Sportsch(l)au: Ganzkörpertraining ohne Hilfsmittel fast überall möglich

(Köln/Krefeld, 04. Februar 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an.
Mit seiner freundlichen Genehmigung haben wir nahezu über ein Jahrzehnt hinweg in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues hinzukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Gerade dieser ist bei weiterhin stark eingeschränkten offiziellen Trainingsmöglichkeiten bei geschlossenen Sportanlagen und Fitnessstudios für Amateursportler aktueller denn je. Die Redaktion

Niedliches deutsches Wort für ein Kraftbündel

Das lateinische Wort musculus heißt übersetzt Mäuschen. Ein niedliches Wort für die Kraftbündel, ohne die wir absolut unbeweglich wären. Sie übernehmen in unserem Organismus viele wichtige Funktionen, die dabei weit über die reine Bewegung hinausgehen:

  • Muskeln beeinflussen den Stoffwechsel.
  • Muskeln verbrennen Nährstoffe und erzeugen Energie für alle Bewegungen.
  • Muskeln wärmen.
  • Muskeln produzieren Botenstoffe.
  • Muskeln regulieren die Gehirnfunktion.
  • Muskeln fördern die Immunabwehr.
  • Muskeln schützen innere Organe.

Emotionales Organ bedarf der täglichen Pflege

Es lohnt sich also, mit einem gezielten Krafttraining in die wichtige Hauptrolle unseres Körpers zu investieren. Die Muskulatur ist außerdem ein sehr emotionales Organ, das daher täglicher Pflege durch eine aktive Beanspruchung bedarf. Gezieltes Muskeltraining sollte hingegen zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Programm stehen. Dabei müssen es nicht immer Fitnessgeräte oder teure Studios sein. Denn das beste Trainingsgerät haben wir immer dabei: unseren eigenen Körper.
Das Training mit dem eigenen Körpergewicht hat dabei im Vergleich zu manchem Gerät einen bedeutenden Vorteil: So werden hier etwa nicht isoliert einzelne Muskeln trainiert. Der gesamte Körper profitiert von der Beanspruchung. Das fördert eine bessere Koordination und einen ökonomischeren Bewegungsablauf. Somit wird ein effektives Ganzkörpertraining erreicht.

Auf richtige Ausführung und korrekte Haltung achten

Ein weiterer Pluspunkt ist die niedrige Motivationsschwelle, kann doch sofort und überall losgelegt werden. Ein bisschen Platz in der Wohnung oder auch unterwegs im Hotel reichen. Auch Übungen zu finden, erfordert nur einen geringen Aufwand. Altbewährtes, wie zum Beispiel Liegestütze, Crunches, Kniebeugen, seitliches Beinheben, Ausfallschritte und der Hoch-Streck-Sprung haben an ihrer positiven Wirkung über die Jahre nicht verloren. Verschiedenste Variationen, durch unterschiedliche Tempi, Bewegungsamplituden oder veränderte Hebel sorgen außerdem dafür, dass das Training nicht monoton und der eigenen Leistungsfähigkeit oder Tagesform individuell angepasst werden kann. Geachtet werden muss jedoch auf die richtige Haltung und die korrekte Ausführung.
Fazit: Praktisch ohne Hilfsmittel kann ein effektives Krafttraining an nahezu jedem Ort absolviert werden.

Hinsichtlich der Ü35-Generation spielt der DLV wieder mal Streichkonzert

(Darmstadt/Erfurt/Zella-Mehlis/Krefeld, 03. Februar 2021) Greifen wir einmal mehr zu der journalistisch gebräuchlichen Floskel „aus gemeinhin gut informierten Quellen verlautet“. Die ist, obwohl es mit Ross und Reiter benannt werden könnte, stets angezeigt, um Informanten- und Vertrauensschutz zu wahren. Plaudern wir sinnbildlich also ein bisschen aus dem kunterbunten Nähkästchen beim in Darmstadt ansässigen Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Ungeachtet einer sich möglicherweise im Frühling und Sommer weiter entspannenden Lage an der Corona-Front, hat der DLV im vorauseilenden Gehorsam das nationale Meisterschaftsprogramm stark eingestampft.
Klarer Fall – insbesondere bei der ungeliebten Ü35-Generation. Dem Streichkonzert ist definitiv bereits die Hallen- und Winterwurf-DM zum Opfer gefallen. Dazu sollen sich dem Vernehmen nach noch die Stadion-DM und das DAMM-Finale 2021 gesellen, für das mit Lage in Westfalen bereits aus dem Vorjahr ein Ausrichter feststand. Bleiben von den „Großen Fünf“ noch die Titelkämpfe im Mehrkampf und Wurf-Fünfkampf. Ja, und siehe da, die sollen nach einer (vorläufigen?) Willenserklärung aus dem „hohen Hause“ tatsächlich ausgetragen werden. Vorsicht und Abwarten sind allerdings bei den wankelmütigen Offiziellen geboten.

Bewährtes Zella-Mehlis bewarb sich für die DM im Wurf-Fünfkampf 2021
 
Immerhin steht für den Vielseitigkeitswettbewerb der Fraktion Stoß/Wurf bereits ein offizieller Bewerber „mit belastbarer Absichtserklärung“ (bürokratischer DLV-Sprachgebrauch nach David Deister) parat. Örtlicher Absender ist das bestens bewährte und erprobte Zella-Mehlis für den 27. bis 29.August 2021 in der „Arena Schöne Aussicht“. Da wird der Stadionname für die Senioren/innen gewissermaßen zum Programm. Und hier können wir es auch offizieller handhaben. Denn das beschloss der auf dem Veranstaltungssektor sehr rührige Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) auf seiner letzten (digitalen) Präsidiumssitzung, die im Extrakt in einem Beitrag auf der TLV-Netzseite veröffentlich worden ist. Dort ist auch zu erfahren, dass der vielerorts höchst umstrittene und nicht sonderlich geschätzte Ralf Hafermann (Ohrdrufer LV)  als Leiter Wettkampfwesen seinen Hut nahm. Thomas Gentzel (LAC Erfurt) wurde als sein Nachfolger bestellt.
Dagegen noch inoffiziös, dass am 14./15. August 2021 im hessischen Baunatal die herkömmliche Mehrkampf-DM in fünf Disziplinen stattfinden soll.

Eine gigantische Geldvernichtung für einmalig sechs Wettbewerbe

Kolumne

Moment mal

(Düsseldorf/Krefeld, 01. Februar 2021)
Gigantismus um jeden Preis! Was „lacostet“ die Welt? Dort, wo sonst in der Mehrzweckhalle ISS Dome in Düsseldorf bei einem Fassungsvermögen von bis zu 12.500 Zuschauern (normale Kapazität 8.500 Plätze) Geigen-Magier David Garrett sowie andere hochkarätige Künstler ihre Konzerte geben und im Winter der momentane Tabellendritte Düsseldorfer EG seine Heimstätte in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat, wurde für gestern Vormittag eine ambulante minimalistische Leichtathletik-Anlage buchstäblich aus dem Eisboden gestampft: Für die Premiere des ISTAF Indoor in der NRW-Landeshauptstadt mit einem Schmalspur-Programm. Das ist Geldvernichtung in Reinkultur.
Da in pandemischen Zeiten wie diesen frühzeitig feststand, dass kein Publikum zugelassen sein wird, hätte auch wie in 15 Jahren zuvor bis 2020 das PSD Bank Meeting in der stationären Leichtathletikhalle im Arena Sportpark durchgeführt werden können. Ohne zeit- und kostenaufwändige Auf-/Abbauarbeiten. Dazu mit der Option auf dem 200-Meter-Oval noch weitere Wettbewerbe anzubieten. Für die ausländischen Stars wäre der „Shuttle Service“ vom/zum Rhein Ruhr Flughafen Düsseldorf nicht weiter und das sehr nahe Tulip Inn Hotel als leichte Aufwärmarbeit fußläufig in einer Entfernung von etwa 500 Meter zu erreichen gewesen.

Malaika Mihambo diesmal Siegerin über die nächstbeste Weite

Das musste einfach erwähnt werden (macht ja sonst eh keiner), bevor wir dem stark runtergedimmten Rahmen angemessen vor dem Verweis auf die Ergebnisliste noch ein kleines bisschen sportlich werden. Den einzigen Sieg durch die rosarote deutsche Brille betrachtet landete im wahren Wortsinn in den sechs Konkurrenzen (60m M/F, 60 m Hürden M/F, Stabhoch M, Weit F) Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo (*03. Februar 1994) von der LG Kurpfalz. Die knapp noch 26-Jährige sprang auf dem aufgelegten Laufsteg erstmals aus vollem Anlauf in die angehäufte transportable Sandgrube. Das ging bei Weitengleichheit von 6,74m mit der Exil-Schwedin Khaddi Sagnia über den nächstbesten Versuch von 6,73 zu 6,66m. Da war doch was? Genau! Allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Mihambo musste sich vor 14 Tagen beim Wintercup in Frankfurt-Kalbach
Luzolo Maryse vom Königsteiner LV bei jeweils 6,52m geschlagen geben. Da entschied sogar erst die drittbeste Weite (wir berichteten) über Sekt oder Selters.
Allemal noch bemerkenswert die neue persönliche Bestleistung (5,86m) von Stabhochspringer Torben Blech vom TSV Bayer 04 Leverkusen als Zweitem hinter dem 21-jährigen schwedisch-amerikanischen Überflieger Armand Duplantnis (6,01m), aber vor dem amtierenden Weltmeister Sam Kendricks (5,81m) aus den USA.
Redaktioneller Hinweis auf einen ausführlichen Beitrag im Fenster Ergebnisse vom 15.Rochlitzer Kugelstoß-Meeting, von dem wir nachfolgend bereits gestern kurz berichtet haben.

Heutige "Tag des Murmeltieres" symbolisiert irgendwie den Corona-Alltag

(Krefeld, 02. Februar 2021) Einfach mal in Zeiten wie diesen sich stetig überschlagender staatstragender neuer Horror-Meldungen zur verdammten Corona-Seuche etwas Erheiterndes. Aber zugleich tröstend-Besinnliches. Denn just mit heutigem Datum ist jährlich wiederkehrend der „Tag des Murmeltieres“ oder im amerikanischen Original Groundhog Day. Ein in den USA und Kanada gefeierter Brauch. Allerdings: Der Überlieferung nach sollen es deutsche Siedler aus Westfalen gewesen sein, die diesen Wetterbrauch zu Mariä Lichtmess im 19.Jahrhundert in ihre neue Heimat in Pennsylvania exportiert haben. Er geht verkürzt wiedergegeben darauf zurück, mittels des aus dem Winterschlaf erwachenden Dachses zu erkennen, ob der Frühling schon naht. Und da der wiederum seinerzeit zumindest im genannten US-Bundesstaat selten anzutreffen war, haben sich die ehedem westfälischen Landwirte in ihrer Bauernschläue des schläfrig-dicken Murmeltieres bedient. Der wurde nämlich beim Fest verzehrt, muss folglich genießbar sein. Wem's schmeckt. Der possierliche Nager käme bei mir indes nicht auf den Teller.

Alter Brauch erlangte erst durch den kultigen Spielfilm weltweite Berühmtheit

Obwohl in völlig anderem Zusammenhang, hat dieses alt hergebrachte Brauchtum erst durch den inzwischen kultigen us-amerikanischen Spielfilm-Klassiker Groundhog Day (Und täglich grüßt das Murmeltier) aus dem Jahre 1993 mit Bill Murray, Chris Alliot und Andie MacDowell in den Hauptrollen weltweite Berühmtheit erlangt. Die sollten für einen kleinen Pittsburgher Fernsehsender aus dem tristen Nest Punxsutawney (das gibt es wirklich; siehe Link) in Pennsylvania vom ältesten, bis 1887 zurückgehenden Murmeltierfest der Welt berichten. Ein Schneesturm verhinderte jedoch zunächst die Rückkehr, sodass sie im Hotel festgetackert in Dauerschleife immer wieder denselben Tag erleben.
Wenn man denn so will, oder eigentlich eher nicht, hat es prosaisch formuliert irgendwie mit diesem coronären Zeitalter zu tun. Schließlich sind wir alle miteinander auch – bis auf kleine Abweichungen – auf die ziemlich gleichförmige Wiederholung unseres Alltags festgenagelt. Doch irgendwann wird auch das, wie im Film bei dem genannten Trio, mit einem Neuanfang zu Ende gehen.
Also bis dahin tapfer, munter und vor allem diszipliniert durchhalten!!! So schwer es bisweilen fallen mag.

David Storl aus dem Wettkampf wegen "Baby-Alarm" abberufen

(Rochlitz/Krefeld, 31. Januar 2021; 16.20 Uhr) Bringen wir es kurz und knackig auf den Punkt: Kugelstoßer David Storl (*1990) vom SC DHfK Leipzig konnte mit dem sportlichen Jahresauftakt anlässlich seines heutigen „Heimspiels“ beim 15.Rochlitzer Kugelstoß-Meeting nicht zufrieden sein. Aber einen Volltreffer landete er unter wesentlicher Mitwirkung seiner Frau dennoch. Nach dem dritten Versuch (bis dahin 20,18m) musste er um 15.45 Uhr die Turnhalle Am Regenbogen eilends wegen Baby-Alarm" verlassen, da seine Herzdame Marie geborene Gloger mit der Geburt des dritten Kindes nach Tochter Nahla (9) und Sohn Jaro (4) im rund 60 Kilometer entfernten Leipziger Krankenhaus in den Wehen lag. Der nächste Spross war ursprünglich für die nächste Woche avisiert.
Ob er deshalb nicht den Kopf absolut frei hatte, lässt sich per Ferndiagnose naturgemäß nicht beurteilen. Sein Trainer Wilko Schaa meinte hinterher beim Interview im MDR-Livestream, dass die Erwartungen eingedenk des bevorstehenden freudigen Ereignisses ohnehin nicht sehr hoch geschraubt waren und im Hinblick auf die Hallen-EM in Torun (Polen) in der Vorwoche im Training die volle Belastung gefahren worden sei. Festzuhalten bleibt dennoch, wie schon in unserer nachstehenden Vorschau erwähnt, dass der immerwährende „Storli“ vor etwas mehr als elf Jahren an selber Stelle erst 19-jährig mit dem 7,26-Kilo-Gerät 20,48m gestoßen hat. Da hilft kein Pudern, Schminken und wohlfeiles Schönreden.
Einen ausführlichen Bericht veröffentlichen wir morgen im Fenster Ergebnisse.