Martin Lauer und Thomas Zacharias: Zwei Leichtathletik-Ikonen "nullen"

(Lauf/Lanzarote/Krefeld, 02. Januar 2017) Gleich zwei einstmals höchst prominente Leichtathleten feiern, fein säuberlich durch zehn Jahre getrennt, heute ihre runden Geburtstage: Martin Lauer (*02.01.1937 in Köln) und Thomas Zacharias (*02.01.1947 in Bad Harzburg) vollenden das 80. respektive 70. Lebensjahr. Lampis, namentlich der Verfasser, der beide persönlich kennen lernen durfte, gratuliert von dieser Stelle herzlich zum wiederholten Nullen! Der älteren Generation dieses hochkarätige Doppel vorzustellen, hieße Bierfässer nach München zu rollen. Ein paar Fakten sollen es allerdings für die Jungspunde schon sein, den großen Rest besorgen die jeweiligen obigen Verlinkungen im Namen nach Wikipedia.

Eine jäh und allzu früh beendete Karriere

 Martin Lauer startete dereinst für den damals noch ruhmreichen ASV Köln, lebt heutzutage im mittelfränkischen Lauf an der Pegnitz. Er war ein brillanter Hürdensprinter (Weltrekordler über 110 und 200 m Hürden) und exzellenter Zehnkämpfer. Seine durch den Olympiasieg mit der 4x100-m-Staffel (u.a. mit Armin Hary) 1960 in Rom gekrönte Laufbahn auf der Laufbahn wurde schon kurz danach durch eine versaute, nicht richtig sterilisierte Spritze bei der Behandlung einer Knochenhautentzündung jäh und allzu früh beendet. Der studierte Maschinenbauer startete „nebenbei“ eine Karriere als Sänger, veröffentlichte insgesamt zehn Singles im Western-Stil mit zum Teil eigenen Text, die allesamt mehrere Wochen in den Charts waren.

Seit beinahe 20 Jahren Hallen-Weltrekordler im Hochsprung der M70

Eine künstlerische Ader hat auch Thomas Zacharias (im Bild), womöglich den geerbten Genen seines Vaters zuzuschreiben, dem ehemaligen „Zaubergeiger“ Helmut Zacharias. Allerdings mehr so die des Lebenskünstlers mit vielseitigen Neigungen.Das passt auch dazu: Der ehedem und immer wieder mal für den USC Mainz startende Hochspringer, ein Straddle-Interpret der alten Schule, zog sich 1983 mit seiner Frau auf die Kanareninsel Lanzarote zurück. Nicht die schlechteste Adresse da zu leben, wo andere zum Höhepunkt des Jahres „nur“ Urlaub machen. Die Liebe zum Hochsprung rostete allerdings nicht. Wann immer er in eine neue Altersklasse nachrückte, schnürte Thomas wieder die Spikes, um auf Rekordjagd zu gehen. Freilich nicht die von anno dazumal, und ein bisschen trainiert haben wird er vorher wohl auch. Besonders eindrucksvoll gelang ihm dies bei den 1.Senioren-Hallen-Europameisterschaften am 02. März 1997 in Birmingham (England). Da verbesserte er den Weltrekord in der M50 auf famose 2,00 Meter, der fast zwanzig Jahre später immer noch besteht. Mehr muss über die Qualität nicht ausgesagt werden.
Als seinerzeit erfolgreicher Kugelstoßer (Titel in der M50 mit 14,49m) hatte ich das außerordentliche Vergnügen den Sprung live mit zu erleben und Thomas, den ich seit Mitte der siebziger Jahre aus gemeinsamen Bundesliga-Zeiten (ich allerdings für den FC Bayer 05 Uerdingen) kenne, zu diesem außergewöhnlichen Höhenflug zu gratulieren.

Gibt es ein neuerliches Comeback?

Warten wir also geduldig ab, ob er für die M70 wieder die Insel verlässt. Für ihn, dem ich diesen Beitrag auf Facebook verlinke, schon mal die entsprechenden Informationen: Den deutschen Hallenrekord hält seit 2016 mein ehemaliger Klubkamerad Wolfgang Hirt von Bayer Uerdingen mit 1,48m. Das könnte machbar sein. Der Europa- und Weltrekord von 1,59 m des Schweden Carl-Erik Särndal aus 2009 ist indes allein mit „ewigem Talent“ nicht zu brechen.
Schau’mer mal, dann sehen wir es. Vielleicht bei irgendeinem Meeting in diesem Winter.