Kleiner Abzählreim beim Personen-Bingo um die WMA-Präsidentschaft

Kolumne

Moment mal

(Malaga/Krefeld, 20. Juli 2018)
Kleiner Abzählreim gefällig? Bitte schön! Aus eins mach zwei, dann drei, dann vier, schon steht das Christkind vor der Tür. Nicht ganz. Denn es geht nicht um Weihnachten, und es sind mittlerweile nur noch drei. Richtig ist allerdings, dass es sich in Gänze um die Formel für das Personen-Bingo bei den Präsidentschaftswahlen der World-Masters-Athletics (WMA) um die Nachfolge von Stan Perkins (Australien) während der Stadion-WM in spanischen Malaga (04. – 16.September 2018) handelt.


Alleinstellungsmerkmal von Margit Jungmann längst durchbrochen

Zunächst war die amtierende WMA-Vizepräsidentin Margit Jungmann (links im Bild) aus Rehlingen als die designierte „Mutter Teresa der Master-Szene“ die einzige Kandidatin. Einfacher wäre es nicht gegangen. Entsprechend frohlockend wurde sie von ihrem Amtsbruder im Geiste, EMA-Präsident Kurt Kaschke aus Freudenstadt (beide eint der „Knebelvertrag“ mit dem DLV), auf dessen narzisstischer Spielwiese, der EMA-Netzseite, allzu voreilig abgefeiert. Doch Ende 2017 warf der smarte frühere US-Masters-Präsident Gary Snyder (rechts) seinen Hut in den Ring (wir berichteten) und war sogar bei der Hallem-EM 2018 in Madrid, um für sich Stimmung auf dem alten Kontinent zu machen.
Derweil nahm jüngst das Personal-Roulette kurz vor Nominierungsschluss durch die nationalen respektive kontinentalen Verbände noch einmal gehörig Fahrt auf. Die Finnen schicken Vesa Lappalainen ins Rennen, was von dem keine fremden Götter neben sich duldenden, sonst außerordentlich mitteilungsbedürftigen „Kuddel-Muddel“ Kaschke auf besagtem Internet-Portal geflissentlich tot geschwiegen worden ist.

Eine ozeanische Überraschung aus dem Turban gezaubert
 
Und dann wurde noch eine Überraschung aus Ozeanien aus dem Turban gezaubert. Da in internationalen Kreisen, selbst in der Politik, wenngleich mit Hillary Clinton gescheitert, Posten immer mehr vererbt oder einem Verwandtschaftsbonus belegt werden, tauchte folgerichtig der Name von Wilma Perkins auf. Ja und fürwahr: Das Ehegespons des Noch-Amtsinhabers. Die machte jedoch alsbald einen Rückzieher. Sie
gab nunmehr bekannt, dass sie lieber Athletin bleiben wolle, Pöstchen lägen ihr nicht so, ließ die First Lady der WMA huldvoll wissen.  Dass sie über Jahre Präsidentin von Ozeanien und Australien war und gleichzeitig startete, hat sie wohl im Trump-Stil verdrängt und von ihrer angewachsenen Festplatte gelöscht.
Da waren's nur noch drei. Immerhin mit der Majorität von 2:1 für Europa gegen Nordamerika. Ob’s hinterher heißt „Eine/r kam durch“, ist indes sehr fraglich. Brisant und pikant an der Geschichte, dass sich 2013 in Porto Alegre (Brasilien) Jungmann gegen den damaligen WMA-Vize Lappalainen in einer Kampfabstimmung durchsetzen konnte.
Wenn sich schon wieder die zwei selben streiten, freut sich womöglich der Dritte. Aber erneut „America first“ wäre des Schlechten entschieden zu viel. Noch ist ja ein bisschen Zeit für Wahlkampf hinter den Kulissen der öffentlichen Wahrnehmung.