Zwei Spitzenkönner, eine Plattitüde: Aller Wiederanfang ist schwer

(Stuttgart/Flensburg/Edenkoben/Halle a.d.S./Krefeld, 06. Juni 2018) Aller (Wieder-)Anfang ist schwer. Diese Plattitüde mit bisweilen hohem Wiedererkennungswert haben nun auch zwei absolute Spitzenkönner der internationalen Werferszene am eigenen Leibe erfahren. Allerdings dürften sie das einkalkuliert haben. Jedenfalls Felix Mohr (*1943) von der LG Radolfzell, der aufgrund einer schweren Krankheit im Vorjahr ohne Wettkampf-Ergebnis war und dem es vordergründig um die Normen für die Senioren-DM vom 29.Juni bis 01.Juli 2018 in Mönchengladbach ging. Immerhin dieses Unternehmen darf mit 11,37m Kugel und 32,32m Diskus als Doppel-Sieger der M75 bei den Senioren-Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg in Stuttgart als geglückt bezeichnet werden.

Kugelstoß-Weltrekord der M75 noch in weiter Ferne

Weniger zufrieden dürfte hingegen ein weiterer Rückkehrer und Jung-Fünfundsiebziger nach selbst auferlegter vierjähriger Pause dreingeschaut haben. Kurt Goldschmidt (*09.03.1943; im Bild) vom TSV Kücknitz hatte im Vorgespräch anlässlich seines Jubeltages dem Chronisten erzählt, dass er im Training bereits 13,80m gestoßen habe und guten Mutes sei, den Stadion-Weltrekord der M75 (14,24m) von Karl-Heinz Marg (*1938) von der SG Osterholz aus 2013 verbessern zu können. Davon blieb „Kuddel“ bei den gemeinsamen Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Flensburg mit 11,92m freilich ein gutes Stück entfernt. Ganz passabel hingegen seine 39,57m mit dem Diskus.

Andreas Deuschle stieß 15,42 m, Hermann Albrecht warf den Hammer auf 45,25 m

Picken wir uns noch ein paar Rosinen von den vier Schauplätzen heraus. Kugelstoßer Andreas Deuschle (*1968) von der TG Nürtingen war im Schwabenländle erwartungsgemäß eine Klasse für sich, stieß in der M50 das sechs Kilo schwere Gerät im letzten Durchgang auf 15,42m, hatte mit 15,05 und 15,41m weitere Versuche jenseits 15 Meter. Altmeister Hermann Albrecht (*1940; rechts im Bild) von der Spvgg. Satteldorf brillierte im Hammerwurf der M75 mit einer sehr ausgewogenen Serie von sechs gültigen Versuchen. Dem „Ed-Burke-Bezwinger“ von 2012 blieb bei seinen 45,25m allerdings der Ausreißer nach oben versagt.

Ergebnisliste ein Muster ohne Wert

Ein Muster ohne Wert ist in Teilen die Ergebnisliste der Offenen Senioren-Meisterschaften von Sachsen-Anhalt in Halle an der Saale. Da taucht Diskuswerfer Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau sowohl in der M45 (2 kg) als auch in der M50 (1,5 kg) mit der gleichen Weite von 53,63m auf. Letzteres wird stimmen. Lothar Huchthausen (*1935) von der LG Altmark ist im Kugelstoßen der M55 (6 kg) mit 12,19m gelistet. Das wäre eine Weltsensation. Vergessen wir’s! Es war garantiert das 3-Kilo-Kügelchen aus der M80..

Eine märchenhaft anmutende Steigerung mit der leichteren Kugel

Die Vorzeigefrau der Fraktion Stoß/Wurf war beim 40. Seniorensportfest in Edenkoben, zugleich Pfalzmeisterschaften der Ü30-Generation, zu bewundern. Claudia Kodel (*1968) vom OSC Berlin stieß als Neu-Fünfzigerin starke 14,12m. Dabei hatte ihre Serie (12,97, 13,11, 13,19, 14,12, x, x) in der Bandbreite eine noch größere Streuung als eine Gießkanne mit riesiger Tülle. Bei ihrer im vierten Durchgang erzielten Tagesbestweite legte sie mal eben gewaltige 93 Zentimeter zu. Danach folgten auf den „Schocker“ zwei x wie war wohl nix. Sei noch angemerkt, dass die Berlinerin eine vorjährige Bestleistung mit der „Vierer“ von 12,09m hat. Da mutet der 2.03-m-Sprung mit dem ein Kilo leichteren Gerät schon ziemlich märchenhaft an. Warten wir die nächsten Wettkämpfe ab, vielleicht auch die Nagelprobe mit  W50-Platzhalterin Jana Müller-Schmidt (*1964) von der SG Osterholz bei der kommenden Senioren-DM.