Stimmige und stimmungsvolle Österreichische Masters-Meisterschaften

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(St.Pölten/Krefeld, 21. September 2020) Stammbesuchern von LAMPIS muss es nicht besonders erklärt werden, dass die Senioren*innen in der Alpenrepublik einen wesentlich höheren Stellenwert genießen als hier zu Lande beim „Deutschen Leuchtturm-Verband“ (DLV) mit angeblich weltweiter Strahlkraft. Obwohl sie anders als bei uns höchstwahrscheinlich nicht nahezu 50 Prozent an der Gesamtmitgliederzahl stellen. Noch ein Beweis gefällig? Bitteschön! Bereits seit kurz nach Schluss der bei logischerweise getrennter Wertung international ausgeschriebenen Österreichischen Masters-Meisterschaften (ÖMM) in St.Pölten befindet sich auf der Netzseite der Dachorganisation ÖLV eine umfassende Berichterstattung der zweitägigen Titelkämpfe. Als da wären ein großes Aufmacher-Foto der kugelstoßenden 100-jährigen Elfriede Fuchs, ein Textteil, eine Fotogalerie, die diesen Namen (gell, Herr Flucke) mit 273 Aufnahmen wahrhaftig verdient (sie sind für eigene Zwecke honorarfrei verfügbar!) und einer Gesamt-Ergebnisliste. Und zwar – anders als der handelsübliche SELTEC-Wirrwarr – hübsch getrennt nach Männlein und Weiblein, altersgemäß chronologisch aufsteigend in der klassischen Reihenfolge von Lauf, Sprung und Stoß/Wurf. Da lacht das Herz der berufsmäßigen Betrachter und vielen bekennenden Freunde der Statistik!

Zufriedene Athleten-Mienen dankten es ihnen

Weil wir all das verlinkt haben, werden wir an dieser Stelle keine Doublette mit anderen Worten fahren. Zitieren wir in einem knackigen Resümee „Alpenvulkan“ Gottfried Gassenbauer (*1958/M60) aus Wien, Österreichs auf ganz hohem Niveau hammerwerfenden amtierenden Masters-Leichtathleten des Jahres:
„An diese Meisterschaften werde ich mich noch in vielen Jahren sehr gerne erinnern. Nicht w
egen meiner nach Trainingsrückstand unerwarteten Weite von 54,40m, sondern aufgrund der überall spürbaren Freude endlich wieder ein großes Sportfest gemeinsam genießen zu dürfen. Die Meinung war unisono die, dass die persönliche Leistung in diesem vertrackten Seuchenjahr zweitrangig ist, aber das Miteinander noch nie so harmonisch war wie an diesen beiden Tagen. Die Disziplin aller Beteiligten ist hervorzuheben, Vernunft, Um- und Vorsicht war das oberste Gebot. Hinzu kam ein ausgeklügeltes Hygienekonzept, das allen Anforderungen mehr als gerecht wurde. Die Methode bei der Siegerehrung fand großen Anklang. Die Medaillen waren jeweils bereits vorbereitet (siehe Bild). Unser wortgewandter Masters-Präsident Heinz Eidenberger fand launige Worte. Einzig die persönliche Übergabe durch einen Offiziellen entfiel. Dadurch aber auch das Problem von direkten Kontakten.“
Kurzum: Allenthalben zufriedene Athleten-Mienen dankten es ihnen.

Elfriede Fuchs unterhält ein Internet-Portal

Kaprizieren wir uns im Schnellverfahren auf einige in der Vorschau genannten Personen, deren genannten Tücken sich leider einmal mehr bestätigten (später mehr). Der bereits im Vorspann genannten „Füchsin“ haben wir allzu euphorisch einen Lorbeerkranz geflochten. Mit 3,18m war sie ein gutes Stück vom zehn Jahre alten Weltrekord (4,10m) der vermutlich deutschstämmigen Australierin Ruth Frith entfernt. Auf ein Neues in der kommenden Hallensaison, so sie stattfindet. Die globale Bestmarke von 2,77m sollte machbar sein. Die alte Dame, eine laut O-Ton Gassenbauer „wunderbare, amüsante Plauderin", geht übrigens mit der Zeit. Das ist jetzt ausdrücklich nicht biologisch zu verstehen, vielmehr auf moderne Kommunikationsmittel bezogen. Sie unterhält unter der Adresse www.elfriedefuchs.at ein Internet-Portal. Da legst die nieda (nieder), würde der Bajuware konstatieren, und ich jetzt auch ehrfurchtsvoll.

„Stabi“ Wolfgang Ritte sprang als Ersatz für die „ÖMM“ in Olpe 3,81m

Das gemeldete, weithin bekannte Sportler-Ehepaar Wolfgang und Ute Ritte (M/W65) vom SC Bayer 05 Uerdingen glänzte diesmal nicht durch Leistung, sondern Abwesenheit. Persönliche Gründe waren dafür ausschlaggebend. Allerdings hatten sie sich pflichtbewusst vorzeitig beim Veranstalter unter dem Ausdruck des Bedauerns abgemeldet, der sie dann jedoch nicht aus der Meldeliste genommen hat. Das W.R. (im Bild) in blendender Form ist und eine Zierde für die „ÖMM“ gewesen wäre, bewies er vorgestern im westfälischen Olpe mit einer Steigerung der eigenen Weltjahresbestleistung um elf Zentimeter auf 3,81m im Stabhochsprung der M65. So hoch ist noch nie ein 67-jähriger „Stabi“ gesprungen. Danach versuchte er sich für die Galerie noch dreimal vergeblich an der Weltrekord-Höhe von 4,06m, den er mit 4,05m hält. Ehefrau Ute übersprang 2,41m.