Bernd Rehpenning: Der Meister der Präzision wir heute Achtzig

(Garbsen/Krefeld, 05. August 2018) Bernd Rehpenning, von seinen Freunden „Rehpi“ genannt, hat den Beruf des Werkzeugmachers erlernt. Also einen Beruf, in dem ganz viel Präzision verlangt wird. Wer das spätestens jetzt weiß, der kann auch nachvollziehen, dass sich Bernd in seinem Ehrenamt in seiner Sportart Leichtathletik der Statistik, folglich der Erfassung von Bestleistungen, Rekorden, Punkten und Ergebnissen, mit großer Hingabe und Leidenschaft verschrieben hat. Und dieses mit akribischer Präzision. Denn alles was „Rehpi“ auf diesem Gebiet angefasst hat und noch immer mit großem Engagement umsetzt, gestattet keinerlei Ungenauigkeiten. Hier leistete der nunmehr taufrische 80-Jährige ganze Arbeit, wovon sich seit einiger Zeit wieder die gesamte Leichtathletik-Welt überzeugen kann. „Model Results 2010“ hat er sein allumfassendes Rekordwerk genannt. „Model“ ist eigentlich die falsche Bezeichnung, denn „Meisterwerk“ wäre für die Arbeit der zutreffendere Begriff.

Weltbestkämpfe vor „seiner Haustüre“ die Initialzündung

Begonnen hat bei dem Niedersachsen alles 1979, als die Weltbestenkämpfe der Senioren nach Hannover ganz in die Nähe seines Wohnortes Garbsen kamen. Er fand Gefallen an den „Veteranen“; der Seniorensport im Allgemeinen und der Speerwurf im Speziellen wurden zum Mittelpunkt seiner sportlichen Aktivitäten. Zehn Weltmeisterschaften der Senioren und sieben Europameisterschaften waren es insgesamt, die „Rehpi“ besuchte. Immer wieder Kontakte suchend und findend und immer wieder bestrebt, das Bestmögliche zu erreichen, was ihm mit insgesamt sieben internationalen Medaillen auch vortrefflich gelang.
Und dann kam Anfang der 2000er Jahre das „Waterloo“ im Seniorensport: im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wurden die Seniorenfaktoren im Mehrkampf abgeschafft, im Weltverband der Senioren kriselte es ob dieser Faktoren und gemeinsam machten sich Senioren-Weltpräsident Torsten Carlius und der Verfasser dieser Laudatio als damaliger EVAA-Präsident auf die Suche nach einem kompetenten Mitarbeiter, der diesen Faktoren einen neuen und aktuellen Schliff geben sollte. Sie hatten Glück und fanden ihn in Bernd Rehpenning. 

Eine Sisyphosarbeit unter dem Namen „Model Results 2010“

Bei der Senioren-EM 2006 in Poznan (Polen) kreierte „Rehpi“ parallel zur Meisterschaftsauswertung im Mehrkampf ein neues, gerechteres System. Er fand in Georg Werthner aus Österreich einen kompetenten Fürsprecher. Werthner, mehrmaliger Olympiateilnehmer im Zehnkampf, selbst Tüftler (Stunden-Zehnkampf, Jedermann-Zehnkampf), war begeistert von „Rehpis“ neuem Modell und stärkte damit ein Vorhaben, das die Faktoren geradezu revolutionierte. 2010 war es dann so weit. Die Faktoren „Model Results 2010“ wurden offiziell vom Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA)  angewandt und sind seither überall auf dem Globus verbindlich.
Gern erzählt der bescheidene Speerwerfer vom SV Osterwald, warum er die dritte und vierte Stelle hinter dem Komma bei seinen Faktoren für wichtig hält und bringt immer sein berufliches Wissen sowie seine Erfahrung als Präzisionsarbeiter in der Weltfirma VW ein. Dabei weist er stets gerne auf seine weltweit wohl einzigartige Sammlung von mehr als 20.000 Ergebnissen hin, die er benutzt hat, um diese neuen Faktoren in einer wahren Sisyphosarbeit zu ermitteln.

Wenn Not am Mann ist, springt „Rehpi“ in die Bresche

2017 half er dem Stendaler LV bei seinem Hanse-Cup aus der Bredouille. Wieder einmal fühlte sich der SLV im Stich gelassen bei der Endabrechnung im Zehnkampf. Die Weltrekordliste der WMA war überaltert, ein möglicher Weltrekord war nicht nachweisbar. Bis dann der Name „Rehpenning“ fiel und die Sicherheit gegeben war, dass Stendal wieder einmal Geburtsstunde eines Weltrekords war. Der Kontakt Stendal – Rehpenning war in wenigen Stunden vollzogen und seither verfügt der SLV über ein Filetstück der Statistik: die ‚Top Ten‘ im Zehnkampf und im Siebenkampf. Präzision, Recherche und Akribie sind die Grundlage dieser ‚Top Ten‘, die immer auf dem neuesten Stand sind und die nicht durch nationales Egoistendenken bestimmt werden.
Heute feiert „Rehpi“ mit seinen Verwandten, Freund und Bekannten die Vollendung seines 80. Lebensjahres. Gerade die Seniorensportler werden dem Jubilar dankbar sein für sein lupenreines „Jahrhundertwerk“ sowie ihm selber für die herzliche Art, wie er sich bei ihnen als ehrlicher, fairer und korrekter Athlet gezeigt hat.
Und alle wünschen „Ad multos annos, Rehpi!“ Oder auf gut Deutsch: Auf viele Jahre. Und natürlich Herzlichen Glückwunsch, stelltvertretend auch im Namen der großen Leichtathletik-Gemeinde!