Leichtathletik-EM: Alle sechs gestrigen Finals ohne deutsche Beteiligung

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(München/Krefeld, 18. August 2022) Fassen wir uns diesmal in aller Kürze, denn darin liegt ja angeblich die Würze. Das kann allerdings auch signalisieren, dass es nicht allzu viel Positives aus eingeschränkter heimischer Sicht zu berichten gibt. Dem war so. Nach dem Ausnahmezustand von Dienstag mit dem glänzenden und berauschenden Auftreten der deutschen Leichtathleten*innen bei der EM vor begeisterten 40.000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion trat postwendend wieder Normalität ein. Gänzlich ohne deutsche Beteiligung fanden gestern Abend vor weitgehend gähnend leeren Rängen die sechs Finals statt. Die Zuschauer vom Fach haben eben ein feines Gespür dafür, wann sich ihr Kommen für ein üppiges Entree von 140 bis 180 Euro „lohnt“. Selbst bei einem internationalen Publikum aus aller Herren Länder lässt vor allem Lokalkolorit mit eigenen Assen die Kasse klingeln.  

Ein DLV-Quartett kam in den Vorentscheidungen weiter

Aber auch in den Vorentscheidungen der so genannten „Morning Session“ gab es zur Erntezeit wieder ziemlich viel Fallobst im prallen DLV-Aufgebot. Das wollen wir jetzt nicht alles aufzählen, überantworten wir bei Interesse der verlinkten Ergebnisliste, kaprizieren uns auf jene wenige, die in ihren Konkurrenzen weitergekommen sind. Das war lediglich ein Quartett, indes mit drei prima Vorstellungen. Constantin Preis in 49,63 (SBL) und Carolina Krafzik in 54,32 Sekunden (PBL) zogen als jeweils überlegene Vorlauf-Erste in die Triplefinals ein.
Bereits eine Etage höher geht es für Dreispringerin Nele Eckhard-Noack weiter, die mit persönlicher Bestweite von 14,53m die Qualifikation für sich entschied. Ein Fingerzeig in Richtung Medaille? Eine Binsenweisheit, dass im Vorkampf und Finale im übertragenen Sinne die Karten völlig neu gemischt werden. Diskuswerfer Henning Janssen löste das auf dem Weg dahin mit 62,60m und einem kleinen „q“. Medaillenträume können damit gegen übermächtige Konkurrenz allerdings erst gar nicht aufkommen, geht es schlicht um die Bestätigung des individuellen Leistungsvermögens. Und daran haperte es allzu oft bei den „Heimarbeitern“, können auch die schönen Erfolge nicht darüber hinwegtäuschen. Den nationalen Dachverband einmal ausgenommen.