Kaschke will mit Muskelfaserriss über 100 m an den Start gegangen sein

(Krefeld/Lyon/ 10. August 2015) Gemeinhin kommentieren wir keine eigenen Kolumnen, Glossen und Kommentare. Aber die gestrige Glosse über den beschämenden, den Ruf der Senioren-Leichtathletik (be-)schädigenden Auftritt von Kurt Kaschke, der als EMA-Präsident schließlich eine Vorbildfunktion hat respektive haben sollte, hat ein Stürmchen im Wasserglas ausgelöst. Zunächst sei jedem das verbriefte Grundrecht seiner eigenen Meinung über alles Mögliche zugestanden, mag er sie noch so exklusiv haben. Uns allerdings auch. Peinlich war jedoch nicht unser Beitrag, sondern der Auftritt von Kaschke. Immer schön das Prinzip von Ursache und Wirkung im Auge haben. K.K. hat für die Ursache, wir haben für die Wirkung darauf gesorgt.
Aber noch etwas Aufhellendes. Dem Vernehmen nach will der 60-Jährige mit einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel an den Start über 100 Meter gegangen sein und dies womöglich noch über 300 m Hürden tun. Einmal davon abgesehen, dass diese Selbstdiagnose (?) restlos überzogen sein dürfte (mit einem Faserriss kann man allenfalls noch humpeln), weiß das niemand, der lediglich die Online-Ergebnisliste zur Verfügung hat und jene unter Sportabzeichen-Niveau liegenden indiskutablen 21,52 Sekunden sieht. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass noch ein paar Exoten auf der Kurzstrecke unterwegs waren, die Kaschke Gesellschaft leisteten. Was es freilich keinen Deut besser macht. Der Letztplatzierte der M65, ebenfalls ein Deutscher, erreichte nach 46,62 Sekunden, das Schlusslicht der M85 in 82,81 Sekunden (Siegerzeit 16,66 sec.!) die Lichtschranke.
Wie ihre Vorgänger wird auch diese Senioren-WM von allzu vielen Sporttouristen verwässert und verunglimpft. Das gilt freilich für alle Disziplinen.