DLV hinter den Kulissen auf Kandidatensuche für die Seniorensprecher

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Darmstadt/Krefeld, 10
. Juni 2018) Normalerweise lässt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auf sein ungeliebtes Kind bezogen, die über 400.000 Senioren/Innen, den lieben Gott einen guten Mann sein. Obschon im Hessischen angesiedelt, herrscht zumeist die rheinische Mentalität vor „Et kütt wie et kütt“, und: „Et is noch immer jot jejange“. Muss das übersetzt werden? Für alle Fälle: Es kommt wie es kommt, und: Es ist noch immer gut gegangen. Ein veritabler Trugschluss! Die wenigsten Dinge erledigen sich durch längeres Liegenlassen wie von Geisterhand gesteuert von selbst.
Und siehe da, oh wunder: Wie wir aus erster Quelle erfahren haben, werkelt der DLV hinter den Kulissen (warum nur dort?) daran, geeignete Kandidaten für die beiden Ehrenämter der Seniorensprecher männlich und weiblich zu finden, „Steckbriefe“ von ihnen anzufertigen, um sie via der Verbandsnetzseite in der Seniorenspielecke einer breiteren wählenden Öffentlichkeit vorzustellen. Es pressiert. Schließlich soll die Wahl anlässlich der Deutschen Meisterschaften der Ü35-Generation vom  29.Juni bis 01.Juli 2018 in Mönchengladbach erfolgen. Das ist in nicht einmal mehr drei Wochen.

Ein krasser Gegenentwurf zu bisherigen Amtsverwaltern muss her

Was vor sechs Jahren dabei herauskam, ist inzwischen hinlänglich und sattsam bekannt. Mittelstreckler Alfred Hermes (*1946) aus Jülich nutzte diese Aufgabe hauptsächlich zur eigenen Vorteilsnahme, verstand sich als Diplomat in kurzen Hosen und war in erster Linie als sein verlängerter Arm getreuer Vasall der schwerfälligen, wie eine Behörde aus längst vergangenen Tagen geführten Dachorganisation in Darmstadt. Er verwaltete lediglich sein Ehrenamt. Unterdessen verkümmerte sein weibliches Pendant Lidia Zentner aus Pforzheim gänzlich zur Quotenfrau auf dem Papier. Interessenvertreter der Aktiven sehen deutlich anderes aus.
Nahezu ausnahmslos waren wir es von LAMPIS, die in die Bresche gesprungen sind, wenn mal wieder Not am Mann oder an der Frau war. Dies wollen wir nicht alles wiederkäuen, würde auch viel zu lang geraten. Es sei nur an die Entzerrung der Diskuswurf-Wettbewerbe bei den Offenen Nordrhein-Seniorenmeisterschaften an Fronleichnam in Mönchengladbach erinnert.
Vorausgeschickt, dass wir es niemandem ausreden wollen; aber wer eine solche Herkules-Aufgabe mit Verve und Hingabe angehen will, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich um einen Ritt auf der Rasierklinge handelt. Da sich schon ein viel Klügerer Gedanken darüber gemacht hat, zitieren wir ein Gedicht von Wilhelm Busch. Genau, der Schöpfer von Max und Moritz, diesen beiden.

Nur kein Ehrenamt

Willst Du froh und glücklich leben,
lass‘ kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!
Wieviel Mühen, Sorgen, Plagen
wieviel Ärger musst Du tragen;
gibst viel Geld aus, opferst Zeit -
und der Lohn? Undankbarkeit!
Ohne Amt lebst Du so friedlich
und so ruhig und so gemütlich,
Du sparst Kraft und Geld und Zeit,
wirst geachtet weit und breit.
So ein Amt bringt niemals Ehre,
denn der Klatschsucht scharfe Schere
schneidet boshaft Dir, schnipp-schnapp,
Deine Ehre vielfach ab.
Selbst Dein Ruf geht Dir verloren,
wirst beschmutzt vor Tür und Toren,
und es macht ihn oberfaul
jedes ungewaschene Maul!
Drum, so rat ich Dir im Treuen:
willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen,
soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen,
lass‘ das Amt doch and'ren Dummen.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag und eine ereignisreiche 24.Kalenderwoche!