Teil eins der Laudatio-Trilogie: Siegfried Wille wird heute Siebzig

(Stendal/Krefeld, 05. April 2020) Wer in diesen – fortan salopp formuliert – beschissenen Zeiten der Coronavirus-Katastrophe einen runden oder eckigen Geburtstag feiert, der hat regelrecht die Arschkarte gezogen. Da hilft auch nicht der Spruch des deutschen Immunologen (wie passend) und Aphoristikers Gerhard Uhlenbruck „Trost gibt dir in allen Dingen, Ritter Götz von Berlichingen“. Und der wiederum wird im Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe zitiert – und das ist jetzt Kultur, darf folglich unverblümt genannt werden: „Vor ihrer Kaiserlichen Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsch lecken!"

Gründer-Vater des Stendaler LV ‘92

Den nicht stets gleichermaßen verdienten gebührenden Respekt (das wird im dritten Teil noch deutlich) werden wir in einer Trilogie in den nächsten drei Tagen bekannten Personen aus der Senioren-Leichtathletik mit Laudationen zollen. Das heutige Datum fügt es, mit Siegfried „Siggi“ Wille (*05.04.1950) aus Stendal in der schönen Altmark zu beginnen, der sein 70.Lebensjahr vollendet. Sein Vor- und Nachname sind gewissermaßen schon Programm. Er ist in der rund 40.000 Einwohner zählenden Hanse- und Kreisstadt von Sachsen-Anhalt bekannter als der Bürgermeister, der sicherlich zu den ursprünglich 80 geladenen Gästen gehört hätte.
Wille gründete nach der Wiedervereinigung den Stendaler Leichtathletik-Verein von 1992, dessen Ehrenmitglied er mittlerweile ist und hob neben vielen anderen Veranstaltungen in einer gemeinsamen Initiative mit EVVA/EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen den in der Mehrkampf-Szene der Senioren/innen weltweit beachteten „Stendaler Hanse Cup“ aus der Taufe.

Statt 80 Gäste ein ziemlich einsamer Jubeltag

Nun muss er seinen Jubeltag ziemlich einsam verbringen, allenfalls ein wenig versüßt durch viele Video-Botschaften, telefonische und digitale Glückwünsche. Diesen von Lampis eingeschlossen. Wobei es aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung, weswegen wir die bis dahin sehr umfangreiche, engagierte Berichterstattung über den SHC mit vorjähriger Wirkung eingestellt haben, noch einiges anzumerken gäbe. Das gebietet sich indes zu einem solchen Anlass nicht, musste jedoch zum besseren Verständnis der anhaltenden Verweigerung ansatzweise erwähnt werden.
Wer mehr über den Jubilar wissen möchte, der klicke den Link an.

Offener Brief einer Masters-Athletin an EMA-Chef Kurt Kaschke

(Roussy/Assafora/Krefeld, 04. April 2020) Nicht jede/r tummelt sich auf Facebook. Und selbst dann erfährt der allgemeine Nutzer nicht, was so in den verschiedenen geschlossenen Gruppen ausgetauscht wird. Insofern ist der „Offene Brief“ von der jüngst mir via E-Mail-Schriftverkehr bekannt gewordenen französischen Sprinterin Claude Hemmer (lautsprachlich em-mär) aus Roussy an EMA-Präsidend Kurt Kaschke (Assafora) für die europaweit Startwilligen der drei ausgefallenen Europameisterschaften in Portugal und zur Befriedigung der Neugier aller Mensch gewordenen Kiebitze womöglich von Interesse. Die originale Version in englischer Sprache wurde nachfolgend ins Deutsche übersetzt.

Fragebogen kein rechtsverbindliches Dokument

„Herr Präsident, Ihre kürzlich durchgeführter Fragebogen-Aktion beinhaltet einen trügerischen Versuch, das Problem der Rückerstattung zu lösen, indem Sie die Athleten bitten, sich zwischen einer Rückerstattung von 50% und einer Spende (von 100%, die Redaktion) an die EMA zu entscheiden. Erlauben Sie mir, Folgendes zu unterstreichen:
1.) Ein Fragebogen ist kein rechtsverbindliches Dokument, mit dem der Adressat Ihren Vorschlag akzeptiert und auf eine teilweise Rückerstattung verzichtet.
2.) Die Rechtsgrundlage lautet wie folgt: Da die EMA in Lausanne ihren Sitz hat, gilt die schweizerische Gesetzgebung zum Verbraucherschutz. Ohne ein Experte im Schweizer Recht zu sein, verstehe ich, dass Karten für Kultur- und Sportveranstaltungen, die abgesagt oder verschoben werden, zurückerstattet werden müssen. Die Anmeldegebühren sind nichts anderes als der Kauf von Eintrittskarten für eine Sportveranstaltung bei der EMA. Um dem Gesetz zu entsprechen und um sicher zu sein, dass kein einzelner Athlet vor Gericht gehen kann, sind Sie gut beraten, die Gebühren ohne weitere Ankündigung zu erstatten. Sie können natürlich an die Athleten appellieren, sich nicht für eine Rückerstattung zu entscheiden und den Betrag an eine steuerbegünstigte, gemeinnützige Stelle der EMA zu spenden.
Mit freundlichen Grüßen, Dr. Claude Hemmer.“
(Anmerkung: Den Doktor-Titel hat sie in Wirtschaftswissenschaften, dazu ein Diplom der Harvard Business School.)

DLV könnte die Abberufung des Präsidialherrn verlangen

Abgesehen davon erinnern wir noch einmal an den höchst zwielichtigen, unvereinbaren „Knebelpakt“ zwischen dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und Kaschke zu seiner Kandidatur und Wahl zum Präsidenten in 2012. Dem Vernehmen nach soll‘s vom DLV ausgehend inzwischen erhebliche Dissonanzen zwischen diesen beiden Partnern geben. Ob’s bei K.K. zu irgendwelchen Einsichten führt, sei dahingestellt, ist jedoch bei dessen moralischen Schmerzunempfindlichkeit eher zu bezweifeln.
Das würde ihm freilich herzlich wenig nützen, da sein eigener nationaler Verband gemäß Artikel 19.1.9 der EMA-Satzung seine Abberufung verlangen könnte. Aber nach 19.1.4 auch das Präsidium der EMA selber wegen verbandsschädigendem Verhalten. Das hat es in den vergangenen Jahren indes schon mehrfach gegeben, ohne dass daraus die Konsequenzen gezogen worden wären. Da herrscht offenbar die Devise
Nach uns die Sintflut" vor.
Eine absolut unselige Gemengelage!

Höchst fragwürdiges Gebaren von Kaschke und seinem EMA-Präsidium

Kolumne

Moment mal

(Lausanne/Krefeld, 14. Februar 2020)
Manch einer hat den Anstand mit Schaumlöffeln gegessen oder seine Kinderstube kam so mehr einer Spielecke gleich. Obwohl es nicht schwer fällt, werte das jeder im folgenden Kontext selber. Freilich verschanzen wir uns mit der eigenen Sicht auf die Dinge nicht hinter der komfortablen Deckung des Heckenschützen. Zum Thema: EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen hatte zum Tode von Werfer-Legende Peter Speckens (*28.05.1935,†09.11.2019) nicht zuletzt Kraft des ihm verliehenen Ehrenamtes mit Unterstützung von DLV-Vizepräsident Matthias Reick aus Achim beim Präsidium des kontinentalen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA) mit Sitz in Lausanne/CH am 20.November 2019 den Antrag gestellt, dem Verstorbenen posthum den „Torsten Carlius Fairplay Award" zu verleihen. Die in englischer Sprache verfasste Begründung dafür haben wir auf unserer Netzseite seinerzeit in Deutsch veröffentlicht (siehe Link).

Nicht einmal die Minimalanforderung ist erfüllt worden

Seither sind fast drei Monate vergangen, ohne dass Massin darauf eine Reaktion erhalten hätte. Nicht mal eine simple Empfangsbestätigung mit dem Hinweis auf die Bearbeitung und spätere Stellungnahme. Das hat mit
Höflichkeit, Stil und dem schon beschriebenen Anstand herzlich wenig zu tun, ist schlichtweg ungehörig. Obschon unter Insidern und Stammbesuchern von Lampis hinlänglich bekannt ist, dass der Ex-Präses und sein einstiger „Kronprinz“ Kurt Kaschke als sein Nachfolger aufgrund verschiedener Vorkommnisse seit Jahren in einer Art Hass-Liebe miteinander verbunden sind, hat das eine nichts mit dem anderen zu tun.
Hier geht es nämlich ausschließlich um einen verdienten, erfolgreichen, untadeligen, fairen
Sportler und Menschen von der Größe eines Peter Speckens. Da kann es keine zwei Meinungen geben. Selbst wenn der Antrag, aus welchen mehr oder weniger guten Gründen auch immer, abschlägig beschieden wurde (wovon jetzt auszugehen ist, ohne dass es offenbar einen anderen Kandidaten gibt), wäre eine diesbezügliche Antwort die Minimalanforderung gewesen.

Vierter Wohnsitz von K.K. ist das Fettnäpfchen

Aber der narzisstisch veranlagte Kosmopolit K.K. aus Freudenstadt, Gütersloh und Lissabon hat eben nicht nur diese drei Wohnsitze. Seine vierte Adresse ist das Fettnäpfchen, in das er bei jeder sich bietenden Gelegenheit zielsicher hinein zu treten pflegt.

DLV-Präsident Jürgen Kessing zu Gast im "Aktuellen Sportstudio"

Für unsere Leser in die Glotze geschaut

(Mainz/Krefeld, 22. März 2020)
  Da schau an, so es jemand gestern zu später Abendstunde nach 23.40 Uhr gesehen haben sollte: Der schon sehr bald Geburtstag feiernde DLV-Präsident Jürgen Kessing (*28.03.1957; siehe Foto), im richtigen Leben erst am 8.März als Oberbürgermeister des 43.000-Einwohner-Städtchens Bietigheim-Bissingen auf stramme acht Jahre wiedergewählt (wir berichteten), hatte einen seiner wenigen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglichen puplikumswirksamen Auftritte. Er gehörte zu einer von ZDF-Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein (zuvor schon als so genannte Sport-Expertin in der am 20.Feburar aufgezeichneten Sendung „Der Quiz-Champion“ zu sehen, wo sie gegen alle Kandidaten sieglos blieb) geleiteten vierköpfigen Gesprächsrunde im „Aktuellen Sportstudio“. Das unvermeidliche Thema: Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Sport.

Beim Verband Vorgesetzter von über 50 hauptamtlichen Kräften

Allzu verständlich, dass er nicht nur, aber insbesondere in diesen schweren Zeiten zunächst seine vorrangige Aufgabe als Stadtvater mit den von Berufspolitikern (er hat ein Parteibuch der SPD) sattsam bekannten Allgemeinplätzen hervorhob. Beiläufig erwähnte der noch 62-Jährige mit vor Aufregung und Anspannung zunehmend roter gefärbtem Gesicht, dass er in „seinem“ Verband der Vorgesetzte von, O-Ton, „über 50 hauptamtlichen Kräften ist“ (schön, dass bei der Gelegenheit mal etwas genauer zu erfahren, welche Dimension der Wasserkopf hat; können indes auch maximal 59 sein). Da vorerst keine Veranstaltungen mehr stattfinden, würde dort auch alles – nunmehr offiziell, unsere ketzerische Anmerkung – herunter gefahren und Kurzarbeit beantragt. Klare Kante zeigte Kessing im Gegensatz zu dem immer noch herumlavierenden und –eiernden IOC-Präsidenten Thomas Bach, dass die Olympischen Spiele 2020 in Tokio (24.Juli bis 09.August) im Interesse aller Beteiligten in das nächste Jahr verschoben gehören. Bereits jetzt wäre keine Chancengleichheit (gibt es die überhaupt jemals?) mehr gegeben.

Eine sechsmal chemisch gereinigte Aura und Ausstrahlung

Soweit in komprimierter Form seine Worte zum, teilweise nach 00.00 Uhr auch schon am Sonntag. Schenken wir uns und den Lesern einer tiefergehende Bewertung, da ich mich als voreingenommen bekenne und schon seine damalige Kandidatur sowie anschließende Wahl zum DLV-Präsidenten als kurz zuvor ertappter 1,1-Promille-Sünder für untragbar gehalten habe. Abgesehen davon ist er nicht für mich absolut uncharismatisch, ohne jede Aura und Ausstrahlung. Halt sechsmal chemisch gereinigt und antiseptisch. Das hat er mit seinem Vorgänger Clemens Prokop gemeinsam.

Winterwurf-DM ist mit oder ohne Fußball-Spiel nicht tangiert

(Erfurt/Krefeld, 26. Januar 2020) Jetzt wollten wir es, um jedweden weiteren Spekulationen – offen gestanden auch der eigenen – vorzubeugen genau wissen, haben wir uns am heutigen Abend (früher war er nicht erreichbar) an der Quelle bei Richard Debuch vom Erfurter Sportbetrieb sachkundig gemacht. Er selber ist zudem ehrenamtlich als Trainer sowie Veranstaltungsleiter in der Leichtathletik- und Rasenkraftsport-Abteilung des ASV Erfurt tätig. Also: Völlig unabhängig davon, ob der vom Konkurs bedrohte Fußball-Regionalligist  FC Rot-Weiß Erfurt sein Heimspiel am 01.März 2020 (Anpfiff 13.30 Uhr) gegen den Berliner AK im Steigerwaldstadion durchführt oder eben nicht, werden die Wettbewerbe der Winterwurf-DM der Senioren/innen vom 28.Februar bis 01.März in der Thüringer Landeshauptstadt nicht davon tangiert sein. Was allenfalls verbleiben könnte, ist das Parkplatz-Problem am Sonntag.

Zwei Anlagen und entsprechende Zeitplan-Gestaltung machen es möglich

Auf dem Wurfplatz Mozartallee, rechts neben dem Haupteingang der Halle gelegen, finden ausnahmslos Diskus- und Hammerwurf (der größere Diskusring von 2,50 Meter Durchmesser wird durch Einlagen für Hammer auf 2,135m verkleinert; identisch mit Kugelstoßen) und im Steigerwaldstadion bis Samstag (29.Februar) Diskus- und Speerwurf. statt. Das ist im Gesamtkonsens logistisch durch eine entsprechende Zeitplan-Gestaltung gelöst worden. Wer sich indes noch wundern sollte und eine unweigerliche Kollision befürchtet, dass am Samstag der Diskuswurf der M45 um 13.30 Uhr und bei der M50 lediglich zehn Minuten später beginnt, für diejenigen haben wir auch eine Erklärung parat: Da bedient man sich halt der beiden verschiedenen benachbarten Anlagen.
Ja, so einfach kann das sein. Alles eine Frage und Antwort von gewusst wie. Richard Debuch sei Dank!