Viele Anekdoten pflastern den 80 Jahre langen Weg von Fred Schladen

(Bonn/Krefeld, 24. Mai 2019) Es ist eher eine Laune der Natur oder seiner Eltern, dass Klein-Ferdinand im Wonnemonat Mai in Bonn am Rhein das Licht der Welt erblickte. Und doch ist es für ihn irgendwie bezeichnend. Obwohl sein Kindergarten der 2.Weltkrieg (01.09.1939 bis 08.05.1945) war und die Jahre danach auch keinen üppigen Nährboden gerade für Heranwachsende boten, ist im Laufe der Zeit aus „Fred“ Schladen (*24.05.1939) ein stattlicher Kerl mit 2,03 Meter Körpergröße und im austrainierten Zustand von 125 Kilogramm Gewicht geworden. Die Muttermilch muss sehr gut und gehaltvoll gewesen sein.
Ein sonnig-wonniges, nahezu unerschütterliches Gemüt hat er obendrein. Dieses imposante, fitte, gestandene Mannsbild mit hellwachem Geist vollendet also heute sein 80. Lebensjahr. Was einmal mehr beweist, dass Achtzig die neue Siebzig sein kann. Dafür absolviert er freilich nach dem rheinischen Motto „Vun nix kütt nix“ (Von nichts kommt nichts) auch noch jeden zweiten Tag sein geliebtes Krafttraining, wozu er lediglich die Treppe in den Keller herunter zu gehen braucht.

„Junge, du wächst ja wie Schaum“

Der gelernte Betonbauer, der später als Hallenmeister im Bonner Sportpark Nord Städtischer Angestellter wurde, bekam von seinem Lehrherrn zu hören: „Junge, du wächst ja wie Schaum, schließe dich mal einem Sportverein an.“ Ein weiser Rat, nicht allein wegen Rückenproblemen. So schloss er sich als 19-Jähriger dem KTV Bonn an und sorgte an der Geburtsstätte seines Spitznamens „Fred“ dank seiner Hebelverhältnisse, Reichweite und Hände groß wie Bratpfannen schnell mit Kugel und Diskus für Furore.
Für die jüngere Generation unserer Leser ein paar Eckdaten aus seiner sportlichen Vita: Bestleistung im Kugelstoßen 20,40m (seinerzeit, 1972, bundesdeutscher Rekord; trotzdem wurde ihm die Olympia-Teilnahme verwehrt), 56,40m mit dem Diskus,  20 A-Länderkämpfe, einmal Deutscher Hallenmeister, dreimal „Vize“ unter freiem Himmel. Seine erfolgreiche Karriere in der Männer-Klasse beendete er 1982, wurde zum Kehraus mit 42 (!) Jahren DM-Dritter. Dieser Dauerbrenner im Ring hält seit 1981 mit 19,09m den deutschen M-40-Rekord. Bei den Senioren feierte er irgendwann ein Comeback, wurde mehrfach Deutscher Meister sowie dreimal Welt- und zweimal Europameister, ehe er dann 2013 nach der DM in Mönchengladbach endgültig aufhörte.  

Als Edelkomparse zehn Jahre im Tournee-Theater unterwegs  

Aber mindestens ebenso interessant sind die unendlich vielen Anekdoten, die den Menschen hinter dem Sportler Fred Schladen ausmachen. Ein Stichwort – und aus dem amüsanten Plauderer mit unverändert spitzbübischem, hintergründigen Humor sprudelt es nur so heraus. Sein darstellerisches Talent ist mehr zufällig an richtiger Stelle entdeckt worden. Wann immer eine Riese von Gestalt benötigt wurde, spielte er, mittlerweile Rentner seit 1999, über zehn Jahre zwischen Oktober und Dezember im Tournee-Theater der Landesbühne Rheinland-Pfalz als Edelkomparse mit kleinen Sprechrollen in „Das tapfere Schneiderlein“. „Jagdszene Niederbayern“ und den Leibwächter im „Der Besuch der alten Dame“. Ausgesprochen praktisch insofern, als seine angetraute Herzdame Vera hier Maskenbildnerin war.

Bei Gewitterregen in einem Café neues privates Glück gefunden

Als sie viel zu früh im Januar 2011 verstarb, verlor er zunächst den Boden unter den Füßen. Doch er sollte wieder sein privates Glück finden. Dabei stand ein Gewitterregen Pate, der das Verlassen eines Cafés unmöglich machte und er die gleichaltrige Witwe Ursula „Uschi“ Sieglohr kennenlernte. Verkürzt wiedergegeben leben die beiden seit Anfang 2013 in ihrem schmucken Bungalow unter einem Dach zusammen.
Dies und vieles mehr wird sicherlich heute in einem Ausflugslokal in Troisdorf zur Sprache kommen, in das Fred Freunde, ehemalige Klubkameraden und Weggefährten in launiger, bebilderter Aufmachung zu seinem „kugelrunden Geburtstag“ eingeladen hat. Und darin heißt es, förmlich typisch für ihn: „Ach ja, Geschenke brauche ich keine. Mein ganzes Leben war ein Geschenk. Ich stelle ein ,Sparschwein‘ auf. Der Erlös ist für die Sportstiftung NRW.“
Na, dann viel Spaß, alle Miteinander, und auch von dieser Stelle herzlichen Glückwunsch!