Senioren-EM: Jörg Erdmann nicht, Gary Snyder doch vor Ort in Madrid

(Madrid/Osnabrück/Krefeld, 06. April 2018) Vermeiden wir den hochtrabenden, in diesem Zusammenhang vom Seniorensprecher auf seiner Verharmlosungs-, Abkupferungs- und Statistik-Netzseite missbrauchten Begriff „Auslandskorrespondent“ für einen am Ort der Handlung weilenden Aktiven. Aber auf diesem Sektor können wir locker mithalten, sind auch ohne am Schauplatz (gewesen) zu sein gut vernetzt und bestens informiert. Mitunter ein wenig zeitverzögert. So haben wir von unserem Lieblingsmaulwurf erfahren, dass Vorruheständler Jörg Erdmann entgegen der Ankündigung dem darauf etwas weniger opulenten DLV-Begleittross  bei der Senioren-EM in Madrid nicht angehörte. Er habe sich erkrankt entschuldigt. Mag sein, dass es lediglich kalte Füße waren, die er eingedenk der schrillen Maßnahme der vorgeschobenen Einarbeitung seines Nachfolgers David Deister bekommen haben könnte.
Unterdessen wusste uns der  für die LG Alsternord Hamburg startende Sprinter Heinz Keck aus Osnabrück absolut authentisch zu berichten, dass der US-Amerikaner Gary Snyder sehr wohl in der pulsierenden Leichtathletikhalle der spanischen Millionen-Stadt war, wiewohl er seine ursprünglich beabsichtigten Starts außer Konkurrenz nicht wahrnahm. Der kecke Heinz, dem man ungestraft sagen kann er habe einen Vogel (er hat seit 30 Jahren den selben Papagei), aufgrund seiner Freundschaft zur deutschstämmigen Seniorinnen-Ikone Phil Raschker aus Atlanta im Bundestaat Georgia mit besten USA-Kontakten versehen, hat sich nämlich mit Snyder angeregt unterhalten. Nicht verbrieft ist indes, ob der 74-jährige Amerikaner seine Starts ganz bewusst sausen ließ, um mehr Zeit zu haben mit Stimmenfang schon mal seine „Claims“ abzustecken und ob er womöglich seine Antipodin Margit Jungmann getroffen hat. Bekanntlich kandidieren diese beiden für das Präsidentschaftsamt des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) bei der kommenden Generalversammlung im September 2018  im spanischen Malaga.
Hätten wir das mit einem Nachklapp aus der Rubrik
Klatsch und Tratsch" also auch geklärt.

Blick über den Tellerrand: Andere Länder, bessere Sitten und Gebräuche

(Krefeld, 05. April 2018) Es war einmal und ist nicht mehr! So fangen alle Märchen an. Aber das lässt sich auch auf alle Bereiche des täglichen Lebens übertragen. Ergo den Sport eingeschlossen. Der Spruch „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ gehört längst der Vergangenheit an. Kleine(re) Nationen wie Österreich (8,8 Mio. Einwohner), die Niederlande (17,02 Mio.) und Italien (60,5 Mio.) haben uns bei den noch folgenden Beispielen den Rang abgelaufen. Wobei Größe im genannten Sinne ohnehin keine allein seligmachendes Kriterium zu sein pflegt. Es geht stets um die Liebe zum Detail und den schon sprichwörtlichen Dienst am Kunden, der ja angeblich König sein soll(te). Da hakt es hier zu Lande auf die (Senioren-)Leichtathletik bezogen an allen Ecken und Enden ganz gewaltig. Wobei wir vordergründig nicht einmal führungsschwache Führungskräfte meinen. Werfen wir also einen Blick über den Tellerrand.

Ein Wahlverfahren in Österreich mit sehr wenig bis keiner Angriffsfläche

So machen uns die „Ösis“ vor, wie mit einer paritätischen Abstimmung aus Leser-Votum – mit einer dreieinhalb mal so hohen Beteiligung als bei uns – und Experten-Jury (Trainer, Journalisten) eine gescheite Wahl zu den Leichtathleten des Jahres durchgeführt wird, ohne das hinterher daran ’rumgemäkelt werden muss und mit völlig zurecht gekränkten Eitelkeiten jede Menge verbrannte Erde hinterlassen bleibt.

Niederländer bieten ein ausgeklügeltes Melde- und Ergebnissystem

Die Niederländer glänzen derweil unter www.atletiek.nu mit einem ausgeklügelten, einheitlichen Melde- und Ergebnissystem (Live-Ticker)  für alle Leichtathletik-Veranstaltungen des Königsreichs. Jede/r Athlet/in, auch für ausländische Gaststarter, eröffnet ein Konto mit seinen persönlichen Daten, kann sich damit im Online-Verfahren zu den Wettkämpfen anmelden, erfährt dank hinterlegter E-Mail-Adresse rechtzeitig etwaige Zeitplanänderungen. Natürlich lässt sich vorab nachschauen, mit welcher Konkurrenz in Masse und Klasse man(n)/frau es zu tun bekommen wird. Bei größerem Interesse einfach mal die angegebene Netzseite aufrufen.

Durchdachte, anschauliche Ergebnis-Übermittlung „Made in Italy“

Schließlich zeigen uns die „Tifosi“ aus Bella Italia mit einer vernünftigen, durchdachten Software, wie eine anschauliche Ergebnis-Übermittlung geht; bis hin zu den jeweiligen Welt-, Europa- und Meisterschaftsrekorden in der Kopfleiste. Da lacht das Herz eines jeden Statistikers und nicht zuletzt das der Medien-Vertretern, die sich nicht mühselig und zeitaufwändig dazu erst andere Quelle erschließen müssen, die obendrein für den Allrounder in irgendeiner Redaktion europaweit gerade bei den Senioren nicht immer bekannt sind. Das darf sich mit Fug und Recht Service nennen. Näher müssen wir das nicht erläutern, da dieses fürwahr tolle Produkt von Fidalservizi, eine Tochter des italienischen Leichtathletik-Verbandes Fidal, erst kürzlich bei der Senioren-Hallen-Europameisterschaft mit Winterwurf in Madrid zu bewundern war.

Gleich dreimal Fehlanzeige beim angeblich ach so innovativen DLV

Der nach eigener, arg vollmundiger Werbebotschaft ach so fortschrittliche und innovative Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) vermag Derartiges nicht auf seine Beine zu stellen. Er bedient sich auf diesem letztgenannten Gebiet – na, wo wohl? – in Österreich. Unseren Stammbesuchern ist hinlänglich bekannt, dass es an diesem Programm jedoch eine Menge auszusetzen gibt. Angeblich handele es sich um Anwenderfehler. Die völlig absurde Aufrundung auf 7,3 Kilo von Kugel- und Hammergewicht (7,26 kg) lässt sich mit dieser Ausrede freilich nicht erklären. Manches andere sicherlich ebenfalls nicht.

Beim DLV alias GAA gibt's leider keine Rückkehr zu Deutschland

(Darmstadt/Krefeld, 02. April 2018) Mitunter ist der – mehrheitliche – Wunsch der Vater des Gedankens. Klären wir also pflichtgemäß auf, dass unser gestriger Beitrag unter die Rubrik „April-Scherz“ fiel. Immerhin bescheinigen uns jene, die ihn als solchen entlarvt und sich bei uns via E-Mail gemeldet haben, dass er sauber konstruiert war und sie es gerne hätten glauben wollen. Schließlich hatte der DLV selber uns zwei Tage zuvor auf seiner Netzseite mit der Überreichung eines Trikots mit dem Schriftzug DEUTSCHLAND eine treffliche Steilvorlage mit Torgarantie geliefert. Daran mag zugleich unmissverständlich erkannt werden, dass sich die Kultur-Verleugner aus Darmstadt bei derlei Anlässen, wovon es in der Vergangenheit schon mehrere gegeben hat, eingedenk dieser gelegentlichen Abkehr mit dem aufoktroyierten „Germany“ nicht wohl in ihrer Haut fühlen.

Wer die Musik bezahlt, bestimmt nun einmal, was gespielt wird

Aber wer die Musik bezahlt, der darf nun einmal bestimmen, was gespielt wird. Und für den us-amerikanischen Ausrüstungssponsor, der für den über satte 13 Jahre laufenden Rentenvertrag mit dem DLV ordentlich Dollars in Geld und Naturalien locker macht,  sind wir „Krauts“ in der Außendarstellung nach ihrem (Sprach-)Verständnis nun einmal Germany. Leider erliegen zunehmend andere deutsche Sportverbände dem schnöden Mammon. Doch wir sollten uns ein leuchtendes Beispiel an stolzeren Nationen nehmen, die sich nicht verbiegen lassen. Aber das wäre bei den Wachsfiguren des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) alias German Athletics Association (GAA) eindeutig zu viel verlangt. Sie verkaufen uns den letzten Schrei aus „Made in Sri Lanka“, ein ordinäres Unterhemd von minderer Qualität mit dem Aufdruck GERMANY und einer gummierten Nationalflagge, quasi als Meisterwerk der Designkunst aus der Ideenschmiede von Luigi Colani.

Nach der ersten Wäsche ab ins Flusensieb

Abgesehen von Optik und Aufmachung, wird es sich nach der ersten Wäsche in seine Bestandteile auflösen und unweigerlich im Flusensieb sein kurzes Leben am Mann oder der Frau aushauchen. Sofern es vorher dem Schweiß widerstanden haben sollte. Obwohl vorher noch verschenkt (wir berichteten), mussten dafür bei der Senioren-EM in Madrid als Leih-Trikot 30 Euro Pfand hingeblättert werden, was ungefähr dem sechsfachen Wert dieses Leibchens entspricht.
Lachhaft, wenn es nicht so maßlos und ungeheuer erbärmlich wäre.

Womöglich großes Stühle rücken beim Personal-Roulette im BAS

Kolumne

Moment mal

(Rehlingen/Menden/Ahlen/Krefeld, 04. April 2018)
Womöglich, und darauf liegt die Betonung, beginnt irgendwann im Bundesausschuss Senioren (BAS) das große Stühle rücken. Nämlich für den Fall, dass die derzeitige Vorsitzende Margit Jungmann aus Rehlingen als gleichfalls momentane WMA-Vizepräsidentin auf der Generalversammlung der World Masters Athletics (WMA) anlässlich der Senioren-WM 2018 im spanischen Malaga den definitiv scheidenden Präsidenten Stan Perkins (Daisy Hill/Australien) beerben sollte. Ein Selbstläufer wird das jedoch nicht, da mit Gary Snyder (*1943) der ehemalige Präsident der US-Masters seinen Hut zur Bewerbung in den Ring geworfen hat. Ursprünglich war bei der Senioren-EM ein „Schaulaufen“ der beiden Kandidaten erwartet worden. Doch der noch 74-jährige Amerikaner, eigentlich keine Zukunftslösung für ein mehrjähriges Ehrenamt, war außer Konkurrenz für die 60 Meter und den Speerwurf der M70 gemeldet. Weder hier noch da trat er indes an. Aus der Fernsicht vermögen wir nicht zu konstatieren, ob er dennoch vor Ort war und es zu einem stimmenfangheischenden Scharmützel mit Jungmann gekommen ist. Manches bleibt auch all denen verborgen, die hautnah dabei waren. Denn oftmals sind Funktionäre für die breite Masse buchstäblich unsichtbar. Die aktuellen Beispiele bezogen auf den aufgeblähten DLV-Begleittross kehren wir ausnahmsweise mal charmant unter den Redaktionstisch.

„Schmidtchen Schleicher“ möchte Margit Jungmann beerben

Doch spinnen wir den Faden weiter. Der Sprecher der Landes-Seniorenwarte, Hans Schmidt (im Bild) aus Menden in Westfalen, würde gerne den BAS-Vorsitz übernehmen. Er soll dem Vernehmen nach in Madrid als „Schmidtchen Schleicher“ auffallend um die Rock- beziehungsweise Hosenzipfel von Jungmann scharwenzelt sein. Freilich wäre sein Aufrücken insofern zu begrüßen, da er in dieser leitenden Position der
„Papiertiger-Fraktion" weit weniger Schaden anrichten könnte. Der Mann hat sich seinerzeit für höhere Weihen mit wirklicher, wahrnehmbarer Verantwortung höchst selbst disqualifiziert, als er die nachgeholten Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften auf den 06.September 2015 in Lüdenscheid legte und damit das DAMM-Finale tags zuvor in Kevelaer konterkarierte (siehe Link). Die unausbleibliche Folge war eine Halbierung der Teilnehmerzahlen bei den „Westfalen Open“. Es kann bisweilen durchaus ein Vorteil sein, wenn jemand „weggelobt“ wird. Die Namen dazu sind beliebig austauschbar. Das halte jeder nach seinem Gusto.

Medien-Profi Eberhard Vollmer widmet sich fortan der Senioren-Leichtathletik

Nun zur guten Nachricht des denkbaren Personal-Roulettes. Für die Position von Schmidt als Sprecher der Landes-Seniorenwarte bekundet mit Eberhard Vollmer (links im Bild) ein absoluter, anerkannter und sehr angesehener Profi Interesse. Der Westfale ist Ende März nach 33-jähriger hauptamtlicher Tätigkeit im DLV-Referat Kommunikation und Medien in den Ruhestand verabschiedet worden. Er will sich nach eigenem Bekunden fortan ehrenamtlich der Senioren-Leichtathletik widmen. Da habe er sich in den letzten Jahren bereits intensiv eingearbeitet. Der 66-Jährige ist ohnehin auf diesem Sektor kein heuriger Hase. Er bekleidet seit längerer Zeit das Amt des Vorsitzenden seines heimischen Leichtathletik-Kreises Ahlen und zeichnet zudem für die sehr informativen, anschaulich und verständlich dargestellten monatlich erscheinenden Newsletters seines westfälischen Landesverbandes verantwortlich.
Daraus haben wir in der Vergangenheit zur Erbauung unserer Stammbesucher und Gelegenheitsgäste mitunter inhaltliche Kostproben veröffentlicht.

Mit Schriftzug Deutschland auf dem Trikot zurück zu den Wurzeln

Kolumne

Das Wort am Ostersonntag

(Darmstadt/Krefeld, 01. April 2018) Es war bislang wohltuend ruhig um den mit erheblichem Vorgetöse (Alkohol am Steuer) als einziger Kandidat letztlich Mitte November 2017 als neuer DLV-Präsident  ins Amt gehievten Jürgen Kessing. Entgegen seinem geschwätzigen, bisweilen in Fettnäpfchen tretenden Vorgänger Clemens Prokop gab er nicht ungefragt zu jedem Thema aus der Leichtathletik seinen Senf aus dem Gaststätten-Großgebinde Bautz’ner dazu. Nunmehr setzte der Oberbürgermeister der „Weltstadt“ Bietigheim-Bissingen (42.334 Einwohner) 20 Kilometer nördlich von Stuttgart jedoch eine erste veritable Duftmarke. Auf seine Initiative hin beschloss das Präsidium mehrheitlich, dass auf der Nationalmannschaftsausrüstung Deutschland wieder Deutschland und nicht mehr Germany sein soll. Also zurück zu den Wurzeln oder wie es im besten DLV-Denglish heißt „Back to the roots“. Es bleibt jedoch beim us-amerikanischen Ausrüstungssponsor mit dem stilisierten Fleischerhaken als Logo, an den der Verband durch einen branchenunüblichen, vermutlich sittenwidrigen, da gegen die Wettbewerbsrichtlinien verstoßenden Rentenvertrag  noch bis 2028 (ab September 2015) gebunden sein wird.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Aber diese Maßnahme ist zumindest schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung, den auch Kulturbewahrer, die meisten Senioren/innen und den Verein Deutsche Sprache in Dortmund, der diesbezüglich ebenfalls etliche Vorstöße unternommen hat, außerordentlich freuen wird. Lampis selbstverständlich auch, die wir uns mit der Aktion „Sengida“ (= Senioren gegen die  Internatioanlisierung der Altersklassentrikots) sehr stark mit verschiedenen Aktionen engagiert haben. Steter Tropfen höhlt eben doch irgendwann den härtesten Stein – und sei er aus Granit. Wirksam wird der „Salto rückwärts“ dramaturgisch passend und publikumsträchtig vor Ort und mehreren Millionen europaweit an den Fernsehschirmen bei der Leichtathletik-Europameisterschaft der Männer/Frauen vom 07. bis 12.August 2018 im Berliner Olympiastadion. Ein Vorbote ist auf der Verbandsnetzseite zu bewundern, wo Vizepräsident Frank O. „Napoleon“ Hamm aus Aachen einem langjährigen verdienten Ehrenamtlichen ein signiertes Trikot mit dem Schriftzug Deutschland überreichte (die blau eingefärbte Schrift sind jeweils Verlinkungen).
In diesem Sinne mit einer fürwahr frohen Botschaft noch zwei zauberhafte Ostertage und eine geschmeidige, arbeitstechnisch um 20 Prozent kürzere 14. Kalenderwoche!