WMA-Vize Margit Jungmann: Wenn die Gondeln Trauer tragen

Glosse

Neben der Spur

(Venedig/Latsch, 16. April 2015)
Nobel geht die Welt zu Grunde, pardon: Grande. Multi-Funktionärin Margit Jungmann aus Rehlingen im Saarland schickt umrahmt von vier Herren, rechts neben ihr WMA-Präsident Stan Perkins (Australien), einen Gruß von einem Balkon eines hochherrschaftlichen Hauses am Canal Grande di Venezia in die große weite Facebook-Welt. Wer angibt, hat bekanntlich mehr vom Leben. Was sie dort umgetrieben hat, ist nicht überliefert. Zumindest dem Chronisten dieser Zeilen nicht. Also stellen wir mal wilde, tollkühne Spekulationen an. Zur freien Auswahl: 1.) Sie darf als Edelkomparsin (Leiche) in einer neuen Folge der ARD-Krimiserie „Donna Leon“ mit Commissario Guido Brunetti in Gestalt von Schauspieler Uwe Kockisch ran. 2.) Im Zusammenwirken mit Perkins ist sie als seine Vizepräsidentin einem Korruptionsfall in der internationalen Senioren-Leichtathletik auf der Spur. 3.) Gleiche Baustelle: Sie versucht mit ihrem unvergleichlichen Charme und nie versiegenden Lächeln neue Sponsoren für die finanziell Not leidende – wie alle Verbände – World Masters Athletics (WMA) aufzutun. 4.) Et Margit, filmreif, foto- und telegen wie sie nun mal ist, übernimmt eine kleine Sprechrolle in der Neuverfilmung des Horror-Klassikers von 1973 „Wenn die Gondeln Trauer tragen.“ Letzteres würde vom Titel her am ehesten zu der Figur passen, die sie bisweilen abzugeben pflegt.
Den Stammbesuchern unseres Internet-Portals und der einzig wahren Interessenvertretung für die Leichtathletik-Senioren/innen zur Genüge bekannt.

Eine 55 km lange Radtour mit möglichen Risiken und Nebenwirkungen

(Latsch, 16. April 2015) Regeneration hieß gestern nach zwei weiteren Trainingseinheiten (TE) von je rund drei Stunden am Dienstag das Zauberwort. Allerdings nannte es „Quälix II“, mit bürgerlichem Namen Alwin J.Wagner und unser Trainer, „Aktive Erholung“, um die mehr oder weniger stark übersäuerten Muskeln der achtköpfigen Gruppe zwischen 53 und 70 Jahren ein bisschen zu entschlacken. Dahinter verbarg sich eine Fahrradtour, die als solche allerdings nicht überraschend kam, sondern schon im Trainingsplan angekündigt war. Die eigentliche Überraschung dürfte sich beim einen oder anderen erst in der vergangenen Nacht eingestellt haben. Denn einige hatten zuletzt vor über zwanzig Jahren auf dem relativ unbequemem Sattel eines Drahtesels gegessen. Ganz zu schweigen davon, die Kurbel über ein Distanz von 55 Kilometern zu drehen.
Ausgangspunkt war die Leihstation im Ort Sponding, vornehmlich dadurch bekannt, dass hier die Passstraße zum Stilfser Joch ihren Ausgang nimmt. Von dort aus ging es an der Etsch vorbei auf asphaltierten Wirtschaftswegen durch die Apfel-Plantagen leicht bis mal stärker talwärts bis Meran, dem Endpunkt des Reschenpasses und der Metropole des Vinschgaues. Eine bezaubernde Stadt mit mediterranem Flair, wo die Reichen und Schönen aus Südtirol ihren Wohnsitz haben. Früher ließen hier die Blaublüter des Hochadels hinauf bis zu Königen und Kaisern beiderlei Geschlechts Körper und Seele baumeln. Auf ihren Spuren wandelten wir auf dem Prachtboulevard Rennweg, nicht ohne bei einem Einkehrschwung die während dem rund vierstündigen Trip mit kleiner Cappucino-Pause auf der Strecke ziemlich leer gefahrenen Kohlehydratspeicher etwas aufzuladen. Sehr viel war allerdings bei dem 15-minütigen Fußweg bis zum Bahnhof von Meran und der etwa 25 Kilometer langen Zugfahrt mit der Vinschgau-Bahn zurück nach Latsch nicht mehr zu leisten.
Alles in allem war es ein Festival für die Sinne. Die abendliche Fußball-Vorführung des FC Bayern München in Porto via Glotze einmal ausgenommen. Über die Risiken und Nebenwirkungen dieser mutmaßlich Aktiven Erholung werden wir dann sicher noch beim Frühstück sprechen. Hans Josef Weitz begrüßte Alwin zur allgemeinen Erheiterung mit den Worten: "Alwin, mein Krankenschein liegt auf deinem Platz.“ Er war dann allerdings bei der sich anschließenden fünften TE ab 9.30 Uhr doch wieder dabei.

Hermann Albrecht verbesserte Europarekord von Rzehak um 1,09 m

 

Crailsheim/Latsch, 13. April 2015) Maßarbeit leistete Wurf-Allrounder Hermann Albrecht (*06.04.1940; im Bild) von der SpVgg Gröningen-Satteldorf. Der inzwischen echte 75-Jährige verbesserte vergangenen Samstag bei einem Werfertag in Crailsheim seinen eigenen deutschen Rekord im Hammerwurf der M75 von Anfang März in Igersheim um einen Zentimeter auf 48,76m. So ganz „nebenbei“ fiel dabei auch der Europarekord von 47,67 m, den bislang Richard Rzehak (*1929) vom SC Preußen Erlangen seit Mai 2005 in seinem Besitz hatte. Es wird nicht das letzte Wort von Hermann Albrecht gewesen sein, der im weiteren Verlauf der gerade einmal begonnenen Freiluftsaison sicherlich noch auf der Rekordklaviatur spielen wird.

Kleiner Zwischenfall überschattete den Auftakt des Trainingsaufenthalts

(Latsch, 14. April 2015) Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Noch schöner, wenn sich das bei einem illustren Kreis von acht Gleichgesinnten multipliziert und sich alle von der zwangsläufig eintretenden Gruppendynamik mitreißen lassen. Dagegen ist man(n) geradezu wehr- und machtlos. Denn wer gibt sich schon gerne gegenüber seinem inneren Schweinehund, vor allem aber den Sportkameraden und nicht zuletzt dem Trainer eine Blöße?! Und der Letztgenannte hat in der imposanten Gestalt von Alwin J.Wagner allerlei „Gemeinheiten“ in Petto. Die beiden ersten Einheiten gestern bei strahlendem Sonnenschein während des siebentägigen Trainingsaufenthaltes im Südtiroler Latsch, eine Eldorado für Leichtathleten, standen im Zeichen der Arbeit mit und am Medizinball, meist mit Partner. Was Alwin an verschiedenen, höchst unterschiedlichen Variationen in seinem Repertoire hat, dagegen dürften die eher stupiden Übungen des in dieser Hinsicht berühmt-berüchtigtem einstige Fußballlehrers Felix „Quälix“ Magath eher zum Mickey-Mouse-Charakter verkümmern. Dazu geschickt in kleinen Kampfspielen und Wettbewerben verpackt, die den Ehrgeiz der „Altherren-Riege“ zwischen 53 und 70 Jahren zusätzlich anstachelte.

Maximaltest zum krönenden Abschluss

Natürlich kamen auch die eigentlichen Wettkampfgeräte Kugel und Diskus, verteilt auf die jeweils dreistündige Vor- und Nachmittagssession, zum Einsatz. Dabei musste der werfende „Doc“ Herbert Mussinghoff in seiner Eigenschaft als Facharzt für Orthopädie früher seinen ambulanten Medizinschrank auspacken, als ihm und im konkreten Falle Peter Holthuijsen lieb gewesen wäre. Der zog sich morgens bei einem Standstoß eine schmerzhafte Ellbogenverletzung zu. Dank der ärztlichen Kunst von Herbert konnte der Niederländer mit Lebensmittelpunkt am Niederrhein mittags wieder das gesamte Programm absolvieren. Krönender Abschluss war ein Maximaltest im Bankrücken, wo nach eigenem Gusto und Leistungsvermögen solange gesteigert werde durfte, wie zwei Versuche mit der jeweils gewählten Last zur Hochstrecke gebracht wurden. Da setzte sich, bei aller gebotenen Bescheidenheit des Chronisten, der mit 70 Lenzen Stubenälteste im Kraftraum mit 120 Kilo vor Holthuijsen (M50, 110 Kg.) und Uwe Heimrich (M55, 95 kg) recht deutlich durch. Dabei war ich, saed de Jeck, eigentlich schon auf dem Zahnfleisch unterwegs. Trotz aller Plackerei kam der Spaß an der Freud' und der blühende Flachs nicht zu kurz. 
Gut eine Stunde danach war für alle die Stärkung im Domizil auf Zeit, dem wunderschönen, ganz auf Leichtathleten eingestellten Hotel Tanja Sonnenhof, sinnigerweise mit der Adresse Kugelgasse, bei einem Vier-Gänge-Menü und überwiegend bevorzugter Gerstenkaltschale als Mineraldrink dringend geboten.
Ob die ab 22 Uhr eingetretene Nachtruhe zur Regeneration gereicht hat, muss sich erst noch weisen. Denn heute stehen erneut zwei Einheiten auf der Agenda. Manche haben danach schon ihr normales Wochenpensum und mehr hinter sich.
Schaun mer mal, dann sehen wir es, pflegt in solchen Fällen „Kaiser“ Franz Beckenbauer zu konstatieren.
Bildunterschrift: Noch können sie nach getanem Tagewerk und stärkendem Abendmahl zum Gruppenbild mit Trainer lächeln: Peter Holthuijsen, Dieter Krumm, Alwin Wagner, Rolf Griesberg (o.v.l.), Georg Ortloff, Herbert Mussinghoff, Hans Josef Weitz, Axel Hermanns und Uwe Heimrich (u.v.l.). Foto: Hubert Berger      

Lothar Huchthausen verbesserte den Speerwurf-Weltrekord der M 80

(Stendal/Krefeld, 12. April 2015) Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen. Insbesondere ein probates Mittel bei Eintritt in eine neue Altersklasse. Vorausgesetzt, die entsprechende Klasse ist vorhanden. Diese Frage stellte sich indes bei Wurf-Allrounder Lothar Huchthausen (*1935) von der LG Altmark nicht.
Der Jung-Achtziger erzielte gestern beim 33. Werfertag des SLV’92 im Stadion „Am Galgenberg“ in Stendal auf Ansage einen neuen Speerwurf-Weltrekord in der M80. Der Sachsen-Anhaltiner aus Arneburg verbesserte mit 40,68 Meter die alte Bestmarke (39,06m) des US-Amerikaners William Platts aus 2008 um satte 1,62 Meter.
Sein Rekordhunger war damit jedoch noch nicht gestillt. Den sechs Jahre alten deutschen Rekord im Kugelstoßen (13,19 m) von Wilhelm Modersohn von der Bielefelder TG schraubte er auf 13,70 m, nicht weit vom Weltrekord (13,98 m) des Finnen Leo Saarinen entfernt. Mutet auf den ersten Blick nicht nach viel an. Allerdings pflegt im Grenzbereich die Luft nach oben immer dünner zu werden. 
Beides zusammen genommen hat „Loddar“ freilich seine Visitenkarte für die Einzelwettbewerbe beim 3.Stendaler Hanse-Cup 30./31. Mai 2015 an gleicher Stelle schon einmal abgegeben und damit zusätzlich Werbung für diese sicherlich auch wieder in den Mehrkämpfen hochkarätig besetzte Veranstaltung betrieben.