Christina Schwanitz begehrtes Foto-Objekt beim Jugend-Sportfest

(Düsseldorf/Krefeld, 22. November 2016) Ein Generationen übergreifendes, schon allein wegen der räumlichen Distanz vom Niederrhein nach Sachsen nicht alltägliches Gipfeltreffen einer aktuellen Werfer-Königin mit ganz viel talentiertem Nachwuchs erlebte vorigen Samstag die Leichtathletik-Halle im Arena-Sportpark der selbst ernannten Sportstadt Düsseldorf. Manch neutralem Beobachter, mehr noch den durch ein „Selfie“ mit und ein Autogramm von ihr zum Nutznießer gewordene Beteiligte, muss es fünf Wochen vor Heiligabend wie eine Bescherung vorgekommen sein. Denn das Mensch gewordene Christkind, die am 24.Dezember 1985 geborene Weltklasse-Kugelstoßerin Christina Schwanitz vom LV90 Erzgebirge, tauchte einer Erscheinung gleich in besagtem Sport-Tempel auf. Wie könnte es bei ihr anders sein – zum Training.
Was verschlug jedoch Schwanitz fern der Heimat an den Vater Rhein? Es fügte sich, dass sie als Bundeswehr-Angehörige in der Nähe der NRW-Landeshauptstadt einen Lehrgang zu absolvieren hatte und wollte die ihr vom Indoor-Meeting bekannten örtlichen Gegebenheiten zu einer Krafteinheit nutzen. Dass sie freilich in ein Wespennest von rund 500 „Kids“ beim 12. Jugend-Hallensportfest des SC Bayer 05 Uerdingen stoßen würde, konnte sie nicht ahnen.
Einmal als „Objekt der Begierde“ entdeckt, später noch durch den Hallensprecher in seiner Wirkung verstärkt, traten die genannten Mechanismen ein. Der goldige Wonneproppen ließ das alles freundlich lächelnd geschehen, schien das Bad in der Menge sogar irgendwie zu genießen. Die Gunst der Stunde ließ sich auch die zu größeren Hoffnungen Anlass gebende Hammerwerferin Sina Mai Holtjuijsen (*1996) vom ausrichtenden Klub nicht entgehen und suchte im Kraftraum den Kontakt zu Schwanitz für einen kleinen Plausch unter Gleichgesinnten auf, derweil ihr Vater Peter auf den Auslöser der Handy-Kamera drückte. Die Elfte der DLV-Bestenliste 2016 bei den Frauen (59,52m) war als Wettkampfrichterin im Einsatz. Abgesehen davon, der gleichen Zunft anzugehören, haben die beiden Frauen einen weiteren gemeinsamen Bezugspunkt in der abgelaufenen Freiluft-Saison – das Olympiastadion von Amsterdam in den Niederlanden. Die Kugelstoßerin wurde hier am 07.Juli mit der sich noch später als Saisonbestleistung herausstellenden Weite von 20,17 m Europameisterin, die Hammerwerferin, die neben der deutschen auch die niederländische Staatsbürgerschaft besitzt, zuvor am 19.Juni mit 57,67m Vizemeisterin bei den Nederlandse Kampioenschappen in der Frauen-Klasse.
Was lehrt uns das? Ein gemeinsamer Nenner lässt sich im Mikrokosmos Stoß/Wurf zumeist finden. Und sei es, dass Außenstehende wie wir sie aufspüren und ein bisschen Lesestoff daraus fabrizieren.