Ralf Unger vollendet heute ohne seinen Zwilling das 70.Lebensjahr!

  • Drucken

(Kerpen/Krefeld, 17. April 2017) Just heute vor 70 Jahren erblickte Klein-Ralf im westfälischen Städtchen Versmold, bekannt durch seine Wurstwaren, als Zwilling das Licht der Welt. Nicht einmal zwei Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges war die ärztliche Versorgung indes noch nicht wieder auf einem solch hohen Standard, sodass sein Bruder bei der Entbindung starb. Für ihn Fünfjährig sind seine Eltern zusammen mit ihm und seiner älteren Schwester nach Düren ins Rheinland „ausgewandert“, wo er seiner nur 1,53m kleinen Mama zum Trotz so nach und nach 1,87m groß sowie in der Spitze bis 105 Kilogramm (aktuell 94 kg) schwer wurde. Inzwischen lebt er mit Ehefrau Christine (*1949) in Kerpen im Rhein-Erft-Kreis, der einstigen Heimat der etwas berühmteren Brüder Michael und Ralf Schumacher aus dem Formel-1-Zirkus, in einem schmucken Reihenhaus mit sehr schön gestaltetem Garten. Die Wetterprognosen sind mit Regen und sieben Grad jedoch eher düster, als das Ralf Unger bei herrlichem Sonnenschein Kaffee und Kuchen zum Geburtstag auf der Terrasse genießen könnte.

Als Schwerathlet unter den Leichtathleten ein Späteinsteiger

Als „Leichtathlet“ ist der Jubilar ein Späteinsteiger, spielte zunächst als Heranwachsender Tischtennis, Handball und auch mit dem großen Leder, das damals tatsächlich noch aus diesem Werkstoff war. Erst 35-jährig schloss er sich durch den Tipp eines Sportkameraden im Fitness-Studio eingedenk seiner athletischen Fähigkeiten der SG Düren 99 an, begann dort mit dem Kugelstoßen. Aus dem Linkshänder, bei dem für Normalgepolte alles verkehrt aussieht (für ihn selber übrigens auch, wenn er seine Artgenossen wie Johann Stein und Klaus Kynast beobachtet), wurde dennoch ein sehr guter Techniker. Seit er Diabetes hat, die kein Hinderungsgrund für (Hoch-)Leistungssportler ist (bekanntestes Beispiel Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner), und deshalb zu Lasten der Maximal-Kraftwerte „abspeckte“, kamen ihm die leichter werdenden Geräte besonders zustatten. Praktisch ab der M60 gehört der inzwischen für den TuS (Kerpen-)Buir startende Rheinländer zur deutschen Spitzenklasse mit Kugel (BL 14,33m) und Diskus (49,58m). Neben vielen Titeln bei den Nordrhein-Meisterschaften der Senioren, öfter auch mal das klassische Double, wurde er 2013 in Düsseldorf mit einem Zentimeter Vorsprung Deutscher Hallenmeister im Kugelstoßen (13,22m) der M65. Als Favorit mit Kugel und Diskus spielten ihm einige Monate danach beim zweiten „Heimspiel“, der Stadion-DM im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach, die Nerven einen Streich, konnte er nicht sein zu diesem Zeitpunkt deutlich größeres Leistungsvermögen abrufen, wurde jeweils „nur“ Vizemeister (13,12 und 45,53m).

Eine Bilderbuch-Ehe aus dem Raritätenkabinett

Operationen an beiden Schultern (2015) und am Gelenk der Stoßhand (2016) bremsten ihn ein, zwangen ihn zu Pausen und ließen keine normalen Saisonverläufe zu. Das soll tunlichst in den M70 natürlich anders, vor allem besser werden. Bei der ihm eigenen Zielstrebigkeit sollte das gelingen.
Mit jener schon genannten Christine wird er im Juli 2018 Goldene Hochzeit feiern (das schaffe ich nicht einmal mit der Addition aus drei Ehen). Ein Glücksfall aus dem Raritäten-Kabinett, wie der aus dieser wonnevollen, harmonischen Verbindung hervorgegangene Spross Michael (48 Jahre), ein 1,99m großer Modell-Athlet. Ehedem als hervorragender Zehnkämpfer, Hoch- und Weitspringer mein Klubkamerad bei Bayer Uerdingen, dazu für etwas mehr als drei Jahre Mieter mit Familien-Anschluss (trotz leiblicher Eltern eine Art Adoptivsohn)  in unserem denkmalgeschützten Drei-Parteien-Haus Anno Domini 1896, dem Jahr der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit. Die Liebe zu Ulrike verschlug den in Krefeld-Uerdingen tätigen Chemikanten jedoch weiter rheinaufwärts nach Köln.
Ein fürwahr tolles Trio, diese mit viel Herzenswärme gesegneten Ungers, denen mein Frau Elke und ich über den sportlichen Tellerrand hinaus freundschaftlich verbunden sind. Bleibt noch stellvertretend für die große Werfer-Familie ein „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Ralfl!“ anzufügen.