Nach "Totengräber-Mentalität" soll Kind mit Bad ausgeschüttet werden

Kommentar

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Krefeld, 25. November 2019)
Schmieden wir sinnbildlich das Eisen, so lange es noch heiß ist. Denn in 14 Tagen könnte es bereits zu spät sein. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), namentlich sein aus der Kinder-Leichtathletik kommender Senioren-Beauftragter David Deister, hat in der einem Offenbarungseid gleichenden Rundmail (wir berichteten) den Nikolaustag als letzte Frist für eine „belastbare Absichtserklärung“ zur Bewerbung der Senioren-Hallen- und –Winterwurf DM 2020 ausgerufen. Es fehlt der Glaube, dass nach diesem rhetorischen Säbelgerassel die potentiellen Ausrichter nun in Darmstadt auf der Alsfelder Straße Schlange stehen werden.
Vielmehr ist zu befürchten, dass der DLV mal wieder vorschnell (warum ein solch frühes Ultimatum für Titelkämpfe Anfang März 2020?) in der häufig an den Tag gelegten „Totengräber-Mentalität“ das Kind mit dem Bade auszuschütten gedenkt. Weshalb wird nicht über Alternativen nachgedacht, die dann auch öffentlich in der schon lange verwaisten Senioren-Spielecke (letzter Beitrag vom 16.Oktober) der Verbandsnetzseite kommuniziert werden? Und was machen eigentlich die gewählten DLV-Seniorensprecher in dieser leidigen Angelegenheit? Hiermit bieten wir ihnen eine Plattform an, sich in der Sache zu äußern! Oder haben sie in einer Art Gehirnwäsche schon die verbandskonforme Linientreue angenommen?

Lampis einmal mehr der einsame Rufer in der Wüste?

Es hat einmal mehr den Anschein, als wäre Lampis als einzig wahre Interessenvertretung der Senioren/innen zumindest in der Außendarstellung der einsame Rufer in der Wüste. Wobei wir aus etlichen Rückmeldungen mit Vervielfältigungscharakter wissen, dass bei vielen Athleten/innen eine ohnmächtige Wut darüber herrscht, ihre Felle wegschwimmen zu sehen. Denn Meisterschaften, hier gar auf nationaler Bühne, sind nun mal, Achtung: Phrase, das Salz in der Suppe. Wiewohl hier folgerichtig der Eindruck entstehen muss, dass sie durch unfähige Köche verdorben wird.

Mit Abkoppelung des Winterwurfs die Hallen-DM retten

Sofern noch keiner auf die Idee gekommen sein sollte: Wie wäre es mit dem Gedankenspiel, so schwer es mir für unsere originäre Klientel auch fällt, den Winterwurf abzukoppeln? Denn zweierlei ist Fakt: Es gibt zwar viele Leichtathletik-Hallen hier zu Lande (freilich nicht alle mit ausreichender Tribüne), aber nur sehr wenige, die in Kombination in unmittelbarer Nähe auch über die Anlagen für die Langwürfe Diskus, Speer und Hammer verfügen. Darüber hinaus wird zur restlosen Überforderung von nicht vorhandenen Kapazitäten zu allem Überfluss und Überdruss ab Januar 2020 auch noch der Gewichtwurf als Meisterschaftswettbewerb aufgesattelt (das haben wir bereits thematisiert).
Wenngleich es ein schwacher Trost sein mag: Bei der Hallen-DM der Männer/Frauen gibt es kein „Anhängsel“ Winterwurf. Und bei den ersten Titelkämpfen für die Talente von gestern und vorgestern unter dem Hallendach 2002 in Erfurt fehlte er auch noch im Programm. Als die genannten drei Wettbewerbe 2010 in Sindelfingen plötzlichen heftigen Schneefällen zum Opfer fielen, war damit auch nicht der Untergang des Abendlandes verbunden.

Appell an Loyalität und Verständnis

Also: Es sollte so viel Loyalität und Verständnis in der Werfer-Gilde vorhanden sein, auf Besitzstandswahrung zu verzichten, ehe noch Lauf, Sprung, Gehen und Kugelstoßen ausfallen. Immerhin haben die Diskuswerfer die letztgenannte Disziplin zumeist als zweites Standbein.
Alle miteinander, angefangen beim selbst ernannten Innovator DLV, mal 30 Sekunden inne halten und darüber nachdenken. Das schafft ihr schon!