Gassenbauer erreichte 45 Jahre später bis auf 38 cm seinen Jugendrekord

(Wien/Langenzenn/Krefeld, 28. Juli 2020) Peter Alexander sang in einem Schlager von 1963 „Die Wiener muss man gar nicht erst in Stimmung bringen, die sind’s ja schon“. Da war der spätere Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*17.08.1958) aus der österreichischen Metropole mal gerade fünf Jahre jung. Doch diesen einstigen Gassenhauer hat er geradezu verinnerlicht, trägt ihn ständig wie eine Monstranz imaginär vor sich her. Ein sportlicher Dauerbrenner mit langem Haltbarkeitsdatum ist er obendrein. Der Initiator der virtuellen Senioren-Weltmeisterschaft dachte sich, dass real eben doch schöner ist als „virtual“. Bei dem glänzenden Techniker, der immer noch vier schnelle, blitzsaubere Drehungen mit kontinuierlicher Beschleunigung hinbekommt, darf es getrost um die Attitüde virtuos angereichert werden. Wechseldrehungen mit zwei Hämmern beweisen es (siehe Foto).

Glückshormone feierten fröhliche Urständ

Der unerschütterliche Strahlemann stellte als Jungspund 1975 mit 58,26m einen österreichischen Jugendrekord mit dem 5-Kilo-Hammer auf. Mit dem darf er in der M60 wieder werfen. Und siehe da – satte 45 Jahre später warf er den vorigen Samstag bei der SVS-Masters Wurf-Challenge in Schwechat 57,88m weit. Weltjahresbestleistung für diese Altersklasse, und als Melderesultat für die virtuelle WM wohl nicht zu toppen. Weniger das, als die Wiederholung der gewissermaßen von anno dazumal eingefrorenen Weite setzten bei dem knapp noch 61-Jährigen verständlicherweise ein paar Glückshormone frei. Obschon es so ein bisschen der Vergleich von Äpfeln mit Birnen ist, es allein am selben Gewicht festzumachen. Trotzdem ist seine Freude nachvollziehbar. „Solch ein außergewöhnlicher Wurf, wo wirklich alles passt, gelingt einem – Training mitgerechnet – weniger als zehnmal in der Saison. Ein Ablauf von lediglich fünf Sekunden, der mich heute glücklich gemacht hat“, kehrt der eh offenherzige Wiener sein Innerstes nach außen.

Eva Nohl eine Kandidatin für die Lampis-Trophäe?

Das wird sich zumindest in dem Maße der recht illustren siebenköpfigen Runde beim parallel ausgetragenen privaten Wurf-Fünfkampf in Langenzenn bei Fürth nicht vermittelt haben. Denn selbst wenn Lokalmatadorin und Hammerwurf-Weltrekordlerin Eva Nohl (W70) vom TSV Langenzenn an der Spitze dieses Septetss ein überdurchschnittliches Resultat gelungen sein sollte, so findet es keinen Eingang in die Besten-, sondern lediglich in die Ergebnisliste der Virtual-WM. Aber womöglich ist sie eine Kandidatin für die von Lampis gestiftete Trophäe in diesem Vielseitigkeitswettbewerb. Über die Glanzlichter, insbesondere aus deutscher Sicht, werden wir berichten, wenn die Messe am kommenden Sonntag gelesen sein wird.