DLV missachtet verbriefte Rechte ordentlicher deutscher Gesetzgebung

(Fürth/Darmstadt/Kevelaer/Krefeld, 25.Juli 2017) Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und dem DLV in Darmstadt? Das wird noch deutlich! Hier der Auszug aus einem Offenen Brief von ihm an alle türkischstämmigen Menschen in Deutschland: „Sie, die türkischstämmigen Menschen in Deutschland, gehören zu uns – ob mit oder ohne deutschen Pass", erklärte der SPD-Politiker in einem auf Deutsch und Türkisch verbreiteten Schreiben. Für die hohe Politik in Deutschland gehören also andersstämmige Menschen, ob mit oder ohne deutschen Pass, zu uns. Derweil verweigert der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt einem „deutschen Staatsbürger nach dem Abstammungsprinzip“ die Zugehörigkeit zu uns.
Nachdem der DLV dieses  Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) mitnichten anerkennt, darf die an 2. Position der DAMM-Rangliste liegende M60-Mannschaft des LAC Quelle Fürth nicht am Finale der mittlerweile so geheißenen Team-DM Anfang September 2017 in Kevelaer teilnehmen. Dafür hat beim LAC in Fürth natürlich niemand Verständnis, dass Gesetze der Bundesrepublik Deutschland, mithin verbriefte Rechte, vom DLV schlichtweg übergangen werden.
Mittlerweile wurden alle Disqualifikationen, ob nun – an sich unzulässige – vier Teilnehmer in einer Disziplin oder Handzeitnahmen im Vorkampf, nach meiner Meinung vollkommen zu Recht wieder zurück genommen. Nur das Qualifikationsergebnis des Vorjahressiegers der M60 wird nicht anerkannt, weil sich der DLV über die ordentliche deutsche Gesetzgebung stellt. Sprinter und Weitspringer Laszlo Müller hat als Enkel eines deutschen Großvaters und Sohn eines deutschen Vaters (die Mutter ist Ungarin) alleine durch die bloße Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Das alles ist im Stammbuch eingetragen. Nur einen deutschen Pass hat er halt nicht beantragt, weil er den während seines inzwischen 20-jährigen Aufenthalts in der Bundesrepublik nie benötigt hat. Und dennoch wird jetzt das Qualifikationsergebnis der kompletten Fürther M60 annulliert und die Mannschaft als einzige vom Endkampf ausgeschlossen.
Das hat der DLV bereits im Jahr 2005 mit der damaligen M50 des LAC gemacht. Seinerzeit war das angeblich disqualifikationswürdige Vergehen der Einsatz eines Athleten der M60 in der M50. Diese schon früher absurde Regelung sollte gemäß Verbandsratsbeschluss gekippt werden, wurde jedoch,  wie so manches andere, schlechterdings vergessen. Aufgrund dieser „schlimmen Verfehlung" wurde vor zwölf Jahren erbarmungslos disqualifiziert.

Verband verstößt reihenweise gegen die eigene Ordnung

Heutzutage verstößt der DLV reihenweise selbst gegen die eigene Deutsche Leichtathletik-Ordnung (DLO). Von den 13 Klubs/Startgemeinschaften die alle vier Athleten eingesetzt hatten, wurden ursprünglich lediglich elf disqualifiziert, laut DLO nicht zulässige Handzeitnahme trotzdem toleriert, allerdings punktemäßig nicht umgerechnet und vieles mehr.
Wie ernst die Absichten und Mitteilungen des Dachverbandes aus dem Hessischen wirklich zu nehmen sind, veranschaulicht die nachfolgende Zusammenfassung von Fehlleistungen innerhalb der letzten sechs Wochen:
1.    DAMM-Rangliste schon einen Monat vor Ablauf des Qualifikationszeitraums als Endstand
       ausgewiesen;
2.    Ergebnisse von M70-Mannschaften in der M40 aufgeführt;
3.    W40-Team aufgenommen, das es überhaupt nicht gibt;
4.    Gruppe 2 Mannschaften bei Gruppe 1 aufgenommen;
5.    Mannschaft mit falscher Punktzahl aufgenommen;
6.    Mehrere Mannschaften doppelt mit zwei Ergebnissen in der Rangliste aufgeführt;
7.    Ergebnisse mit Handzeitnahme ohne Umrechnung auf elektronische Zeitnahme anerkannt;
8.    Bei den mit *) gekennzeichneten Ergebnissen ist die Bestätigung des jeweiligen Landesverbands
       noch ausstehend. Stand: 31.05.2017;
       (Völlig wirre Aussage, da es in der Rangliste kein mit *) gekennzeichnetes Resultat gegeben hat.)
9.    Von 13 Mannschaften die angeblich gegen die DLO verstoßen haben, sind nur elf disqualifiziert
       worden; (Zufallsgenerator? Losverfahren?)
10.  Einige der disqualifizierten Mannschaften hatten auch schon in Vorjahren gegen die gleichen
       Regeln verstoßen wie in diesem Jahr, wurden aber deswegen nicht disqualifiziert, sondern sogar
       Deutscher Meister; (Konsequentes, durchgängiges Handeln sieht anders aus)
11.  Der größte Teil aller Ranglisten-Mannschaften hat gegen DLO-Vorgaben verstoßen, die man zwar
       nicht einhalten kann, die aber auch nicht sanktioniert werden;
12.  Die Ergebnisse vieler Mannschaften  waren nicht innerhalb von drei Tagen beim DLV
       gemeldet; (Auch das führt zu keinerlei Sanktionen gemäß DLO)
13.  In Ausschreibungen zu drei deutschen Seniorenmeisterschaften werden Qualifikationen gefordert,
       die aber dafür überhaupt nicht vorgesehen sind;
14.  Falsche Vereinszuordnung und falsche Leistungen von Athleten in den Besten- und Rekordlisten;
15.  Eine mit Fehlern gespickte Senioren-Berichterstattung auf der Verbandsnetzseite;
16.  Das Staatsangehörigkeitsgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird schlichtweg ignoriert;
17.  Bei Ausschreibungen zu DLV-Meisterschaften ( Erfurt ) wird unter Punkt 3
       „Teilnahmebedingungen" auf einen nicht existenten DLO-Paragrafen verwiesen; 

Rückfragen bei der Wettkampforganisation in Darmstadt wie man mit all den anderen Verstößen gegen die DLO umgeht, werden erst gar nicht beantwortet. Somit ist in aller Deutlichkeit festzustellen, dass die handelnden hauptamtlichen Personen der Geschäftsstelle absolut überfordert sind, ihre Aufgaben auch nur ansatzweise ordnungsgemäß zu bewältigen. Die DLO wird lediglich nach dem Zufallsprinzip angewendet, da ihr Inhalt entweder nicht richtig bekannt ist oder ignoriert wird.

Was nun die Suspendierung des Fürther M60-Teams angeht, bleibt zunächst eine Rechtsanfrage beim Bundesjustizministerium abzuwarten, um gegebenenfalls danach weitere Maßnahmen einzuleiten.