Corona und Sport: Heilloses Durcheinander quer durch die Republik

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Kolumne

Moment mal

(Berlin/München/Erfurt/Krefeld, 27. Mai 2020)
Großes Durcheinander in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in unserer Nation mit ihren 16 Bundesländern. Es ist gewissermaßen unter einigen lautsprecherischen Ministerpräsidenten ein unheilvoller Wettstreit ausgebrochen, wer wann welche Lockerungsmaßnahmen einführt. Der Thüringer Landesfürst Bodo Ramelow (Die Linke) versprach seinen 2,1 Millionen Untertanen ab kommenden Samstag „radikale Lockerungen“. So die Formulierung des „Münchner Merkurs“. Derweil beschlossen Bund und Länder, wozu Thüringen gehört, erst gestern die Kontaktbeschränkungen bis zum 29.Juni 2020 zu verlängern. In dem Zusammenhang forderte der bislang durch große Weit- und Umsicht als Bremser aufgefallene Bayern-Boss Markus Söder (CSU) folgerichtig in unserem föderalistischen System der Länderhoheit bei flächendeckenden Problemen wie diesen mehr Macht für den Bund.

Bald wieder Wettkämpfe in Bayern möglich

Wie das in seinem Musterland, dem Freistaat Bayern, mit einem Vorstoß seines Innen- und Sportministers sowie Parteikollegen Joachim Herrmann zusammengehen soll, erschließt sich Otto/Ottilie Normalverbraucher nicht. Der/die rätseln ja schon von der kurzen Fahrt von Ost-Westfalen nach Niedersachsen daran herum, wie sie sich ein paar Kilometer weiter denn nun ordnungsgemäß zu verhalten haben. Jedenfalls sind in unserem südlichstem Bundesland (rund 13 Mio. Einwohner) „ab nächsten Montag (08.Juni) generell wieder Wettkämpfe unter Beibehaltung der Abstandsregeln und Hygienekonzepte erlaubt“. Das und noch ein bisschen mehr berichtet gestern der Bayerische Leichtathletik-Verband (BLV) auf seiner Netzseite.

Derweil guckt der Nordrhein noch bis Ende August in die leere Röhre

Aus Sicht der bajuwarischen Aktiven, immerhin zahlenmäßig mit 1.281 Vereinen und 142.166 Mitgliedern die stärkste Fraktion im DLV (im Zusammenschluss vom Nordrhein und Westfalen wäre NRW mit 186.506 indes größer) zunächst einmal sehr erfreulich. Nur ist das heillose Hü und Hott auch auf sportlichem Gebiet für den „großen Rest vom Fest“ nicht nachvollziehbar und demzufolge schwer zu ertragen. Beispielsweise gilt am Nordrhein laut des dortigen Regionalverbandes vorerst bis 31.August 2020 ein stringentes Wettkampfverbot.
Und die Bayern selber haben nun den Salat, im vorauseilenden Gehorsam alle ihre Landesmeisterschaften bis 19.September 2020 abgesagt zu haben.