Olympia-Kommentar auf der DLV-Netzseite kommt allzu lieblich daher

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(Darmstadt/Jülich/Krefeld, 24. August 2015) Einem nicht enden wollenden, ermüdenden Epilog gleich, ist auf der DLV-Netzseite – logischerweise – durch die deutsche Leichtathletik-Brille betrachtet ein Olympia-Kommentar unter dem Arbeitstitel „Zerplatzte Träume – Die Leere danach“ veröffentlicht. Das trifft es schon mal sehr gut. Nur vermag anschließend der Text über die sehr weiten Strecken nicht zu halten, was die Überschrift verheißt. Die Autorin versetzt sich mit geschliffenen Worten einfühlsam in das Seelenleben der Gescheiterten. Und davon gab es bekanntlich ein paar zu viel. Des Weiteren beklagt sie sich – wahrscheinlich zu Recht, ich habe es indes nicht verfolgt – über die verletzende, beleidigende Kritik in den (a-)sozialen Netzwerken, lobt hingegen die wohl formulierte, sachlich-fachlich begründete „Schelte“ der meisten Journalisten. Das ist pauschale Schönfärberei. Woher will sie das allen Ernstes wissen und demzufolge dermaßen ultimativ behaupten? Weder hat sie Zugriff auf alle in Deutschland erscheinenden 351 Tageszeitungen, noch – worüber nicht mehr fabuliert werden müsste – kann sie die in der Kürze der Zeit alle gelesen haben. Tatsache ist, dass einige sehr angesehene Blätter, wie beispielsweise die in Düsseldorf heraus gegebene und häufig zitierte Rheinische Post, sich ganz klar zum weitgehend enttäuschenden Abschneiden des Teams der Leichtathleten aus „Germany“ positioniert haben. Natürlich, ohne die rhetorische Keule zu schwingen. Eben genau so, wie es von einer seriösen Zeitung mit Stil erwartet werden darf.
Eine fromme Lüge der Verfasserin war auch die Darstellung, dass es keine Olympia-Touristen in der allzu üppig ausgefallenen 89 Teilnehmer/innen großen deutschen Mannschaft gegeben habe. Da müssen nicht nur die Marathon-Zwillinge Hahner genannt werden, die ihre Mission gründlich missverstanden und den „Ausflug“ an den Zuckerhut für eine Kaffeefahrt gehalten haben.

Ob’s dem DLV gefällt oder nicht – eine Leistungssportreform steht an

Halten wir aus unserem bescheidenen Blick auf die Dinge fest, dass die episch breite Rechtfertigungsarie doch allzu lieblich, liebevoll und harmoniebedürftig geraten ist. Das folgende gilt jetzt nicht vordergründig für die Autorin, die vermutlich vom
 DLV beauftragt wurde (einen solchen „Schinken“ kann sie allein aus Platzgründen nirgendwo absetzen) und nach dem Motto ans Hand- wie Kopfwerk ging „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, sondern für die Dachorganisation in Darmstadt: Wer nicht zur Selbstkritik fähig ist, wird auch keine Änderungen mit der erklärten Absicht auf Besserung herbeiführen können oder gar wollen. Allerdings werden sie diesmal müssen. Denn zum Jahresende soll Sportarten übergreifend vom Bundesministerium des Inneren (BMI) eine Leistungssport-Reform präsentiert werden. Das Szenario könnte mancherorts noch für arge Schluckbeschwerden sorgen. Womöglich geht es auch an die stattlichen staatlichen Fördermittel, bei denen Deutschland mit 160 Millionen Euro jährlich hinter Italien, aber noch vor Großbritannien und den USA an zweiter Stelle der Geldrangliste steht.   

Seniorenflüsterer Hermes hat vierjährige Pause vorzeitig beendet

Bleiben wir noch ein hoffentlich unwiderruflich letztes Mal bei Olympia. Seniorenflüsterer Alfred Hermes (im Bild) aus Jülich im Rheinland hatte sich auf der von ihm betriebenen Netzseite am 04.August 2016 mit den Worten verabschiedet, er würde während der Olympiade
 (das ist übrigens der vierjährige Zyklus zwischen zwei Olympischen Spielen; host me, Alfilein). Außer bei besonderen Anlässen im Seniorensport, folglich nicht nur in der Leichtathletik. Deutschland ist ihm zu klein, Europa auch, die ganze Welt mit Übersee gerade noch groß genug. Nur gut, dass es noch keine Wettkämpfe auf dem Mond oder Mars gibt. Als deutsche Filiale von Masters Track von Ken Stone aus den USA waren die „besonderen Anlässe“ die Wurf-Fünfkampf-Meisterschaften der amerikanischen Masters und die Kanadischen Meisterschaften. Das haut hier zu Lande natürlich so richtig rein auf der nach oben hin offenen Aufmerksamkeits- und Interessenskala. Die angekündigte vierjährige Pause am Montag vorzeitig beendend, buchstabiert Hermes an der Teilnehmerliste für die DM im Wurf-Fünfkampf am kommenden Samstag/Sonntag in Zella-Mehrlis herum, nennt stellvertretend sieben Landesverbände, die sie ausschließlich für ihren Bereich online stellten. Empfehlung: Er sollte seine nervlich bedingte Zurückhaltung aufgeben und wenigstens gelegentlich Lampis aufrufen. Das beim örtlichen Ausrichter TSV Zella-Mehlis hinterlegte Gesamtkunstwerk aller 210 Startwilligen haben wird dank gütiger Mithilfe von Wurf-Allrounder Klaus Kynast bereits am 20.August 2016 verlinkt.
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