Gnade vor Recht: Disqualifzierte Stg OWL bittet DLV um Finalteilnahme

(Darmstadt/Krefeld, 11. Juli 2018) Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das ist ein Rechtsgrundsatz aus dem alten römischen Recht, der im deutschen Sprachraum als vermeintliche Volksweisheit bekannt ist. Mitunter gibt es jedoch den Ermessenspielraum, Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Das hat nunmehr in einem konkreten Fall der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zu prüfen und entscheiden. Die ursprünglich in der DAMM-Rangliste  drittplatzierte M40 der Stg Ostwestfalen-Lippe (OWL) wurde nämlich nachträglich disqualifiziert, da sie beim NRW-Finale einen nicht startberechtigten Ausländer eingesetzt hatte (wir berichteten). Dabei handelte es sich nicht, wie von uns gemutmaßt, um den inzwischen eingebürgerten Sprinter Jamie Hodgson, sondern um den Niederländer Peter Sjoerds. Dessen Einbürgerungsantrag ließ länger auf sich warten, lag beim Endkampf letztlich nicht vor, für den er gleichwohl startberechtigt war und folglich in dieser Wertung bleibt. Da steige noch einer durch?!

Regelung in der DLO ist eindeutig

Um allen Eventualitäten vorzubeugen, haben die Westfalen einen dritten Kugelstoßer eingesetzt, der lediglich 25 Punkte weniger sammelte und das Team auf dem dritten Rang belassen würde. Deshalb hat Michael Striewe von der LG Lippe-Süd den DLV gebeten, die Stg OWL aus sportlicher Sicht als siebente Mannschaft zum Finale der Team-DM am 22.September 2018 in Baunatal zuzulassen.
Dem wollen und vor allem können wir nicht vorgreifen
. Es gilt allerdings zu bedenken, dass bei anderer Nationalität (es ging um den Deutsch-Ungarn Laszlo Müller) aus demselben Grund das finalreife Resultat der M60 des LAC Quelle Fürth im Vorjahr mit Hinweis auf die eindeutige Regelung in der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) ersatzlos gestrichen worden ist. Ohne sich den Kopf der DLV-Wettkampforganisation zerbrechen zu wollen, käme sie in Teufels Küche, wenn sie diesmal anders handeln würde.