Internet-Auftritt des DLV mit "Relaunch" und "im neuen Look"

Kommentar

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Krefeld, 17. Juni 2014)
Hurra, hurra, der neue Internet-Auftritt des DLV ist da! Wer es nicht verstanden haben sollte: dieser Überschwang ist ein dem genialen Komiker und Unterhaltungskünstler Heinz Erhardt nach empfundener Mini-Reim und parodistisch gemeint, kann allerdings mit solchen Schöpfungen wie „Lasst uns von Tonne zu Tonne eilen, um dem Müll eine Abfuhr zu erteilen“ nicht konkurrieren. Ein etwaiger Zusammenhang ist rein zufällig. Wobei der Fantasie des Betrachters selbstverständlich keine Grenzen gesetzt sind. Denn über Geschmack lässt sich trefflich streiten oder man lässt es besser gleich bleiben. Dennoch meine bescheidene Meinung: Ein Netzgestalter (= neudeutsch Web-Designer) von Rang und Namen dürfte hier nicht am Werk gewesen sein. Das hätte meine 14-jährige Enkeltochter Antonia vermutlich pfiffiger hinbekommen. Preiswerter ohnehin. Aber es kommt ja vordergründig auf Inhalte und nicht die Aufmachung an.
Fast müßig zu erwähnen, dass die durch ihren amerikanischen Hauptsponsor anglizistisch geprägten Mickymäuschen aus dem Hessischen von "Relaunch", was übersetzt schon Neustart bedeutet, und – der weiße Schimmel lässt schon grüßen! – vom „ab sofort im neuen Look“ fabulieren. Sicherlich ist es auch kein Zufall, dass die Senioren-Spielecke im ersten Fenster auf die Nationalmannschafts-Bekleidung (welch Wunder, dass hier nicht Outfit steht) hinweist. Die soll schließlich sündhaft überteuert an den/die international startende/n Mann/Frau gebracht werden. Das scheint der Freude der im entsprechenden Dress auf dem großformatigen Foto bei la ola abgelichteten Germanen/innen (nach Lesart des DLV sind wir Germany, nicht mehr Deutschland) keinen Abbruch zu tun. Oder über was oder wen lachen die sich kollektiv schlapp? Mag sein, dass der Großmeister der Fotografie und Ästhetik in Wort wie Bild, Name hinlänglich bekannt, statt mit „Ameisenscheiße“ (Entschuldigung, so machen das Profis) mit einem tiefen Griff in die Berliner Witzkiste Heiterkeit erzeugt hat? Das ist im Hier und Jetzt nicht zu klären, werde ich bei nächster Gelegenheit mal Klasse-Sprinterin Ingrid Meier aus Fürth fragen, die ich auf dem Foto in der unteren Reihe ziemlich links an ihrer inzwischen weltberühmten Haarsträhne erkannt habe.
Ansonsten wird die Startseite unter der Überschrift „Fit und gesund – Der Seniorensport boomt“ im Textteil mit vollmundigen Versprechungen garniert. Ehe wir schon im Vorfeld unken – messen wir die Rasselbande des Bundesausschusses Senioren um Frontfrau Margit „Wicki“ Jungmann aus Rehlingen im Saarland künftig daran. Das kann spannend, allerdings eigentlich nicht schlechter als bisher werden.