Bayerische: Duell der Diskus-Giganten gewinnt der fünf Jahre Ältere

(Regensburg/Büdelsdorf/Trier/Krefeld, 18. Juni 2018) Angeblich liegt in der Kürze die Würze. Machen wir es also kurz. Notgedrungen. Denn es war am vergangen Wochenende allein auf Meisterschaftsebene in Bayern, Norddeutschland und im Südwesten eine Menge los bei der Ü30-Generation. Und da es nicht zu einem Börsenbericht verkommen soll, bei dem Zahl an Zahl gereiht wird, beschränken wir uns aus Werfersicht auf die Glanzlichter bei den zweitägigen Bayerischen Senioren-Meisterschaften in Regensburg. Die lieferten Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching und Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau im klassenübergreifenden, wiewohl direkten Duell des gemeinsamen Diskuswurf-Wettbewerbs der M50 und 55 mit insgesamt 19 Teilnehmern.Obschon es eine elektronische Weitenmessung und viele ungültige Versuch gab, dauerte die Konkurrenz mit 90 Minuten entschieden zu lange. Das erwies sich bei angenehmen Temperaturen und begünstigendem Gegenwind selbst für die beiden Asse als Hemmschuh, die hinterher unisono erklärten, nicht vollends zufrieden gewesen zu sein.
Allerdings war es jammern auf hohem Niveau. Demmel warf am Samstag gleich im ersten Versuch seine Tagesbestweite von 54,22m, an der sich Maryniak, in dieser Saison bereits 56,83m, mit seinen 53,44m aus dem finalen letzten Durchgang vergeblich abarbeitete. Aber immerhin bewies der ziemlich genau fünf Jahre jüngere Passauer Biss und eingedenk der recht großen Pausen zwischen den Versuchen gehöriges Stehvermögen in Form von Kraftausdauer.

Demmel legte Versuche mit der Kugel auf einem Bierdeckel ab
 
Demmel machte tags darauf mit der Kugel das klassische Double perfekt. Der 55-jährige Leiter eines Fitness-Studios legte die sechs Versuche praktisch auf einem Bierdeckel ab: 15,65, 15,66, 15,75, 15,61, 15,64, 15,75m. Einzigartig!. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, so etwas bei meinem nimmermüden Studium von Ergebnislisten seit dem Bestehen von LAMPIS (November 2009) schon einmal gesehen zu haben. Wenngleich die Bayern auf ihrer Netzseite außer für die Halle keine Senioren-Rekordliste zur Verfügung stellen, darf getrost konstatiert werden, dass die 54,22 und die 15,75m neue Landesrekorde in der M55 bedeuten.
Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Zwischen-Resultate vom ersten Tag behielten die Bayern den bekennenden Freunden der Statistik vor. Aber dafür warteten sie gestern Abend gegen 20.30 Uhr mit einem wohlgeordneten, säuberlichen nach männlich und weiblich getrennten sowie nach Altersklassen aufsteigenden Gesamtwerk des Software-Anbieters Cosa Win auf. Prima!
Anders bei den „Norddeutschen“ in Büdelsdorf mit dem wieder einmal kruden Durcheinander von SELTEC. Da wurschtele sich bei Interesse jede/r selber durch Die Resultate von den Südwestdeutschen- und Rheinland-Meisterschaften der Senioren/Innen in Trier lagen bei Online-Stellung dieses Beitrages um 17.30 Uhr noch nicht vor. Extrem schlappe Nummer!

Es kam und kommt noch einmal Bewegung in die Rangliste der DAMM

(Düsseldorf/Krefeld, 11. Juni 2018) Schnell, schneller, LAMPIS! Aktueller geht es nicht. Nach den Ergebnissen von gestern in Düsseldorf (Nordrhein) und Eisenberg (Pfalz) haben wir die nachfolgend veröffentlichte DAMM-Rangliste mit nunmehr 72 Mannschaften auf den neuesten Stand der Dinge gebracht. Neben den schon bekannten, noch bis zum Meldeschluss anstehenden Terminen wird es kommenden Freitag zusätzlich einen Qualifikationsdurchgang in Bad Soden geben. Dazu gesellen sich bis zum 23.Juni 2018 noch Murr, Halle an der Saale, Verden und Gröbenzell. Alles in allem läuft es auf 90 Vereine/Startgemeinschaften hinaus, die sich an der Keimzeile der Senioren-Bewegung hier zu Lande, der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), beteiligen werden. Das liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Und das darf in heutigen Zeiten fast schon als gefühlter Fortschritt bezeichnet werden.
 
Roland Heiler steigerte deutschen Rekord der M80 um 3,50 Meter!
 
Die Topmeldung über das Teamergebnis hinaus kommt aus Eisenberg. Der in der M70 seines Klubs startende Roland Heiler (*1938) von der LAG Obere Murg hat mit 40,26m im Diskuswurf den fast 19 Jahre alten deutschen Rekord der M80 von Rudolf Leinen von der LSG Saarlouis um sagenhafte 3,50 Meter verbessert. Seinen jüngeren Vereinskameraden der M60 steigerten ihre zuvor erzielte Punktzahl deutlich und dürften zusammen mit dem TV Hechtsheim das Bundesfinale der Team-DM erreicht haben.
Erwartungsgemäß hat sich in der M70 die LG BEC vor die Hamburger Jungs auf Platz 1 der noch vorläufigen Rangliste gesetzt.  

Seniorinnen

W30: 1. StG Nutrixxion Masters (LT DSHS Köln, TV Herkenrath) 6.882, 2. StG Ruhr-West 6.777, 3. TSV Friedberg 6.518, 4. StG Bedburg – Dinslaken 6.422, 5. StG Equipe Saar 6.418, 6. VfV Spandau 5.971, 7. Stg Planeta-Elbland 5.908, 8. Stg Aue-Frankenberg-Gornsdorf 5.670, 9. TV Elm 4.990 Punkte.
W40: 1.TSV Korbach 6.260, 2. SF Neukieritzsch 6.032, 3. LG Neiße 6.014, 4. StG Pulheim-Straberg 5.969, 5. HNT Hamburg 5.836, 6. TSV Bayer 04 Leverkusen 5.826, 7. LAV Elstertal Bad Köstritz 5.439, 8. StG Mittel-Unterfranken 3.765 Punkte.
W50: 1. LAZ Obernburg-Miltenberg 5.652, 2. StG LAC Quelle-SWC Regensburg 5.620, 3. SF Neukieritzsch 5.604, 4. StG Witten-Annen-Bochum 5.436, 5. Stg Aue-Frankenberg-Gornsdorf 5.195, 6. Stg. Markkleeburg-Torgau-Tauchau 5.159, 7. StG Breisgau-Team 4.965, 8. LG Neiße 4.901, 9. StG Düsseldorf-Aachen 4.740 10. StG Pulheim-Straberg 4.415, 11. LC 72 Altenkessel 3.932 Punkte.
W60: 1. StG Düsseldorf/Aachen 5.701, 2. Stg Halle 5.374, 3. StG CSV - Troisdorf - Oedt 4.894, 4. StG Nord-West Hamburg 4.551 Punkte.


Senioren

M30: 1. StG Nutrixxion Masters 9.335, 2. Leichtathletik-Club Lübeck 9.157, 3. LG Kindelsberg- Kreuztal 8.828, 4. StG Saarmasters 30 7.357, 5. LSG Sbr.-Sulzbachtal 7.321, 6. Stg Markkleeburg-DHfK-TSC Leipzig 7.121, 7. Stg Planeta-Elbland 6.938, 8. LAV Elstertal Bad Köstritz 6.786, 9. StG Essen-Rhede 2.161 Punkte.
M40: 1. StG TSV Würzburg-TSV Erding-TSV Ipsheim 9.526, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 9.383, 3. StG Ostwestfalen-Lippe 9.362, 5. Stg Planeta-Elbland I 9.094, 5. LG Neiße 8.953, 6. LBV Phönix Lübeck 8.149, 7. LG Saar 70 7.649, 8. LG Berus 6.952, 9. SF Neukieritzsch 6.942, 10. Stg Planeta-Elbland II 6.939 Punkte.
M50: 1. LG Eder 10.191, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 10.062, 3. Stg. Markkleeburg-DHfK-TSC Leipzig 9.848, 4. StG Essen-Rhede 9.599, 5. Team StG Ostsee 9.114, 6. LG Elmshorn 8.130, 7. StG TopWeiß Spandau 6.138, 8. TSV Bayer 04 Leverkusen 3.370 Punkte.
M60: 1. StG Hünxe - Bedburg 7.616, 2. StG Werther 7.518, 3. LAC Quelle Fürth 7.257, 4. Pulheimer SC 7.188, 5. TV Hechtsheim 6.651 6. LAG Obere Murg 6.593, 7. Stg Markkleeburg-DHfK-TSC Leipzig 5.690 Punkte.
M70: 1. LG BEC 7.312, 2. StG Hamburger Jungs 7.308, 3. Pulheimer SC 6.768, 4. LAG Obere Murg 6.645, 5. LAC Quelle Fürth 6.557, 6. LG Stadtwerke München 6.316 Punkte.

DAMM-Finale Bayern: Lediglich zwei echte Wettstreite unter acht Teams

(Wendelstein/Krefeld, 21. Mai 2018) Alle gemeldeten acht Mannschaften (je vier männlich und weiblich) traten beim Bayerischen DAMM-Endkampf an Pfingstsamstag in Wendelstein an. Allerdings liegt es bei einer so überschaubaren Zahl nahe, noch verteilt durch die verschiedenen Altersklassen, dass es lediglich zwei regelrechte sportliche Wettstreite um den Titel gab. Den entschied in der M70 das Team des LAZ Quelle Fürth (6.557 Punkte) relativ deutlich vor der LG Stadtwerke München (6.316 P.) für sich. Wesentlich knapper ging es in der W50 zu, wo das LAZ Obernburg/Miltenberg (5.652 P.) lediglich 32 Punkte vor dem LAC Quelle/SWC Regenburg (5.620 P.) einlief. Was wörtlich zu nehmen ist. Denn vor der abschließenden Sprintstaffel hatten sie noch 168 Punkte zurück gelegen. Aber entscheidender ist es ohnehin, sich mit einem adäquaten Punkteresultat für das Finale um die Team-DM am 22.September 2018 in Baunatal (Hessen) zu qualifizieren. Das bleibt freilich abzuwarten, bis wirklich alle Messen auf diesem Sektor gelesen sind. Es darf freilich schon jetzt konstatiert werden, dass die W40 der Stg Mittel-Unterfranken mit ihren 3.765 Punkten dafür nicht in Betracht kommt. Denn sie brachte wegen Verletzung lediglich eine Diskuswerferin und keine Staffel in die Wertung. Da heißt es bestenfalls bei geeigneter Gelegenheit einen neuerlichen Versuch zu unternehmen. Als nächster offizieller Termin steht am nächsten Sonntag das Landesfinale von Sachsen in Neukieritzsch auf dem Programm. – Alle Details aus Bayern unter diesem Link.

Aktuelle DAMM-Rangliste

Bislang haben 49 Vereine/Startgemeinschaften ihre Visitenkarte abgegeben. Die nachfolgende Rangliste dazu hat unser Gastautor und DAMM-Experte Dieter Krumm zusammengestellt.

Seniorinnen

W30: 1. StG Nutrixxion Masters (LT DSHS Köln, TV Herkenrath) 6.882, 2. StG Ruhr-West 6.777, 3. TSV Friedberg 6.518, 4. StG Bedburg – Dinslaken 6.422, 5. StG Equipe Saar 6.418, 6. VfV Spandau 5.971, 7. TV Elm  4.990 Punkte.
W40: 1.TSV Korbach  6.260, 2. StG Pulheim-Straberg  5.969, 3. HNT Hamburg 5.836, 4. TSV Bayer 04 Leverkusen 5.826, 5. StG Mittel-Unterfranken 3.765 Punkte.
W50: 1. LAZ Obernburg-Miltenberg 5.652, 2. StG LAC Quelle-SWC Regensburg 5.620 3. StG Witten-Annen-Bochum  5.436, 4. StG Breisgau-Team 4.965, 5. StG Pulheim-Straberg  4.415, 6. LC 72 Altenkessel 3.932 Punkte.
W60: 1. StG Düsseldorf/Aachen  5.701, 2. StG CSV - Troisdorf - Oedt  4.894, 3. StG Nord-West Hamburg  4.360 Punkte.


Senioren

M30: 1. StG Nutrixxion Masters 9.335, 2. Leichtathletik-Club Lübeck  9.131, 3. LG Kindelsberg- Kreuztal  8.828, 4. StG Saarmasters 30 7.357, 5. LSG Sbr.-Sulzbachtal 7.321, 6. StG Essen-Rhede  2.161 Punkte.
M40: 1. StG TSV Würzburg-TSV Erding-TSV Ipsheim 9.526, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 9.383, 3. StG Ostwestfalen-Lippe  9.362, 4. LBV Phönix Lübeck 8.149,  5. LG Saar 70 7.649, 6. LG Berus 6.952 Punkte.
M50: 1. LG Eder 10.191, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 10.062, 3. StG Essen-Rhede  9.599, 4. Team StG Ostsee  9.114, 5. LG Elmshorn  8.130, 6. StG TopWeiß Spandau 6.138, 7. TSV Bayer 04 Leverkusen 3.370 Punkte.
M60: 1. StG Hünxe - Bedburg  7.616, 2. StG Werther 7.518, 3. LAC Quelle Fürth 7.257, 4. Pulheimer SC 7.188, 5. LAG Obere Murg 5.839 Punkte.
M70: 1. StG Hamburger Jungs 7.297, 2. Pulheimer SC  6.768, 3. LAC Quelle Fürth 6.557, 4. LG Stadtwerke München 6.316 Punkte.

Stendaler Hanse-Cup machte seinem glänzenden Ruf wieder alle Ehre

(Stendal/Krefeld, 29. Mai 2018) Machen wir nach unserer brandaktuellen Berichterstattung mit der Exklusiv-Meldung vom  wahrhaftig historischen M70-Weltrekord (8.142 Punkte) von Zehnkämpfer Valdis Cela (*1948) aus Lettland und der gestrigen Kolumne noch einen ausführlichen Nachdreher zum 6.Stendaler Hans-Cup (SHC) und dem Drumherum. Vorab kommen wir einem an uns herangetragenen Anliegen nach. EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin legt als einer der Gründerväter des SHC großen Wert auf die Feststellung, dass Geraldine Finegan (W50) aus Irland keineswegs im Zehnkampf außer Konkurrenz, wohl aber konkurrenzlos gestartet sei. Das Solo für sie wäre ordnungsgemäß beim Leichtathletik-Verband Sachsen-Anhalt angemeldet und genehmigt worden. Außerdem sei es kein Gag der Organisatoren gewesen, sondern wäre dieser Wunsch von ihr ausgegangen. Außerdem habe es auf seine Iniitiative hin bereits am 20./21. September 1997 im westfälischen Ahlen einen Zehnkampf der Frauen mit acht Teilnehmerinnen, an der Spitze Mona Steigauf vom USC Mainz, unter Anwesenheit der damaligen DLV-Vizepräsidentin Ilse Bechtold gegeben. Die seinerzeit 27-jährige Mainzerin erzielte bis heute unerreichte 7.822 Punkte. Hätten wir das also auch geklärt. Festzuhalten bleibt jedoch, dass der Zehnkampf der Frauen/Seniorinnen nicht zum offiziellen Wettkampfprogramm der IAAF, WMA, EMA und des DLV gehören, keine Meisterschaften darin ausgetragen und folglich keine offiziellen Rekord-/Bestenlisten geführt werden.

Es gibt lediglich offiziöse Rekordlisten im Zehnkampf der Frauen/Seniorinnen

Offiziöse gibt es schon. Den in der W50 hält Rita Hanscom aus den USA mit 7.327 Punkten. Davon blieb die extrovertierte Irländerin ein großes Stück entfernt. Selbst von dem von ihr angestrebten Siebentausender. Per Saldo waren es 6.858 Punkte. Ein völlig verhauener Diskuswurf von 20,30m (399 P.) machten ihr einen dicken Strich durch die 7.000-Punkte-Rechnung. Sehr beachtlich allerdings ihre Zeit von 5:53,13 Minuten (796 P.) im abschließenden 1.500-m-Lauf. Davon hätte sich so manches Mannsbild eine dicke Scheibe abschneiden können. Relativ gesehen wie tatsächlich. Es darf konstatiert werden, dass die taffe Frau von der Grünen Insel mit acht sehr ausgewogenen Leistungen, im Stabhochsprung blieb sie ebenfalls unter ihren Möglichkeiten, fürwahr eine ernsthafte Zehnkämpferin ist. Respekt! Applaus! Chapeau! Obwohl der Vergleich von Äpfeln und Birnen zu hinken pflegt, sei noch erwähnt, dass der Stendal-Sieger der M50 lediglich 4.355 Punkte sammelte und auch über 1.500m in 6:06,34 Minuten langsamer lief.

Marathon der Mehrkämpfer wurde auch für Wolfgang Ritte zum Scharfrichter

Der Marathon der Mehrkämpfer wurde auch für Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen zum Scharfrichter. Ob es nun die mit einer Sauerstoffschuld einhergehende angeborene Unterproduktion der roten Blutkörperchen oder die Aussichtslosigkeit des Unterfangens nach neun Disziplinen mit 7.709 Punkten noch den Weltrekord der M65 (8.205 P.) verbessern zu können war, gab er nach zwei Runden auf. Das Handtuch zu werfen will nicht so recht zu seiner ansonsten makellosen sportlichen Vita passen. Bei Halbzeit lag der vornehmlich stabhochspringende Alleskönner und Inhaber des Weltrekords im Zehnkampf der M60 (8.123 P.) mit famosen 4.406 Punkten noch auf Kurs. Doch am zweiten Tag blieb er in allen Disziplinen, einschließlich seiner „Schokoladenübung“, hinter seiner Marschroute (in Klammern) zurück: 100 m Hürden 16,13 sec. (16,10), Diskus 31,96m (35,00), Stabhoch 3,70m (3,80), Speer 31,12m (34,00). Die 1.500m (Sollzeit 7:30 Minuten) schenkte er sich dann zum Leidwesen vieler Sportkameraden und Zaungäste in Gänze.
Aus dem Weltrekord-Zweiklang der M65 und 70 wurde also nichts. Doch darunter gab es noch durchgängig von der W55 bis 70 vier nationale Bestmarken. Als da wären im Siebenkampf: W55: Marite Vilcane (Lettland) 4.108 Punkte; W60: Wiebke Baseda (SV Grün-Weiß Hamburg) 5.961; W65: Ulrike Hiltscher (LG Neiße) 6.086; W70: Margaritha Dähler-Stettler (Schweiz) 4.509.

Phil Raschker lediglich in der Zuschauer- und Betreuerrolle

Der Veranstalter beklagt die schwache Resonanz in den Einzelwettbewerben bei den Internationalen Altmark-Meisterschaften. Allerdings dürfte das Problem hausgemacht sein. Das Programm ist neben dem Hauptereignis Hanse-Cup mit Sieben- und Zehnkampf schlichtweg überfrachtet. Darauf noch Dreikämpfe und den Internationalen Fünfkampf aufzupfropfen, ist schlicht des Guten zu viel. Hinzu kam, dass sich die angekündigte Galionsfigur Phil Raschker (*1947) aus Atlanta/USA mit der Zuschauer- sowie Betreuerrolle ihres deutschen Freundes Heinz Keck (sehr ordentliche 6.046 Punkte in der M75) und der gerade erst erwähnten Schweizerin begnügte. Die geborene Hamburgerin absoliverte zwar schon wieder Wettkämpfe in ihrer Wahlheimat und qualifizierte sich für die US-Masters, hat aber momentan eine Zwischenphase mit verstärktem Krafttraining eingelegt. Da wollte sie mit einer Schnellkraftdisziplin verständlicherweise kein Risiko eingehen. Schade drum. Ein „Schaulaufen“ mit der gleichaltrigen Sprint-Weltrekordlerin Ingrid Meier vom LAC Quelle Fürth wäre natürlich ein absolutes Glanzlicht gewesen. Allerdings wäre die flotte Ingrid trotz Trainingsrückstand mit ihren 15,20 Sekunden über 100 Meter innerhalb des Dreikampfes schwerlich zu packen gewesen.
Es wäre jetzt ein wenig vermessen zu konstatieren, dass Dainis Kula (*1959) aus Lettland als Speerwurf-Olympiasieger (91,20m) von 1980 in Moskau alte Klasse aufblitzen ließ. Freilich sind seine 51,14 m für einen 59-Jährigen im letzten Jahr der M55 aller Ehren wert. Klarer Fall, dass sich M80-Sieger Lothar Huchthausen (39,95m) so manchen Tipp und ein Erinnerungsfoto (siehe Bild) bei dem sympathischen, der deutsche Sprache ganz passabel mächtigen „Goldjungen“ von einst holte.
Der gesamte Ergebnisspiegel ist in Etappen unter diesem Link abrufbar.

Auf der "Resterampe" noch Speer- und Gewichtwurf für Seniorinnen

(Madrid/Krefeld, 25. März 2018) Auf der „Restrampe“ von Stoß/Wurf stand am gestrigen Schlusstag der Europameisterschaften in Madrid noch der Speer- und Gewichtwurf der Seniorinnen. Obwohl längst nicht in allen Altersklassen vertreten, nahmen die „ewigen“ deutschen Talente von Gestern und Vorgestern noch einmal einen kräftigen Schluck aus der Medaillenpulle. Drei Goldene, fünf Silberne und drei Bronzene waren es in Summe.
Dabei hatte Eva Nohl aus Langenzenn bei Fürth „den Papst in der Sporttasche“. Mit einem kapitalen Ausreißer nach oben von 73cm schlug sie mit 13,05m im Gewichtwurf der W65 die in Oberbayern lebende Belgierin Margarete Tomanek (13,01/12,62m) um winzige vier Zentimeter. Noch deutlicher wird das Glück der Siegerin bei der Addition der jeweils fünf gültigen Versuche, die beide in ihrer Serie hatten: Nohl: 60,51m, Querschnitt 12,10m; Tomanek: 62,07m; QS 12,41m. Klar, alles Schall und Rauch. Es zählt nun einmal die absolut größte Tagesbestweite. Aber bei der Glückssträhne hätte die „paradiesische“ Eva prophylaktisch einen Lottoschein ausfüllen oder sich am in Spanien sehr beliebten Bingo beteiligen sollen. Vielleicht hat sie das ja.
Die weiteren deutschen Medaillengewinnerinnen: Speer, W35 (5 Teilnehmer): 2. Anne Reuschenbach 35,91m; W40 (8) 3. Petra Köhler 30,02m; W45 (8): 1. Andrea Zahn 33,41m; W55 (10): 3. Angela Müller 33,31m; W65 (8, davon vier Deutsche): 2. Kristina Hanke 27,47m; W75 (6): 1. Christa Helmke 21,70m; W80 (3): 3. Elisabeth Leopold 10,57m. – Gewichtwurf, W45 (12): 2. Bettina Schardt 13,01m; W50 (16): 2. Margret Klein-Raber 14,73m; W80 (4): 2. Elisabeth Leopold 7,84m.
Alle finalen Resultate unter diesem Link.