Noch mit ein paar Protagonisten eine bisschen be-/gelebte Statistik aus unserem originären Bereich von Stoß und Wurf. Ein
Déjà-vu-Erlebnis der Nordrhein „Open“ an Fronleichnam in Mönchengladbach ist im Diskuswurf der M65 vorprogrammiert. Mit Herbert Mussinghoff (42,41m) vom Team Voreifel, Rolf Griesberg (41,77m) vom Pulheimer SC und Klaus Kynast (41,49m) vom ASC 09 Dortmund sind die drei Medaillengewinner gemeldet. Diesmal hochkarätig angereichert durch den mehrfachen Deutschen Seniorenmeister Johann Stein vom TV Werther, der die Kräfteverhältnisse neu mischen dürfte, könnte, müsste.
Herausragende Starterin vom schillernden Namen ist Anne Chatrine Rühlow (W80) vom SV Burgsteinfurt, schon bei den Frauen eine Weltklasse-Athletin mit Kugel und Diskus. Sie gewann bis heute in ihrer langen Karriere sage und schreibe 525 Meistertitel!
Alle voraussichtlichen Teilnehmer/innen nach Klassen und Disziplinen, diesmal fein geordnet nach männlich und weiblich (geht doch, ist allerdings Cosa Win und nicht SELTEC!) unter diesem Link.

Bayern: Meldelisten nach Klassen und Disziplinen für Titelkämpfe online

(München/Regensburg/Krefeld, 07. Juni 2018) So lieben es die Aktiven von Titelkämpfen und die vielen Kiebitze landauf, landab: Der Bayerische Leichtathletik-Verband (BLV) in München präsentierte auf seiner Netzseite bereits einen Tag nach Meldeschluss die Listen nach Klassen und Disziplinen für die Senioren-Landesmeisterschaften am 16./17.Juni 2018 in Regensburg. Aus unserer Sicht mögen im einstigen Seehofer-Land jenseits des Weißwurstäquators die Uhren gefühlt ein wenig anders ticken, die Gesetzmäßigkeiten bei der leichtathletischen Ü30-Generation werden auch hier nicht über den Haufen geworfen. Die Eingangsklassen sind im mitgliederstärksten deutschen Landesverband bei den Männern genauso dünn besetzt wie anderswo. Ansehnlicher wird es dann ab M45. Ziemlich durchgängig scheint bei den „Mädels“ Bayern Leichtathletik-Diaspora zu sein. Was machen die da eigentlich überwiegend so rein sportlich gesehen in ihrer Freizeit?

Überbordendes Starterfeld im Diskuswurf der M30 – 55

Was mit Grandezza in die Hosen gehen wird, ist der am 16.Juni, 15 Uhr, angesetzte gemeinsame Diskuswurf-Wettbewerb der M30 – 55 mit 31 potenziellen Startwilligen. Dabei würden nach dem Vorkampf lediglich drei Teilnehmer (einer in der M50, zwei in der M55) ausgefiltert. Wie lange soll das dauern? Ein Leistungskiller der Extraklasse! Und das bei solchen Assen wie Helmut Maryniak (*1968/M50) vom 1.FC Passau und M50-Bayern-Rekordhalter (58,11m) Norbert Demmel (*1963/M55) vom TSV Unterhaching. Die Gretchenfrage ist allerdings, ob sie in Regensburg überhaupt zwei Anlagen und ein zusätzliches Kampfgericht haben, um das überbordende Starterfeld zu entzerren. Das wäre andererseits insofern schade, als es keinen direkten Vergleich zwischen Maryniak (56,83m am 01.Mai) und Demmel geben würde. Oder bieten die Veranstalter zwischen den Versuchen für die Wartenden eine zünftige Brotzeit an? Not macht ja bekanntlich erfinderisch.
Schaun mer mal, dann sehn mer scho, würde jetzt der inzwischen stumm gewordene „Kaiser Franz“ (Beckenbauer) orakeln.

DAMM: Noch fünf Durchgänge auf dem Weg ins Team-Finale

(Halle a.d.S./Darmstadt/Hamburg/Krefeld, 08. Juni 2018) So es geografisch einigermaßen passt, haben DAMM-Nachzügler oder solche die ihr Ergebnis noch aufbessern müssen dazu die Gelegenheit. Der USV Halle in Sachsen-Anhalt richtet auf der Leichtathletik-Anlage Robert-Koch-Straße am 16.Juni 2018 (Meldeschluss 11.Juni) einen landesoffenen Team-Wettkampf für die M40 und 50 sowie für die W50 und 60 aus.
Gerade in der W60 sind momentan in einer Art Schlussverkauf sehr preiswert noch zwei Plätze für das Bundesfinale der Team-DM Senioren am 22.September im hessischen Baunatal zu vergeben, da sich hier bislang erst vier Klubs/Startgemeinschaften beteiligt haben. Also auf- und mitgemacht, alles aktivieren und mobilisieren, was laufen, springen und die Kugel stoßen kann.

Drei Ergebnisse vom Durchgang in Hamburg nachträglich korrigiert!

Mittlerweile sah sich auch der veranstaltende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt nach mehreren Anfragen gemüßigt, seiner Informationspflicht endlich nachzukommen. Er veröffentlichte mit angeblichem Stand 01.Juni 2018 auf seiner Netzseite eine DAMM-Rangliste. Darin fehlen allerdings beide Teams aus Spandau (W30 und M50) und die als Neuntplatzierte indes völlig chancenlose Stg Essen-Rhede in der M30. Zwangsläufig unberücksichtigt blieben spätere Korrekturen vom Qualifikationsdurchgang am 10.Mai 2018 in Hamburg. Dort ergaben sich in drei Altersklassen infolge irgendwelcher Fehler (normalerweise sind nur geprüfte Ergebnisse weiterzugeben!) drei Änderungen: LAC Lübeck (M30) von 9.131 auf 9.157, Hamburger Jungs (M70) von 7.297 und 7.308 und Stg Nordwest Hamburg (W60) von 4.360 auf 4.551 Punkte. Dies hat unser Gastautor, DAMM-Experte und Team-Manager Dieter Krumm vom LAC Quelle Fürth in der aktualisierten nachfolgenden Rangliste (Stand 07.Juni 2018) bereits eingearbeitet. Es stehen freilich neben Halle noch vier weitere Durchgänge aus (siehe Fenster „Veranstaltungen“).
 
Seniorinnen

W30: 1. StG Nutrixxion Masters (LT DSHS Köln, TV Herkenrath) 6.882, 2. StG Ruhr-West 6.777, 3. TSV Friedberg 6.518, 4. StG Bedburg – Dinslaken 6.422, 5. StG Equipe Saar 6.418, 6. VfV Spandau 5.971, 7. Stg Planeta-Elbland 5.908, 8. Stg Aue-Frankenberg-Gornsdorf 5.670, 9. TV Elm 4.990 Punkte.
W40: 1.TSV Korbach 6.260, 2. SF Neukieritzsch 6.032, 3. LG Neiße 6.014, 4. StG Pulheim-Straberg 5.969, 5. HNT Hamburg 5.836, 6. TSV Bayer 04 Leverkusen 5.826, 7. LAV Elstertal Bad Köstritz 5.439, 8. StG Mittel-Unterfranken 3.765 Punkte.
W50: 1. LAZ Obernburg-Miltenberg 5.652, 2. StG LAC Quelle-SWC Regensburg 5.620, 3. SF Neukieritzsch 5.604, 4. StG Witten-Annen-Bochum 5.436, 5. Stg Aue-Frankenberg-Gornsdorf 5.195, 6. Stg. Markkleeburg-Torgau-Tauchau 5.159, 7. StG Breisgau-Team 4.965, 8. LG Neiße 4.901, 9. StG Pulheim-Straberg 4.415, 10. LC 72 Altenkessel 3.932 Punkte.
W60: 1. StG Düsseldorf/Aachen 5.701, 2. Stg Halle 5.374, 3. StG CSV - Troisdorf - Oedt 4.894, 4. StG Nord-West Hamburg 4.551 Punkte.


Senioren

M30: 1. StG Nutrixxion Masters 9.335, 2. Leichtathletik-Club Lübeck 9.157, 3. LG Kindelsberg- Kreuztal 8.828, 4. StG Saarmasters 30 7.357, 5. LSG Sbr.-Sulzbachtal 7.321, 6. Stg Markkleeburg-DHfK-TSC Leipzig 7.121, 7. Stg Planeta-Elbland 6.938, 8. LAV Elstertal Bad Köstritz 6.786, 9. StG Essen-Rhede 2.161 Punkte.
M40: 1. StG TSV Würzburg-TSV Erding-TSV Ipsheim 9.526, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 9.383, 3. StG Ostwestfalen-Lippe 9.362, 5. Stg Planeta-Elbland I 9.094, 5. LG Neiße 8.953, 6. LBV Phönix Lübeck 8.149, 7. LG Saar 70 7.649, 8. LG Berus 6.952, 9. SF Neukieritzsch 6.942, 10. Stg Planeta-Elbland II 6.939 Punkte.
M50: 1. LG Eder 10.191, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 10.062, 3. Stg. Markkleeburg-DHfK-TSC Leipzig 9.848, 4. StG Essen-Rhede 9.599, 5. Team StG Ostsee 9.114, 6. LG Elmshorn 8.130, 7. StG TopWeiß Spandau 6.138, 8. TSV Bayer 04 Leverkusen 3.370 Punkte.
M60: 1. StG Hünxe - Bedburg 7.616, 2. StG Werther 7.518, 3. LAC Quelle Fürth 7.257, 4. Pulheimer SC 7.188, 5. LAG Obere Murg 5.839, 6. Stg Markkleeburg-DHfK-TSC Leipzig 5.690 Punkte.
M70: 1. StG Hamburger Jungs 7.308, 2. Pulheimer SC 6.768, 3. LAC Quelle Fürth 6.557, 4. LG Stadtwerke München 6.316 Punkte.

Zwei Spitzenkönner, eine Plattitüde: Aller Wiederanfang ist schwer

(Stuttgart/Flensburg/Edenkoben/Halle a.d.S./Krefeld, 06. Juni 2018) Aller (Wieder-)Anfang ist schwer. Diese Plattitüde mit bisweilen hohem Wiedererkennungswert haben nun auch zwei absolute Spitzenkönner der internationalen Werferszene am eigenen Leibe erfahren. Allerdings dürften sie das einkalkuliert haben. Jedenfalls Felix Mohr (*1943) von der LG Radolfzell, der aufgrund einer schweren Krankheit im Vorjahr ohne Wettkampf-Ergebnis war und dem es vordergründig um die Normen für die Senioren-DM vom 29.Juni bis 01.Juli 2018 in Mönchengladbach ging. Immerhin dieses Unternehmen darf mit 11,37m Kugel und 32,32m Diskus als Doppel-Sieger der M75 bei den Senioren-Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg in Stuttgart als geglückt bezeichnet werden.

Kugelstoß-Weltrekord der M75 noch in weiter Ferne

Weniger zufrieden dürfte hingegen ein weiterer Rückkehrer und Jung-Fünfundsiebziger nach selbst auferlegter vierjähriger Pause dreingeschaut haben. Kurt Goldschmidt (*09.03.1943; im Bild) vom TSV Kücknitz hatte im Vorgespräch anlässlich seines Jubeltages dem Chronisten erzählt, dass er im Training bereits 13,80m gestoßen habe und guten Mutes sei, den Stadion-Weltrekord der M75 (14,24m) von Karl-Heinz Marg (*1938) von der SG Osterholz aus 2013 verbessern zu können. Davon blieb „Kuddel“ bei den gemeinsamen Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Flensburg mit 11,92m freilich ein gutes Stück entfernt. Ganz passabel hingegen seine 39,57m mit dem Diskus.

Andreas Deuschle stieß 15,42 m, Hermann Albrecht warf den Hammer auf 45,25 m

Picken wir uns noch ein paar Rosinen von den vier Schauplätzen heraus. Kugelstoßer Andreas Deuschle (*1968) von der TG Nürtingen war im Schwabenländle erwartungsgemäß eine Klasse für sich, stieß in der M50 das sechs Kilo schwere Gerät im letzten Durchgang auf 15,42m, hatte mit 15,05 und 15,41m weitere Versuche jenseits 15 Meter. Altmeister Hermann Albrecht (*1940; rechts im Bild) von der Spvgg. Satteldorf brillierte im Hammerwurf der M75 mit einer sehr ausgewogenen Serie von sechs gültigen Versuchen. Dem „Ed-Burke-Bezwinger“ von 2012 blieb bei seinen 45,25m allerdings der Ausreißer nach oben versagt.

Ergebnisliste ein Muster ohne Wert

Ein Muster ohne Wert ist in Teilen die Ergebnisliste der Offenen Senioren-Meisterschaften von Sachsen-Anhalt in Halle an der Saale. Da taucht Diskuswerfer Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau sowohl in der M45 (2 kg) als auch in der M50 (1,5 kg) mit der gleichen Weite von 53,63m auf. Letzteres wird stimmen. Lothar Huchthausen (*1935) von der LG Altmark ist im Kugelstoßen der M55 (6 kg) mit 12,19m gelistet. Das wäre eine Weltsensation. Vergessen wir’s! Es war garantiert das 3-Kilo-Kügelchen aus der M80..

Eine märchenhaft anmutende Steigerung mit der leichteren Kugel

Die Vorzeigefrau der Fraktion Stoß/Wurf war beim 40. Seniorensportfest in Edenkoben, zugleich Pfalzmeisterschaften der Ü30-Generation, zu bewundern. Claudia Kodel (*1968) vom OSC Berlin stieß als Neu-Fünfzigerin starke 14,12m. Dabei hatte ihre Serie (12,97, 13,11, 13,19, 14,12, x, x) in der Bandbreite eine noch größere Streuung als eine Gießkanne mit riesiger Tülle. Bei ihrer im vierten Durchgang erzielten Tagesbestweite legte sie mal eben gewaltige 93 Zentimeter zu. Danach folgten auf den „Schocker“ zwei x wie war wohl nix. Sei noch angemerkt, dass die Berlinerin eine vorjährige Bestleistung mit der „Vierer“ von 12,09m hat. Da mutet der 2.03-m-Sprung mit dem ein Kilo leichteren Gerät schon ziemlich märchenhaft an. Warten wir die nächsten Wettkämpfe ab, vielleicht auch die Nagelprobe mit  W50-Platzhalterin Jana Müller-Schmidt (*1964) von der SG Osterholz bei der kommenden Senioren-DM.