Diskuswerfer Herbert Mussinghoff wurde an der Bandscheibe operiert

(Krefeld/Gmünd, 05. August 2015) Bereits während des einwöchigen Trainingsaufenthaltes Mitte April im Leichtathletik-Eldorado Latsch nahe Meran in Südtirol (Nord-Italien) klagte der bevorzugt den Diskus sehr weit werfende (Vorjahr 50,07m) Wurf-Allrounder Herbert Mussinghoff (*1949) vom Team Voreifel über Bandscheibenprobleme. An der Quelle saß der Knabe. Herbert, im richtigen Leben Dr.med. und Oberarzt an der Orthopädie der Eifelhöhen-Klinik in Nettersheim, wusste sich bei vollem Einsatz und eingedenk der Gruppendynamik mit Eigentherapierung über die Zeit zu retten. Doch irgendwann half auch das nicht mehr. Er schilderte seine Schmerzen wie Messerstiche, wiewohl er die glücklicherweise noch nie tatsächlich erlebt hat. Aber Patienten von einst und jetzt (zur ersten Kategorie gehörte ich mit 82-wöchiger Arbeitsunfähigkeit auch) können dies nachvollziehen.
Wenngleich eine Operation für gewissenhafte Ärzte, erst recht an sich selber, immer das letzte aller denkbaren und ausgereizten konventionellen Mittel ist, war sie unumgänglich. Und da Spezialisten in allen Bereichen einfach mehr leisten, wusste der „Medizinmann“ natürlich, in welche Hände er sich begibt. Zwei so genannte Belegärzte von der Neurochirurgischen Uni-Klinik in Köln haben ihn im Krankenhaus Euskirchen an der Bandscheibe sowie einer Stenose (Verengung des Nervenkanals) der Lendenwirbelsäule (LWS 2/3) erfolgreich und komplikationslos operiert. Nach viertägigem stationären Aufenthalt konnte er die Klinik wieder verlassen.
Da Werfer im positiven Sinne alle eine bisschen verrückt sind, was auch vor Akademikern nicht halt macht, den er freilich nie herauskehrt und beim Sport den Doktor-Titel keineswegs wie eine Monstranz vor sich her trägt, hat er zwei Tage vor der OP noch einen Wettkampf bestritten. Bei einem kleinen Abendsportfest in Zülpich warf er den Diskus 44,17m weit. Gelobt sei, was hart macht.
Nunmehr will Herbert jedoch dem Rat seiner Kollegen folgen und postoperativ erst nach drei Wochen mit leichtem Training beginnen. Das nährt die Hoffnung, zumal er inzwischen schmerzfrei ist, dass er bei herbstlichen Werfertagen in aufrechter Haltung wieder in den Ring gehen und werfen kann. Toi, toi, toi!