Weltweit erfolgreichster Werfer Peter Speckens nicht bei Senioren-EM

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(Venetien/Übach-Palenberg/Krefeld, 05. September 2019) Ein seit der Premiere 1978 in Viareggio (Italien) weit mehr als ein Stammgast bei kontinentalen Meisterschaften wird diesmal bei der 21.Auflage der Senioren-EM ab heute in Venetien an der norditalienischen Adriaküste schmerzlich vermisst werden: Werfer-Urgestein Peter Speckens (*28.05.1935) vom SV Rot-Weiß Schlafhorst in Übach-Palenberg bei Aachen. Den mit 38 EM- und 47 WM-Titeln, dazu noch 91 (!) nationale Goldene, weltweit erfolgreichsten noch aktiven Wurf-Allrounder schrecken keineswegs die vielen Unzulänglichkeiten an den drei verschiedenen Orten der Handlung (manche sagen auch der Schande). Der 84-jährige „Gentlemen in kurzen Hosen“ ist indessen gezwungen mit seinen Kräften hauszuhalten, kann der Biologie nicht mehr beliebig trotzen.

Einsätze müssen mittlerweile wohl dosiert werden

Der Mann mit den verpflichtenden Initialen PS (für Pferdestärke) kann mittlerweile die hohen Anforderungen in mehreren Einzel-Disziplinen und im von ihm geliebten Wurf-Fünfkampf zu starten buchstäblich nicht mehr durchstehen, muss aufgrund von Fußproblemen kürzer treten, die Einsätze wohl dosieren. Deshalb ist er auch nicht bei der letzten DM im Vielseitigkeitswettbewerb für Werfer in Zella-Mehlis in die verschieden großen Ringe und den Ablauf gegangen. Insofern Entwarnung an all‘ die unzähligen Sportkameraden, die sich schon Sorgen um ihn gemacht haben sollten.

Großes sportliches Ziel die WM 2020 in Toronto

Ein großes sportliches Ziel steht noch auf der Agenda von „Don Pedro“, dem deutschen Senioren-Leichtathleten der Jahre 2006 und 2012: Die Weltmeisterschaften der Ü35-Generation vom 20.Juli bis 01.August 2020 im kanadischen Toronto. Denn die ersten dieser Art 1975 an selber Stelle, damals noch mit der von ihm gerade erfüllten Eingangsstufe M/W40, hat er schlichtweg verpasst, weil es ihm nicht bekannt war. Dann eben für ihn im nächsten
Canadian Summer" sehr konkurrenzfähig quasi als Jungspund in der neuen Altersklasse M85.

Art Ritterschlag durch die „Gazzetta dello Sport“ nach Sieg über Parry O‘Brien

Da wir gerade schon dabei sind, sei noch an den größten Husarenstreich des diplomierten Maschinenbau-Ingenieurs erinnert. Bei der WM 1985 in Rom fügte er dem haushohen US-amerikanischen Favoriten Parry O’Brien (*1932) aus dem Sonnenstaat Kalifornien, dem Erfinder der Rückenstoß-Technik, elffachen Weltrekordler sowie Olympiasieger von 1952 und 1956 eine vernichtende Niederlage im Kugelstoßen der M50 zu. Alle sechs Versuche von Speckens zwischen 16,08 und 16,41m mit der „Sechser“ lagen über der Bestweite von 16,04m des düpierten Giganten. Über den „Tedesco“ (Deutschen), der in der Heiligen Stadt das Denkmal stürzte, berichtete gar die auf rosa Papier täglich erscheinende Fußball-lastige „Gazzetta dello Sport“ mit großformatigen Bild auf der Titelseite.
Das darf getrost als eine Art Ritterschlag für einen Senioren-Leichtathleten bezeichnet werden, hat unserer Kenntnis nach vor und nach ihm keiner mehr erreicht.