Stadion-EM 2019: Veranstalter-Netzseite des LOC endlich online

(Venedig/Krefeld, 02. Februar 2019) Wundern muss einen im Zusammenhang mit den denkbar ungünstig terminierten Senioren-Europameisterschaften vom 05. bis 15. September 2019 an der italienischen Adria in Venedig wahrlich nichts mehr. Es fing schon mit der schäbigen Mogelpackung der Lagunenstadt als angeblichen Schauplatz an. Wo hätte da auch was stattfinden sollen? Kugelstoßen vielleicht auf einer ambulanten Anlage auf dem Markusplatz. Das wäre natürlich der Bringer gewesen. Da hätte ich mich sogar als nicht mehr Akiver für reaktiviert. Doch: Dezentraler an den drei verschiedenen Orten Jesolo, Caorle und Eraclea  ist eine Stadion-EM selten zuvor, wenn überhaupt, über die sportliche Bühne gegangen.

Frei nach Verena Pooth: Bei uns werden Sie geholfen!

Und dann die unseren Stammbesuchern aus mehrmaliger Berichterstattung (zuletzt siehe Link und Kommentar zum Thema) hinlänglich bekannte äußerst schwere Geburt der Internetpräsenz des Lokalen Organisationskomitees. Jetzt ist es endlich vollbracht. Allerdings bleibt es einmal mehr der Findigkeit des eifrigen Netzwerkers überlassen, die zu entdecken. Kein Hinweis darauf, jedenfalls bislang, beim Schirmherrn und überörtlichen Gastgeber European Masters Athletics (EMA) oder dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), dessen „Schäfchen“ liebend gerne internationale Wiesen abgrasen. Aber, um eine Anleihe bei der einstigen Werbeikone Verena Pooth geschiedene Bohlen und geborene Feldbusch zu nehmen: Bei uns werden Sie geholfen! Einfach folgende Verlinkung anklicken – und schwuppdiwupp öffnet sich das Objekt der Begierde für Startinteressenten.

LAMPIS einmal mehr Leid- und Leitmedium

Abschließend bleibt jedoch noch festzuhalten, dass EMA-Präsident Kurt Kaschke (neuerdings Gütersloh) seinen nach Gutsherrenart geführten Gemischtwarenladen abermals nicht im Griff hat. Und „sein ausgelagertes Hirn“ für Kommunikation und Medien, der ehemalige DLV-Seniorensprecher (wie ist noch sein Name?), gleich mit ihm. Erinnert sei nur an die zunächst vergessenen Sprinter bei der Wahl zu den „European Best Masters 2018“. LAMPIS war auch da Leid- und Leitmedium. Wer sonst? Soviel Eigenlob ohne jegliche Übertreibung muss einfach sein.

Senioren-Hallensportfest des LAC Quelle Fürth erlebt 30. Auflage!

(Fürth/Krefeld, 01. Februar 2019) Durchhaltevermögen in Reinkultur. Heutzutage längst keine Selbstverständlichkeit und noch viel weniger ein Selbstläufer. Kurzum: Bereits seine 30.Auflage erlebt morgen (Beginn 10.30 Uhr) das Senioren-Hallensportfest des LAC Quelle Fürth in der schmucken vereinseigenen Leichtathletik-Halle am Finkenschlag. Dieses mittlerweile traditionelle Meeting ist gewissermaßen die Mutter derartiger Veranstaltungen unter dem Hallendach. Es fand schon statt (seit 1990), als von Deutschen Hallen-Meisterschaften der Senioren/innen noch lange kein Denken war. Die wurden nämlich erst 2002 in Erfurt aus der Taufe gehoben. Nehmen wir in dem Zusammenhang noch einige Vergleiche vor.

Viel Gegenleistung für stabil gebliebene Startgelder

Im Sinne von möglichst vielen teilnehmenden Athleten/innen in den insgesamt elf Solo-Disziplinen plus Staffeln hat der Gastgeber und Hausherr die Startgebühren bei 6 Euro pro Wettbewerb belassen. Der DLV verlangt bei seinen Titelkämpfen Anfang März in Halle an der Saale stolze 16,50 Euro pro Einsatzgelegenheit. Das sind mal eben 175 Prozent mehr an Startgeld. Dazu kommen noch jeweils 6 Euro Eintritt pro Person und Tag, wenn jemand seine Familie zum Wettkampf mitbringen möchte. Dagegen ist der Eintritt in Fürth frei. Des Weiteren gibt es auch noch Sachpreise für die Athleten im Wert von mehreren 100 Euro. Selbst die seit bald 30 Jahren am Ende der Veranstaltung zusammengestellten All-Star-Staffeln über 4x200 Meter sind nicht kostenpflichtig. Da laufen möglichst gleich starke Teams mit je zwei Frauen und Männern in immer wieder spannenden und unterhaltsamen „gemischten Raubtiergruppen“  gegeneinander.

„König“ Richard Rzehak adelt das Meeting

Bis zum offiziellen Meldeschluss sind bereits 270 Einzelmeldungen aus den Landesverbänden Bayern, Württemberg, Sachsen, Rheinland, Nordrhein, Berlin, Westfalen, Pfalz und auch aus Österreich eingegangen. Darunter die von Werfer-Urgestein „König“ Richard Rzehak (*13.10.1929) vom SC Preußen Erlangen, der im Kugelstoßen sein nationales Debüt in der M90 geben wird. „Da ich mich mehr aufs Hammerwerfen verlegt habe und seit zwei Jahren keine Kugel ohne Draht mehr in der Hand hatte, wäre ich mit um die 7,50 Meter zufrieden“, meinte der körperlich und geistig beneidenswert fitte 89-Jährige im Gespräch mit LAMPIS.
Na, dann auf gutes Gelingen! Natürlich bei allen anderen ebenfalls.

Auf der letzten Rille wurde die 4.000er-Schallmauer noch durchbrochen

(Torun/Krefeld, 30. Januar 2019) Sieh an. Es geschehen noch Zeichen und Wunder! „Wer hätte das gedacht?“, war der einhellige Tenor jener Sportler, mit denen ich in regelmäßigem Gedankenaustausch stehe. Da muss auf der ziemlich letzten Rille noch ein mächtiger Ruck durch spätentschlossene Masters dieser Leichtathletik-Welt gegangen sein. Nach dem offiziellen Zwischenstand vom 25. Januar, 12 Uhr, hatten 2.901 Startwillige aus 77 Nationen ihre Nennungen für die 8.Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften mit Winterwurf vom 24. bis 30.März 2019 im polnischen Torun abgegeben. Die hochfliegenden Pläne von um die 4.000 Meldungen der Organisatoren schienen in unerreichbare Ferne entrückt. Doch bis zum gestrigen Meldeschluss (24 Uhr) wurden daraus noch bei Online-Stellung dieses Beitrages um 9 Uhr inoffiziös 4.274 Gemeldete aus 87 angeschlossenen Mitgliedsstaaten des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA). Dazu gesellt sich noch ein „Unabhängiger“ unter neutraler weißer Flagge aus Saudi-Arabien, dessen Land nicht der WMA angehört. Weshalb solche Extrawürste? Eine großzügige Spende wird‘s vermutlich gerichtet haben. Filz, Klüngel und Kumpanei sind halt überall gegenwärtig.

WMA-Präsidentin Margit Jungmann mit ihrem Anliegen offenkundig gescheitert
 
Zunächst war auch von LAMPIS gemutmaßt worden, dass sich dahinter ein/e Athlet/in aus dem suspendierten Russland befinden würde. Schließlich hatte WMA-Präsidentin Margit Jungmann (Rehlingen) sich vollmundig dafür stark gemacht, dass russische Senioren/innen wieder an internationalen Meisterschaften teilnehmen dürfen. Insofern immerhin nachvollziehbar, als sie nicht am flächendeckenden Staatsdoping teilgenommen haben und auch keinem Kontrollpool angehören, um ihre „Sauberkeit“ nachweisen zu können. Doch offenkundig ist Jungmann mit ihren Anliegen bei der IAAF und ihrem höherrangigen präsidialen Kollegen Sebastian Coe (Großbritannien) gescheitert. Das mag durchaus bedauert werden.

Melderekord für eine derartige WM wurde knapp verfehlt

Noch ein bisschen Zahlensalat für die vielen Freunde der Statistik. Der Melderekord für eine derartige WM vorwiegend unter dem Hallendach wurde knapp verfehlt. Er ist zuvor 2017 in Daegu (Südkorea) aufgestellt worden. Da waren es 4.364 Startwillige aus 74 Nationen. Auf europäischem Boden generierte bislang die Hallen-WM 2008 in Clermont-Ferrand (Frankreich) mit 3.670 Gemeldeten aus 65 Ländern die meisten Nennungen. Die „Top Ten“ in Polen vereinigen allein 2.951 Teilnehmer/innen in Lauerstellung auf sich. Naturgemäß führen die Gastgeber (821) die Hitliste deutlich an, gefolgt von Deutschland (472) und Großbritannien mit Nordirland (390). Alle weiteren Zahlen bis zum letzten Platz, je nach sichtweise 87 oder 88, unter diesem Link.
Ein großer Zuspruch ist indes noch lange kein Gütesiegel für die Qualität gerade normenfreier internationaler Titelkämpfe. Mehr so die gewaltige Ansammlung von Sporttouristen aus aller Herren  Länder und hier noch obendrein Kontinente. Darüber geben dann die Meldungen nach Disziplinen und Altersklassen Aufschluss, da inzwischen sinnvollerweise mit Leistungen gemeldet werden muss. Allein schon, um bei Vorentscheidungen besser die Spreu vom Weizen trennen zu können.

WM: Lokale Organisationskomitee wird eigenem Anspruch nicht gerecht

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Torun/Krefeld, 31. Januar 2019) Es ist nicht sonderlich spaßig, nach gewissenhafter, geradezu akribischer Recherche im Nachhinein als vermeintlicher Depp dazustehen. Dabei haben wir den Etikettenschwindel nicht betrieben und mit gezinkten Karten gespielt. Den Sportschuh hat sich das Lokale Organisationskomitee (LOC) der 8.Senioren-Hallenweltmeisterschaften mit Winterwurf vom 24. bis 30.März 2019 im polnischen Torun anzuziehen. Ob nun als bewusste Täuschung oder einfach nur Schlampigkeit, sei mal dahingestellt, mache sich jeder seinen eigenen Reim drauf.

Online-Erfassung der Anmeldungen angeblich in Echtzeit

Die Fakten: Das LOC hatte sich damit gerühmt, die Online-Erfassung der eingehenden Anmeldungen in Echtzeit vorzunehmen und bereits eine Minute später im Netz das „Update“ einer aktualisierten Version der Gemeldeten nach Nationen zur Verfügung zu stellen. Daraus folgert zwangsläufig, dass bei einem Meldeschluss am 29.Januar 2019, 24 Uhr, eine Minute später, also um 00:01 Uhr des 30.Januar, die Messe endgültig hätte gelesen sein müssen. Entsprechend haben wir, schnell wie wir als Online-Medium nun einmal zu sein pflegen, gestern zu früher Morgenstunde um 7 Uhr eine Saldierung der Registrierungsliste nach Ländern vorgenommen und den Beitrag mit Link dahin um 9 Uhr auf unsere Seite eingestellt. Genannt wurden neben der errechneten Gesamtzahl (4.274 + 1 „Unabhängiger" aus Saudi-Arabien) und den Nationen (87 + 1) auch aus den „Top Ten“ die drei Erstplatzierten Polen (821), Deutschland (472) und Großbritannien mit NordiIrland (390).

Angaben nach Meldeschluss noch mal leicht „aufgehübscht“

Das war einmal. Daraus wurden irgendwann bei einem späteren intuitiven Aufruf 4.338 + 1, 88 + 1, 836, 475 und 393. Wie das, da doch die Klappe längst gefallen war? Sei’s drum. Zumindest sollte jetzt klar sein, dass wir dieses Durch- oder Nebeneinander unterschiedlicher Angaben nicht zu verantworten haben.
Noch eine Schmonzette in diesem Zusammenhang. Der polnische Masters-Vizepräsident Jerzy Krauze schrieb mir in einer Nachricht über „facebook“, dass mit 4.330 (da hat er noch neun übersehen) Gemeldeten aus 89 Nationen (bis dahin 74) neue Höchstmarken aufgestellt worden seien. Einmal abgesehen davon, dass es sich bestenfalls um schmückendes, sinnfreies Beiwerk handelt, das den Aktiven schnurzpiepegal sein wird, und darüber keine offiziellen Rekordlisten geführt werden, stimmt es auch im ersten Punkt nicht. Bei der Hallen-WM 2017 in Daegu (Südkorea) waren es nämlich 4.364 Nennungen.
Hätten wir das auch noch in einem Abwasch mit geklärt.

Lettland und der etwas andere, höhere Stellenwert der Leichtathletik


(Riga/Krefeld, 29. Januar 2019)
Wenngleich die Sportarten Basketball, Eishockey, Tennis und auch Bobfahren die Medien Lettlands dominieren, ist doch der Stellenwert der Leichtathletik in der Bevölkerung enorm. Die Erfolge der Leichtathleten im knapp zwei Millionen Einwohner starken Land des Baltikums sind ungebrochen hoch.

Speerwerfer Janis Lusis ziert eine Werbewand

Gerade erst vor wenigen Tagen hat die Leichtathletik eine besondere Wertschätzung erfahren: Im Flughafengebäude der Landeshauptstadt Riga wurde eine 30 Meter lange Werbewand zu dieser olympischen Kernsportart eingeweiht. Selbst EAA-Präsident Svein-Arne Hansen (Norwegen) kam zu der feierlichen Zeremonie und erwähnte gerne die Erfolge lettischer Sportler aus der Leichtathletik. Allen voran Speerwurf-Ikone Janis Lusis, der im Mai sein 80.Lebensjahr vollendet.

Dreimal nahm Lusis an Olympischen Spielen teil, dreimal kehrte er mit Edelmetall zurück, wobei der Deutsche Klaus Wolfermann in München mit zwei Zentimeter Vorsprung die Wiederholung seines Olympia-Erfolges von 1968 in Mexiko City verhinderte. Beim Debut 1964 in Tokio gewann Lusis Bronze. Seine Frau Elvira Ozolina hatte bereits 1960 in Rom Olympia-Gold geholt und über Jahre den Weltrekord im Speerwurf der Frauen gehalten.

Ehrung für das Lebenswerk des bald 80-Jährigen

Nach dem „Erwachen“, der Befreiung Lettlands und Loslösung von der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre, ging Janis Lusis noch bei den Meisterschaften der Senioren in Europa und der Welt an den Start. Bei der Sport-Gala der lettischen Leichtathleten wurde er für sein Lebenswerk geehrt. Seine Dankesrede endete mit stehenden Ovationen der knapp 200 geladenen Gäste.