Sportsch(l)au: Gerade im Herbst und Winter täglich etwas Sonne tanken

(Köln/Krefeld, 29. Oktober 2020) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Mit seiner freundlichen Genehmigung haben wir nahezu über ein Jahrzehnt hinweg in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues hinzukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zu Erinnerung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Dieser gehört dazu. A.H.

Besonders wichtig für die Stärkung des Immunsystems

Sonne, Sonne, Sonne! Wer sehnt sie im Winter nicht herbei, wenn es draußen trüb und dauer-dunkel ist? Das schlägt nicht nur auf die Laune, sondern auch aufs Immunsystem. Da hilft nur eines: So oft wie möglich raus ans Tageslicht! Täglich Sonne tanken: Das ist im Herbst und Winter besonders wichtig. Die Sonnenstrahlen stärken das Immunsystem und sind für viele hormonelle Prozesse wichtig. Die Sonne ist ein simples, aber sehr effektives Mittel zur Verbesserung der körpereigenen Immunabwehr. Auf der Haut befinden sich Rezeptoren, die eine Vorstufe des Vitamin D herstellen. Sonnenstrahlen regen die Umwandlung dieser Zusammensetzung in das Vitamin an.
Die meisten Menschen weisen am Ende des Winters und im Frühjahr ein deutliches Defizit an Vitamin D auf, weil sie eben nicht täglich die Mindestdosis an Tageslicht abbekommen haben. Wer zu wenig davon hat, erkrankt deutlich häufiger an Grippe. Um das zu verhindern, reichen schon 15 bis 20 Minuten täglich im Freien. Sofern machbar, sollten Sport- und Bewegungseinheiten in die Mittagsbereiche verlegt werden. Selbst bei starker Bewölkung oder Regen sollte nicht auf einen kurzen Spaziergang verzichtet werden, da auch bei diesen Wetterbedingungen noch ausreichend Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke gelangen. Die Sonne fördert zudem die gute Laune. Durch ihre Strahlen wird Serotonin ausgeschüttet, das sogenannte Glückshormon. Das befindet sich zum Beispiel auch in Schokolade. Nur in Form von Licht eingenommen ist es gesünder für den Körper.
Aber Vorsicht vor zu intensiven Sonnenbädern: Selbst im Winter hat die Sonne im wahrsten Sinne Strahlkraft.