Christi Himmelfahrt wurde irgendwann zum Vatertag zweckentfremdet

Kolumne

Moment mal

(Krefeld und die Republik, 21. Mai 2020)
Vordergründig ist heute Christi Himmelfahrt, ein kirchlicher, dazu gesetzlicher Feiertag. Er wird stets 40 Tage nach Ostern begangen, bedeutet die Rückkehr von Jesu Christi zu seinem Gottvater in den Himmel. Ob daraus irgendwann die Verbindung zum so genannten Vatertag hergestellt worden ist? Mitnichten! Er schwappte, wie so manch überflüssiger Firlefanz, aus den Ver(unr)einigten Staaten von Amerika über den großen Teich zu uns herüber. Letztendlich war es US-Präsident Richard Nixon, der aus einer ehrenwerten Idee von Anfang des 20. Jahrhunderts (er sollte an die Männer/Väter des Sezessionskrieges von 1861 – 65 erinnern) den Vatertag 1974 zum offiziellen Feiertag erhob. Allerdings wird er in den USA immer am dritten Sonntag im Juni gefeiert.

Zart besaitete Gemüter sollten in der Deckung bleiben

Hier zu Lande ist er mehr so zum Rudelsaufen bis der Arzt kommt der vermeintlichen Schöpfungskrone aller Altersschichten entartet. Bevorzugt von jungen Männern, deren Kinder oftmals noch flüssig sind. Zart besaitete Gemüter der Risikogruppe (RG) 60+ sollten vorsorglich in der Deckung bleiben. Es wird viel los sein auf Straßen, Plätzen, Lokalen, Biergärten, Rad- und Wirtschaftswege
n. Abstandhalten eine Illusion. Schon auf einer Gesundheitstour zur Stärkung des Immunsystems beim Vorbeifahren auf Radwegen, oftmals mit gegenläufiger Benutzung, eine schiere Unmöglichkeit.
Obendrein suggerieren die Lockerungsmaßnahmen zur Corona-Krisenlage ein falsches Signal, es sei quasi so gut wie vorbei mit der Seuche. Und Bierseligkeit gepaart mit Arglosigkeit mag sich der verantwortungsbewusste Bürger lieber nicht vorzustellen, noch viel weniger aussetzen.
Folglich mein bescheidener Vorschlag als echter Vater einer 52-jährigen Tochter und zudem Opa einer erwachsenen Enkelin Krisenherde besser zu meiden. Aber wer als Adrenalinjunkie die Gefahr liebt – nix wie rein ins Lümmel-Getümmel.