In Memoriam Peter Speckens, der heute 85 geworden wäre

(Übach-Palenberg/Krefeld, 28. Mai 2020) Erinnern wir aus gegebenem Anlass an einen ganz Großen der Senioren-Werferszene. Gemessen an nationalen und internationalen Titeln den Größten überhaupt. Wenn es das Schicksal nicht anders mit ihm gemeint hätte, würde der ehedem weltweit erfolgreichste Wurf-Allrounder Peter Speckens (*28.05.1935; im Bild) vom SV Rot-Weiß Schlafhorst in Übach-Palenberg bei Aachen heute einen runden eckigen Geburtstag feiern und das 85.Lebensjahr vollenden. Doch ein Schlaganfall bereitete seinem bis dahin prall gefüllten Dasein zwei Tage vor Karnevalserwachen am 09. November 2019 ein völlig unerwartetes, jähes Ende.
Obschon es stets zu früh ist, wenn ein liebgewordener Mensch für immer gehen muss, so bleibt bei ihm tröstlich festzuhalten, dass er nicht leiden musste. Der
„Gentleman in kurzen Hosen" hatte verdientermaßen einen sanften, friedlichen, würdevollen Tod. Gerade so, als wäre das (Lebens-)Licht einfach ausgeknipst worden. Bitter indes für die hinterbliebene Witwe Irmgard, alle weiteren Angehörigen, Freunde, Bekannte, Nachbarn und die vielen Weggefährten aus dem Sport, die seinerzeit diese Nachricht traf wie der vielzitierte Blitz aus heiterem Himmel.
Für all jene, die ihn ein wenig näher kannten ist es gewiss keine häufig benutzte Floskel, ihm ein ehrendes Andenken zu bewahren, treten nicht die üblichen Mechanismen „Aus den Augen aus dem Sinn“ in Kraft. Der Beweis wäre unsererseits von LAMPIS und namentlich dem Verfasser dieser Zeilen hiermit insbesondere an die Adresse der großen, empathischen Werfer-Familie erbracht.

Corona und Sport: Heilloses Durcheinander quer durch die Republik

Kolumne

Moment mal

(Berlin/München/Erfurt/Krefeld, 27. Mai 2020)
Großes Durcheinander in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in unserer Nation mit ihren 16 Bundesländern. Es ist gewissermaßen unter einigen lautsprecherischen Ministerpräsidenten ein unheilvoller Wettstreit ausgebrochen, wer wann welche Lockerungsmaßnahmen einführt. Der Thüringer Landesfürst Bodo Ramelow (Die Linke) versprach seinen 2,1 Millionen Untertanen ab kommenden Samstag „radikale Lockerungen“. So die Formulierung des „Münchner Merkurs“. Derweil beschlossen Bund und Länder, wozu Thüringen gehört, erst gestern die Kontaktbeschränkungen bis zum 29.Juni 2020 zu verlängern. In dem Zusammenhang forderte der bislang durch große Weit- und Umsicht als Bremser aufgefallene Bayern-Boss Markus Söder (CSU) folgerichtig in unserem föderalistischen System der Länderhoheit bei flächendeckenden Problemen wie diesen mehr Macht für den Bund.

Bald wieder Wettkämpfe in Bayern möglich

Wie das in seinem Musterland, dem Freistaat Bayern, mit einem Vorstoß seines Innen- und Sportministers sowie Parteikollegen Joachim Herrmann zusammengehen soll, erschließt sich Otto/Ottilie Normalverbraucher nicht. Der/die rätseln ja schon von der kurzen Fahrt von Ost-Westfalen nach Niedersachsen daran herum, wie sie sich ein paar Kilometer weiter denn nun ordnungsgemäß zu verhalten haben. Jedenfalls sind in unserem südlichstem Bundesland (rund 13 Mio. Einwohner) „ab nächsten Montag (08.Juni) generell wieder Wettkämpfe unter Beibehaltung der Abstandsregeln und Hygienekonzepte erlaubt“. Das und noch ein bisschen mehr berichtet gestern der Bayerische Leichtathletik-Verband (BLV) auf seiner Netzseite.

Derweil guckt der Nordrhein noch bis Ende August in die leere Röhre

Aus Sicht der bajuwarischen Aktiven, immerhin zahlenmäßig mit 1.281 Vereinen und 142.166 Mitgliedern die stärkste Fraktion im DLV (im Zusammenschluss vom Nordrhein und Westfalen wäre NRW mit 186.506 indes größer) zunächst einmal sehr erfreulich. Nur ist das heillose Hü und Hott auch auf sportlichem Gebiet für den „großen Rest vom Fest“ nicht nachvollziehbar und demzufolge schwer zu ertragen. Beispielsweise gilt am Nordrhein laut des dortigen Regionalverbandes vorerst bis 31.August 2020 ein stringentes Wettkampfverbot.
Und die Bayern selber haben nun den Salat, im vorauseilenden Gehorsam alle ihre Landesmeisterschaften bis 19.September 2020 abgesagt zu haben.

"Rolling Stone" aus den USA malt ein düsteres weltweites Wettkampf-Bild

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(San Diego/Monte Carlo/Lausanne/Krefeld, 25. Mai 2020) Was ist, wenn er mit seinem düsteren Wortbildern Recht behalten sollte? Der amerikanische Journalist und Kenner der Mastersszene Ken Stone (= nomen est omen/der Name ist ein Zeichen) aus San Diego hat den Stein buchstäblich wie sinnbildlich ins Rollen gebracht mit seinem jüngsten Blog auf seiner Netzseite Masterstrack, in dem er unverhohlen die Zukunft in schwarz malt. Der ehemalige Masterssportler aus den USA geht davon aus, dass es zu internationalen Meisterschaften bis 2024 keine Planungssicherheit geben werde. Wer weiß es? Wer kann Sicherheit geben? Genau genommen – niemand! Es sei denn, er hätte hellseherische Fähigkeiten.

Verantwortungsvolles Handeln von Margit Jungmann…

Und so handelt Präsidentin Margit Jungmann (Rehlingen) vom Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA) in Monte Carlo wesentlich verantwortungsbewusster wie seriöser, wenn sie in ihrem „Kalender-Plan“ mit all seinen neuen Terminen und Meisterschaftsorten zum Schluss schreibt, dass man die endgültigen Entscheidungen abwarten solle. Gut so und recht so. Im völligen Gegensatz zum europäischen (Ver-)Steuermann Kurt Kaschke (Assafora/P), der den virtuellen Wettbewerb im 5- Kilometer-Lauf (rhetorische Frage: gibt es nur den Langlauf und keine weiteren Disziplinen, die er virtuell einbeziehen kann?) zum Anlass nimmt, um die verschobenen Lauf-Meisterschaften auf Madeira im Oktober/November 2020 zu bewerben.

…was sich von ihrem europäischen Pendant nicht sagen lässt

Also Wettbewerbe, bei denen der Mindestabstand von 1,50 Meter gar nicht eingehalten werden kann, wie es weltweit – noch unabsehbar – gefordert wird. Was ist also, wenn es auf Grund behördlicher Auflagen zu Einschränkungen auch in der Leichtathletik kommen respektive bleiben sollte? Was wird aus dem Meisterschaftskalender, den der Wahl-Portugiese Kaschke bis 2022 noch weitgehend unüberarbeitet auf dem Internet-Portal der European Masters Athletics (EMA) mit Sitz in Lausanne publiziert und damit für weitere Verunsicherungen sorgt? Und was wird aus jener Schwarzmalerei von Ken Stone, der erst 2024 wieder Licht am Ende des Tunnels sieht?

Urkunden ausstellen, statt ernsthafte Gedanken zu machen

Statt Urkunden für die virtuellen Teilnehmer am 5-km-„Event“ auszustellen (damit hat er derzeit wenigstens eine sinnvolle Beschäftigung) sollte sich der Präsidial- und Feudalherr mit dem Council der EMA ernsthafte Gedanken machen, wie es weitergeht und die Masters in Europa in verantwortungsbewusster Weise informieren sowie auf dem Laufenden halten.
Denn auch auf dem alten Kontinent hoffen alle Seniorensportler sehnlichst, dass Ken Stones Szenario nicht eintritt.

Modalitäten für weltweiten virtuellen Wettkampf kurz vor dem Abschluss

(Wien/Krefeld, 26. Mai 2020) Mit einer Vorabinformation für einige ausgewählte Sportfreunde auf der ganzen Welt gehen wir nunmehr in die kurze Erprobungsphase für das Anmeldeverfahren der „Worldwide Virtual Masters Challenge". Erst nach diesem letzten Schliff und einer etwaig notwendigen Überarbeitung werden wir mit der stetig aktualisierten „Website“ www.mastersrankings.com/2020-worldwide-virtual-masters-challenge/ online gehen.
Dies vorweg: Es werden fast ALLE Wettkämpfe Sprint, Mittel- und Langdistanz, Gehen, Mehrkampf, alle Sprung- und Wurfwettbewerbe Teil des Angebots sein. Für die Durchführung der Wettbewerbe steht der Zeitrahmen vom vom 18. Juli bis 26.Juli 2020 zur Verfügung. Zwei Helfer (Kampfrichter) haben auf die gültige Ausführung zu achten und für die Korrektheit der Resultate Sorge zu tragen. Die Anmeldung, die Zahlung der kleinen Startgebühr und die Übermittlung der Ergebnisse hat über das bewährte Online-System von „Masters Rankings“ zu erfolgen. Lediglich in Ausnahmefällen kann dies über die regionalen und nationalen Kapitäne vorgenommen werden.
Trotzdem sind diese Kapitäne immens wichtig, die Informationen über das größte Leichtathletik-Ereignis dieser Art aller Zeiten zu verbreiten. Deren wesentliche Aufgaben als Motivatoren und Moderatoren sind potentielle Teilnehmer, Klubs mit Mastersathleten, regionale und nationale Verbände zu informieren sowie gegebenenfalls administrative Aufgaben für des Online-Verfahrens nicht mächtiger Athleten/innen zu übernehmen.
Auf gutes Gelingen! Das Organisationsteam Gottfried Gassenbauer, Guy Dirkin und John Seto.

Höchst unübersichtliche Gemengelage nicht nur, aber auch beim Sport

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Bonn/Radolfzell/Krefeld, 23. Mai 2020)
Ein bisschen sonntäglichen Lesestoff auf LAMPIS aus hohler Hand geschrieben, da in Zeiten wie diesen der Corona-Krise eines normalerweise prall gefüllten Terminkalenders trotz so mancher Lockerungsmaßnahmen noch keine aktuelle (Senioren-)Leichtathletik stattfinden darf. Das verstehe bei aller gebotenen, vernünftigen Vorsicht wer kann und will? Der Fußball in den beiden Top-Ligen rollt bereits als – je nach Sichtweite – erstes oder letztes Lagerfeuer der Nation wieder. Und das als Kontakt-Sportart wie sie näher kaum sein kann. Wenngleich noch ohne echte Zuschauer, dafür gestern in Mönchengladbach mit sinnfreien 13.000 Pappkameraden. Welch ein immenser Aufwand für nichts. Dazu einer maßlosen und massenvollen Geldvernichtung, die besser für karitative Zwecke gespendet worden wäre.

„König Fußball“ lässt Ball und Euro bei den Profis wieder rollen
  
Ja, ja und klar, es ist eine riesige, professionelle, in Deutschland unvergleichbare Unterhaltungsmaschinerie, bei der Kommerz mit einem für Außenstehende unübersichtlichen Geflecht von zu erfüllenden Verträgen im Vordergrund steht. Die Schau muss weitergehen, der Euro irgendwie rollen. Die Millionaros in kurzen Hosen und der gigantische Apparat davor wie hinter wollen bezahlt werden. Egal wie. Und sei es als Stimmungskiller via Glotze mit den Protagonisten und 326 zugelassenen lebenden Personen im Stadion. Vergessen wir die stummen, auf Pappe aufgezogenen Figuren im Borussiapark. Geholfen hat es nicht bei der 1:3-Niederlage gegen die Farbenstädter aus Leverkusen, dem so genannten Werksklub. Als hätten die vielen anderen Wirtschaftszweige und vor allem Klein-Unternehmer keine Sorgen, Nöte und Existenzängste?!

Beim Tennis in NRW sind bei Amateuren Medenspiele ebenfalls gestattet

Doch bleiben wir bei der vermeintlich herrlichsten Nebensache auf diesem derzeit besonders schnöden Erdball. Denn auch Amateure, zumindest in den oberen Altersklassen ab Ü30 reinsten Wassers, dürfen ihren ge- und beliebten (Ball-)Sport wieder in Wettkampfform ausüben. Jedenfalls sind beim Tennis in Nordrhein-Westfalen und möglicherweise anderswo (da steigt eh keiner mehr durch, was wo in den 16 verschiedenen Bundesländern bereits erlaubt oder noch verboten ist) Medenspiele wieder gestattet. Das sind Mannschaftsmeisterschaften von der Kreis- bis zur Regionalliga aufwärts. Doppel inklusive, bei denen sich man(n)/frau bei fehlender Absprache indes höchstens versehentlich ins Gehege kommen können. Lediglich bei der gemeinsamen Anreise heißt Vorsicht weiterhin das Gebot der Stunde. Fünf in einem Fahrzeug, es sei denn es wäre eine Reisebus, sind bei Auswärtsspielen um von A nach B zu kommen nicht zulässig. Auf das obligatorische Händeschütteln am Netz nach dem Match muss ebenfalls verzichtet werden. Auf das Duschen der verschwitzten Körper auch. Nicht auf den Cappuccino oder das Bier in der Clubgastronomie zum krönenden Abschluss. Eine gewisse Geruchsunempflindlichkeit oder Deo sollten vorhanden sein.

Leichtathletik übt sich ohne jede Not (?) in Zurückhaltung

Derweil ruht bei der einstigen olympischen Kernsportart die da Leichtathletik heißt noch flächendeckend der Wettkampfbetrieb. Wenigstens darf unter bestimmten Direktiven auf öffentlichen Anlagen meist der Kommunen wieder trainiert werden. Kleinere Klubs, der meinige traditionsreiche mit Preussen Krefeld Leichtathletik als übersichtlicher Einsparten-Verein eingeschlossen, sehen sich aufgrund einer sehr dünnen Personaldecke an Ehrenamtlichen dazu jedoch außer Stande. Vorerst heißt es auf der schmucken Hubert-Houben-Kampfbahn auf dem Appellweg ganz in der Nähe des Krefelder Stadtwaldes, der grünen Lunge (heute ist auch Tag des Parkes), bis 31.August, zunächst dieses Jahres, Ende im Gelände mit offiziellen Trainingseinheiten von Jung bis Reif. Allerdings, so ich denn noch könnte und wollte, wäre es für mich während der werktäglichen amtlichen Öffnungszeiten schon möglich, ein wenig die Kugel zu stoßen. Denn die großen Rasenflächen wachsen weiter, Unkraut auch, wollen durch den Platzwart gehegt, gepflegt respektive entfernt werden.

Fred Schladen und Felix Mohr feiern heute Geburtstag

So ist sie nun mal, die allgemeine Gemengelage der Nation. Hübsch-hässlich unübersichtlich in unserem keineswegs nur begnadeten föderalistischen System der weitreichenden Gestaltungs- und Verwaltungshoheit von elf alten und fünf längst nicht mehr neuen Bundesländern. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen in diesem Sinne einen schönen Sonntag bei was auch immer und eine geschmeidige 22.Kalenderwoche bis Pfingsten, ehedem auch das hohe Fest der Leichtathletik! Und das Allerwichtigste zum Finale: Bleibt alle miteinander gesund, munter und zuversichtlich!
Halt, dies noch: Den bekannten, erfolgreichen Werfer-Urgesteinen Fred Schladen (*24.05.1939) aus Bonn und Felix Mohr (*24.05.1943) aus Radolfzell am Bodensee ein schönen Geburtstag sowie mit einem virtuellen Blumenstrauß ein herzlicher Glückwunsch von diesem speziellen Online-Medium! Stellvertretend für die große Zunft und persönlich.