Gerhard Adams will mit seiner Spende Senioren-DM noch ermöglichen

(Zella-Mehlis/Darmstadt/Krefeld, 09. Juli 2022) So tief ist das – einstmals – gelobte (Deutsch)Land in der Leichtathletik gesunken, dass sich die eigentlichen Protagonisten gemüßigt und aufgerufen fühlen, eine abgesagte Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf mit ihren finanziellen Mitteln doch noch zu ermöglichen. Der in Düsseldorf lebende und für den LC Rehlingen (der Klub von WMA-Präsidentin Margit Jungmann) startende vielseitige, erfolgreiche Gerhard „Gerd“ Adams (*1937; im Bild) war regelrecht erschüttert auf LAMPIS zu lesen, dass die Durchführung der Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf beim TSV Zella-Mehlis (siehe Link) an 2.000 Euro scheitert. Mit einer außerordentlich großzügigen Geste ist Gerd bereit diesen Betrag zweckgebunden zu spenden und bat mich aufgrund meiner bestehenden Kontakte TSV-Abteilungsleiter Günter Karl darüber zu informieren. Gesagt, getan. Darüber hinaus habe ich DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf, zugleich in Personalunion Präsidiumsmitglied im Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV), mit ins Boot geholt. Der 51-Jährige seinerseits hat TLV-Präsident Heinz-Wolfgang über den neuen Sachverhalt verständigt.

Beim DLV waren gleich vier gedachte Ansprechpartner nicht erreichbar

Selbstverständlich wollte der Spender in Lauerstellung auch beim Schirmherrn und Entscheidungsträger Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV) seine Bereitschaft vorab telefonisch kundtun. Der Konjunktiv verheißt es bereits: Leider ohne Ergebnis. Die gedachten Ansprechpartner Marco Buxmann, Sven Schröder, David Deister und Sydney Sammet waren unter ihren Durchwahlnummern in der Darmstädter Geschäftsstelle allesamt nicht erreichbar. Womöglich ausgeflogen auf Betriebsausflug oder zur „Truppen-Betreuung“ nach Santa Barbara (Kalifornien) ins so genannte Pre-Camp der nachträglich um sieben weitere Teilnehmer/innen buchstäblich aufgeblasenen deutschen WM-Mannschaft (jetzt 84). Gerd setzte daraufhin eine E-Mail an Buxmann und Schröder ab. Die Beantwortung kann dauern.
Unterdessen habe ich von Günter Karl erfahren, dass nächste Woche anlässlich des 2.Arena Meetings in Zella-Mehlis unter dem neuen Gesichtspunkt ein Gespräch zwischen ihm und Heinz-Wolfgang Lahmann stattfinden soll. Das gilt es zunächst abzuwarten. Wobei wir schon ein paar Internas kennen, jedoch keine Totschlag-Argumente, die sich immer suchen und finden lassen, befeuern wollen. 

Posing mit Mike Powell für Margit Jungmann wichtiger als ihr Amt

(Tampere/Krefeld, 08. Juli 2022) Ganz ehrlich: Es ist ungefähr so spannend, als würde bei unseren Fiets (Fahrrad) begeisterten niederländischen Nachbarn am Bahnhof oder sonstwo des zu Deutschland grenznahen Venlo ein eben solches umfallen. Und hätten wir es nicht in zwei Beiträgen erwähnt, wäre uns der vermeintliche Mehrwert auch keine weitere Zeile mehr wert gewesen. Aber es wirft nun mal ein schlechtes Licht auf die hemdsärmelige Amtsführung einer Landsfrau mit männlichem Nachnamen, die ihre Informationspflicht verletzt, sich stattdessen lieber mit Weitsprung-Weltrekordler (8,95m) und Spaßvogel Mike Powell (*10.11.1963) aus den USA öffentlichkeitswirksam für das Internet-Portal der WMA ablichten lässt (siehe Link). Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
So denn Präsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen nunmehr bereits vier Tage nach der Generalversammlung der World Masters Athletics (WMA) während der Senioren-WM in Tampere immer noch nicht darüber berichtet oder ihren Delegierfinger bemühend einen Auftrag dafür erteilt hätte. Dabei standen immerhin (Neu-)Wahlen für drei wichtige Positionen des fünfköpfigen Präsidiums auf der Agenda.
Gut, kommen wenigstens wir ohne jede Verpflichtung dem zur etwaigen Erbauung unserer Leser nach. Allerdings ist die Recherche nicht auf unserem Humus gewachsen, insofern übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit. Die Nachricht haben wir freilich vorbehaltlos der großen Facebook-Gruppe „EMA Friends“ (3.067 Mitglieder) und einem Beitrag des als seriös bekannten Ehrenamtsinhabers Jerzy Krauze (im Bild) aus Polen entnommen. Die Personalia:
Lynn Schickert (Australien), wiedergewählt als Vizepräsidentin Administration; Allan Bell (Großbritannien), Neuwahl als Vizepräsident Wettbewerbe; Juan Ordoñez (Mexiko), neu im Amt des Sekretärs.
Jerzy sei Dank und Anerkennung für seine offenbar nicht so einfache Mühewaltung! Denn er ist nicht am Ort der Handlung, musste seine Seilschaften nutzen. Und nicht jede/r ist ständig erreichbar und obendrein im Bilde.

Aufgrund einer Verletzung muss Phil Raschker ihr Comeback aufschieben

(Tampere/Krefeld, 06. Juli 2022) Gewissermaßen als Blaupause hätte unser Beitrag vom vorigen Sonntag zum (beabsichtigten) Comeback der zu acht Disziplinen in der W75 gemeldeten äußerst vielseitigen Deutsch-Amerikanerin Phil Raschker (im Bild) bei den Weltmeisterschaften der Ü35-Generation im finnischen Tampere dienen können. Denn nach dem allgemeinen montäglichen Ruhetag ging die in Hamburg geborene Wahl-Amerikanerin aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia auch gestern zu den 200m Hürden und im Weitsprung (dort hält sie seit 1994 mit 5,75m den Hallen-Weltrekord der W45) nicht an den Start respektive Anlauf.

Kompliziertes Einschreibeverfahren für drei verschiedene Stadien

Allerdings brachte sie mit einer E-Mail von gestern Abend 22:01 Uhr an der Autor dieser Zeilen in für Außenstehende Licht ins Dunkel und mithin der Auflösung der von uns so bezeichneten Hängepartie. „Das Einschreibeverfahren für die Teilnahme an den Wettbewerben in drei verschiedenen Stadien ist ziemlich kompliziert. Wer mehr als eine Disziplin bestreitet, muss sich entweder entscheiden oder vorsorglich für alle registrieren“, erläuterte Phil. „Inzwischen machte sich jedoch eine alte Verletzung bemerkbar, sodass ich mein Antreten von einen Tag auf den anderen verschob. Nunmehr habe ich entschlossen mich auszukurieren und nicht in Finnland zu starten. Vielleicht habe ich in meinem Alter noch etwas gelernt: Die Gesundheit geht vor!“
Das ist nicht zu bestreiten: Dennoch heißt es aus sportlicher Sicht für die Szene leider Fehlanzeige.

Noch keine Berichterstattung über die Generalversammlung der WMA

Letzteres gilt auch für das Sendungs- und Mitteilungsbewusstsein von Margit Jungmann in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA). Kein Sterbenswörtchen
bislang auf der Netzseite der Dachorganisation von der Generalversammlung der WMA am bereits erwähnten Ruhetag. Dabei standen als Salz in der gemeinhin faden Regularien-Suppe langatmiger Tagesordnungen die Wahlen der beiden Vize-Präsidenten und der wichtigen Position des/der Sekretärs*in für die Geschäftsführung auf dem Programm. Es gibt auch noch so etwas wie eine Informationspflicht, die vermutlich sogar in der Satzung (Rules) verankert sein dürfte. Die habe ich jedoch daraufhin nicht durchforstet.
Ach so, ehe ich es vergesse: Das hat nicht zwingend und vordergründig etwas mit der 66-jährigen Frau Jungmann zu tun, doch heute ist Internationaler Tag des Kusses (siehe Link). Macht was draus! Denn Küssen, so richtig (na, ihr wisst schon), stärkt das Immunsystem und fördert das Wohlbefinden. Und eine Altersfrage ist es auch nicht!

Es war einmal: Wenn aus einem Märchen ein gelebter Alptraum wird

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Tampere/Krefeld, 07. Juli 2022)  
Es war einmal! O, wie gespannt saßen die Kinder (ich als Knirps auch), wenn die Mutter oder Oma mit diesem Satz begannen und Grimms Märchen vor dem Schlafengehen vorgelesen haben. Beinahe so schön wie Grimms Märchen war vor Jahren auch noch das gesamte Umfeld bei internationalen und nationalen Senioren-Meisterschaften. Die Informationen stimmten, die Nachrichten kamen in Regelmäßigkeit und Korrektheit, die Zu- und Umstände waren für die Senioren einfach märchenhaft. Klar, wie könnte es anders sein, gab es auch damals gelegentlich Ausnahmen davon. Nicht nur wo tatsächlich gehobelt wird, fallen nun mal Späne.

Gonschinska betont: "Die Leichtathletik ist generationenübergreifend für Jung bis Alt da"

Und heutzutage? Die Senioren werden national wie international immer weiter aufs Abstellgleis geschoben. Die Lobby schwindet. Seniorenwettkämpfer/innen werden zum notwendigen Übel. Hier zu Lande zum Klotz am Bein des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Es zeichnet sich in ständig schwindender Wertschätzung ein Niedergang ab. Schlimmes steht zu befürchten. Selbst große Worte bis hinauf zum DLV-Vorstandsvorsitzenden Cheik-Idriss Gonschinska (siehe Link, letzter Absatz) schrumpfen zu Fensterreden, bloßen Lippenbekenntnissen. Denn die blanke Realität sieht deutlich anders aus. Gerade erst wurden die „alten Kinder“ mal wieder mit dem Bade ausgeschüttet, fällt die Senioren-DM 2022 im Wurf-Fünfkampf trotz Bewerbung vom TSV Zella-Mehlis aus, scheitert an 2.000 Euro. Erbärmlich!

EMA steht kurz vor dem inhaltlichen Bankrott

International hatten die globale sowie kontinentale Dachorganisation World Masters Athletics (WMA) und European Masters Athletics (EMA) nach der vorübergehenden Lahmlegung durch die Corona-Pandemie die Gelegenheit neuen Schwung in die altgedienten Knochen der Masters zu bringen. Die EMA, jahrzehntelang Vorreiter im Weltgeschehen, steht kurz vor dem inhaltlichen Bankrott. Auch deshalb, weil sich unfähige „Pseudo-Macher“ in die Verbandspolitik eingeschlichen haben, um Wahlen zu beeinflussen. Um nicht zu behaupten „manipulieren“. Unter der Regie des Strippenziehers Kurt Kaschke am Ende seiner präsidialen Amtszeit, der bei den Österreichern Mitstreiter fand, ist es gelungen, richtiger: misslungen, ein Kuckucksei zum Schlüpfen zu bringen.

Mensch gwordenes Kuckucksei in Person von Valentina Fedjuschina

Und da ist es nun, das Mensch gewordene Kuckucksei in Person der gebürtigen Ukrainerin und Exil-Österreicherin Valentina Fedjuschina (im Bild) mit Wahl-Wohnsitz in Portugal. Tsunamiartig veröffentlichte sie kurz nach ihrer Wahl anlässlich der Hallen-EM Ende Februar 2022 im portugiesischen Braga auf dem Internet-Portal der EMA Nachrichten über Nachrichten. Geschrieben in gedrechselter sprachlicher Überladung, die deckungsgleich an ihren Vorgänger erinnert.

Kungelei und Kumpanei mit Rückpass

Seit fast zwei Monaten schweigt jedoch „Radio Asafona“. Stattdessen wirbt die neue Präsidentin für ihr Nominierungsland Österreich und bietet die dortige offene Staatsmeisterschaft der Masters im September 2022 in Klagenfurt am Wörthersee feil. Dankbarkeit hat eben ihren Preis. Und so wundert es nicht weiter, dass die total unerfahrene Neue von Österreichs Gnaden in Tampere bei der WM allein auf weiter Flur stand, das EMA-Council nicht zur Stelle war und das Regionaltreffen Europas, sonst ein willkommener Anlass Welt-Wahlen vorzubereiten und Feinabstimmungen in Form zu gießen, eben nicht mehr zustande kam.
Ja, es war einmal. Und das glückliche Österreich (Felix Austria…) hat mit seiner Nominierung die Chance ein neues Märchen ins Leben zu rufen knallhart vertan und daraus einen gelebten Alptraum entstehen lassen. Jammerschade!

DLV lässt Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf an 2.000 Euro scheitern

(Darmstadt/Erfurt/Zella-Mehlis/Krefeld, 05. Juli 2022) Können Senioren männlich wie weiblich bis ins sehr fortgeschrittene Alter hinein Stiefkinder sein? Das ist keine der früher einmal vielen beliebten Nonsens-Fragen an Radio Eriwan, sondern Fakt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) macht es möglich, der seine mitgliederstärkste Klientel mit der größtmöglichen Geringschätzigkeit behandelt: Eben stiefmütterlich. Der neueste Beweis liegt seit einigen Tagen auf der Verbandsnetzseite als profaner Anhang, mithin ohne weitere Kommunikation, im Unterfenster „Deutsche Meisterschaften 2022“ auf dem Tisch des hohen Hauses in Darmstadt: Die Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf entfällt (sie nennen ihn sprachlich unzulänglich Wurf-Mehrkampf).
Liefern wir also in journalistischer Aufarbeitung nach, was hier nonchalant unter den Tisch gekehrt worden ist: Das Unternehmen scheitert an vergleichsweise läppischen 2.000 Euro Nutzungsentgelt für die zweitägige Stadionmiete der Arena Schöne Aussicht in Zella-Mehlis (Thüringen). Derweil werden für die wie ein Heißluftballon aufgeblasene 79-köpfige Leichtathletik-Nationalmannschaft der Männer/Frauen zu den Weltmeisterschaften vom 15. bis 24.Juli 2022 in Eugene im US-Bundesstaat Oregon (plus eines riesigen, teilweise ebenfalls überflüssigen Begleittrosses) Gelder in sechsstelliger Höhe verheizt. Das mal vorab zur besseren Einordnung.

Neue Landesverordnung erwies sich als Stolperstein

Die Vorgeschichte: Der rührige TSV Zella-Mehlis ist mit seinen vortrefflichen Anlagen längst bewährt und erfahren bei der Ausrichtung nationaler Titelkämpfe der Ü35-Generation. Neun dieser Art im Mehrkampf und Wurf-Fünfkampf (bisweilen mit Langstaffeln kombiniert), haben dort bereits zum Gefallen aller Beteiligten stattgefunden. Es sollte zum kleinen Jubiläum eine zehnte Auflage in 2022 geben. Der nimmermüde 81-jährige TSV-Abteilungsleiter Günter Karl hat im unerlässlichen Zusammenwirken mit dem Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) für den 03./04.September die Bewerbung für diesen interessanten Vielseitigkeitswettbewerb der Werfer/innen abgegeben. Einzig zu nehmende Hürde mangels eines Mitbewerbers: Nach einer neuen Landesverordnung sah sich die Gemeinde, die bis dahin auf eine Kostenbeteiligung verzichtete, gezwungen jene Stadionmiete von 1.000 Euro pro Tag aufzurufen.

TSV-Abteilungleiter Günter Karl: "Das ist eine Schande!"

Nun war guter Rat buchstäblich teuer. Der TSV konnte sie aus seinem Budget nicht zahlen (wir berichteten). Vergangenen Donnerstag erhielt Günter Karl auf seine drängende telefonische Nachfrage beim TLV-Präsidenten Heinz-Wolfgang Lahmann die ernüchternde Mitteilung, dass es zwischen seinem Verband und dem DLV keine Einigung gegeben habe mit genanntem Betrag ins Obligo gehen zu wollen. Aus der Traum! „Das ist eine Schande!“, machte Karl im Telefonat mit dem Verfasser aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Auch, wie hier die engagierte Arbeit von Ehrenämtlern missachtet wird, die bereit sind zum Wohle von Wettkampfsportlern etwas auf die Beine zu stellen.“
Unterkriegen und entmutigen lässt sich der rüstige, äußerst rege Rentner dennoch nicht. In eigener Regie steht schon am 16.Juli das 2.Arena-Meeting auf der Agenda und ist in erprobter Zusammenarbeit mit dem Ohrdrufer LV für den ausgefallenen Termin im Herbst eine deutschlandweit offene Veranstaltung geplant. Möglicherweise sogar mit dem Angebot eines Wurf-Fünfkampfes.