Super-GAU trat ein: Lidia Zentner neue DLV-Seniorensprecherin

(Darmstadt/Pforzheim/Eisenach/Krefeld, 05. Juli 2018) Er trat ein, der zu befürchtende und von uns vorgestern prognostizierte Super-GAU (= Größte Angenommene Unfall): Lidia Zentner von Gazelle Pforzheim ist die neue Sprecherin der beiden DLV-Athletensprecher der Ü30-Generation. Dies berichtet die Seniorenspielecke auf der Verbandsnetzseite. Die tatsächliche Wahlbeteiligung fiel noch mieser aus, als es uns ein kooperativer, konspirativer Spatz vom Funktionsgebäude des Rheydter Grenzlandstadions in Mönchengladbach gezwitschert hat. Dabei haben 93 von insgesamt anwesenden 750 Klubs respektive deren Vertreter ihre Stimmen abgegeben. Sechs davon waren ungültig. Nicht so einfach, wo doch nur hier oder da ein Kreuz in ein Kästchen gemacht werden musste.  Die Zentner-Frau stützt ihr Mandat in den kommenden vier Jahren auf die dürre Plattform von mickrigen 68 Stimmen, auf ihren künftigen Stellvertreter Heiko Wendorf aus Eisenach entfielen derer 19.

Ein als vollkommen bedeutungslos wahrgenommenes Ehrenamt

Das zeigt bei diesem doch schon recht repräsentativen Querschnitt das ganze Dilemma dieser Wahl zu dem als vollkommen bedeutungslos wahrgenommenen Ehrenamt beim weit überwiegenden Teil der Senioren/innen von kapitalen 87,4 Prozent auf. Es geht ihnen schlicht mit Grandezza am Allerwertesten vorbei. Aber die stetig wachsenden Gründe dafür in den letzten sechs Jahren haben wir bereits vorgestern in unserer Kolumne hinlänglich und ausführlich beschrieben. Müßig, sie nach Art des Rindviechs wiederzukäuen.

Noch ein kleines rhetorisches "Nachbeben" zur Senioren-DM

(Mönchengladbach/Krefeld, 04. Juli 2018) Kaum einer kann noch richtig Ergebnisliste. Und das hinauf bis zu Deutschen Senioren-Meisterschaften. Früher sah das einmal so aus, dass chronologisch aufsteigend zunächst alle männlichen Altersklassen und danach alle weiblichen gelistet worden sind. Von mir aus auch nach dem beliebten  adeligen englischen Motto „Ladies first!“ umgekehrt. Seit geraumer Zeit geschieht das in einem wilden Geschlechtermix und das nicht einmal kontinuierlich dergestalt: M35, W35, M40, M45, W40, W45, M50, M55, W50, W55, M60, M65 und so fort, damit es jetzt nicht gähnend langweilig wird. Die Meldeliste zuvor sah genauso aus bei der Senioren-DM in Mönchengladbach. Zugegeben – hatten wir an dieser Stelle alles schon. Aber wir werden nicht müde, den Finger immer wieder in dieselbe Wunde zu legen, damit es vielleicht irgendwann den Verantwortlichen richtig wehtut. Deshalb dieses kleine rhetorische "Nachbeben".

Mehr Salär für eine oftmals unzureichende Leistung

Dazu muss man noch wissen, dass die Personen am Computer das Dreifache an Aufwandsentschädigung gegenüber Kampfrichtern abrechnen, die den lieben langen Tag bei Wind und Wetter an den Wettkampfstätten ihren aufopferungsvollen Dienst an den Aktiven für ein Almosen verrichten. Und dann liefern diese „Informatiker“ einen derartigen feuchten Humus (auch Mist genannt) ab. Ganz zu schweigen von dem Ärgernis, dass just bei den Senioren, welch ein Zufall, mit unschöner Regelmäßigkeit der Live-Ticker ausfällt. Das bekam sogar der vergleichsweise bescheidene ASV Süchteln eine Woche vor der Senioren-DM beim 105. Süchtelner völlig unfallfrei hin. Und da war von der Pampers-Liga bis hinauf zu den Senioren richtig was gebacken.

Angebliche "technische Probleme“ (Live-Ticker) sind schnellstmöglich zu beheben. Unvorstellbar, dass es bei einer DM der Männer/Frauen bei der lapidaren Feststellung „funktioniert nicht“ geblieben wäre. Aber es waren ja nur die Senioren/innen.

Eine prima organisierte Senioren-DM auf bestens präparierten Anlagen

(Mönchengladbach/Krefeld, 02. Juli 2018) Vorausgeschickt, das es eine schiere Unmöglichkeit ist, als Alleinunterhalter bei einer dreitägigen Deutschen Senioren-Meisterschaft mit selbst in der Berichterstattung von lediglich vier Wurf-Disziplinen, aber jede Menge Altersklassen, überall präsent zu sein. Dafür gibt es als Ausgleich jedoch den zumindest eigenen Eindruck als Aktiver. Das in Summe, komme ich zu dem Fazit, dass es „auf’m Platz“ von allen beteiligten Verantwortlichen bestens organisierte Titelkämpfe mit freundlichen, kompetenten Kampfrichtern auf hervorragend präparierten Anlagen im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach gewesen sind. Sogar mit viel Liebe zum Detail. Nur ein Beispiel: Der Sektor der Kugelstoß-Anlage hinter der Haupttribüne wurde nach jedem Wettbewerb leicht gewässert, damit die rote Asche bei der Glutsonne nicht staubte und noch mehr Hitze reflektierte. Alle Achtung und Chapeau!

Hammerwerfer/innen führten ein Schattendasein

Nicht so prall, aber technisch durch das DM-Dorf auf dem eigentlich weiteren Wurfplatz für Diskus und Hammer oberhalb der Stehtribüne auf der Gegengeraden nicht anders zu lösen, dass die Hammerwerfer/innen fernab vom eigentlichen Geschehen trotz grellem Sonnenlicht ein Schattendasein führen mussten. Sie wurden auf der anderen Straßenseite gegenüber dem Hinterein-/ausgang Breite Straße ausgelagert. Verdammt anonym. Ganz so, als liefe hier ein völlig eigenständiges Ding ab.

Ein Scharfrichter unter den Kontrolleuren

Das leidige Thema „Eintrittsgelder“ müssen wir aufgrund meiner eigenen unmittelbaren Beobachtung noch einmal strapazieren. Ein Scharfrichter unter den Kontrolleuren am Haupteingang Jahnplatz knöpfte einer mit Startnummer ausgestatteten Teilnehmerin, die ihr Bändchen in der Trainingstasche im Stadion vergessen hatte, tatsächlich 5 Euro ab. Seine unnachgiebige Begründung: „Woher soll ich wissen, ob sie ihr Bändchen nicht an einen Dritten weitergegeben haben?“
Theoretisch und praktisch alles richtig, jedoch ausgesprochen kleinlich. Wieso sie es nicht am Handgelenk trug, kann ich durchaus nachvollziehen. Denn manch eine/n stört ein solcher Fremdkörper bei der Ausübung seines Sports. Dieses Argument war sicherlich nicht nur als Schutzbehauptung zur kostenfreien Reinlotsung Dritter häufiger zu hören. Wenigstens darüber sollte bei der internen Manöverkritik noch einmal nachgedacht werden.
Redaktioneller Hinweis auf einen weiteren Beitrag zur Senioren-DM im Fenster Ergebnisse.

Niederschmetternd geringe Beteiligung bei Wahl zu Seniorensprechern

Kolumne

Moment mal

(Mönchengladbach/Krefeld, 03. Juli 2018) Es konnte, durfte, sollte bei den Deutschen Meisterschaften der Talente von gestern und vorgestern am vergangenen Wochenende in Mönchengladbach auch gewählt werden: Die beiden DLV-Senioren-Sprecher männlich und weiblich für die Amtszeit 2018 – 2022. Dem Vernehmen über den Obergefreiten-Dienstweg nach haben sich bis Samstagabend 110 Klubvertreter daran beteiligt. Viele werden nicht mehr dazu gekommen sein, da nur noch wenige für einen Start am Sonntag ihre den Stimmzettel enthaltene Unterlagen abgeholt haben. Vergegenwärtigen wir uns, dass insgesamt 750 Vereine ihre die Norm erfüllenden Athleten/innen wunschgemäß zu diesen Titelkämpfen gemeldet haben. Daraus resultiert eine geradezu niederschmetternde Wahlbeteiligung von etwa 15 Prozent.

Emotionale Verelendung des Wahlvolkes

Und dafür lassen sich bei genauerem Hinsehen, ähnlich der Politikverdrossenheit der gemeinen Bundesbürger gegenüber ihren Staatsdienern, triftige Gründe finden. Diese Ehrenämter wurden in den vergangenen sechs Jahren durch „Frontmann“ Alfred Hermes (Jülich) und in den letzten vier Jahren durch Lidia Zentner aus Pforzheim (davor Barbara Schlösser, Wiesbaden) restlos abgewirtschaftet. Letztlich haben sie sich lediglich selbst verwaltet, als wirkliche Interessenvertreter ihrer vielen Schutzbefohlenen sind sie schlussendlich so gut wie nie in Erscheinung getreten. Vielmehr musste der Eindruck entstehen, dass insbesondere der obrigkeitshörige Hermes als verlängerter Arm des Verbandes agierte. Sein weibliches Pendant kam eh über die stumme Rolle der Quotenfrau nicht hinaus. Insofern kann die emotionale Verelendung der Senioren/innen in Bezug auf ihre ehedem gewählten und neuerdings wieder zu wählenden „Anwälte“ nicht weiter verwundern.

Befriedigung persönlicher Eitelkeit als Hauptmotiv

Wenngleich sehr spät, hat wenigstens „Götterbote“ Hermes die Zeichen der Zeit erkannt und nicht erneut kandidiert. Was Frau Zentner bewogen hat, ihre Federboa wieder in den Ring zu werfen, lässt sich nur mit Befriedigung ihrer persönlichen Eitelkeit erklären. Das Schlimme daran, dass aufgrund von lediglich zwei Kandidaten kein Weg an ihr vorbeiführt. Und da schlimmer immer geht, steht zu befürchten, dass sie von den wenigen Stimmen mehr auf sich vereinigt hat als der bis dato in der Szene weithin unbeschriebene Heiko Wendorf aus Eisenach. Damit würde sie die Wortführerin der Seniorensprecher im derzeit noch von Margit Jungmann (Rehlingen) geleiteten Bundesausschuss Senioren im DLV. Arme Senioren-Leichtathletik! Oder auch nicht. Denn genau genommen bleibt ja alles so wie gehabt.
Springen wir von LAMPIS also weiterhin in Geschäftsführung ohne Auftrag als Robin Hood der Ü30-Generation in die Bresche. Die vielen Beispiele aus der Vergangenheit lassen wir aus Platzgründen jetzt weg.

Andy Dittmar setzte würdigen Schlussakkord der 329 Entscheidungen

(Mönchengladbach/Krefeld, 01. Juli 2018) Schlussakkord bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach. Ein dramaturgisch begabter Dirigent hätte ihn nicht treffender zu inszenieren vermögen. Dem deutschen Vorzeige-Senior Andy Dittmar (im Bild) von BiG Gotha in Thüringen blieb heute in dem dreitägigen Reigen von insgesamt 329 Entscheidungen eine der letzten vorbehalten. Der Kugelstoß-Spezialist entledigte sich ihr seiner überragenden Klasse angemessen gegen sehr übersichtliche, dazu hoffnungslos unterlegene nur zweiköpfige Konkurrenz in gut einer Viertelstunde mit 18,07m. Dazu hatte er noch 18,03m in seiner Serie von diesmal fünf gültigen Versuchen. Für ihn und inzwischen die Chronisten, Leser sowie die große Schar der Statistik-Freunde der ganz normale Wahnsinn. Vergegenwärtigen wir uns, dass dieser 1,96m große und 140 Kilo schwere Dauerbrenner unter den Schwerathleten der Leichtathletik in vier Tagen am 5.Juli das 44.Lebensjahr vollendet. Dieses immer noch phänomenale Leistungsvermögen lasse man sich, wer mag, jetzt genüsslich auf der Zunge zergehen.
Einen etwas ausführlicheren Beitrag von diesen Titelkämpfen bei Traumwetter, für längere Laufdisziplinen fast schon traumatisch, folgt morgen an dieser Stelle oder im Fenster „Ergebnisse“. Vorab geht es mit blaugefärbter Verlinkung zu der wild zwischen Männlein und Weiblein gemixten, nicht einmal durchgängig chronologisch aufsteigenden Gesamtergebnisliste. Ebenfalls traumatisch. SELTEC eben.