Kugelstoßender Wirtschaftsjurist Heiko Wendorf startete gehörig durch

(Eisenach/Krefeld, 29. September 2018) Ganz schön durchgestartet, der Heiko Wendorf (*02.10.1970) vom Eisenacher LV. Erst vor zwei Jahren ist der Wirtschaftsjurist aus Thüringen als Seiteneinsteiger über das Kugelstoßen zur Leichtathletik gekommen. Ein leuchtendes Vorbild, gewissermaßen die alles überragende Wartburg", hat(te) er in Vorzeige-Senior Andy Dittmar (*1974) im benachbarten Gotha. Mit ihm ist er durch häufiges gemeinsames Training inzwischen über die reine Sportkameradschaft hinaus befreundet. Gleich und gleich, hier eben durch die Passion zum schmutzigen Geschäft mit der Kugel, gesellt sich bekanntlich gern. Und die Spezies von Stoß und Wurf mit dem Obergriff Werfer(innen) tickt ohnehin besonders klangvoll. Wobei das Etikett „Stark, dumm und trinkfest“ auf den zweiten Teil bezogen üble Nachrede ist. Denn eine vor Jahren über LAMPIS transportierte kleine Studie vom ehedem kugelstoßenden Mediziner Heiner Romberg (*1948) aus Essen hat ergeben, dass 78 Prozent der Werfer Akademiker, Freiberufler, selbständig Tätige und leitende Angestellte sind. Da kann Lauf und Sprung nicht mithalten. Noch Fragen?

Margit Jungmann berief ihn ins WMA-Komitee „Law & Legislation“

Wären wieder bei dem noch knapp 47-jährigen Spätberufenen, der – wie oben bereits angeführt – im richtigen Leben Wirtschaftsjurist mit Schwerpunkt Wirtschaftsstraftaten in Kapitalgesellschaften ist. Und Durchstarter insofern, als bereits zweimal das Neustädter Kugelstoß-Meeting veranstaltete und bei der Senioren-DM Ende Juni/Anfang Juli im Rheydter Grenzlandstadion zu Mönchengladbach zum DLV-Athletensprecher der Ü30-Generation gewählt worden ist. Eingedenk meinem bisherigen Eindruck mehrerer Mails und Telefonate „in Sachen Kugel-Durchmesser“ eine vortreffliche Wahl. Denn anders als „Quotenfrau“ Lidia Zentner aus Pforzheim, die den Part „Sprecherin“ der beiden nie wird er- und ausfüllen können, pflegt der Thüringer vom Selbstverständnis her mit seinen Gesprächspartnern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Unfallfrei schreiben kann er selbstverständlich ebenso.
Dies hat wohl auch sehr schnell die neue Präsidentin und vorherige „Vize“ des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA), Margit Jungmann aus Rehlingen, erkannt. Die 62-jährige Saarländerin berief Wendorf in das WMA-Komitee „Law & Legislation“ (Gesetz & Gesetzgebung; steht hier eher für Vorschriften und Verbandssatzung). Da wäre er zugleich in seinem ureigenen beruflichen Element. „Wäre“ deshalb, da es noch der formalen Bestätigung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und der European Masters Athletics (EMA) bedarf. Was die Vermutung nahelegt, dass Jungmann als gegängelte Marionette nicht autonom und autark in ihren Entscheidungen zu sein pflegt. Nachtigall, ick hör dir trapsen... (siehe Link).
Doch vielleicht konnte sie Wendorf gestern Abend bei der Herbstsitzung des Bundesausschuss‘ Senioren (BAS) in Rehlingen ja schon Positives mitteilen, bei der sie gewissermaßen in Dreifaltigkeit als Hausherrin, Gastgeberin und Zuhörerin fungiert hat.

Ein Werfertag fällt aus, drei weitere Meetings in der Hinterhand

(Dinslaken/Krefeld, 28. September 2018) Ohne eine ausreichende Zahl an Kampfrichtern ist alles nix. Eine Binsenweisheit, die sich gleichwohl leidvoll immer wieder einmal bestätigt. Just deshalb muss SuS Dinslaken den für kommenden Sonntag, 30.September, geplanten Werfertag mit Wurf-Fünfkampf für einen breiteren Interessentenkreis schweren Herzens kippen. Er findet nunmehr in einigen Disziplinen als Einladungswettkampf im familiären Rahmen unter ein paar gleichgesinnten Sportfreunden statt. Versteht sich peripher, dass wir diese Veranstaltung aus unserem entsprechenden Fenster entfernt haben.
Aufmerksame, wettkampfaffine Werfer/innen speziell aus dem westdeutschen Raum werden womöglich ein weiteres, zunächst dort aufgeführtes Meeting vermissen. Das ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass es aufgrund einer berechtigten Nachfrage einen unersprießlichen, völlig überflüssigen Disput mit zwei Personen des betreffenden Klubs gegeben hat. Und da wir nur Veranstaltungen aufführen, die wir mit einigermaßen guten Gewissen empfehlen können, haben wir auch die intern dem elektronischen Schredder übergeben.

Abschlusswerfertag in Übach-Palenberg zum 50-jährigen Jubiläum

Für „Westler“ und solche von ihnen, die eine etwas weitere Anreise in die obendrein einstige Römerstadt Trier, ausgezeichnet als UNESCO-Welterbe, nicht scheuen, gibt es dennoch am Wochenende sportliche Betätigungsfelder. Sogar über Stoß und Wurf hinaus morgen bei einem kreisoffenen Senioren-Sportfest in Düsseldorf-Lierenfeld. Nicht zu vergessen unglücklicherweise parallel dazu der herbstliche Abschlusswerfertag mit Wurf-Fünfkampf in Übach-Palenberg bei Aachen zum 50-jährigen Jubiläum des damals von Werfer-Ikone Peter Speckens (*1935) gegründeten SV Rot-Weiß Schlafhorst. Einem lupenreinen Leichtathletik-Verein. Tags darauf lädt der TV Germania Trier zum Ernst-Klement-Memorial. Die ältere Generation wird sich erinnern, dass es sich bei dem Namensgeber um einen begnadeten Hammerwurf-Trainer handelte, der unter anderem Karl-Hans Riehm in die Weltelite führte.
Unter „Veranstaltungen“ befinden sich direkte Links zu den Ausschreibungen/Zeitplänen der genannten Meetings.

Senioren-Drei-Länderkampf feiert nunmehr seine zehnte Auflage

(Rehlingen/Krefeld, 27. September 2018) Wenn nicht wir, wer sonst, sollte in einer Vorschau auf den Senioren-Drei-Länderkämpf der M/W 40 und 50 zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien, der als zehnter seiner Art ein kleines Jubiläum feiert, am Samstag im Bungert-Stadion in Rehlingen hinweisen?! Allerdings unserem hauptsächlichen Beritt entsprechend beschränken wir uns bei der Nennung von Ross und Reiter/in auf den Blick durch die rosarote Werferbrille. Einer, der seit seiner Zugehörigkeit zur M40 im Jahr 2014 bislang  immer dabei war, wird diesmal fehlen: Der relativ frisch gekürte Kugelstoß-Weltmeister Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha nutzt nach einem langen, schon in der Halle begonnenen Wettkampfjahr 2018 die herbstlichen „Kartoffelferien“ in Thüringen mit seiner Frau sowie seinen beiden Söhnen Arved (16) und Lenny (11) zu einem Urlaub auf Kreta, in den sie gestern Nachmittag entschwebten. Währendessen hütet die kommenden Montag ihr Studium aufnehmende Tochter Emely (18) Haus und Hof.
Mit Big-Andy fehlt in dieser Konkurrenz ein verlässlicher, unschlagbarer Garant auf die Höchstpunktzahl von sieben Zählern. So kommt Ersatzmann Sören Voigt (*1975) vom TSV Erding zu Ehren eines internationalen Einsatzes, der entsprechenden Einkleidung sowie Kost und Logis in der einigermaßen noblen Drei-Sterne-Herberge Victor’s Residenz-Hotel in Saarlois.
Das weitere Aufgebot von Stoß und Wurf:
M40, Kugel: Ralf Mordhorst vom LAC Lübeck; Diskus: Mordhorst, Michael Lischka vom SSV Ulm; Speer: Jens Kresalek vom PTSV Konstanz, Oliver Karwe vom TV Idstein.
M50, Kugel: Norbert Demmel vom TSV Unterhaching, Andreas Deuschele von der TG Nürtingen; Diskus: Demmel, Helmut Maryniak vom 1.FC Passau; Speer: Peter Esenwein vom VfL Sindelfingen, Frank Schäfers vom Leichlinger TV:
W40, Kugel: Nadine Kant vom Hagenower SV, Dunja Koch vom TuS Metzingen; Diskus: Bettina Daniela Schardt von der TG Mannheim, Bianca Overkamp von der LG Olympia Dortmund; Speer: Dagmar Suhling vom TuS Huchting, Andrea Zahn von VfV Spandau:
W50, Kugel: Claudia Kodel vom OSC Berlin, Jana Müller-Schmidt von der LG Osterholz; Diskus: Silke Stolt vom LAZ Bruchköbel, Christine Ecker vom LA-Team Saar; Speer: Angela Müller vom Dresdner SC, Susanne Strohm vom SV Stuttgarter Kickers.
Fußnote von 10 Uhr: Es wird leider nix mit dem starken Doppel. Norbert Demmel sagte kurzfrisig ab. Für ihn rückt jeweils Robert Ingenbleek von der LG Eder nach.

Verbotene Nazi-Strophe als gesungene Version bei WM eingespielt

Kolumne

Moment mal

(Málaga/Krefeld, 27. September 2018)
Es ist nichts so fein gesponnen, dass es nicht kommt ans Licht der Sonnen. Damit hört die Prosa allerdings schon auf. LAMPIS wurde gestern ein Video von der Siegerehrung im Zehnkampf der M50 vom zweiten Tag bei den Senioren-Weltmeisterschaften im spanischen Málaga zugespielt. Die bewegten Bilder sind nicht sonderlich scharf und ein wenig verwackelt. Aber es kommt ohnehin auf den Ton an, den die vom Band eingespielte Musik macht und über Lautsprecher wiedergegeben wird. Und das haut geschichtskundigen Bundesbürgern schlechterdings die Ohren weg. Da  fühlte ich mich in einem Déjà-vu-Erlebnis spornstreichs an den Artikel „Eindimensionale Mickey-Mouse-Beiträge in der DLV-Senioren-Spielecke“ vom 16.September 2018 erinnert. Da hatte ich geschrieben, dass für das literarische Terzett des Verbandes um Öffentlichkeitsarbeiterin Bettina Schardt wegen der einseitigen Berichterstattung das Prinzip der bereits nach dem 2.Weltkrieg verpönten und seit der Wiedervereinigung verbotenen ersten Strophe der Nationalhymne „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt…“ gelte.

Zehnkampf-Weltmeister Thomas Stewens bereitete dem Spuk ein Ende

Aber schlimmer geht nicht nur beim DLV immer. Die spanischen Organisatoren spielten doch tatsächlich zumindest bis dahin (schon zuvor bei Silke Finkbeiner, Lothar Huchthausen, Roland Heiler und Jana Müller-Schmidt) in gesungener Version die Nazi-Strophe mit dem ominösen, lediglich in Auszügen oben genannten Text bei deutschen WM-Titelträgern ein. Erst Zehnkämpfer Thomas Stewens aus Bad Vilbel, dem es bereits hochnotpeinlich war mit einem Weltrekord angekündigt worden zu sein, den er nach seiner (richtigen) Kenntnis nicht erzielt hatte, bereitete dem Spuk ein Ende. Der untadelige Sportsmann sang, wie im Hintergrund über das Mikrofon der  Handy-Kamera vernehmbar, lauthals die dritte Strophe „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ mit und beschwerte sich anschließend über den Affront dieser unzulässigen Fassung unserer nationalen Erkennungsmelodie, die fortan in der rein instrumentalen Interpretation eingespielt wurde. Da darf sarkastisch formuliert fast von Glück gesprochen werden, dass sie beim 83-jährigen Lothar Huchthausen (*1935) aus Arneberg in Sachsen-Anhalt, der bislang den größeren Teil seines Lebens im einstigen Arbeiter- und Bauernstaat zugebracht hat, nicht die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen" von Johannes R.Becher intoniert haben.

Subjekt der Schande vor allem zum Mithören verlinkt

Das Subjekt der Schande hat mein EDV-technisch versierterer Sportfreund Rolf Griesberg bei YouTube eingestellt. Es ist unter dieser Verlinkung zu sehen und vor allem zu hören. Damit darf es jedoch nicht sein Bewenden haben. Dieser Eklat, und das ist noch eine niedliche Umschreibung, und dass er zwei Tage bei Siegerehrungen mit „Germanen“ auf der obersten Stufe andauern konnte, wirft etliche Fragen auf. Angefangen bei den zuständigen unverantwortlich handelnden Personen des ehedem faschistischen Spanien, die sich auch ansonsten organisatorisch und mit der Aussperrung von Gibraltar nicht mit Ruhm bekleckerten. Und wo haben die unter anderem für die so genannte Victory Ceremony zuständige seinerzeitige WMA-Vizepräsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen und der DLV-Delegationsleiter Matthias Reick (beide im Bild) aus Achim bei Bremen hin- respektive weggehört? Kennen sie die jüngere deutsche Nachkriegsgeschichte nicht?
Das muss ein Nachspiel haben. Ein Fall für die ehemalige DLV-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag Dagmar Freitag aus Iserlohn mit Büro in Berlin. Könnte indes auch ein gefundenes Fressen für die Boulevardblätter BILD und Express sein.

Stein des Anstoßes "Kugel-Durchmesser" nunmehr beim BAS

(Baunatal/Rehlingen/Krefeld, 26. September 2018) Es hat sich im übertragenen Sinne ein kleiner „Lapsus Linguae“ in unsere Berichterstattung eingeschlichen. Es war nicht der Bundesausschuss Senioren (BAS), der im Rahmen des Finales der Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeistershaft (DAMM) am vorigen Wochenende in Baunatal tagte, sondern die ziemlich vollständig vertretenen Landes-Seniorenwarte. Aber immerhin gaben sie nach längerer, zum Teil aberwitziger Debatte die Empfehlung an den BAS weiter, die Thematik auf Umsetzung der seit Januar 2014 wirksamen internationalen Regel hinsichtlich der Kugel-Durchmesser endlich auch auf dem DLV-Hoheitsgebiet umzusetzen. Gut, dass mit dem selber kugelstoßenden Seniorensprecher und Wirtschaftsjurist Heiko Wendorf (Eisenach) ein Mann aus der Praxis dabei war.
Für den Stein des Anstoßes dazu hatten auf Initiative des Verfassers dieser Zeilen zwölf aktive Senioren gegeben, darunter Kugelstoß-Ass Andy Dittmar aus Gotha (wir berichteten). Befürwortet wurde er nachvollziehbar durch die damalige WMA-„Vize“ und heutige Präsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen, die quasi von Amtswegen ein Interesse daran haben muss, dass übergeordnetes Regelwerk auch in den angeschlossenen Mitgliedsverbänden zur Anwendung kommt.

WMA-Präsidentin Margit Jungmann Gastgeberin der BAS-Herbsttagung

Sie, die 62-jährige „Saarperle“, wird dann sicherlich am Freitagabend in einer Begrüßungsansprache den Bundesausschuss willkommen heißen, der in ihrer Heimatstadt seine turnusgemäße Herbsttagung abhält. Nicht so ganz von ungefähr. Schließlich war sie bis zum 31.August 2018 Vorsitzende dieses Gremiums, und am Tag darauf findet am Schauplatz des berühmten Rehlinger Pfingstsportfestes im Bungertstadion der 10.Senioren-Drei-Länderkampf für die M/W40 und 50 zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien statt. Und da werden dann wegen der internationalen  Bestimmungen auch schon in der M50 (6 kg) Kugeln mit dem erlaubten Höchstdurchmesser von 130 Millimeter (hier zu Lande 120mm) im Einsatz sein. LVP-Vizepräsident und Regelexperte Dieter Tisch (im Bild) aus Ludwigshafen bestätigte am Rande der Seniorenwarte-Tagung im Gespräch mit Wendorf, dass entgegen der hausgemachten DLV-Bestimmungen wie auch immer geartete Rekorde durch die deutschen Teilnehmer Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching und Andreas Deuschele (*1968) von der TG Nürtingen selbst dann Anerkennung finden, wenn die benutzte Kugel einen größeren Umfang als 120mm haben würde. Bei einem x-beliebigen Sportfest, meinetwegen am kommenden Samstag in Übach-Palenberg, wäre das indes nicht möglich.
Daran mag die ganze schizophrene Symptomatik dieses restlos überflüssigen Nebeneinanders abgelesen werden. Drum merke: Längst nicht immer kann am deutschen Wesen die Welt genesen!