Horst Bödeker ist das Bundesverdienstkreuz verliehen worden

(Bergheim/Pulheim/Krefeld, 01. Dezember 2018) Vorausgeschickt, dass wir uns leider in die große Schar derer einreihen müssen, die nicht allwissend sind, sich auch nicht dafür halten. Die folgende Meldung haben wir dem online erscheinenden „Mitteilungsblatt“ einer Senioren-Netzseite entnommen, die zudem zunächst (inzwischen korrigiert) ein wenig diffus war. Da hieß es gestern, dass Horst Bödeker (*1936) vom Pulheimer SC am 31.November 2018 mit dem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehenen Bundesverdienstkreuz an seinem Wohnsitz Bergheim in einer Feierstunde vom Landrat des Rhein-Erft-Kreis ausgezeichnet wurde. Die Vergangenheitsform eines in der Zukunft liegenden Termins, den es zudem nicht gibt. Das wäre nämlich dann bereits der 01.Dezember.

Geehrte machte sich als „Mr. DAMM“ einen Namen 

Das alles soll uns nicht daran hindern, ebenfalls davon zu berichten. Zumal ein Fotodokument (das können wir aus urheberrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen) belegt, dass der wesentliche Fakt stimmt. Besser spät, als gar nicht wurde dem mittlerweile 82-Jährigen diese größtmögliche Ehre für einen „normalen“ Bundesbürger zuteil. Die Auszeichnung dürfte dem jahrzehntelangen sozialen Engagement von Bödeker in der Leichtathletik und da speziell bei den Senioren geschuldet sein. Er ist respektive inzwischen war so etwas wie der „Mr. DAMM“ des PSC. Als Manager, Sportlicher Leiter und „Hans Dampf in allen Gassen“ hatte er häufig mehrere Mannschaften männlich wie weiblich erst einmal an den Start zu bringen und bei den Finals zu betreuen. Eine Sisyphusarbeit. Dagegen ist es ein Kinderspiel, einen Sack Flöhe zu hüten. Wenngleich er dieses Amt, richtiger: Ämter, vor einigen Jahren niederlegte, was zugleich einen Schrumpfprozess bei seinem Klub nach sich zog, ist Bödeker seiner geliebten Sportart als Aktiver in verschiedenen Disziplinen treu geblieben.
Wer ihm persönlich gratulieren möchte, hat sicherlich bei den NRW „Open“ am 12.Januar 2019 in
der Düsseldorfer Leichtathletikhalle Gelegenheit dazu.

Staffelmeisterschaften: Ungeborenes "Baby" schon jetzt eine Missgeburt

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Fürth/Krefeld, 30. November) Kaum hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt für das kommende Jahr bislang ohne Austragungsort eine eigene nationale Staffelmeisterschaft für alle (!) Wettbewerbe und alle (!) Altersklassen ausgerufen, regt sich bei vielen Vereinen bereits großer Unmut, habe der DLV ihnen ein veritables Kuckucksei in Nest gelegt, die Auswirkungen bei seiner Federstrich-Entscheidung völlig außer Acht gelassen. Da sei mal wieder das Kind mit dem Bade ausgeschüttet worden.
Lassen wir authentische Zahlen sprechen, denn die lügen nicht:  Im Jahr 2018 gab es im DLV-Bereich in den Altersklassen U16, U18/U20, U23, M/F und Senioren unter freiem Himmel insgesamt 584 Staffeln. Wenn man die in 2018 gültigen Startgeldbeiträge von 15 Euro Jugend und 21 Euro für alle anderen Klassen zugrunde legt, geht es hier um Einnahmen in Höhe von 10.743 Euro. Ab 2020 wegen der Erhöhung von 25 Prozent um 13.429 Euro. Dieses Geld fehlt anteilmäßig den Ausrichtern von insgesamt sechs deutschen Meisterschaften.

Mindereinnahmen für Ausrichter von sechs Meisterschaften

Als Beispiel die diesjährigen Titelkämpfe der Männer/Frauen. Dabei gab es bei den Männern 255 und  den Frauen 295 Einzelstarts. Das sind 550 Einzelstarts x 15 Euro gleich 8.250 Euro an Startgeld. Außerdem waren in Nürnberg 146 Staffeln am Start, die 2.646 Euro an Einnahmen generierten. Das sind circa 32 Prozent der Startgeldeinnahmen aller Einzeldisziplinen,  die dem künftigen Ausrichter dieser Meisterschaft fehlen werden. Dazu kommen noch die Einnahmeausfälle bei der Versorgung mit Essen und Trinken. Insgesamt sind das herbe Mindereinnahmen der Veranstalter von sechs Meisterschaften.

Vereine/Aktive werden zusätzlich zur Kasse gebeten

Monetär viel schlimmer sind aber für die vielen am Existenzminimum herum krebsenden Vereine in Deutschland die zusätzliche Reise- und Übernachtungskosten. Das alles zusammen genommen ist um ein Vielfaches höher als die entgangenen Startgeldeinnahmen der Veranstalter. Beispiel LAC Quelle Fürth nur für die 4x100m-Staffeln. Die werden männlich wie weiblich in den Altersklassen U16, U18, U20, U23, Aktive und Senioren angeboten. In diesen Altersklassen wurden 2018 alle Staffeln innerhalb der Einzelmeisterschaften ausgetragen. Das sind  künftig für 48 Teilnehmer plus Ersatzleute zusätzlich anfallende Fahrt- und Übernachtungskosten. Selbst wenn nicht in jeder Klasse eine Staffel gemeldet wird, kann man von Zusatzkosten für die Vereine zwischen 1.500 und 2.000 Euro ausgehen. Ungeachtet der 4x400m Staffeln, der Langstaffeln  über 3x800m weiblich und 3x1000m männlich, die bisher schon bei anderen Meisterschaften im Programm waren.
Ob die Klubs/Startgemeinschaften aus Kostengründen überhaupt noch eine Staffel melden werden, sei einmal dahin gestellt. Mit den 584 Staffeln aus diesem Jahr sollte der Ausrichter der Staffelmeisterschaften 2019 besser nicht kalkulieren.

Jeglichen Weitblick vermissen lassen

Zusammenfassend ist anzumerken, dass hier der „Erfinder“ dieser neuen Veranstaltung nicht über den eigenen Tellerrand in Darmstadt hinausgeschaut hat. Resümee: Einerseits entzieht der Dach- und Verband örtlichen Veranstaltern von sechs Meisterschaften unter dem Patronat des DLV bis zu 32 Prozent aller Startgeldeinnahmen, und das ohne die erklecklichen Einnahmen aus Bewirtung, andererseits belastet er die teilnehmenden Vereine aus ganz Deutschland mit hohen zusätzlichen Ausgaben durch Reise- und Übernachtungskosten. Nebenbei fallen damit bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen gut zwei Stunden interessanter, spannender Staffelwettbewerbe für die Zuschauer weg.
Schlussendlich handelt es sich bei diesem noch ungeborenen „Baby“ schon jetzt um eine Missgeburt. Die teuren „Entbindungskosten“ müssen einmal mehr die Klubs und vielfach deren Aktive bezahlen. Doch woher nehmen und nicht stehlen?

Stadion-Europameisterschaft 2019 in Italien: (K)eine Nacht in Venedig?

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Venedig/Krefeld, 28. November 2018) Wird es im kommenden Jahr nicht zum „Sei mir gegrüßt, mein holdes Venetia!“ kommen? Wird es nichts mit einer Gondelfahrt auf dem Canale Grande unter die Seufzerbrücke hindurch und einem Espresso auf dem Markusplatz? In den Ohren immer die Musik aus der Operette von Johann Strauß, der seine Musikfreunde mit zauberhaften Melodien nach Venedig entführt.

Noch keinerlei Details zu kontinentalen Titelkämpfen


In der Zeit vom 05. bis 15.September 2019 hat der europäische Seniorenverband European Masters Athletics (EMA) die Stadionmeisterschaften in Venedig (Italien) annonciert. Doch keiner weiß etwas Genaues. Noch immer ist die Netzseite des italienischen Ausrichters „auf Konstruktion“ und schweigt sich über Details zu den größten kontinentalen Titelkämpfen aus. Kein Zeitplan, keine Ausschreibung, keine technischen Angaben. Zehn Monate vor einer Meisterschaft keine Infos? Das hat es vor dem präsidialen „Reise- und Sonnen-König“ Kurt Kaschke (im Bild) aus Freudenstadt nie gegeben, da lagen die Broschüren bereits bei der vorherigen Stadionmeisterschaft auf dem Tisch, hätte alles schon bei der EM 2017 im dänischen Aarhus präsent sein müssen.

Etikettierung eine schäbige Mogelpackung

Eines jedoch ist schon durchgesickert: Die Meisterschaften 2019 finden an drei Orten statt. Sie werden unter dem schmuckvollen Etikett „Venedig“ verkauft, finden aber in Jesolo, Ereclea und Caorle statt, gemäß dem Schnittmuster von Riccione (ebenfalls Italien) anno 2007, als die Senioren-Weltmeisterschaften in drei Orten stattfanden und die Teilnehmer bei den Fahrten in die verschiedenen Stadien mit der Realität italienischen Straßenverkehrs konfrontiert wurden. So wie jüngst in Malaga (Spanien). Im Klartext: Venedig steht drauf, doch Jesolo, Ereclea und Caorle sind drin! Eine eiskalte, schäbige Mogelpackung!
Die Rechnung zahlen wieder einmal die Aktiven, die neben den Anreisen, die bis zu 80 Kilometer (ein Weg, versteht sich) betragen und die der örtliche Ausrichter auf 55 Kilometer schön redet, wenn man über die Landstraßen fährt und die Natur bewundern kann. Frühbucher haben sich indes bereits in Venedig nach Unterkünften umgesehen, denn die Lagunenstadt ist ja der offizielle Ort der Ausschreibung. Noch einmal: Nichts Genaues weiß keiner!


EMA lässt gegenüber EMG in Turin Professionalität vermissen

Wundert’s dann, wenn die treue Fangemeinde der EMA sich für die European Masters Games (EMG) in Turin interessiert, die an einem Ort und in einem Stadion stattfinden, das dazu noch zu einem familienfreundlichen Urlaubszeitraum. Die EMG sind für die Zeit vom 26. Juli bis 04. August 2019 ausgeschrieben, der Zeitplan und alle Regularien liegen seit Monaten vor (wir berichteten). Professionalität ist bei den Games-Organisatoren kein Fremdwort, definiert sich nicht über das Kaschke-Delegationsprinzip, wo der EMA-Präsident und Schirmherr nie Verantwortung übernimmt und die Athleten/innen mit unschöner Regelmäßigkeit sinnbildlich im Regen stehen lässt.

Staffeltitelkämpfe ab 2019 zu eigener Veranstaltung ausgekoppelt

(Darmstadt/Krefeld, 29. November 2018) Falls überhaupt, berichtete das Referat Kommunikation & Medien diesmal für seine Verhältnisse geradezu sensationell schnell auf der DLV-Netzseite unter News vom 26.November 2019 von der Verbandsratssitzung (23.November) am Geschäftssitz in Darmstadt. Darin ist von der Vergabe noch bisher vakanter Meisterschaften zu erfahren, aber auch, dass die bislang verstreut ausgetragenen nationalen Titelkämpfe für die Langstaffeln ab 2019 für alle Altersklassen zu einer eigenen Veranstaltung ausgekoppelt werden sollen. Ein Ausrichter für diese DM-Premiere würde zeitnah bekannt gegeben. Was im Umkehrschluss heißt, dass es noch keinen gibt. Also ein Unternehmen mit (noch) ungewissem Ausgang.
Wenngleich eine durchaus sinnvolle Maßnahme, wird sie nicht überall auf ungeteilten Beifall stoßen.
Sicherlich nicht in Zella-Mehlis (Thüringen) als „Stand-by-Schauplatz“ für die Wurf-Fünfkampf-DM der Senioren/innen, die vor Jahren die Langstaffeln der Talente von gestern und vorgestern aus guten, nicht zuletzt auch monetären Gründen angedockt haben. Das ist nun mal eine wegfallende Wirtschaftsquelle. Auch für die speziell im Sommer nicht auf Rosen gebettete Hotelerie und Gastronomie der Region.

Mit Dieter Tisch einer von der Basis in wichtiger Position

Obschon ursprünglich der Verbandsrat eine Entscheidung treffen wollte und sollte, entpuppt sich der Austragungsort und Termin (bisherige Bewerber Baunatal und München) für das Finale der Team-DM Senioren (früher DAMM) 2019 weiterhin als Hängepartie. Darüber war auch in dem gestrigen „Nachdreher“ in der Senioren-Spielecke nichts zu erfahren. Wohl, dass der bisherige kommissarische Vorsitzende des Bundesausschuss‘ Senioren Ralf Haferman (Ohrdruf) nunmehr offiziell in seinem Amt bestätigt wurde und der sprintende, mit und ohne Hürden, Pfalz-Vizepräsident Dieter Tisch (Ludwigshafen) fortan Fachkommissionsleiter Wettkampf-Organisation Stadion sein wird. Bei Hafermann werden gewiss längst nicht alle (da schließe ich mich ein) lauthals Hurra schreien. Anders bei Tisch, der als Aktiver und weithin anerkannter, viel gefragter Regelexperte in Personalunion eine ausgesprochen gute Wahl darstellt. Ein Mann von der Basis eben.

LAMPIS einmal mehr als Leit- und Leidmedium für einen Verband

(Duisburg/Krefeld, 27. November 2018) Sieh an, sieh an, es geht doch! LAMPIS hatte im Beitrag vom 25.November 2018 „Neuerdings arbeitet der Landesverband Nordrhein äußerst schludrig“ moniert und mokiert, dass der LVN als Schirmherr die Offenen NRW-Meisterschaften der Ü30-Generation am 12. Januar 2019 im Düsseldorfer Arena-Sportpark in seinem Wettkampfkalender 2019 noch nicht aufgenommen hatte. Unser „Zuruf“ hat geholfen. Gestern pflegte er auf seiner Netzseite die Veranstaltung ein, sogar schon mit Ausschreibung (Meldeschluss ist am 31.Dezember 2018) und Zeitplan.

Da hat wohl eine/r den ausgerufenen Boykott sabotiert
 
Offenbar gibt es doch eine undichte Stelle beim LVN respektive seiner verantwortlich handelnden Personen in der Geschäftsstelle in Duisburg. Denn der Verband hat unser Internet-Portal, namentlich den Autor dieser Zeilen, im Vorjahr wegen angeblich missliebiger Berichterstattung für Informationen jedweder Art mit einem Bannstrahl und den künftigen Aufruf unserer Seite mit einem dienstlichen Boykott belegt. Was indes eine/r in seiner Freizeit macht, ist ihm/ihr schlussendlich nicht vorzuschreiben. Da sind der Neugier nun einmal keine verordneten Grenzen zu setzen. Oder soll gestern rein zufällig bei LVN-Wettkampfreferentin Petra Bous (im Bild) oder sonst wem die Erleuchtung gekommen sein, dass diese Titelkämpfe im Terminkalender noch fehlten? Schwerlich vorzustellen, so viel Zufall auf einmal in derselben Sache!
Kurzum: Den Sportschuh ziehen wir uns an, klopfen uns selbstgefällig auf die Schulter, wieder einmal zum Wohle der Aktiven tätig geworden zu ein. Was allerdings immer noch fehlt, ist der Bericht von der LVN-Seniorentagung am 14.November 2018.