Bettina Schardt landete bei den EMG den zweiten Erfolg

(Turin/Krefeld, 02. August 2019) Und dieses war der zweite Streich! Bettina Schardt (*1972) von der MTG Mannheim gewann gestern bei den European Masters Games (EMG) in Turin einen Tag nach ihrem Erfolg im Hammerwurf auch den Diskus-Wettbewerb der W45. Die Bilder ähnelten sich insoweit, als es wieder nur drei Teilnehmerinnen in dieser Klasse gewesen sind. Diesmal war die Badenerin jedoch hoch überlegen, hatte bei ihren feinen 44,16m und einer sehr ausgeglichenen Serie von sechs gültigen Versuchen einen Vorsprung auf die Letzt- respektive Drittplatzierte von 29,70m. Das verdeutlicht zugleich den Segen und Fluch solcher „Spiele“, wo jede/r nach Herzenslust mitmachen kann. Es fällt schwer zu glauben, dass die Bronzemedaillen-Gewinnerin aus Deutschland jemals zuvor einen Diskus in der Hand, geschweige denn geworfen hatte. Da wir niemanden wie das Vieh am Nasenring durchs Dorf ziehen wollen, verkneifen wir uns an dieser Stelle den Namen, den wir freilich vor der Ergebnisliste nicht schützen können. Alles Weitere genau da unter diesem Link.

EMG: Hammerwurf der W45 und 50 fest in deutscher Hand

(Turin/Krefeld, 01. August 2019) Es wurde gestern bei den European Masters Games (EMG) in Turin im Stoß und Wurf ausnahmslos „gehämmert“. Und das war wiederum dem holden Geschlecht vorbehalten, dieses sportliche Handwerkszeug mehr oder weniger kunstvoll, vielmehr bei weniger Geübten ungelenk bis brachial zu bedienen. Die beiden deutschen Siegerinnen dürfen für sich in Anspruch nehmen, nicht vom Gerät beherrscht zu werden. Schließlich sind sie in ihren unmittelbar benachbarten Altersklassen aktuelle nationale Titelträgerinnen von Mitte Juli im thüringenschen Leinefelde-Worbis.
Insofern ging es im doppelten Wortsinne in „Bella Italia“ meisterlich zu. Jung-Fünfzigerin Gabriele Engelhardt (*1969) vom LC Breisgau legte um 10 Uhr vor, entschied in dem Sextett der W50 die Konkurrenz hoch überlegen mit 47,70m für sich. Wobei sie gegenüber ihrer Weite bei der DM (50,60m) ein bisschen Verschnitt hatte. Der Mensch ist halt kein Uhrwerk.
Bettina Schardt (*1972) von der MTG Mannheim musste zur „High-Noon“-Zeit zwölf Uhr mittags in den Ring. Dabei hatte das Terzett lediglich noch den Medaillensatz „auszukegeln“. Die recht beständige Mannheimerin kam mit 41,85m ihren 42,27m vom DM-Erfolg sehr nahe. Die hob sie sich allerdings bis zum letzten Versuch auf und gewann mit 1,45m Vorsprung den Wettbewerb. – Alle Resultate.

Der (Zehnkampf-)König ist tot: Werner von Moltke verstarb 83-Jährig

(Nieder-Olm/Krefeld, 30. Juli 2019) Wenngleich es sich bereits um den vierten Nachruf in diesem Jahr für einen Leichtathleten handelt, werde ich mich an die traurigste aller Chronistenpflichten nie gewöhnen. Mit Werner Konrad Graf von Moltke (*24.05.1936) ist in der vergangenen Nacht ein gleichermaßen einst erfolgreicher Zehnkämpfer wie hochrangiger, sehr beliebter Amtsinhaber im Alter von 83 Jahren verstorben. Nach damaliger Wertung schaffte der in Thüringen geborene Wahl-Rheinhesse, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere für den seinerzeit ruhmreichen USC Mainz startete, als erster Deutscher anlässlich der Europameisterschaften 1962 in Belgrad mit 8.022 Punkten damaliger Wertung den begehrten „Achttausender“. Der Titel blieb ihm dennoch um vier winzige Zähler verwehrt.
Das holte er als 30-jähriger bei der nächsten EM 1966 in Budapest nach und bestieg gemeinsam mit seinen Teamkameraden Jörg Mattheis (ebenfalls Mainz) und Horst Beyer vom VfL Wolfsburg zum kompletten Triumph das Podest. Damals titelten die Zeitungen: „Der Graf krönte sich zum König“. Das muss an dieser Stelle eigentlich nicht näher erläutert werden, dass die Zehnkämpfer wegen ihrer Vielseitigkeit „Könige der Athleten“ genannt werden.
Mehr zu dem Verstorbenen in einer zu seinem „Achtzigsten“ auf LAMPIS erschienenen launigen Laudatio von Alwin J.Wagner.

European Masters Games: Dominik Lewin Speerwurf-Sieger der M35

(Turin/Krefeld, 31. Juli 2019) Vergegenwärtigen wir uns zunächst mal etwas genauer den Arbeitstitel „European Masters Games (EMG)“. Heißt zu gut Deutsch nichts anderes als schlicht Europäische Senioren Spiele. Daraus folgert gleichermaßen schlicht, dass hier von den Leistungen die Messlatte durchgängig gesehen wesentlich niedriger anzulegen ist als bei Internationalen Meisterschaften der Spezialisten. Obwohl gerade die in der Leichtathletik aufgrund fehlender Normen mit unschöner Regelmäßigkeit sehr verwässert daher kommen.
Aber die EMG wie derzeit in Turin im Norden Italiens sind halt ein gigantisches Familienfest mit über 7.000 Aktiven in 30 Sportarten und insgesamt 150 Disziplinen. Meisterliches ist nicht vollends ausgeschlossen, darf aber auch nicht unbedingt und überall erwartet werden. Schon gar nicht von den lediglich 47 deutschen gemeldeten Leichtathleten unter den per Saldo 1.249 aus 45 Nationen. Natürlich auch wieder mit etlichen „Alleskönnern“. Oder beschreiben wir sie treffender mit Vielstartern.
Stellvertretend sei von den Ergebnissen der beiden ersten Wettkampftage aus dem Bereich Stoß/Wurf der hier zu Lande bekannte Wurf-Allrounder Dominik Lewin (*1980) vom LV 90 Erzgebirge genannt, immerhin amtierender Deutscher Senioren-Meister im Kugelstoßen, der den Speerwurf der M35 gegen übersichtliche Konkurrenz souverän mit 53,13m gewann. Alle Resultate unter diesem Link.

Eingangsstufe M/W 30 dürfte auf Dieter Massin zurückgehen

Was mir beim mühseligen Stöbern durch die Ergebnislisten auffiel, dass die Eingangsstufe entgegen der sonst nationalen und internationalen Regelung bereits eine Altersetage darunter die M/W 30 ist. Da werde ich mich vermutlich in großer Gesellschaft derer befinden, die das ebenfalls bis hierhin nicht gewusst haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte das auf den ersten EMG- und damaligen EVAA-Präsidenten Dieter Massin aus Ahlen zurückgehen (siehe auch diesen Beitrag). Der Wahl-Westfale war nämlich auch bei der späteren Zusammenlegung der einstigen Deutschen Senioren-Meisterschaften I und II ein vehementer Verfechter der Beibehaltung von M/W30. Er initiierte dafür einige Aktionen und unterstützte andere. Auch die von LAMPIS, der nach Meinung vieler Dritter einzig wahren Interessenvertretung der Senioren-Leichtathleten.

Traditionelles Sommersportfest in Villmar ein Tipp für Daheimgebliebene

(Limburg/Krefeld, 30. Juli 2019) Da es mitunter eines kleinen Anstoßes bedarf, machen wir nach guter Väter alter Sitte ein bisschen Brauchtumspflege. Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind und was nicht sonst noch alles turnusgemäß daher, sondern auch das traditionelle Sommersportfest der Leichtathletik-Freunde Villmar bei Limburg in Hessen. Und das, man lese und staune, bereits in der 33. Auflage!
Aufgrund der nunmehr flächendeckenden Schulferien in allen 16 Bundesländern ist der Termin am nächsten Samstag (Beginn 10 Uhr) für die Daheimgebliebenen der Ü30-Generation wie handgemalt. Auf der Agenda stehen für unsere ureigene Klientel die drei Klassiker Kugel, Diskus, Speer, dazu noch die artverwandten Wettbewerbe Steinstoßen und Schleuderball. Wem das noch nicht genug ist, und natürlich für „Andersgläubige“, der kann sich noch Hoch- und Weitsprung unter die benagelten Sportschuhsohlen nehmen. Tags darauf sind alle übrigen Klassen an der Reihe.
Ganz unserem begnadeten Service entsprechend geht es für alle Interessierten mit diesem Link schnurstracks zur Ausschreibung.