Österreichs Hammerwurf-Ikone Gottfried Gassenbauer seit heute Sechzig

(Wien/Krefeld, 17. August 2018) Er ist die alpenländische Antwort auf die biologischen deutschen „Wunderknaben“ Wolfgang Ritte (65 Jahre) und Andy Dittmar (44) mit einem nahezu ungebremst überdurchschnittlich hohem Leistungsniveau. Irgendwann muss er dem Anschein nach sein tatsächliches Alter ins Tiefkühlfach gelegt und eingefroren haben. Dazu sieht dieses stattliche Mannsbild mit der Mecki-Frisur obendrein unverschämt gut aus. Ließe er sich schätzen, ging er glatt als zehn Jahre jünger durch. Es gibt einen trefflichen Anlass das und noch ein bisschen mehr zu erwähnen.
Denn unser sehr erfolgreich hammerwerfender Österreich-Repräsentant Gottfried Gassenbauer (*17.08.1958) aus Wien, der von seinen vielen Freunden kurz „Gassi“ genannt wird, vollendet heute sein 60. Lebensjahr. Kaum zu glauben, aber wahr! Schließlich lügen Zahlen nicht. Schon sein Vor- und Nachname lädt zu Assoziationen ein, sind gewissermaßen Programm und passen zu dem bereits Beschriebenen wie der Heurige nach Grinzing.

Speer durchbohrte bei Sportunfall seinen Hals

Mit göttlichem, friedfertigem Beistand (den nahm er auch schon in Anspruch, als 1999 durch eine kleine Unachtsamkeit beim Training ein Speer seinen Hals durchbohrte; bis auf zwei Narben überstand er es unversehrt), ist der Gassenbauer halt zum Gassenhauer oder „Evergreen“ geworden. Es passt in dieses Bild, dass er von 1976 bis 2017, also über stramme 42 Jahre, bei einer Lebensbestleistung von 65,66m (1987) mit dem 7,26-Kilo-Hammer einen Leistungsdurchschnitt von 58,08 Meter vorweisen kann. Und dies: Der Dauerbrenner wurde 36mal Wiener Landesmeister bei den Männern, hintereinander von 1976 bis 1998 und zuletzt mit 59 in dieser Saison. Da ist es allzu verständlich, dass ihn das zusammen betrachtet „ein bisserl Stolz“ macht.

Sportliche Vita prall gefüllt mit grandiosen Erfolgen

Es ist eine schiere Unmöglichkeit, an dieser Stelle seine prall gefüllte sportliche Vita im Detail widerspiegeln und bis in den letzten Winkel ausleuchten zu wollen. Beschränken wir uns notgedrungen auf weitere Eckdaten seiner größten Erfolge bei den Masters, wie sie hochoffiziell auch in Österreich heißen: Achtmal Europameister, fünfmal Vize-Weltmeister und ebenfalls fünfmal Weltmeister, jeweils im Hammerwurf. Dazu 2014 in Budapest Hallen-Weltmeister im Gewichtwurf der M55 mit der damaligen Europarekord-Weite von 18,17 Meter. Die Staatsmeisterschaften der M30 bis 55 bei den Senioren hat er nicht gezählt, was nicht heißt, dass sie ihm nichts bedeutet haben. Runden wir das Kapitel ab mit seinen „Hausrekorden“ mit den noch verbleibenden Gerätegewichten: 58,13m mit dem Sechser 2010, in diesem Jahr immerhin noch 54,12m. Den 5-Kilo-Hammer hat er 17jährig 58,26m weit geworfen. Ein Wunschziel als nunmehr 60-Jähriger. Da bei den „Ösis“, wie hier zu Lande auch, das Jahr der Vollendung für die neue Altersklasse gilt, hat er den bislang bei 56,25m landen lassen. Zugleich seine Meldeleistung für die kommenden Weltmeisterschaften im September im spanischen Malaga.

Ideelle Weihen: Dreimal in Serie Österreichischer Masters-Leichtathlet des Jahres

Einer wie „Gassi“, dem wohl bekanntesten, populärsten und – das behaupte ich jetzt schlankweg aus eigener Kenntnis – beliebtesten Masters-Leichtathleten in der zu uns benachbarten Alpenrepublik sind auch hohe ideelle Auszeichnungen zuteil geworden. Die Bedeutendste: Seit der Einführung 2014 wurde er dreimal in Serie zum Österreichischen Senioren-Leichtathleten des Jahres gewählt und in jeweils wunderschönem, festlichem  Ambiente zusammen mit allen anderen Klassen gekürt. Eben „Felix Austria!“ (Glückliches Österreich!).

„Gassis“ größte Schätze sind jedoch seine Frau Silvia und Tochter Iris
 
Schade genug, dass der Platz ausgeht und ich mich der Person G.G. aus W. nur noch ein wenig nähern kann. Komprimiert formuliert: Er ist trotz aller Triumphe ein Werfer wie du und ich geblieben. Ein Mordskumpel, gesellig, fröhlich, kommunikativ, aufgeschlossen, hilfsbereit und er hat das, was halt nur die Hauptstädter der 1,8-Millionen-Metropole haben (können): Den viel gerühmten „Wiener Schmäh“. Was ich indes bei ihm ausdrücklich und nicht dem eigentlichen Sinn nach mit Charme übersetze. Die ganze Leidenschaft von „Gassi dem Großen“ gilt dem Sport, seine Liebe aber seiner zwei Jahre jüngeren Frau Silvia, die ihn zu allen Starts begleitet, und seiner 31-jährigen Tochter Iris. „Das sind meine beiden größten Schätze“, beschreibt es der Jung-Sechziger.
Sei noch erwähnt, dass er im richtigen Leben Leitender Direktor des auf einem riesigen Areal von 135.000 qm größten und schönsten Wiener Sportkomplexes „Donaucity“ ist. Sie beherbergt rund 500.000 Gäste pro Anno. Für fünf Tage und Nächte habe ich es im Frühjahr 2010 hautnah erleben dürfen, mit herzlicher, fast familiärer Freizeit-Bespaßung nach sportlicher Betätigung durch das Ehepaar Gassenbauer in der Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität.
Bleibt noch von diesem Internet-Portal ein „Herzlicher Glückwunsch, lieber Gottfried zum Jubeltag!“ Sicherlich auch im Namen der vielen deutschen Werfer/innen, die dich persönlich kennen und schätzen gelernt haben.