Sporthistorische Schätze aus 90 Jahren in einer Ausstellung zu bestaunen

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(Ahlen, 23. April 2018)  Erfolgreiche Sportlerkarrieren, die zu Weltruhm führten, haben auch in Ahlen ihre Spuren hinterlassen. Sei es die von Lokalmatador Norbert Nieroba, der es als Boxer bis zum WBU-Weltmeister im Supermittelgewicht schaffte oder die von Dieter Baumann, späterer Leichtathletik-Olympiasieger über  5.000 Meter 1992 in Barcelona, der als B-Jugendlicher 1983 einen seiner ersten großen Wettkämpfe bei den Deutschen Cross-Meisterschaften auf dem Standortübungsplatz der Westfalenkaserne bestritt. An diese und weitere sportliche Höhepunkte erinnert eine Plakatausstellung, die noch bis zum 18. Mai 2018 im Lesecafé der Stadtbücherei Ahlen zu sehen sein wird.

Historie trifft auf neuzeitliche Technik

Die elf Plakate stammen aus dem reichhaltigen Fundus des Ahlener Sportarchivs. Dieter Massin hat sie in jahrzehntelanger Kleinarbeit aufgespürt und zusammengetragen. Geholfen hat ihm dabei seine gute Vernetzung in der Ahlener Sportszene. „Jedes für sich kann eine Geschichte erzählen“, sagt er über die Werbeträger, die über die Jahre zu Zeitzeugnissen geworden sind. Zu jedem Plakat hat Massin Erläuterungstexte erstellt, die über Hintergründe und Zusammenhänge der Sportveranstaltungen aufklären. Mittels QR-Codes werden Besucher auf weitere Informationsquellen im Internet geführt. Der Zeitpunkt jetzt ist nicht zufällig gewählt.  Denn vor zwanzig Jahren, am 18. April 1998, errang Norbert Nieroba in Duisburg seinen WM-Titel. Für den damaligen Weltmeister Nieroba, der noch heute in Ahlen wohnhaft und berufstätig ist, war es ein „knapper Kampf und knapper Sieg“, so die Ahlener Sportlegende bei der Eröffnung.

Ein Unikat von 1928 als Kleinod der Ausstellung

Erheblich früher fand das erste Ereignis statt, an das die Plakatausstellung erinnert. 1928 gab sich auf dem „Gertrudenhof“ an der Warendorfer Straße, der „Marine Sportklub Wilhelmshaven“ die Ehre. Einer der seinerzeit führenden deutschen Fußballvereine. „Gegner war die S.S.A. Ahlen, heute fast in Vergessenheit geratenen Vorgängerverein der Ahlener SG“, weiß Massin aus den Analen des heimischen Sports zu berichten. Bis zum Ausstellungsende vor Pfingsten wird er einmal wöchentlich jeweils dienstags für Gespräche rund um die Ahlener Sporthistorie im Lesecafé der Stadtbücherei anwesend sein. „Wenn mir dann noch jemand ein altes Ahlener Sportplakat mitbringt, wäre ich sehr glücklich“, so der Archivar aus Leidenschaft.

Einige Eckdaten zur Person Dieter Massin

Anmerkungen unserer Redaktion für die nachgewachsenen Generationen zur Person Dieter Massin. Der bekennende Familienmensch, Vater von fünf erwachsenen Töchtern und Söhnen, lebt Leichtathletik und nicht nur da insbesondere die Senioren-Bewegung. Gemeinsam mit seinem kongenialen Partner Eberhard Vollmer hob er 1970 die Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Ahlen aus der Taufe. Nicht zuletzt seiner Initiative war es zu verdanken, dass zwischen der Premiere 1983 (siehe oben) und 2011 insgesamt 25 (!) Deutsche Meisterschaften in der Leichtathletik an seinem Wohnort ausgetragen worden sind. Das ist auf dem Gebiet einsamer deutscher Rekord, reif für das Guinessbuch.
Darunter die der Senioren und DAMM. Der heute 77-jährige Wahl-Westfale hat vom Aktiven über Trainer bis hin zum hochrangigen Ehrenamtsinhaber alle Weihen in der einstmals olympischen Kernsportart durchlaufen. Er war DLV-Breitensportwart (1993 – 2001), DLV-Vizepräsident (2001 – 2005), EVAA-Präsident (2002 – 2012) und ist seit 2012 EVAA-/EMA-Ehrenpräsident. Einer wie er ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden und hat selbstverständlich einen personenbezogenen ausführlichen Eintrag bei Wikipedia. Weniger bedeutend, wenngleich nicht für uns, dass er auch auf LAMPIS omnipräsent war/ist. Als wir im November 2009 an den Start gingen, war er unser größter Mentor und Förderer, leistete aufgrund seiner vielfältigen Kontakte jede Menge Anschubhilfe.