Alle Regeländerungen ab 01. Januar 2018 in einer kompakten Übersicht

(Krefeld, 17. April 2018) Nicht verzagen, LAMPIS fragen! Gerne erfolgt unser Service häufig auch ohne besondere Bitte. Wie im nachfolgenden Falle. Denn über einige Landesverbände transportiert, herrscht bei Klub-Verantwortlichen und vielen Aktiven immer noch gehöriger Informations- und Erklärungsbedarf zu den bereits am 01. Januar 2018 in Kraft getretenen umfangreichen Regeländerungen. Eine kompakte Übersicht dazu bietet der Badische Leichtathletik-Verband unter der blau eingefärbten Verlinkung. Einfach anklicken – und los geht’s!

Ex-Kugelstoßer Manfred Buchmüller vollendet heute sein 75. Lebensjahr

(Wuppertal-Ronsdorf/Krefeld, 16. April 2018) Es könnte in einer Serie über ehemalige deutsche Weltklasse-Senioren auch heißen „Was macht eigentlich …Manfred Buchmüller?“ Doch es gibt brandaktuell einen gewichtigeren Anlass. Der einstige, spät berufene Kugelstoß-Spezialist mit Wurzeln als Zehnkämpfer jenseits von 7.000-Punkten vollendet just heute sein 75. Lebensjahr. Seinen geliebten Sport kann der mehrfache Senioren- Europa- und Weltmeister aus ab der M55 beginnenden gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr ausüben. Aber er hält sich auf dem heimischen Fahrrad-Ergometer und zwei bis drei wöchentlichen Trainingsbesuchen im Fitnessstudio gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Hilde Beyers einigermaßen fit.
Neben dieser allzu menschlichen Leidenschaft zum schöneren Geschlecht ist dem ehemaligen Leverkusener auch die dritte zu schnellen Autos geblieben. Dabei hat er dereinst auf diesem Sektor (fast) alle Klischees bedient. Es begann für „Manni“ mit einem Opel Manta, und seine damalige Freundin hieß passend dazu Karin, war allerdings weder blond noch Friseuse. Die PS-starken Karossen wurden fortan edler bis hin zu einem zusätzlich noch getunten BMW M3, der es bis auf die Titelseite einer Automobilzeitschrift brachte. Dabei bevorzugt(e) der Jubilar die Variante mehr „Sein als Schein“ mit Wölfen im Schafspelz, brachte so manchen Ferrari-, Maserati-, Aston Martin- und Porsche-Fahrer schier zur weißglühenden Verzweiflung. Die sahen ihn nach seinen Überholvorgängen bestenfalls erst auf dem nächsten Rastplatz wieder. Davon kann er so manches Anekdötchen erzählen, von denen ich als sein vier Jahrzehnte langer Freund etliche kenne oder gar live miterlebte.

Lebensbestleistung von 18,74 m als 37-Jähriger gestoßen

Es war schon erstaunlich, woher der ehemalige selbständige Modellschreiner, spezialisiert auf Innentreppen in Ein-Familien-Häusern, überhaupt noch die Zeit für ein halbwegs geregeltes Training und seine vielen nationalen sowie internationalen Wettkämpfe so um die 50 im Jahr nahm. Er verkörperte bei nicht einmal gigantischen 1,85m Größe und austrainierten 115 – 118 Kilogramm wie eben nur wenige Ausnahmekönner die Synthese von einer brillannten (Rückenstoß-)Technik, gepaart mit überdurchschnittlicher Schnell- und Maximalkraft. Dazu war er ein exzellenter Wettkämpfer, der nur da alle Ressourcen auszuschöpfen vermochte. Seine beeindruckenden Bestleistungen durch die Altersklassen: M30: 18,04m (1977); M35: 18,74m (1980, also schon 37-jährig); M40: 18,36m (1980), M45: 17,77m (1989); M50 (6,25 kg): 18,01m (1993). Abgesehen von Andy Dittmar können die verschiedenen heutigen Generationen von solchen Werten nicht einmal mehr träumen.
Freud‘ und Leid liegen häufig dicht beisammen. Erst kürzlich musste Manfred seine geschiedene Frau Rita, die Mutter seines erwachsenen Sohnes Markus, nach heimtückischer Krankheit zu Grabe tragen. Nichts destotrotz oder gerade deswegen auch von dieser Stelle Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Manfred! Sicherlich auch in Geschäftsführung ohne Auftrag im Namen vieler früherer Sportkameraden.

Persönlicher Nachruf zum Tode von Alt-Bundestrainer Kurt Scheibner

(Buchenbach bei Freiburg/Krefeld, 14. April 2018) Alt-Bundestrainer Kurt Scheibner (*18.03.1926) ist drei Wochen nach Vollendung seines 92.Lebensjahres für immer von uns gegangen. Der einstige Chef-Coach der deutschen Diskuswerfer begann seine Trainertätigkeit in der ehemaligen DDR bei der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig und führte Ende der 1950er Jahre Manfred Grieser in die Weltspitze. Von Prof.Dr. Karl-Heinz Bauersfeld mit den besten Trainingskenntnissen ausgestattet, blieb Scheibner 1959 in der Bundesrepublik und machte nach nur wenigen Monaten Sigrun Grabert-Kofink, die 1960, 1961 und 1963 deutsche Meisterin im Kugelstoßen wurde, zur Olympiakandidatin.

Elf von zwölf möglichen DM-Titeln durch seine Schützlinge

Der Hochschulsportlehrer am Institut für Sport und Sportwissenschaft in Freiburg wurde am 01.Oktober 1963 vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) als Bundestrainer für Kugelstoßen und Diskuswerfen berufen. Durch seine Fach- und Sachkompetenz, aber auch seine „menschelnde“ Art, war er nicht nur in der Leichtathletik eine geachtete und beliebte Persönlichkeit. Seine Schützlinge Jens Reimers (4), Hein-Direck Neu (4), Dirk Wippermann (2) und Klaus-Peter Henning (1) sicherten sich von 1961 bis 1972 elf deutsche Meisterschaften. Auch die Alt-Internationalen Ferdinand „Fred“ Schladen und Josef Klik trainierten unter seiner Verantwortung.
Ende 1968 lud mich Kurt Scheibner als damals erst 18-Jährigen zu einem Sichtungslehrgang nach Mainz ein. Offenbar hatte ich einen guten Eindruck bei ihm hinterlassen. Denn er hielt wegen meiner enormen Schnell- und Sprungkraft große Stücke auf mich und wollte mich besonders fördern. Nachdem die bundesdeutschen Diskuswerfer bei den Olympischen Spielen 1972 in München hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, wurde er Ende dieses Jahres aus den Diensten des DLV entlassen.

Ehemaligen Athleten hielten ihm die Treue

Im Gegensatz zum Verband ließen wir verbliebenen Ex-Schützlinge (Neu und Reimers sind schon vor ihm verstorben) die Verbindung zu ihm nie abreißen. Das letzte Mal telefonierte ich mit Kurt an seinem letzten Geburtstag. Obwohl es ihm gesundheitlich schon nicht mehr so gut ging, war er immer noch frohen Mutes. Jetzt bleiben uns nur noch die schönen Erlebnisse mit ihm und der reiche Schatz an Erinnerungen.
Kurt Scheibner wird jedoch in unseren Gedanken weiterleben. Möge er im christlichen Sinne in Frieden ruhen.

Ein neues "Kunstwerk" aus dem Fundus der Ergebnisübermittlung

(Niederselters/Gladbeck/Krefeld, 15. April 2018) Traue keiner Statistik, die nicht von dir selber gefälscht worden ist. Auf die Online-Ergebnisliste vom traditionsreichen Werfertag des LSG Goldener Grund gestern in Niederselters trifft dieser veralbernde Spruch zu. Nur zwei Beispiele, die keineswegs einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Adrian Ernst (*1967) von der TSG Wehrheim taucht unter der Überschrift „Diskuswurf (2 kg) (Finale/Gemischter Wettbewerb) – Männer" als Sieger mit 38,86m auf. Gut, denkt sich der Fachmann: Adrian hatte Sehnsucht nach dem „Zweier“ und war deshalb in der Männer-Klasse gestartet, obwohl die M45 auch dazu gelangt hätte. Doch derselbe Ernst wird mit original dieser Tagesbestweite und den anderen Versuchen in der M50 (1,5kg) geführt. Wat nu, würde der Chinese fragen?

Jungseniorin Sabine Rumpf warf den Diskus 53,28m weit

Noch’n Gedicht aus dieser Rubrik: Hammerwurf-Spezialist Hermann Huppertsberg (*1945) von DT Ronsdorf in Wuppertal, Stammgast bei diesem Meeting, soll in der M60 (5 kg) gestartet sein. Die erzielten 41,61m wären ihm auch durchaus zuzutrauen. Untertourig wäre dieses Resutlat für ihn in der altersgemäßen M70. Doch genau damit ist er nochmals gelistet. Eine irreführende, falsche Ergebnisliste ist nicht einmal das Papier wert, auf dem sie später – vielleicht – gedruckt wird.
Nix versaut werden kann glücklicherweise im Misch-Masch-Wettbewerb der Frauen und jüngeren Seniorinnen im Diskuswurf (jeweils 1kg). Da sorgte erwartungsgemäß Lokalmatadorin Sabine Rumpf (*1983) vom ausrichtenden Klub mit 53,28m für die absolut beste Leistung der Veranstaltung.  Wer mag, schaue sich den großen Rest dieses Kunstwerkes" der Ergebnisübermittlung unter diesem Link an.
Einen Live-Ticker bot der VfL Gladbeck bei seinem parallel ausgetragenen Werfertag an. Übrigens mit demselben Software-Anbieter Cosa Win. Nicht automatisch ein Gewinn. Stellvertretend sei Rainer Horstmann (*1957) vom TSV Kirchlinde erwähnt, der mit respektablen Weiten in der M60 einen Doppel-Erfolg beim Klassiker mit Kugel (13,02m) und Diskus (45,73m) landete.

Wer angibt hat deutlich mehr vom Leben: Aber bitte mit Wahrheitsgehalt

Glosse

Neben der Spur

(Krefeld, 13. April 2018)
Wer angibt hat deutlich mehr vom Leben. Es sollte allerdings den Hauch eines Wahrheitsgehaltes haben, um nicht als schamlose Übertreibung entlarvt zu werden. So hatte – Achtung: Satire! – „der Gott begnadete, vom Himmel gefallene DLV-Senioren(ver)sprecher“ auf seiner Netzseite, die keinerlei journalistischen Anspruch erheben kann, einen normalen deutschen EM-Teilnehmer im spanischen Madrid hochtrabend zum Auslandskorrespondenten mutieren lassen. Das macht sich toll, ist jedoch krampfhaft mit den Haaren herbeigezogen, schlicht ziemlich Gaga. Diesmal ohne Lady davor. Liest sich netter als völlig verrückt oder durchgeknallt.
Die neueste frühlingshafte Stilblüte leistete sich nun der Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA) um die für den Internet-Auftritt federführend zuständige Vizepräsidentin Margit Jungmann (Rehlingen). Da ist für den darob bass erstaunten, geografisch einigermaßen kundigen Besucher zu lesen:
250 different countries have visited this site. Auf gut Deutsch: 250 verschiedene Länder habe diese Seite besucht (siehe Link).

Fürst von Bismarck lässt aus dem Jenseits schön grüßen

Wie bitte? Laut den Alleswissern von Wikipedia gibt es 205 Staaten auf diesem Globus. Die internationale Leichtathletik-Dachorganisation IAAF hat das mit einem Kunstgriff auf 214 „nationale Mitgliedsverbände“ erhöht, in dem sie einigen Fleckchen Erde wie zum Beispiel Gibraltar (gehört offiziell zu Großbritannien) die Eigenständigkeit verlieh. Genauso gut (oder schlecht) hätten die Bahamas mit 700 multipliziert werden können. Denn es sind eben rund so viele Inseln in der Sonne im Atlantischen Ozean. Wenngleich davon lediglich 30 bewohnt sind. Zurück zur WMA, die vorgestern mit 78 an der Gesamtzahl noch um ein Vielfaches bescheidener daherkam.
All‘ das und vieles mehr auf diesem Sektor erinnert nicht nur an mächtig auf den Putz hauen, dass die Wände wackeln, sondern auch verdächtig an die Steigerungsform von Lüge. Die wird Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck, der angeblich gerne sauer eingelegte Heringe aß, zugeschrieben mit Notlüge, Lüge, Statistik!
Abschließend noch ein Tipp für Abergläubische die nötige Vor- und Umsicht walten zu lassen. Bereits seit 00:00 Uhr in der Nacht schreiben wir Freitag, den 13.! Der nächste folgt letztmals anno 2018 übrigens im Juli.