Dauer(b)renner Herbert E.Müller läuft heute in ein neues Jahrzehnt

(Grevenbroich/Dormagen/Krefeld, 12. November 2019) Freud‘ und Leid oder umgekehrt liegen mitunter dicht beisammen. Nicht unbedingt für einen selber, jedoch in der Außenwahrnehmung. Dies wird in Erinnerung unserer jüngsten Berichterstattung im weiteren Verlauf deutlich. Völlig unbeeindruckt davon wird er als bekennender regelmäßiger Besucher von Lampis auch nicht geblieben sein, der ausgesprochen sympathische und empathische Herbert E.Müller (*12.11.1929) aus Grevenbroich. Der für seinen Stammverein TSV Bayer Dormagen startende Dauer(b)renner läuft als so genannter Quereinsteiger seit rund drei Jahrzehnten von 100 bis 3.000 Meter durch die verschiedenen Altersklassen von Erfolg zu Erfolg. Wer zählt, außer ihm, die Titel, Medaillen und deutschen Senioren-Rekorde? Da kann ein Statistiker, erst recht ein Chronist, schnell mal den Über- und Durchblick verlieren.

Als „Stubenältester“ Medaillenschwemme mit Staffel-Weltrekord gekrönt

Zuletzt gewann der seinerzeit 89-Jährige bei den Stadion-Europameisterschaften der Ü35-Generation im September 2019 an der norditalienischen Adriaküste oberhalb der Lagunenstadt Venedig als „Stubenältester“ der M85 in fünf Einzelrennen von 100 bis 1.500 Meter drei Titel sowie je einmal Silber und Bronze. Das Gesamtkunstwerk auf zwei Beinen multipliziert sich mal vier, wurde gemeinsam mit seinen drei deutschen Staffelkameraden durch einen neuen Weltrekord über 4x400 Meter gekrönt. Geteilte Freude fand in dem konkreten Falle vierfach ihren Widerhall. Das nennt sich dann Gemeinschaftserlebnis, landestypisch begossen mit Vino Rosso (Rotwein) bei Pizza und Pasta. 
Nach diesem in der Leichtathletik branchenüblichen Aufwärmprogramm kommen wir zum eigentlichen voluminösen Ereignis. Pfiffige, aufmerksame Schnellrechner werden es anhand des Geburtsdatums bereits entdeckt haben, dass der Mann mit dem griffigen, geläufigen altdeutschen Nachnamen heute einen stolzen Jubeltag feiern darf und sein 90.Lebensjahr vollendet. Das für sich gesehen ist selbst in unserer aufgrund vieler Faktoren linear immer älter werdenden Gesellschaft ja schon eine stramme Leistung.

Alt zu werden ist nicht nur eine Gnade

Wobei auch der Deutsche Senioren-Leichtathlet des Jahres 2017 das wie viele seiner 90-jährigen Alterskollegen aus dem Sport, unlängst erst Richard Rzehak (*13.Oktober 1929) aus Erlangen, nicht allein den Genen und mithin einer günstigen Veranlagung zuschreibt. Alt zu werden ist eben nicht nur eine Gnade der Natur in Gestalt der Eltern, sondern in hohem Maße ein Verdienst mit allem was dazu gehört. Und das ist nicht zuletzt körperliche Betätigung. Wie ein Jung-Neunziger kommt dieser Müller jedenfalls von seinem ganzen Habitus und vor allem seinem weit überdurchschnittlichen Leistungsvermögen nicht daher.
Mehr über ihn in einem Beitrag von uns mit der Verlinkung eines bemerkenswerten, groß angelegten, mehrseitigen Artikels im angesehenen Wochenmagazin „Die Zeit“.