Ach so innovative und kreative DLV gerät ins Kreuzfeuer der Kritik

(Darmstadt/Braunschweig/Krefeld, 22. Juni 2020) Wenngleich die Leichtathleten der verschiedenen Spezies von Lauf, Sprung und Wurf nicht im selben Boot sitzen, so rudern sie doch auf demselben See. Insofern wäre/ist Solidarität und Loyalität angezeigt, statt sich selbst der Nächste zu sein. Und wo bleibt der nach seiner Eigendarstellung ach so innovative und kreative Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinen über 50 hauptamtlichen Mitarbeitern (O-Ton Präsident Jürgen Kessing) sowie vielen Honorarkräften und Ehrenamtlichen? Er gerät zu seiner abgespeckten DM der Männer/Frauen Anfang August in Braunschweig in einem großen Beitrag der Stuttgarter Nachrichten verdientermaßen ins Kreuzfeuer der Kritik (siehe Link).

Senioren/innen schlucken jede Kröte

Das bedarf keiner weiteren Erläuterung. Kehren wir also vor der eigenen Türe und werden in der Bildsprache tierisch. Denn nach den Senioren/innen kräht kein Hahn. Stand jetzt wird es im Jahr eins von Corona bei ihnen keine Deutschen Meisterschaften geben, verkommt die mit rund der Hälfte aller knapp 800.000 Mitglieder stärkste Fraktion im Verband zur Diaspora, zum Niemandsland. Aber die Talente von gestern und vorgestern schlucken jede Kröte, lassen sich zum Affen machen, statt auf die Barrikaden zu gehen und ihrem Unmut lauthals Luft zu verschaffen. Das sind die Momente, in denen ich mich allen Ernstes frage, für was und wen ich mich in Geschäftsführung ohne Auftrag eigentlich ins Zeug lege? Wenn wenigstens noch Eigennutz dabei wäre, wie bei viel zu vielen eitlen Amtsinhabern und Spesenrittern. Nicht mal das.

BAS nicht mehr als ein Marionetten-Theater

Und was machen eigentlich die gewählten Interessenvertreter der Ü30-Generation und der Bundesausschuss Senioren (BAS)? Das bleibt im Dunkeln. Der DLV mit seinem restlos unterbelichteten Informationsgebaren wird einen Teufel tun, das auf seiner Netzseite transparent zu machen. Allerdings sind sie allesamt ohne Sitz und Stimme in irgendeinem Gremium nicht mehr als ein Marionetten-Theater. Ein weiterer Aufreger. Doch siehe weiter oben.

Klaus Albers warf mit 18,76m deutschen Rekord im Gewichtwurf der M80

(Bremerhaven/Flensburg/Freiberg/Krefeld, 21. Juni 2020) Ganz dem Ereignis angemessen, stellte Werfer-Urgestein Klaus Albers (*12.01.1940) aus Bremerhaven am früheren „Tag der Deutschen Einheit“ (17.Juni) in seiner Heimatstadt einen lupenreinen neuen deutschen Rekord als bereits 80-Jähriger mit 18,76m im Gewichtwurf der M80 auf. Die bisherige Bestmarke (18,50m) war fast fünf Jahre im Besitz von Peter Speckens (*1935) aus Übach-Palenberg bei Aachen, den der im Vorjahr verstorbene Wurf-Allrounder anlässlich der Senioren-WM im August 2015 in Lyon (Frankreich) aufgestellt hatte.
Der Klaus von der Waterkant bewies damit auf besonders eindrucksvolle Weise, dass man(n) auch gestärkt aus der durch Corona bedingten längeren zwangsweisen Wettkampf-Pause zurückkehren kann. Genau genommen hat er seinen eigenen Rekord verbessert. Denn im dritten Versuch hatte er schon 18,56m erzielt, die er im fünften Durchgang auf jene 18,76m steigerte. Aber das spiegelt ein Rekordprotokoll nicht wider. Dafür sind wir vom Fach ja da.

Mordhorst und Maryniak über 50 Meter Diskus

Wenngleich nicht auf diesem ganz hohen, mit einem nationalen Rekord gekrönten Niveau, gibt‘s dafür speziell bei Stoß und Wurf noch weitere Beispiele. Nicht von ungefähr. Schließlich konnte hier bei lange geschlossenen Sportanlagen auch von einem asphaltierten Wirtschaftsweg auf eine Wiese, so denn keine Kühe in der Nähe waren, gestoßen und geworfen werden. Ob das auch die starken Diskuswerfer Ralf Mordhorst (*1973/M45) vom LC Lübeck und Helmut Maryniak (*1968/M50) vom LAC Passau so praktiziert haben, wissen wir zwar nicht. Doch bekannt ist, dass die schon bei der Winterwurf-DM 2020 in Erfurt aufgetretenen Recken (48,39 respektive 54,08m) zum verspäteten eigentlichen Einstand in die Freiluftsaison respektable Weiten erzielten. Der Lübecker Agrar-Ökonom warf in Flensburg die 2-Kilo-Scheibe gar auf 50,69m und der fünf Jahre ältere Niederbayer das 500 Gramm leichtere Gerät im sächsischen Freiberg auf 51,84m. – Weitere Resultate von Wiederbeginn-Veranstaltungen landauf, landab unter ladv.de.
Und nicht zu vergessen, da es zum Tag passt: Viel Spaß an der Freud' bei was auch immer zum heutigen kalendarischen Sommeranfang!

Verbandsstatistiker Claus-Werner Kreft hört nach 34 Jahren auf

(Bielefeld/Kaierau/Krefeld, 19. Juni 2020) Es ranken sich allerlei Sprüche um die Statistik. Um nur einige der bekanntesten, gebräuchlichsten Be-/Umschreibungen zu nennen: „Hoch lebe die Statistik“, „Notlüge, Lüge, Statistik“, „Traue keiner Statistik, die nicht von dir selber gefälscht wurde“. Und dennoch ist sie in vielen Bereichen unverzichtbar. Auch oder gerade in der Leichtathletik erfreut sie sich mit ihren vielen Zeiten, Höhen, Weiten bei Lauf, Sprung, Wurf allenthalben und allerorten großer Beliebtheit bei Aktiven, aber auch als Arbeitsgrundlage für berufsmäßige Betrachter aller denkbaren Medien. Sie, die Statistik, ist Orientierungsrichtlinie am Leistungsvermögen des Einzelnen und im Verhältnis zu seinen Konkurrenten. Was ist nach der gerne zitierten „Papierform“ machbar, was nicht.
Selbst im Zeitalter der Elektronischen Daten-Verarbeitung (EDV) steht und fällt eine Statistik stets mit den Personen, die dafür verantwortlich zeichnen. Denn bei der unverzichtbaren Draufsicht gilt weiterhin unverändert das Motto IBM = Immer Besser Manuell.  Oder halt visuell. Und: Schließlich wird selbst heutzutage nicht jedes Sportfest von einem kleinen Verein in „Kleinkleckersdorf“ digital erfasst.

Oh Graus: SELTEC soll es fortan richten

Eine Institution auf diesem Gebiet, der sich bis in den Senioren-Bereich hinein auch als sehr erfolgreicher Dreispringer des TV Werther einen Namen machte, hört nach strammen 34 Jahren ehrenamtlichem „Dienst am Kunden“ auf: Claus-Werner Kreft (*30.12.1944) aus Bielefeld. Dies teilt die Fraktion Leichtathletik des gemeinsamen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) in Kaiserau in ihrer vor wenigen Tagen erschienenen „Newsletter“ 3 – 2020 mit (siehe Link). Ersetzt werden soll der stets akribisch tätige 75-Jährige ausgerechnet durch den umstrittenen Software-Dienstleister SELTEC aus Bad Vöslau in Österreich, der nicht einmal Online-Melde- und -Ergebnislisten gescheit auf die Reihe zu bringen vermag (das bedarf für regelmäßige Lampis-Leser keiner näheren Erklärung). Davor muss einem jetzt schon grausen.
Was daraus wird, wenn ein bewährter „Zahlenmensch“ Schluss macht, musste der Schwesterverband Nordrhein schmerzlich erfahren. Seit Hans Borgmann (*1934) vom VSV Grenzland Wegberg aus Alters- und Gesundheitsgründen aufhörte, schlummern die Senioren-Rekordlisten Halle und Freiluft nunmehr seit Ende 2016 ungepflegt vor sich hin. Eine Binsenweisheit: Nicht überall ist der „Homo sapiens“ durch die Maschine zu ersetzen.

Wettkampf-Angebot: Heilloses Durcheinander quer durch die Republik

(Duisburg/München/Regensburg/Krefeld, 20. Juni 2020) Wer im Zuge der sich stetig ausweitenden Lockerungsmaßnahmen in der einstigen olympischen Kernsportart Leichtathletik endlich wieder Wettkämpfe bestreiten möchte, muss schon im „richtigen“ der insgesamt 16 Bundesländer beheimatet sein. Als außenstehender Berichterstatter, selbst vom Fach, bedarf es da schon eines Kompasses oder einer äußerst akribischen, zeitaufwändigen Recherche, was wo geht oder eben auch (noch) nicht. Das ist nicht allein deshalb schwer vermittelbar. Schlussendlich finden die Sportfeste/Werfertage in Nord, Süd, Ost und West stets unter freiem Himmel an der mehr oder weniger gleichen frischen Luft statt. Besonders unersprießlich ist die Situation am Nordrhein mit seinen 72.509 registrierten Mitgliedern in 533 Leichtathletik-Vereinen oder -Abteilungen.

LVN ruderte lediglich ein Stück zurück

Der Regionalverband mit Sitz in der Montanstadt Duisburg hat in Anmaßung – natürlich nicht vorhandener – hellseherischer Fähigkeiten sehr vorschnell ein rigides und restriktives Wettkampf-Verbot bis 31.August 2020 ausgerufen. Nachdem die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (NRW) Schritt für Schritt die Auflagen wegen des Corona-Virus‘ lockert, theoretisch Wettkämpfe wieder gestattet, rudert der rechtsrheinisch angesiedelte LVN lediglich ein Stück bis 31. Juli zurück. Derweil sind viele andere Sportarten, sogar im Kontaktbereich, seit Mitte Juni und teilweise früher bereits gestattet. Wer soll das verstehen? Erst recht bei einem Blick in andere Bundesländer. Ganz abgesehen übergreifend von den Profis im Fuß- und Basketball, die längst ihre
Geisterspiele" austragen.

In Regensburg werden demnächst schon 3.000 Meter gelaufen

Exemplarisch schauen wir zum Freistaat Bayern, dessen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sich in Sachen Corona lange Zeit als Vorzeigebremser der Republik profilierte. Da werden zum morgigen Sommeranfang im Dantestadion der Landeshauptstadt für einen bestimmten Teilnehmerkreis die anglizistisch angehauchten „Munich Opend“ (= München öffnen; obwohl eigentlich nicht „offen“; geht’s noch einfältiger?). Bei der Telis-Challenge – die Umgangssprache in Bayern scheint jetzt Englisch zu sein – am 04.Juli 2020 in Regensburg stehen gar 3.000 Meter für alle Altersklassen im Mittelpunkt (siehe jeweils blv-sport).

Derweil rätselt der DLV noch an den 1.500m im Zehnkampf herum

Andererseits rätselt das vom abschließenden 1.500-m-Lauf im Zehnkampf völlig überraschte DLV-Präsidium noch daran herum, wie sie das Rennen nun elegant und kontaktfrei am Schlusstag der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften am 23.August 2020 im Sportzentrum Vaterstetten über die sportliche Bühne bringen (siehe Kolumne). Für jene, die geografisch nicht so bewandert sind: Der Schauplatz liegt ebenfalls im südlichsten Bundesland, unweit von München. So schaut’s aus! Die verschiedene Handhabung verstehe wer kann und will?
All jene, die verständlicherweise schon ungeduldig mit den Hufen scharren, wieder an den Start, Ablauf und die verschieden großen Ringe möchten, sollten sich in der umfangreichen Termin-Datenbank von ladv.de oder ihrem eigenen Landesverband orientieren und informieren.

DLV-Verantwortliche leisteten sich hochnotpeinliche Verwechslung

(Darmstadt/Zella-Mehlis/Krefeld, 18. Juni 2020) Informationen generell, also auch eines Dachverbandes, sind eine Bringschuld. Wer diesem Anspruch einer offenen Kommunikation nicht gerecht wird, der darf sich nicht wundern, wenn Spekulationen ins Kraut schießen oder gar Interna ganz bewusst nach außen lanciert werden. So haben wir von einem mitteilsamen „Maulwurf“ aus Darmstadt erfahren, dass die hochbezahlten Häuptlinge des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) im Direktoren-Status bei ihrer Konferenz mal wieder keinen Plan von den Inhalten der Senioren-Wettbewerbe hatten. Sie wussten nicht, und das ist jetzt kein Witz aus den fliegenden Blättern, sondern die blanke Wahrheit, dass die Mehrkampf-DM mit dem Internationalen Fünfkampf zwei Laufdisziplinen (200 und 1.500 Meter) beinhaltet. Deshalb wurden diese Titelkämpfe (ehedem am 20./21.Juni 2020 in Zella-Mehlis) zunächst einmal verschoben, im Sinne von verlegt. Die Entscheidung sollte bis spätestens vorgestern, 16.Juni, getroffen werden (wir berichteten). Bekannt gemacht wurde sie allerdings (noch) nicht.

Dachverband in gehöriger Erklärungsnot

Nun muss den hohen Herrn, durch was oder wen auch immer, ein Lichtlein aufgegangen oder angeknipst worden sein. Sie stellten fest, dass sie es mit dem Wurf-Fünfkampf verwechselt hatten. Diese DM, ebenfalls in Zella-Mehlis vorgesehen (22./23. August 2020), wurde jedoch ohne jede Not frühzeitig ersatzlos gestrichen. Die Rechnung ist jedoch wie so oft ohne den Wirt gemacht worden. Das sind die äußerst rührigen Organisatoren in Thüringen. Sie würden eingedenk der Corona-Lockerungsmaßnahmen in ihrem Bundesland und auch der Infrastruktur einer Region, die hauptsächlich vom Tourismus lebt, schon sehr gerne unter Wahrung der allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen veranstalten.
Das wäre bei Stoß und Wurf eh kein großes Problem. Und was die 1.500 Meter zum Abschluss beim Internationalen Fünfkampf der Senioren angeht, wäre der DLV in Erklärungsnot und müsste sein – nicht vorhandenes – Gesicht wahren. Er kann schlechterdings bei der Ü35 etwas verbieten, was er bei der bereits fix terminierten Mehrkampf-DM der Männer und übrigen in Frage kommenden Klassen vom 21. bis 23.August 2020 in Vaterstetten irgendwie (?) kontaktlos möglich machen will (siehe Terminkalender). Vielleicht mit einer Anleihe beim Biathlon oder Ski-Langlauf mit zeitversetzten Starts über 1.500 Meter? Doch zerbrechen wir uns nicht deren großzügig honorierten (Wasser-)Köpfe.

Mehrkampf- und Fünfkampf-DM womöglich doch beide in Zella-Mehlis?

Aber machen wir mal wieder ein bisschen Werbung in eigener Sache, wonach Lampis-Leser nicht nur mehr, sondern es vor allem eher wissen.  Ein Kugelstoßer der M soundso (wir wollen schließlich keine Rückschlüsse auf unseren Informanten zulassen) hat ohne einen Lauschangriff gestartet zu haben das unverblümte und deutlich vernehmbare Gespräch zwischen zwei langgedienten, erfahrenen Thüringer Kampfrichtern am Rande des 4.Neutstädter Kugel-Cup am vorigen Samstag mitbekommen. Sie erzählten sich augenzwinkernd in seine Richtung, dass die Mehrkampf- und Wurf-Fünfkampf-DM der Senioren/innen innerhalb von 14 Tagen am ursprünglich geplanten Schauplatz in Zella-Mehlis ausgetragen würden. Wohl gemerkt noch in diesem Jahr!  
Wenn’s offiziell auch vom DLV oder Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) verlautbart wird, melden wir uns selbstverständlich in dem von uns ernst genommenen Sendungsbewusstsein im Interesse der Aktiven an dieser Stelle wieder. Versprochen!