Alfred Hermes verteidigt im Kadaver-Gehorsam den DLV und Kaschke

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Jülich/Krefeld, 18. April 2017)
Eingeräumt, dass ich den gemeinhin schweigenden Seniorensprecher Alfred Hermes aus Jülich im Rheinland unterschätzt habe. Oder aber er sah sich durch die provokative Schlussäußerung in unserem Beitrag vom 13.April 2017 zum Knebelpakt gemüßigt, nun doch seinen unmaßgeblichen Senf aus dem Gaststätten-Großgebinde Bautz’ner postwendend an Karfreitag auf seiner Verharmlosungsnetzseite dazuzugeben. Er hätte jedoch vor den PC sein Hirn einschalten sollen. Dann hätte er womöglich, wie stets zuvor bei sportpolitischen Ereignissen, in der ihm eigenen Feigheit seinen Mund respektive die Tastaturfinger still gehalten. Doch wenn schon denn schon wäre es geboten gewesen, in der sehr komplexen Angelegenheit seriöser zu recherchieren und sich besser zu informieren. Bereits die Überschrift „Wahlkampfgetöse“ zielt voll daneben. Denn er ist es, der es anzettelt, in seinem Kadaver-Gehorsam die Angelegenheit herunterspielt und die beiden beteiligten Parteien, den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und den höchst umstrittenen EMA-Präsidenten Kurt Kaschke, aus der Schusslinie zu nehmen versucht. Er sollte sich vergegenwärtigen dass er gewählter Sprecher der deutschen Ü30-Generation und nicht in Geschäftsführung ohne Auftrag der Verbände ist.

„Erkenntnisse“ aus zweiter Hand

Hermes beruft sich zweiter Hand als angeblich einzige Quelle auf sein häufig zitiertes und abgekupfertes Internet-Portal masterstrack.com von Ken Stone aus San Diego (USA). Das erscheint logischerweise in englischer Sprache. Geradezu genial, dass er wortgetreu in Deutsch eine ihm beliebige Passage aus dem Englischen zurück übersetzt, was in der allein seit Anfang Januar 2015 exklusiv auf Lampis bei entsprechenden Gelegen- und Begebenheiten immer wieder mal vollständig veröffentlichten „Gemeinsamen Absichtserklärung“ steht. Jenem Papier der Schande (Knebelpakt). Unlauter ist es ferner, eine ihm gefällige verniedlichende Stellungnahme herauszupicken, die ihm in seinen Kram passt. Dazu stellt er Behauptungen auf, deren Beweise er schuldig bleibt. So bezichtigt er von hinten durch die Brust ins Auge EMA-Vizepräsident Jerzy Krauze (Polen) und den ehemaligen WMA-Vizepräsidenten Vesa Lappaleinen (Finnland) dieses skandalöse Pamphlet jüngst den Medien zur eigenen Vorteilsnahme zugespielt zu haben. Falsch! 1.) waren sie es nicht (der Urheber ist dem Verfasser bekannt) und 2.) muss nicht lanciert werden, was seit über zwei Jahren kursiert (siehe oben).

„Götterbote“ redet der Anarchie das Wort

Und zementieren wir zum besseren Verständnis für Hermes noch ein paar Eckpfeiler: Eine Absichtserklärung beinhaltet zwangsläufig, dass irgendeine Absicht dahinter steckt. Mag sie noch so ehrenwert sein (was konkret im Gesamtkontext nicht der Fall ist), ist es mit dem ehrenvollen Amt eines Präsidenten, hier Kaschke, nicht zu vereinbaren und rechtfertigen. Der ist qua Position zu absoluter Neutralität, Objektivität und Unabhängigkeit verpflichtet, kann nicht mit Dritten, da der DLV, mehr oder weniger obskure Vereinbarungen treffen (siehe auch unsere Kolumne). So steht es im Übrigen auch in den Statuten der EMA. Würden das alle Präsidiumsmitglieder so machen, könnte gleich die Anarchie (Zustand der Gesetzlosigkeit) ausgerufen werden.
Nehmen wir in diesem Zusammenhang höheren Ortes eine kleine Anleihe aus der Aufgabenstellung unser aller Bundespräsidenten. Um der Überparteilichkeit seines Amtes zu entsprechen hat er eine unter Umständen bestehende Parteimitgliedschaft, wie jetzt bei Frank-Walter Steinmeier (ehemals SPD), ruhen zu lassen, ist dem Allgemeinwohl der Bevölkerung verpflichtet und nicht irgendwelchen Interessengruppen.
Und zu unguter Letzt will Hermes, „Der Götterbote“, wissen, dass es für die neuerliche, vom DLV unterstützte Kandidatur von Kaschke bei der Generalversammlung der European Masters Athletics (EMA) am 30.Juli2017 im dänischen Aarhus eine solche Vereinbarung nicht mehr geben wird.
Warum das, wenn damit alles astrein, hieb- und stichfest war? Die Antwort auf diese Frage gebe jeder für sich selber. Das kann nicht so schwer sein und ist zudem rein rhetorisch gemeint, da wir eh nur intelligente Leser haben. Bei Hermes sind diesbezüglich erhebliche Zweifel angebracht, wiewohl er kategorisch abstreitet auf Lampis zu gehen. Die teilweise wortgetreue Zitierung aus dem Vertrag steht dem jedoch als untrügliches Indiz entgegen. Hätten wir das auch noch geklärt.