European Masters Games waren weit mehr als "lediglich" Sport...

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(Turin/Innsbruck/Krefeld, 07. August 2019) Bekanntlich ist einem das Hemd näher als der Rock (steht hier für Jacke), lautet eben die Devise bisweilen „Bleibe im Lande und nähre dich redlich“. Damit gemeint ist die Leichtathletik-DM in Berlin, der wir über unseren Tellerrand hinausblickend viel Raum widmeten. Deshalb haben wir uns ziemlich sang- und klanglos von der Berichterstattung der European Masters Games (EMG) in Turin ausgeklinkt, obschon der abschließende Halbmarathon am Sonntag bei uns eh keine Rolle mehr gespielt hätte. Dermaßen weit wollen wir uns dann doch nicht aus dem Fenster lehnen. Aber angemessen verabschieden möchten wir uns denn schon. Die Veranstalter haben es bereits mit einer zweisprachigen Grußbotschaft getan: Arrivederci Torino 2019, benvenuta Innsbruck 2020! Und: Goodbye Turin 2019, welcome Innsbruck 2020!

…auch ein Festival für die Sinne

Da wird jetzt nicht etwa der Vier-Jahres-Turnus verlassen, wobei die Austragungsorte von 2023 und 2027 bereits fix sind. Vielmehr finden im nächsten Jahr in der österreichischen Olympiastadt von 1964 und 1976 (damals mit unserer „Gold-Rosi“ Mittermaier, verheiratete Neureuther) eine Etage höher die Winter World Masters Games vom 10. bis 19. Januar 2020 statt (www.innsbruck2020.com). Zugegeben, das kommt jetzt für Leichtathleten eher nicht in Frage. Allenfalls für noch gut im Saft stehende Sprinter der U30-Generation als Bob-Anschieber im Eiskanal von Igls.

Russen durften mittendrin sein

Doch zurück in die Metropole des wunderschönen Piemont nach Turin. Dem Vernehmen nach war es das große Fest der sportlichen Völkerfamilie. Neben den Wettbewerben mit über 7.000 Aktiven in 30 Sportarten war es eingerahmt von einem bunten Programm von Musik, Unterhaltung, Kultur und nicht zuletzt wie ein Virus um sich greifend die locker-leichte italienische Lebensart bei Espresso, Cappuccino, Rot-/Weißwein, Pizza und Pasta. Eben auch ein Festival der Sinnesorgane. Und das Schöne daran, dass auch russische Senioren-Leichtathleten mit 96 Gemeldeten an der Zahl mittendrin sein durften (wir berichteten), die so manche Medaille ergatterten. Eine davon ist auf unserem Foto über 200 Meter der W40 die Drittplatzierte Makhotina Olesia (rechts), die sich zusammen mit der Siegerin Malgorzata Gasowska und der Zweiten Renata Szykulska (beide Polen) sichtbar freut. Es darf getrost auch als Sinnbild für die Fröhlichkeit dieser Europäischen Senioren-Spiele herhalten, wo alles komprimiert an einem Ort stattgefunden hat. Seitenhieb verstanden?