Sportsch(l)au: Draußen oder drinnen - ein Mythos auf dem Prüfstand

(Köln/Krefeld, 01. Oktober 2018)  Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“, anderen Publikationsmedien sowie seiner eigenen Netzseite an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das nunmehr 101. Kapitel zu diesem Themenkomplex passt zudem vortrefflich zum Herbst und sich anschließendem Winter. A.H. 

Wer kennt sie nicht, die Läufer, Radfahrer oder Kletterer, die auf die Bewegung in der Natur setzen und dazu immer den Spruch auf den Lippen haben, der nunmehr in der dritten und noch mehr in der vierten Jahreszeit an Bedeutung gewinnt: „Schlechtes Wetter gibt es nicht – nur die falsche Kleidung.“ Viele der Freiluft-Sportler sind der Überzeugung, dass Sport in Mutter Natur gesünder sei als in der Halle oder im Fitness-Studio. Doch was steckt dran und drin an diesem Sportmythos?

Auf die Umwelt kommt es an

Pauschal zu sagen, dass es gesünder sei unter freien Himmel Sport zu treiben stimmt nicht immer. Insbesondere die Umweltbedingungen spielen hier eine wesentliche Rolle. Wer beispielsweise in städtischen Gebieten Sport treibt, setzt sich durch Kraftfahrzeuge einer höheren Abgas- und Feinstaubbelastung aus. Die konkreten Folgen kann man noch nicht genau bestimmen. Aber es kann unter anderem zu Atemwegserkrankungen führen oder Reizungen der Lunge oder der Haut hervorrufen. Genauso sind einerseits wie in diesem Sommer extreme Hitze oder große Kälte nicht gerade gesundheitsförderlich. Hohe Außentemperaturen können zur Dehydrierungen oder Kreislaufschwächen führen. Kälte von weniger als minus zehn Grad kann die Lunge schädigen. 

Wind und Wetter für ein starkes Immunsystem

Aber wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Einen ganz klaren Vorteil bietet der nicht simulierbare „Outdoor“-Sport: Die Kraft und Wirkung der Natur. Bewegung im Freien trainiert nicht nur die Muskeln und den Kreislauf, stärkt zudem das Immunsystem, sondern ist wahrer Balsam für unsere Seele. Der Mensch und die Natur gehören zusammen. Zumal man das eine tun kann, ohne das andere zu lassen.
Fazit: Einfach mal über den einschränkenden eigenen Tellerrand hinausschauen und sich ausprobieren!