DLV führt 2020 bei der Ü35 den Gewichtwurf ins DM-Programm ein

(Darmstadt/Krefeld, 04. November 2019) Halten wir zunächst zum besseren Verständnis fest, dass der Gewichtwurf (nicht Gewichtswurf!) keine klassische Leichtathletik-Disziplin in Deutschland ist und in keiner Klasse von U bis Senioren in Einzelwettbewerben zum Meisterschaftsprogramm gehört(e).
Es handelt sich um eine amerikanische „Erfindung“, mit einigen Abwandlungen geklaut beim guten alten deutschen Rasenkraftsport und in den Hammerwurf-lastigen Wurf-Fünfkampf (siehe unsere Cartoons in der Dachleiste) eingebaut.
Doch nun kommt der ach so „innovative“ (selbstbeweihräuchernde Darstellung) Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) aus Darmstadt um die Ecke, zaubert für die Talente von gestern und vorgestern ab 2020 einen neuen Wettbewerb aus dem Hut. Da heißt es in deren aktualisierten Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) in fettgedruckter, unterstrichener Überschrift:
DLO Einführung Gewichtswurf (Inkrafttreten 01.01.2020)
Mal großzügig über die sprachliche Verfehlung mit dem überflüssigen „s“ hinweggesehen, geht es sinngemäß weiter, dass nach § 7.4.1. das DM-Programm der Männer/Frauen bei den Senioren/innen um den Gewichtwurf (hier sogar richtig geschrieben) erweitert werden kann.

Eine wieder mal hirnrissige Innovation des Dachverbandes

Als wäre es nicht jetzt schon schwer genug Ausrichter für die nationalen Titelkämpfe der Ü35-Generation zu finden (die „Großen Fünf“ für 2020 sind immer noch vakant; siehe Rahmenterminplan), wird ohne jede Not noch eine weitere außerplanmäßige Disziplin aufgepfropft. Dabei krachen a) aktuell die Zeitpläne bereits aus allen Nähten (sollen künftige Nachschichten eingeführt werden?) und noch elementarer b) welcher potentielle örtliche Organisator verfügt über die entsprechenden Anlagen, eine weitere Wurf-Disziplin durchführen zu können? Da fällt mir auf Anhieb nur der Leichlinger TV ein, der neben der Leichtathletik auch eine sehr erfolgreiche Rasenkraftsport-Abteilung unterhält. Aber das Hauptstadion im Sportzentrum Balker Aue verfügt nun mal über keine überdachte Tribüne.
Und mal ketzerisch gefragt, wenngleich wir uns ins eigene Handwerk pfuschen: Weshalb diese Extrawurst für die Hammerwerfer mit dem sehr artverwandten Gewichtwurf? Mit gleichem Recht könnten die Kugelstoßer das Steinstoßen, die Diskuswerfer den Schleuderball und die Speerwerfer den Keulenwurf fordern. Die Antwort liefern wir gleich mit: Illusorisch und so überflüssig wie ein Kropf.
Wie so manche hirnrissige Innovation des Kaputtreformieres mit dem Kürzel DLV.