Eine leibhaftige Olympiadritte von 2000 beim Werfertag im Ring

(Bremen-Huchting/Krefeld, 04. Oktober 2018) Mitunter hilft „Kommissar Zufall“. Wenn wir schon in unserem gestrigen Beitrag darauf hingewiesen haben, dass der „Tag der deutschen Einheit“ beiläufig auch ein sprudelnder Quell von Werfertagen zu sein pflegt, wollten wir selbstverständlich auch ein exemplarisches Beispiel herausgreifen. Und siehe da, sind wir dabei gleich beim ersten Zugriff, großes Ehrenwort (!), in vielerlei Hinsicht auf ein ausgesprochenes Juwel gestoßen. Just auf eine der Pionierinnen des deutschen Hammerwurfs, die bei der Erstaustragung dieses Wettbewerbs für Frauen unter den Olympischen Ringen im Milleniumsjahr 2000 in Sydney (Australien) mit 69,28m, damals zugleich deutscher Rekord, die Bronzemedaille gewann. Der Name davor oder dahinter: Kirsten Münchow (im Bild).
Darunter tritt sie heutzutage bei ihren seltener gewordenen Wettkämpfen freilich längst nicht mehr auf. Hilbig heißt die geschiedene Klose mittlerweile. Und als solche ging sie gestern beim 53.Werfertag des TuS Huchting in den Ring. Da bewies die amtierende Europameisterin der W40 (53,32m), dass sie altersgemäß immer noch auf verdammt hohem Niveau mit dem 4-Kilo-Hammer unterwegs ist. Mit 53,05m aus dem dritten Versuch blieb die inzwischen 41-Jährige nicht allzu weit hinter ihrem deutschen Altersklassen-Rekord von 55,17m vom 01.Juli 2017 in Braunschweig zurück. Das legt den Schluss nahe, dass sie nicht nur den Werfer-Nachwuchs des VfR Evesen, sondern auch sich selber trainiert.
Ergebnisse von diesem Meeting und den vielen weiteren Veranstaltungen unter ladv.de.

Heutige Feiertag auch ein sprudelnder Quell für Wurfveranstaltungen

(Überall in der Republik/Krefeld, 03. Oktober 2018) Bei aller mir vor fast 74 Jahren in die Wiege gelegten und fortan mit mir gewachsenen, von Dritten nachgesagten Fantasiebegabung, die glücklicherweise auch vor dem Alter nicht haltmacht, kann ich die Sprache nicht ständig neu erfinden. Die deutsche Geschichte erst recht nicht. Warum das jetzt? Der Blick auf das Datum verrät es und das die meisten unter den Werktätigten heute nicht zur Arbeit antreten müssen. Es ist Feiertag, der „Tag der deutschen Einheit“. Dazu habe ich im Vorjahr die Kolumne Einwurf aus der Mitte mit der Überschrift „Es hat schon weitaus positivere ,Tage der deutschen Einheit‘ gegeben“ (siehe Link) verfasst. Die kann getrost als Blaupause herhalten. Wobei sich so manch negative Szenarien sogar noch verschärft haben. Auf Anhieb fällt mir nix ein, was besser geworden wäre. Und während ich dies schreibe, singt aus dem Radio auf WDR4 Wolfgang Niedecken von BAP wie zum Hohne den  Titel „Alles im Lot, alles wird jot“. Seine Worte in Gottes Gehörgang und die der Bundesbürger ohne und mit Migrationshintergrund!
Aber werden wir unserer eigentlich Mission und Profession entsprechend sportlich. Dieser Feiertag ist landauf, landab auch stets ein sprudelnder Quell speziell für Veranstaltungen für mehr oder weniger passionierte Werfer/innen. Davon geben die einschlägigen Wettkampf-Datenbanken, zum Beispiel ladv.de, Zeugnis. Wer also nicht noch Attraktiveres vorhat, der mache sich kundig und spontan auf den Weg.
Viel Spaß und Erfolg! Bei was auch immer.

Sportsch(l)au: Draußen oder drinnen - ein Mythos auf dem Prüfstand

(Köln/Krefeld, 01. Oktober 2018)  Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“, anderen Publikationsmedien sowie seiner eigenen Netzseite an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das nunmehr 101. Kapitel zu diesem Themenkomplex passt zudem vortrefflich zum Herbst und sich anschließendem Winter. A.H. 

Wer kennt sie nicht, die Läufer, Radfahrer oder Kletterer, die auf die Bewegung in der Natur setzen und dazu immer den Spruch auf den Lippen haben, der nunmehr in der dritten und noch mehr in der vierten Jahreszeit an Bedeutung gewinnt: „Schlechtes Wetter gibt es nicht – nur die falsche Kleidung.“ Viele der Freiluft-Sportler sind der Überzeugung, dass Sport in Mutter Natur gesünder sei als in der Halle oder im Fitness-Studio. Doch was steckt dran und drin an diesem Sportmythos?

Auf die Umwelt kommt es an

Pauschal zu sagen, dass es gesünder sei unter freien Himmel Sport zu treiben stimmt nicht immer. Insbesondere die Umweltbedingungen spielen hier eine wesentliche Rolle. Wer beispielsweise in städtischen Gebieten Sport treibt, setzt sich durch Kraftfahrzeuge einer höheren Abgas- und Feinstaubbelastung aus. Die konkreten Folgen kann man noch nicht genau bestimmen. Aber es kann unter anderem zu Atemwegserkrankungen führen oder Reizungen der Lunge oder der Haut hervorrufen. Genauso sind einerseits wie in diesem Sommer extreme Hitze oder große Kälte nicht gerade gesundheitsförderlich. Hohe Außentemperaturen können zur Dehydrierungen oder Kreislaufschwächen führen. Kälte von weniger als minus zehn Grad kann die Lunge schädigen. 

Wind und Wetter für ein starkes Immunsystem

Aber wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Einen ganz klaren Vorteil bietet der nicht simulierbare „Outdoor“-Sport: Die Kraft und Wirkung der Natur. Bewegung im Freien trainiert nicht nur die Muskeln und den Kreislauf, stärkt zudem das Immunsystem, sondern ist wahrer Balsam für unsere Seele. Der Mensch und die Natur gehören zusammen. Zumal man das eine tun kann, ohne das andere zu lassen.
Fazit: Einfach mal über den einschränkenden eigenen Tellerrand hinausschauen und sich ausprobieren!

Klub-Gründervater Peter Speckens mit seinem Saisonausklang zufrieden

(Düsseldorf/Übach-Palenberg/Trier/Krefeld, 02.Okotber 2018) Machen wir noch einen kleinen, indes leicht amputierten Nachdreher zum „Herbstrauschen“ jener Veranstaltungen, die wir in unserem entsprechenden Fenster genannt haben. „Amputiert“ aus dem Grunde, da trotz zweier Karenztage die Ergebnisse vom Abschlusswerfertag zum 50-jährigen Jubiläum des SVRW Schlafhorst in Übach-Palenberg nahe Aachen bei Online-Stellung dieses Beitrages noch nicht veröffentlicht sind. Unsererseits können wir das Scheunentor nur aufmachen, durchgehen müssen die Verantwortlichen der Klubs. Dennoch können wir zumindest mit einem Resultat aufwarten. Gründervater Peter Speckens (*1935) war zum Ausklang der Saison mit seinen 38,28m im Hammerwurf der M80 (SBL 40,50m) sehr zufrieden.

Diskuswerfer Johann Stein in passabler Spätform

Eine passable Spätform und zugleich die beste Leistung beim Offenen Senioren-Sportfest in Düsseldorf-Lierenfeld zeigte am vorigen Samstag auch Diskuswerfer Johann Stein (im Bild) vom TV Werther. Der knapp noch 66-jährige amtierende Deutsche Meister der M65 (45,00m) gewann mit 42,60m recht deutlich die gemeinsame Wertung der M60/65. Alle seine fünf gültigen Versuche lagen jenseits der 40-Meter-Marke. Die verpasste denkbar knapp um sechs Zentimeter der immer noch an den Nachwirkungen eines Sportunfalles laborierende zweitplatzierte Rolf Griesberg (*1952/M65) vom Pulheimer SC mit 39,94m. Weitere Würfe von ihm, die womöglich den leibhaftigen Stein noch ein wenig mehr ins Rollen gebracht hätten, landeten außerhalb des Sektors. Künstlerpech!

Rekordjagd nicht von Erfolg gekrönt

Schon eine Anleihe bei den jüngeren Semestern müssen wir nehmen, um ein vorzeigbares Ergebnis vom 16.Ernst-Klement-Memorial Sonntag im Moselstadion in Trier zu vermelden. Auf der Jagd nach dem belgischen Rekord im Hammerwurf der Frauen (67,30m) erzielte die häufig in Deutschland startende 23-jährige Vanessa Sterkendries von Sparta Vilvoorde ausgezeichnete 65,58m.
Mehr aus Düsseldorf und Trier mit Mausklick unter den blau eingefärbten Verlinkungen.

Starke deutsche Frauen sicherten Gesamtsieg beim Drei-Länderkampf

(Rehlingen/Krefeld, 30. September 2018) Alles wie gehabt bei der lahmen Ergebnis-Übermittlung. Daran änderte auch das kleine Jubiläum beim 10. Senioren-Drei-Länderkampf zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien gestern im Bungert-Stadion in Rehlingen nichts. Wieder einmal hieß es ein wenig übertrieben formuliert „Über sieben Brücken musst du gehen“. Bei der Recherche und selbst später der Online-Stellung (10 Uhr) dieses Beitrages einmal mehr Fehlanzeige in der Wettkampf-Datenbank des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), immerhin der Schirmherr der Veranstaltung, und auch kein Bericht in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite. Aber es gibt ja LAMPIS. Fündig geworden sind wir beim gastgebenden Landesverband Saarland.

Seniorinnen: Fünf Einzelsiege und drei Doppelerfolge bei Stoß/Wurf

Recht komfortabel kommt der in der Saldierung deutsche Gesamtsieg mit einem Vorsprung von 41 Punkten vor Frankreich daher. Es waren einmal mehr die überlegenen „Mädels“ aus GER, die mit jeweiligen Klassensiegen in der W40 und 50 dafür ausschlaggebend verantwortlich zeichneten. Nicht zuletzt die Fraktion Stoß/Wurf. Allein die starke Französin Sylvie Servaut vermochte mit 41,28m im Diskuswurf der W50 einen kompletten Durchmarsch mit Kugel, Diskus, Speer der Gastgeberinnen zu verhindern. Dennoch sind fünf Einzelsiege und drei Doppelerfolge natürlich ein Pfund.

Senioren: Mordhorst, Maryniak und Esenwein ragten heraus

Bei den Männern machten sich erwartungsgemäß die Absagen von Andy Dittmar (M40) und Norbert Demmel (M50) negativ bemerkbar. Das verhinderte freilich keine starken Einzelleistungen einiger Protagonisten. Allen voran Ralf Mordhorst (*1973) vom LAC Lübeck mit 52,83 im Diskuswurf der M40, Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau in derselben Disziplin mit 56,53m und Peter Esenwein (*1967) vom VfL Sindelfingen mit 65,99m im Speerwurf, beide M50. Müßig zu erwähnen, dass sie damit ihre Wettbewerbe jeweils auch gewannen. Das gelang zudem Kugelstoßer Andreas Deutschele (*1968) von der TG Nürtingen mit 14,97 in der M50.  Hingegen bestachen die Seniorinnen mehr durch ihre Ausgeglichenheit als die großen Ausreißer nach oben.        
Gesamt-Endstand aller vier Klassen: 1. Deutschland 355 Punkte, 2. Frankreich 314, 3. Belgien 152.
Einzelergebnisse bei Stoß und Wurf: M40, Kugel: 4. Ralf Mordhorst 15,01m, 5. Sören Voigt 13,84m; Diskus: 1. Mordhorst 52,83m 4. Voigt 44,00m; Speer: 2. Jens Kresalek 54,05m, 3. Oliver Karwe 51,05m.
M50, Kugel: 1, Andreas Deuschele 14,97m, 3. Robert Ingenbleek 13,88m; Diskus: 1.  Helmut Maryniak 56,53m; 3. Ingenbleek 46,18m; Speer: 1. Peter Esenwein 65,99m, 3. Frank Schäfers 54,75m.
W40, Kugel: 1. Nadine Kant 13,61m, 3. Anja Thorausch 11,84m; Diskus: 1. Bianca Overkamp 42,43m, 2. Bettina Schardt 42,00m; Speer: 1. Dagmar Suhling 39,10m, 2. Andrea Zahn 35,96m;
W50, Kugel:  1. Jana Müller-Schmidt 13,91m, 3. Birgit Plifke 13,53m; Diskus: 2. Silke Stolt 35,49m, 4. Christine Ecker 34,92m; Speer: 1. Angela Müller 35,33m, 2. Susanne Strohm 33,44m.