Duplizität der Ereignisse: Beim 47. DAMM-Finale sind 47 Teams am Start

(München/Krefeld, 20. September 2019) Duplizität der Ereignisse: Beim 47.Endkampf um die gute alte Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), der Keimzelle der Senioren-Bewegung in der ehedem bundesdeutschen Leichtathletik (Team-DM Senioren ist ein Hirngespinst der DLV-Kaputtreformer) werden morgen parallel zur Eröffnung des weithin berühmten Oktoberfestes nach jetzigem Kenntnisstand letztendlich 47 Mannschaften im Dantestadion der „Weltstadt mit Herz“ München ins muntere Geschehen eingreifen.

PSC fehlt erstmals seit 25 Jahren

Wenn man sich die Herkunft der einzelnen Vereine/Startgemeinschaften anschaut, stellt man fest, dass die größte Anzahl ihre Herkunft in den Verbänden Nordrhein (7) und Bayern (7) hat. Die Landesverbände Bremen, Rheinland, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg sind in der Bayern-Metropole nicht vertreten.
Leider ist in diesem Jahr auch ein außerordentlich erfolgreicher Traditionsverein wie der Pulheimer SC (PSC) nicht im Finale dabei (die qualifizierte M70 musste infolge Aufstellungsproblemen absagen). Der PSC war die letzten 25 Jahre immer mit ein bis drei Mannschaften im Endkampf vertreten.

StG Saarmaster hat kommenden WM-Teilnehmer Richard Ringer gemeldet

Die LG Kindelsberg Kreuztal hat es mit Mannschaftsführer Thomas Blech (der Vater von WM-Teilnehmer Torben Blech) geschafft, gleich mit drei Mannschaften via Süden anreisen zu können. Die M30 der StG Saarmasters hat sogar mit Langstreckler Richard Ringer (*1989) vom LC Rehlingen einen Nominierten für die kommenden Weltmeisterschaften in Doha (Katar) gemeldet. Schön, wenn er auch tatsächlich an den Start geht. Mit ihm könnte es in der M30 zu einem spannenden Titel-Dreikampf mit dem LAC Lübeck und Gastgeber LG Stadtwerke München kommen. Obwohl die LG Kindelsberg Kreuztal mit 109 Punkten zu wenig in der DLV-Rangliste steht (indes nicht bei uns), ist diese Mannschaft der Titelfavorit der M40.

Seltsames Verwirrspiel beim LAC Essingen

Der M50-Ranglistenerste LG Rems-Welland hat gleich 17 Athleten im Portfolio und sollte der klare Klassenprimus sein. Verwirrend ist hier allerdings der Umstand, dass diese LG im Vorkampf als LAC Essingen firmierte (sie interpretieren LAC auch mit locker, athletisch und charmant), sich unter der Vereinsflagge qualifiziert hat. Normal ist das nicht, mitten im Fluss die Pferde: sprich Namen, zu wechseln. Die StG Hünxe-Bedburg-Duisburg dürfte in der M60 nicht zu schlagen sein. Derweil verspricht die M70 bei einem nahezu gleichwertigen Quintett Spannung pur.

TSV Korbach um Frontfrau Tatjana Schilling nur mit einem Rumpfteam

Die W30 der StG Nutrixxion Masters konnte schon im Vorkampf ihre Siegerpunktzahl vom Vorjahr in Baunatal um über 200 Punkte steigern und ist somit Topfavorit. Der Ranglistenerste der W40 vom TSV Korbach kommt nur mit der Minimalanzahl von vier Athletinnen nach München. Da darf um Frontfrau Tatjana Schilling, der frisch dekorierten Siebenkampf-Weltrekordlerin der W45, aber wirklich nichts schiefgehen. Nach dem derzeitigen Leistungsstandard dürften die Damen aus Neukieritzsch in der W50 normalerweise nicht zu schlagen sein. Die W60 ist auf den ersten drei Ranglistenrängen dicht beieinander. Auch hier wird die Tagesform entscheiden.
Auf geht’s zur Jagd nach Zehnteln, Zentimetern, Punkten, Titeln und Medaillen!
Redaktioneller Hinweis auf die bereinigte DAMM-Tabelle nach tatsächlich teilnehmenden Teams in unserem Fenster Ergebnisse.

Nadine Kleinert: "Die letzte Medaille werde ich mit dem Rollator abholen"

(Kyffhäuserkreis/Magdeburg/Krefeld, 19. September 2019) Es ist schwerlich vorzustellen (oder etwa doch?), dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), das bekannte Unwesen, auf seiner „Schön-Wetter-Netzseite“ (sie ließ sich soeben nicht öffnen) für die entsprechende Weiterverbreitung unter seinen Fachlesern sorgen wird. Also machen wir es rein vorsichtshalber. Die hoch angesehenen Publikationsorgane „Spiegel online“ und „Frankfurter Allgemeine“ veröffentlichten gestern unisono ein Gespräch der Deutschen Presse-Agentur (DPA) mit der ehemaligen Weltklasse-Kugelstoßerin Nadine Kleinert (*20.10.1975) vom SC Magdeburg.
Darin zieht die mit 19,67m immer noch aktuelle deutsche W35-Rekordhalterin (den hat sie übrigens 2012 am Schauplatz der kommenden WM in Doha gestoßen) frisch, frank, frei von der Leber weg – berechtigterweise – vom Leder, bekommt auch der DLV indirekt sein Fett von der 43-jährigen ab. Den sieht sie in zehn Jahren von der Bildfläche verschwunden (irgendwie auch eine schöne Vorstellung; aber warum erst so spät?).
Abschließend meinte sie eingedenk der Nachreichung von Medaillen erst viel später überführten Dopingsündern mit dem ihr eigenen, ein wenig sarkastischen Humor: „Die letzte Medaille werde ich wahrscheinlich mit dem Rollator abholen.“

Wie wäre es mit der Lanxess Arena für Wunschzeremonien?

Dazu hat sich das Internationale Olympisch Komitee (IOC) bereits im Mail 2018 etwas scheinbar ganz tolles ausgedacht. Er will das in Wunschzeremonien der ehedem um den Spaß, die Anerkennung, Reputation, Prämien und lukrative Werbeverträge gebrachten Athleten/innen zelebrieren (siehe Link). Unser Vorschlag: Wie wäre es bei einer entsprechenden Ansammlung von Nachdekorierten mit der Lanxess Arena in Köln? Die hat ein Fassungsvermögen von 18.000. Dann würden allerdings schaulustige Zuschauer keinen Platz mehr finden.
Späßle g’macht. Ebenfalls der sarkastischen, satirisch-ironischen Art.

Bayern-Metropole nach elf Jahren wieder Schauplatz des DAMM-Finales

(München/Krefeld, 17. September 2019) Das altehrwürdige Dantestadion (Navi-Adresse Dantestraße 14; Achtung, die Laimer Unterführung ist immer noch gesperrt) im schmucken Münchner Stadtteil Gern ist am kommenden Samstag nach dem Jahre 2008 erneut Austragungsort eines Endkampfes der Team-DM Senioren, der 47. Auflage der gleichermaßen altehrwürdigen Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM). Knapp 550 Aktive sind für die insgesamt neun Altersgruppen im Zehn-Jahres-Rhythmus von M30 bis 70 und W30 bis 60 gemeldet.

Auf dem letzten Drücker noch drei weitere Absagen

Wie schon berichtet, haben/hatten insgesamt 50 der 54 startberechtigten Formationen ihr Kommen zugesagt. Allerdings hat es auf dem letzten Drücker noch drei Absagen durch die LG Neiße (M40 und 70) und W50 der StG Witten-Annen-Bochum gegeben.
Parkplätze befinden sich direkt gegenüber dem Stadioneingang. Die Startnummern können bereits am Freitag zwischen 16 und 19 Uhr auf dem Stadiongelände abgeholt werden, und dann noch mal am Wettkampftag selber zwischen 7.30 und 9.30 Uhr. Die eigentlichen Wettbewerbe werden mit dem Diskuswurf der M40 eröffnet. Der Wetterbericht sagt  - fast schon traditionell für den parallel laufenden Oktoberfest-Auftakt - schönes Wetter voraus. Ungeachtet dessen stehen überdachte Tribünen zur Verfügung, haben die einzelnen Teams also genügend „Sammelplätze“. 

Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt

Da Sporttreiben bekanntlich hungrig und durstig macht, sei erwähnt, dass es im Stadion einen Kiosk gibt, der nach Lage der Dinge  ausreichend Proviant bereitstellen wird. Der Ausrichter, die LG Stadtwerke München, weist zudem darauf hin, dass sich direkt neben dem Stadion eine Augustiner-Wirtschaft befindet, die - wenn Aktive zwischen ihren Disziplinen ein wenig Zeit haben - ebenfalls auf Besucher wartet und zahlreiche Bayerische Spezialitäten anbietet.

Eine kleine Hommage an unsere vielen Zeit- und Augenzeugen der EM

Glosse

Neben der Spur

(Venetien/Krefeld, 18. September 2019) Keine Bange, das wird jetzt keine langatmige Nachbetrachtung dieser von uns mit ihren unendlich vielen Unzulänglichkeiten und Ungereimtheiten hinlänglich ausgeleuchteten skandalträchtigen 21.Senioren-Europameisterschaften in Venetien (Italien). Darüber hatten wir eigentlich schon symbolisch ein Straußenei (entspricht etwa 25 Hühnereiern) geschlagen. Aber da nicht jede/r Athlet/in vor Ort mit einem Smartphone, I-Pad oder Notebook ausgestattet ist, um medial auf dem Laufenden zu sein, erreichen uns nach deren Heimkehr in den letzten Tagen via Mail Rückmeldungen in Form ihrer Sorgen, Beschwerden und Kümmernisse persönlicher trüber EM-Erfahrungen. LAMPIS respektive deren Berichterstatter als Fleisch gewordener Kummerkasten.
Wohlverstanden: Das freut und ehrt uns, beweist, dass wir als „Sprachrohr“ der Leichtathletik-Senioren/innen wahr- und ernstgenommen werden, Missstände aufgreifen und sie vor allem weitertransportieren. Selbst wenn wir damit bis zum Sankt Nimmerleinstag bei den (un-)veranwortlich handelnden Personen mit Grandezza gegen die Pumpe rennen sollten, werden wir (hoffentlich) nicht müde, die Tastaturfinger weiterhin unverdrossen in die vielen, immer wieder neuen Wunden zu legen. Der Stoff wird uns zwangsläufig nicht ausgehen.  

Mitunter ist es vonnöten ein „Schwein“ zu sein

Bei dieser Gelegenheit besten Dank an all‘ jene, die uns während der chaotischen EM-Tage als Zeit- und Augenzeugen mit absoluten Insider-Informationen versorgt haben! Auch denen, die uns hinterher ihr Ungemach  geklagt haben und womöglich noch werden. Deshalb diese kleine Hommage an sie. Ohne selber da gewesen zu sein, waren wir ganz nah dran. Näher jedenfalls als die „Totschweige“-Internetportale vom Lokalen Organisationskomitee (LOC), von der EMA, dem DLV und was da sonst noch so alles kreucht und fleucht.
Drum merke: Nur weil ein Schwein im Kuhstall geboren wurde, ist es noch lange keine Kuh. Mitunter muss man(n) indes rhetorisch halt ein Schwein sein, um – vielleicht – etwas zu erreichen.

Bei dieser unsäglichen EM prasselte es knüppeldick auf die Geher ein

Kolumne

Moment mal

(Eraclea/Krefeld, 16. September 2019) Schlimmer geht immer. Man(n)/frau glaubt es kaum, doch ist es so bei den gestern zu Ende gegangenen organisatorisch vielfach versaubeutelten Senioren-Europameisterschaften im Großraum Venetien bis zu 80 Kilometer hinter der Lagunenstadt Venedig an der norditalienischen Adria. Da sind den Verantwortlichen und letztlich betroffenen Athleten/innen so einige Felle davongeschwommen. Besonders Dicke bekam es auf der ziemlich letzten Welle die Geher-Familie bei ihren Wettbewerben in Eraclea ab. Die 10-km-Strecke war unverzeihliche 875 Meter zu kurz, der Ausgang damit praktisch irregulär (wir berichteten). Wer denn nun geglaubt hatte, die Verantwortlichen hätten aus diesem hochnotpeinlichen, durch absolut nichts zu entschuldigenden Vorkommnis für den noch anstehenden 20-km-Wettbewerb am vorigen Samstag die Konsequenzen gezogen, der sah sich bitter enttäuscht und eines Schlechteren belehrt.

Strecke als „ausgleichende (Un-)Gerechtigkeit“ diesmal etwa 500 Meter zu lang

Obwohl zuvor eine Erklärung herausgegeben wurde, dass die Strecke noch- oder erstmals (?) explizit vermessen worden wäre und mithin diesbezüglich dem erforderlichen Standard entspreche, stellte sie sich nunmehr, gewissermaßen als „ausgleichende (Un-)Gerechtigkeit", als zu lang heraus. Auf den Meter genau wie viel, da scheiden sich die klugen Geister. Sehr weit liegen sie indes nicht auseinander. Es darf als gesicherte Erkenntnis davon ausgegangen werden, dass der zurück zu legende Gehweg die 20-Kilometer-Marke deutlich überschritten hat. Dabei können wir uns auf die zuverlässigen Informationen des ausgewiesenen und anerkannten Geher-Fachmannes Udo Schaeffer aus Jena stützen, der die Spezialseite www.geherpokal.de betreibt.

Franzose Patrick Brochot deckte als Erster den Missstand auf

Dazu sei vorausgeschickt, dass internationale Spitzengeher nach dem Startschuss nicht mal einfach munter drauflos gehen und ihr Schicksal in die Hände der Veranstalter legen. Schon allein zur Kontrolle von Zwischenzeiten, die sie gerade im Senioren-Bereich nicht beliebig an jeder Ecke bekommen, sind sie mit hocheffizienten und exakten GPS-Uhren am Handgelenk ausgestattet.
Deshalb ist ja überhaupt die zu lange Strecke aufgefallen. Danach kommt der M40-Sieger Rick Liesting aus den Niederlanden, der praktisch die All-Star-Wertung anführt, auf 20,47 km.
Aufgrund der früheren Startzeit fiel es zuerst dem M65-Ersten Patrice Brochot aus Frankreich auf, ein Star der Szene. Er geht im doppelten Wortsinne von 20,58km aus. Bei einem Mittelwert dieser beiden Messungen sind es 20.525 Meter. Und wenn es nur 200 Meter mehr wären: Zu viel bleibt zu viel, entspricht nicht der ausgeschriebenen Distanz und ist ergo regelwidrig. Eine offizielle Nachprüfung soll angeblich noch erfolgen. Erhebliche Zweifel sind nach dem Prinzip aus den Augen aus dem Sinn angebracht.

EMA wird die Angelegenheit vermutlich wieder aussitzen

Da es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder einmal keine offizielle Stellungnahme auf der Netzseite der European Masters Athletics (EMA) zu dem neuerlichen Skandal geben wird, ist davon auszugehen - so es immer noch reicht -, dass irgendwann alle möglichen Bestenlisten falsche Werte widerspiegeln werden. Denn bei einer zu kurzen Strecke (10km) musste schon allein wegen der nicht wirklichen drei Weltrekorde ein bisschen Farbe mit der späteren, haarsträubenden, getürkten Umwandlung von 10km in Short Road Race Walk bekannt werden, bei einer zu langen besteht hingegen latente Verdunklungsgefahr.
Die Gelackmeierten sind einmal mehr die Aktiven. Insbesondere die Hinterbänkler, die von all' dem höchstwahrscheinlich nichts mitbekommen haben. Das ist mit einem weiteren Kapitel schlicht und einfach der ganz normale Wahnsinn der unseligen Ägide von EMA-Präses Kaschke.

250 Medaillen für Mannschaftswettbewerbe der Geher wurden gestohlen

Als ob das alles noch nicht genug wäre, sind in Eraclea für die Mannschaftswettbewerbe der Geher vorgesehenen 250 Medaillen gestohlen worden. Besonders sicher können sie nicht aufbewahrt gewesen sein. Aber wer macht so etwas? Schließlich sind die Plaketten nicht wirklich aus Gold, Silber und Bronze. Der reine Metallwert lohnt nicht mal das Einschmelzen. Ohne hier Verschwörungstheorien zu bemühen, riecht das verdächtig nach einer Art Attentat. Wem immer es gegolten haben mag? Die Medaillen sollen jetzt an die entsprechenden Verbände geschickt werden. Ob sie jemals bei den Aktiven ankommen? Wer‘s glaubt, wird selig!
Redaktioneller Hinweis auf einen weiteren aktuellen EM-Beitrag in unserem Schaufenster Ergebnisse.