Live-Ticker bei den Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg

(Sindelfingen/Krefeld, 17. Februar 2018)  Mit 350 gemeldeten Senioren/innen fanden die Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg heute im Glaspalast von Sindelfingen, zuletzt 2010 erst- und bislang einmalig Schauplatz der Ü35-DM (ein Armutszeugnis ohnegleichen!), einen recht ordentlichen Zuspruch. Darunter befanden sich etliche Gaststarter, die für zusätzliches Flair und nicht zuletzt direkte Konkurrenz sorgten. Wenngleich außerhalb der Wertung. Das so genannte Musterländle wurde zumindest in der Ergebnisübermittlung diesem viel gepriesenen, gleichwohl  anderswo nicht immer zutreffenden Ruf gerecht. Denn es bot den Kiebitzen aus dem großen Rest der Republik einen Live-Ticker, der selbst bei Titelkämpfen dieser Rang- und Größenordnung bei den „ewigen Talenten“ längst nicht an der Tagesordnung zu sein pflegt. Sie bedienten sich dabei anders als der DLV und die meisten Regionalverbände der Software von „Cosa Win“. Die wissen entgegen dem vermeintlich zukunftsweisenden Programm von SELTEC aus Österreich auch, dass die Kugel bis M45 nicht 7,3, sondern der Regel nach 7,26  Kilogramm zu wiegen hat.

Nur vier Versuche in den technischen Disziplinen!

Allerdings ebenso ungewöhnlich wie unerfreulich, dass es im Kugelstoßen und Weitsprung durchgängig für alle Teilnehmer/innen lediglich vier Versuche gab. Die hatten für das volle Startgeld ein um ein Drittel gekürztes Vergnügen. Ungerecht! Die 800-m-Läufer wurden ja auch nicht nach 533 Metern abgewunken. Es sei freilich nicht verschwiegen, dass darauf bereits in der Ausschreibung hingewiesen worden ist. Das macht es indes für die Betroffenen keinen Deut erträglicher. 
Als wir diesen Beitrag um 18.30 Uhr online gestellt haben, stand die finale Ergebnisliste nach Klassen und Disziplinen noch nicht zur Verfügung. Vorab geht es mit einem Klick zum erwähnten Live-Ticker.

Eine wohltuend andere Foto-Galerie einer Leichtathletik-Veranstaltung

(Sittard/Krefeld, 16. Februar 2018)  Einmal mehr war der Internationale Indoor-Werpwedstrijd vom AV Unitas Sittard mit den zwei Disziplinen Kugel und Gewichtwurf in sieben Gruppen eine bestens organisierte, sich über acht Stunden erstreckende Veranstaltung. Ein Meeting von und für Werfer, das von den Machern viel Durchhaltevermögen bei hochgehaltener Konzentration erforderte. Gekrönt durch den Senioren-Europarekord von Wendy Koolhaas aus Groningen (wir berichteten). Aber nicht nur das. Es wurde über die gesamte lange Strecke vom niederländischen Sportfotografen Huub Keulers und seiner Frau Loretta Janssen begleitet. Profis eben, absolute Könner ihres Fachs, die nicht einfach blindlings nach dem Motto „Wird schon werden“ auf den Auslöser drücken, sondern einen Blick und ein feines Gespür für das besondere, außergewöhnliche Motiv haben. Vielmehr wird bei diesem kongenialen gemischten Doppel Fotografie zur hohen Schule, zur Kunst. Eben Personen und Momente meisterlich ins Bild gesetzt.
Nun sind deutsche Senioren/innen auf diesem Sektor nicht gerade verwöhnt. Und das ist noch eine höchst charmante Beschreibung. Der selbst ernannte Ästhet an Tastatur und Kamera Karl-Heinz „Flunker“ Flucke aus Berlin stellt gelegentlich zu besonderen Anlässen schon mal sechs 08-15-Fotos, er nennt es Galerie, zur verkaufsfördernden Betrachtung in die Senioren-Spielecke auf die DLV-Netzseite. Das „Werk“ von einem Amateur für Amateure. Hans Mustermann und Lieschen Müller würden das mit ihrer schlichten Digital-Kamera genauso gut oder schlecht hinbekommen.

„Künstlerisch wertvoll“ das Prädikat einer Fachfrau

Wie es vollkommen anders aussehen kann, beweist Huub Keulers. Er hat sehr zeitnah zur Veranstaltung auf seiner Facebook-Seite eine wahrhaftige Galerie mit 76 Fotos online gestellt. Und das war gewiss nur eine schnelle Auswahl von einem Mehrfachen an Material. Die sind nicht ausnahmslos außergewöhnlich, aber einige davon sind fürwahr „künstlerisch wertvoll“. Das befindet Textil-Designerin Elke Kröber-Hermanns, die ganz persönliche Regierungschefin von Lampis-Betreiber Axel Hermanns, mit ihrem Sach- und Fachverstand als staatlich anerkannte Künstlerin.
Wer also Spaß an exzellenter Fotografie hat und neugierig geworden sein sollte, der gehe unter www.facebook.com auf die Profilseite von Huub Keulers und scrolle herunter
 bis fünf Fotos mit der Überschrift „Melissa Boekelman Werpwedstrijd 2018" erscheinen. Dort sind jene 76 Bilder hinterlegt.
Der für RKS Mutterstadt startende Torsten Lange aus Bonn und der schon erwähnte kugelstoßende Sportjournalist waren sehr zu ihrer Freude einige Male auch Objekte der Objektive.

Ein seltenes Zusammentreffen von Valentinstag und Aschermittwoch

(Krefeld und überall in der Republik, 14. Februar 2018)  Ein derartiges Zusammentreffen geschieht nur alle Jubeljahre, dass der starre, festgeschriebene Valentinstag und der „bewegliche“ Aschermittwoch, und damit zugleich der Beginn der Fastenzeit, just auf das heutige Datum fallen. Das war bis 1980 zurückverfolgt überhaupt nicht der Fall, dafür aber schon wieder 2024. Schicken wir voraus, dass wir eingedenk dieser Dreifaltigkeit nicht zur üblichen Tagesordnung mehr oder weniger interessanter Themen aus der Senioren-Leichtathletik übergehen. Erinnern wir schlicht daran, dass dieser (Valentins-)Tag für Verliebte und Liebende eine prima Anlass ist, für künftig sportlich bedingte Abwesenheiten zusätzlich ein paar Pluspunkte zu sammeln. Da sind der Fantasie selbstverständlich keinerlei Grenzen gesetzt. Der Klassiker schlichtweg ist es, für seine Herzdame Blumen „sprechen" zu lassen. Und wer es denn nach Karneval, an dem der Hoppeditz beerdigt und erst am nächsten Elften im Elften wieder zum Leben erweckt  wird, nötig hat, der möge Buße tun und sich sein Aschenkreuz abholen.
Die bis Ostern währende 40-tägige Fastenzeit ist in unserem Kulturkreis selbst für  bekennende Christen ohnehin weitestgehend aus der Mode gekommen. Für ausgewiesene (Hoch-)Leistungssportler wäre es zudem eine Wanderung auf einem sehr schmalen Grat. Erst recht während einer ins Wintertraining eingebetteten Hallensaison. Da sollte man(n)/frau besser nicht vom Fleische im Sinne von Muskulatur fallen.

Hallen-EM: Zeitplan-Gestaltung lässt abermals viel Wünsche offen

(Madrid/Krefeld, 15. Februar 2018)  Was lange währt, wird endlich gut. Pustekuchen! Bezüglich des verheißungsvollen Wortes gut" sind mehr als nur erhebliche Zweifel angebracht. Ein Meisterwerk der Zeitplan-Gestaltung haben die Organisatoren der 12.Hallen-Europameisterschafen der Ü35-Generation vom 19. bis 24.März 2018 im spanischen Madrid jedenfalls nicht zustande bekommen. „Lange haben sie daran geknobelt und dann die volle Tagesspanne ausgenutzt. An meinem Wettkampftag 20.März erstrecken sich die Starts von 8:30 Uhr bis 23:12 Uhr", gibt Kugelstoßer Oliver Schembach (M50) aus Essen zu bedenken. Selber bin ich im letzten Wettbewerb des Tages ab 19:50 Uhr an der Reihe. Bei 29 Teilnehmern, darunter gut die Hälfte Sport-Touristen unter der DM-Norm, wird sich das Unternehmen wohl bis 22 Uhr hinziehen.“ Streng genommen ist nach internationalem Regelwerk bei mehr als 18 Teilnehmern eine Ausscheidung der besten Zwölf erforderlich.

Warum wird das Programm nicht entzerrt?

Es ist nun einmal die uralte Leier bei internationalen Senioren-Titelkämpfen, dass, um beim genannten Beispiel zu bleiben, von 9 Uhr an insgesamt acht Klassen von M50 – 85+ über die Anlage „geprügelt“ werden. Nachtschicht eingeschlossen. Und das ist für lupenreine Amateure kein Normalzustand. Dabei stehen sechs Veranstaltungstage zur Verfügung, um das Programm  zu entzerren. Mithin darf also abermals getrost von Zeitplan-Verunstaltung gesprochen und geschrieben werden. Hoch lebe die Vorlage. Selbst wenn sie nichts taugt. Nennen wir das hässliche Kind beim Namen: Dieses sich ständig wiederholende Prozedere ist dem Kommerz, sprich: der wunderbaren Startgeld-Vermehrung, geschuldet, um den nimmersatten Vielstartern einen größeren Handlungsspielraum zu ermöglichen. 
Aber immerhin haben die wirklichen Klasse-Athleten/innen jetzt gut einen Monat vorher Planungssicherheit, können sich in mehreren Trainingseinheiten simulierend auf die hier und da für sie sehr ungewöhnlichen Startzeiten einstellen. Bleibt zu hoffen, dass es weitestgehend gelingen möge. 

EU verschärft ab Ende Mai 2018 die Datenschutz-Bestimmungen

(Brüssel/Kamen-Kaiserau/Krefeld, 13. Februar 2018)  Gerade in unserer auf das Individuum Mensch bezogen zunehmend gläserner werdenden Welt nimmt das Thema Datenschutz nachvollziehbar einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Was natürlich überhaupt nicht geht, dass ein Verein (keine Fiktion, kürzlich geschehen) in einem elektronischen Rundschreiben freimütig 128 E-Mail-Adressen für alle Empfänger sichtbar preisgibt, um für ein kommendes Hallenmeeting die Werbetrommel zu rühren. Ein derartiger Lapsus ist auch schon in weitaus größerem Umfange dem kontinentalen Senioren-Dachverband European Masters Athletics (EMA) respektive seinem Dienstleister „Fidalservizi“ unterlaufen. Das mag unter Sportkameraden noch milde lächelnd hingenommen werden. Doch halt! Hacker sind überall, die sich einen solch dermaßen offenherzigen Selbstbedienungsladen liebend gerne für ihre perfiden Zwecke zu Nutze machen.

Juristisch unantastbarer Hinweis erforderlich

Abgesehen davon und logischerweise nicht der Anlass, werden ab Ende Mai 2018 in der Europäischen Union (EU) weiter verschärfte Datenschutzbestimmungen in Kraft treten. Das hat zwangsläufig auch Einfluss auf die Leichtathletik, in der nun einmal ursächlich viel mit personenbezogenen Daten hantiert wird. Deshalb gilt es für Veranstalter mehr als je zuvor, sich in der Ausschreibung entsprechend abzusichern. Deshalb sollte eine juristische unantastbare Formulierung aufgenommen werden. Das nachfolgende Beispiel haben wir der Allgemeinen Ausschreibungsbestimmung des Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) in Kamen-Kaiserau entliehen:
„Mit der Abgabe einer Meldung erklärt der Verein, dass er und die gemeldeten Teilnehmer mit der Speicherung der personenbezogenen Daten einverstanden sind und auch damit, dass die Wettkampfdaten in Meldelisten, Wettkampfprotokollen und Ergebnislisten auch auf elektronischem Wege veröffentlicht werden.“