EMA: Für- und Vorsorgepflicht wird nonchalant über Bord geworfen

Kolumne

Moment Mal

(Jülich/Lausanne/Madeira/Krefeld, 20. Oktober 2020)
Für ein ziemliches Ärgernis sorgte gestern die Verharmlosungs- und Verlinkungsnetzseite, zugleich Abklatsch der Senioren-Spielecke des DLV-Internetportals, vom früheren Ü30-Aktivensprecher aus Jülich im Rheinland. Der „Götterbote“ namens Alfred Hermes, nebenbei so genannter Media Manager der kontinentalen Dachorganisation European Masters Athletics (EMA) mit Briefkastenadresse in Lausanne/CH, sonderte vollkommen unreflektiert und unkommentiert rechtzeitig vor dem nächsten Meldeschluss Werbebotschaften für die Europameisterschaften im Straßen- und Berglauf Ende Oktober, Anfang November auf Madeira ab. Er folgt damit „The Masters Voice“, der Stimme seines Herrn, EMA-Präsident Kurt Kaschke mit Wahlheimat Assafora (Portugal), der schlussendlich in der Verantwortung stehend mehrfach, zuletzt am 13.Okober 2020, in dasselbe Horn blies. Getreu dem Motto „Ihr erwachsenen Kinderlein kommet, kommet nur all. Schert euch einen feuchten Kehricht um Corona“. Die Für- und Vorsorgepflicht wird hier nonchalant über Bord geworfen.

Eigene Meinung bekunden, igittigitt, was ist das?

Bloß keine Flagge zeigen, auf Risiken und Nebenwirkungen hinweisen und lediglich den Modalitäten-Katalog runterleiern. Dann auch noch mit falschen Begriffen um sich werfend und von „Covid-19 Schutzmaßnahmen“ schreibend. Noch einmal für Begriffsstutzige: Das Virus heißt Corona, exakt
SARS-CoV-2. Erst die Lungenerkrankung, die daraus entstehen kann, nicht zwingend muss, nennt sich COVID-19. Ungeachtet dessen pflastern weltweit bislang nachgewiesene 1,116 Millionen Tote den Weg dieser neuen Geißel der Menschheit. Davon rund 20 Prozent in den USA. Ganz zu schweigen von der globalen Dunkelziffer, die dem Eisberg gleicht, bei dem auch nur der Teil auf der Oberfläche zu sehen ist.
Und:
Ausnahmsweise mal eigene Meinung bekunden, Herr Hermes? Igittigitt, was ist das, würde er fragen?
Derweil bleiben wir unumstößlich in der Rolle des Wanderpredigers dabei, jüngst in diesem Beitrag, dass es hochgradig unverantwortlich in Zeiten wie diesen überall in Europa dramatisch steigender Infektionszahlen noch vor der ersten Welle ist, die Athleten*innen aus den Risikogebieten aller Herren Länder auf dem zu Portugal gehörenden Eiland in Wettbewerben bei zwangsläufig nahem Körperkontakt zu versammeln. Vorsichtsmaßnahmen hin oder her.

Ausgerechnet der DLV ein verbündeter Mahner 

Da loben wir für uns unkonventiell mal den (zu Recht) meist gescholtenen „Deutschen Leuchtturm-Verband“ (DLV) mit angeblich weltweiter Strahlkraft, der ab und an eben doch Lichtblicke aufblitzen lässt. 
Er schreibt in seinen Hinweisen zu den beiden Titelkämpfen fürs laufende Volk in von uns komprimierter Wiedergabe: „In diesen besonderen Zeiten sind das allgemeine und individuelle Infektionsrisiko während und unmittelbar vor dieser neu terminierten EM auf Madeira nicht prognostizierbar...
Ob diese Vorsichtsmaßnahmen innerhalb gegebener Laufveranstaltungen ausreichend eingehalten werden können, ist nicht sicher abzuschätzen.
Schön, nicht als einsamer Rufer in der Wüste dazustehen und ausgerechnet den DLV als Verbündeten zu haben. Aber all das wird nicht ausreichen, Einsicht bei irgendwem einkehren zu lassen. Und da es nicht geboten ist, jemanden die Pest an den Hals zu wünschen, nicht mal dem präsidialen Hirni aus den Ver(unr)einigten Staaten von Amerika, bleibt zu hoffen, dass keinem diese EM’en ausgesprochen unangenehm auf die Füße fallen werden.