Peter Speckens war in Erfurt nicht nur immer dabei, sondern mittendrin

(Erfurt/Krefeld, 06. März 2018)  Immer wieder in Erfurt kommt die Erinnerung... Unter dieser an einen Schlager angelehnten Überschrift hatten wir im Beitrag vom 02.März einen kleinen Preis ausgelobt, wer denn an allen zehn Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften der Ü35-Generation in der Landeshauptstadt von Thüringen teilgenommen hat. Da ich ja kein heuriger Hase bin und die Szene in meiner Doppelfunktion als kugelstoßender Sportjournalist meist hautnah mitverfolgt habe, hatte ich einen ganz bestimmten Top-Athleten aus der Werfer-Familie (was nicht Bedingung war!) auf meinem Radar. Und er ist es auch, was hinterher leicht behauptet werden kann, aber schon vorher von mir nachweislich intern geäußert worden ist.

Trophäensammlung nunmehr bei 88 Titeln angelangt

Als einziger, mithin erster Dauerbrenner hat sich noch am gleichen Abend um 17.32 Uhr via Mail die lebende Werfer-Legende Peter Speckens (*1935) vom SV Rot-Weiß Schlafhorst in Übach-Palenberg nahe Aachen bei uns gemeldet. „Don Pedro“ war nicht nur immer dabei, sondern mittendrin. Sogar einschließlich der Stadionmeisterschaften 2012 am selben Schauplatz. Der Wurf-Allrounder hat bei diesen Anlässen sage und schreibe 15 Titel gewonnen. Lediglich 2014 ging er daran gemessen mit zwei Vize-Meisterschaften „leer“ aus. Soviel Leere würde sich manch eine/r wünschen. Und natürlich schrieb der noch 82-Jährige auch heuer seine eindrucksvolle Erfurter Trophäen-Sammlung fort, gewann den Diskus- und Hammerwurf der M80. Es ist klassenübergreifend in Summe sein  87. und 88. Deutscher Senioren-Titel bei Hallen-, Stadion- und Winterwurf-Meisterschaften. Grandios, einzigartig für Stoß und Wurf!

Eine Titel-Story in der „Gazetta dello Sport“ als medialer Ritterschlag

Nach seiner charmanten Ehefrau Irmgard, da mir persönlich bekannt erlaube ich mir dieses Kompliment, bezeichnet der Mann mit dem verpflichtenden Kürzel PS (für Pferdestärke) die Leichtathletik als seine große Leidenschaft. Mit derartig überragenden Erfolgen, auch bei Europa- und Weltmeisterschaften, macht es natürlich noch mehr Spaß. Dazu ging er gewissermaßen in die Geschichte ein. Bei den 6. Senioren-Weltmeisterschaften 1985 in Rom (Italien) schlug der
Tedesco" (Deutsche) in einem sagenumwobenen Kugelstoß-Duell der M50 keinen Geringeren als den Erfinder der Rückenstoß-Technik Parry O’Brien aus den USA mit 16,41 zu 16,04m. Das war der berühmten, auf rosa Papier gedruckten täglich erscheinenden Sportzeitung „Gazetta dello Sport“ sogar eine Story auf der Titelseite wert. Mehr geht als printmedialer Ritterschlag für einen Masters-Athleten nicht!
Es wird mir eine große Freude sein, meinem unerreichbaren menschlichen und sportlichen Vorbild bei nächster Gelegenheit das T-Shirt mit dem Aufdruck frei nach Loriot
Ein Leben ohne Sport ist möglich, aber sinnlos" zu überreichen.